Journey's End - Primordial

Journey's End - Primordial

von Primordial

Heavy Metal - 1 - CD - Label: Hammerhrt - Veröffentlicht am: 21. Mai 2002 - EAN: 8715392008528 mehr

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Der Name der Band: Primordial, zu deutsch „uranfänglich“. Der Name des Albums: A Journey’s End, zu deutsch „das Ende einer Reise“. Der Name der Rose: Ein Werk von Umberto Eco. Der Gag: War schlecht. Für diejenigen, die Primordial noch nicht kennen sollten (gibt’s da tatsächlich jemanden?), ... Bericht lesen





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A Journey'S End - Primordial
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Enter Pagan!
Erfahrungsbericht von sirjethro über Journey's End - Primordial
02.09.2002


Produktbewertung des Autors:   

Cover-Design: annehmbar 
Klangqualität: gut 
Langzeithörspaß: wird nicht schnell langweilig 
Häufigkeit der Nutzung ab und zu 
Dieser Tonträger ist: einer der besseren des Künstlers 

Pro: Die Musik
Kontra: Suizidgefährdete Personen :  Finger weg !  !  !

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Der Name der Band: Primordial, zu deutsch „uranfänglich“. Der Name des Albums: A Journey’s End, zu deutsch „das Ende einer Reise“. Der Name der Rose: Ein Werk von Umberto Eco. Der Gag: War schlecht.

Für diejenigen, die Primordial noch nicht kennen sollten (gibt’s da tatsächlich jemanden?), mal eine gaaaaaaaaaanz kurze Zusammenfassung: Die Band gibt’s nun mittlerweile etwa 15 Jahre, Primordial nannte man sich allerdings erst im Jahre 1992, nach diversen Line-Up-Wechseln und anderen Startproblemchen (wie sie jede gute Metalband vorzuweisen hat).
Und was für Musik zocken die irischen Jungs? Nun, eine recht ungewöhnliche Mischung aus progressivem Black/Death Metal und folkloristischem Pagan Metal.
Soviel dazu. Mehr zu diesem Album.

„A Journey’s End“ ist uranfänglich…ehm…ursprünglich 1998 erschienen, wurde allerdings schon 2001 re-mastered, re-released, re-stauriert, re-animiert und somit kommerziell re-stlos ausgeschlachtet. Desweite-re-n wurde es mit einem ande-re-n Cover versehen, auf welchem nun ein düster dreinblickendes, skizziertes Port-re…ehm…Portrait aus der Feder eines gewissen Robert Demachy aus dem Jah-re 1906 prangt.


Das Line-Up:

A. Nemtheanga Averill – Voices
C. MacUilliamm – Guitar, Mandolin, Whistle
P. MacGawlaigh – Bass, Bodhran
S. O’loaghaire – Drums, Percussion, Bodhran


Tracklist:

1. Graven Idol 8.05
2. Dark Song 5.05
3. Autumn’s Ablaze 8.17
4. Journey’s End 8.01
5. Solitary Mourner 2.53
6. Bitter Harvest 10.34
7. An Aistear Deirneach 4.26
8. And The Sun Set On Life Forever (Bonustrack) 9.17

Total running time: 56.39


1. Graven Idol

Das Schau(-er)spiel kann beginnen! Ein Marsch-Rhythmus leitet über in die ersten dröhnenden Stromklampfen-Riffs, bevor der erste markerschütternde growl zum besten gegeben wird. Averills Stimme bewegt sich danach größtenteils in einer Existenz-Ebene zwischen clean und growlig, diverse Tempo- und Rhythmus-Wechsel lassen die herrlichsten und verschiedensten Headbang-Techniken zu, und das Beste: Das ganze auch noch ununterbrochen und über die gesamte Länge des Stücks, und das sind immerhin über acht Minuten, liebe Nackenbrecher/innen!!!

„The stars revolve and dance for her,
A velvet dream, of crimson revolt
The rites of all…deliver her kiss to me
I ascend…erotic misery”

In den cleanen Passagen ist stellenweise die absolute Qual und Pein aus Averills Stimme herauszuhören. Dieses dunkle Stück Musik ist voller ungebändigter Kraft und droht zu zerbersten unter seinem inneren, ureigenen Druck! Absolut intensiv und aufwühlend!

Bewertung: *** 8,5 / 10 *** Punkte


2. Dark Song

Der zweite Track stammt ursprünglich aus der Feder eines irischen heidnischen Poeten namens Amergin Glúngel. Im booklet entschuldigen sich die Kerls für „abuse“ und „mis-use“ dieses „stolen piece of music“ *g* Natürlich nicht ganz ernst gemeint.
Sanfte Klänge bestimmten die erste Minute vom „Dunklen Lied“, bevor eine schnell, fast schon hektisch gespielte Akustik-Klampfe und im Hintergrund dezenter Percussion-Einsatz die Hauptrolle übernehmen und den melancholischen Gesang Averills begleiten. Etwa zur Mitte des Stücks zückt MacUilliamm dann noch seine Flöte und steuert einige Töne bei.

„ I am the wind that breathes on the sea
I am the wave, wave on the ocean
I am the ray, the eye of the sun
I am a tomb, cold in the darkness…”

Klingt ziemlich ungewöhnlich, was die Jungs da zelebrieren, aber irgendwie nimmt der Sound einen nach wenigen Durchläufen gefangen. Auch hier wird eine ungemein intensive Spannung aufgebaut, allerdings mit total anderen Mitteln als im Opener.
„Sing the dark song of Erenn to me…“

Bewertung: *** 8 / 10 *** Punkte


3. Autumn’s Ablaze

Macht vorbehaltlos da weiter, wo “Graven Idol“ aufgehört hat, und stampft erst mal ordentlich und absolut kompromisslos drauf los. Nach der ersten Minute Vollgas wird’s dann kurzzeitig etwas getragener, und Arwens…ehm…Arvills düsterer Gesang setzt ein.
Es folgt ein akustisches Intermezzo, bevor die Strom-Klampfen und das gesamte Aufgebot an metallischer Instrumentierung wieder zulangen dürfen.

“Another passionless night,
Another hopeless fight
Another battle that I’ve lost”

Die cleanen vocals haben eindeutig die Überhand gewonnen, und sie werden wieder mit absoluter Inbrunst vorgetragen, was die atmosphärische Dichte dieses Stücks umso mehr steigert.

Bewertung: *** 8,5 / 10 *** Punkte


4. Journey’s End

Bis jetzt durchweg geile Songs, aber was jetzt kommt, vermag das Ganze noch zu toppen! Der Titel-Track des Albums akustelt die ersten Sekunden vor sich hin, ohne eine schöne Melodie zu zaubern (wirklich „schöne“ Melodien in dem Sinne sucht man auf diesem Album ohnehin vergebens!), bevor es dann heftiger zur Sache geht, und zwar absolut mitreißend!
Geile E-Gitarren-Riffs und kraftvolles Drumming treiben den Song unnachahmlich voran, lassen das Blut in meinen Adern wallen und den Puls höher schlagen! Averills Gesang setzt erst kurz vor der Hälfte dieses Acht-Minüters ein, wieder mal clean, kein bisschen gegrowle in diesem Song bis kurz vor Ende.

„Their blood hath quenched the land
Their spirit has set the stone
And forever the pagan lands shall cry
With a heart so heavy…
…and limbs so weary”

Lediglich die letzten Worte, die ins Mikro gehaucht werden, lassen so etwas wie die Bezeichnung „growl“ zu. Für mich neben dem Opener und „Autumn’s Ablaze“ das Highlight des Albums!

Bewertung: *** 9 / 10 *** Punkte


5. Solitary Mourner

Kommen wir nun zum kürzesten Track auf dieser Scheibe, mit nicht einmal drei Minuten.
Wie ein Glockenschlag ertönt der erste Klang und hallt dumpf wider, während furchterfüllter Atem zu vernehmen ist, bevor Averill die ersten Töne ins Mikro spricht (hört mal genau hin, erinnert mich verdammt stark an Vile Vallo von HIM!).

„If I am the mourner
Who shall know my name?

Who shall ever know my pain?

A solitary mourner stands
To watch over you…”

Kein Gesang, kein Einsatz weiterer Instrumente. Friedhofs-feeling, Grabesstille.
Mit diesen Worten lässt sich die Grundstimmung dieses „Klang-Gebildes“ wohl am besten charakterisieren und beschreiben. Als Einzelwerk schwer (eher gar nicht) zu bewerten, für das Gesamtbild dieses Silberlings (oder eher Düsterlings?) allerdings ein großer Pluspunkt.

Bewertung: entfällt


6. Bitter Harvest

Der mit über 10 Minuten längste Song des Albums beginnt mit den Worten „A moment of clarity“, wobei mir sofort der gleichnamige geniale Song des guten alten Chucky in den Sinn kommt (R.I.P., brother).
Aus der Ferne nähert sich eine Armee bestehend aus E-Gitarren-Riff-Kriegern und den gefürchteten sogenannten Drum-Schlächtern. Nach etwa zwei Minuten haben sie uns dann letztendlich erreicht und prügeln auf alles ein, was sich ihnen in den Weg stellt. Angestachelt und aufgepeitscht werden sie von growls des Feldherren Averill.

„Clinging to a profane hope that
A place beyond the grave
May repay their suffering
And their pain
In a way that no whore could ever ease
The misery of the day…”

Insgesamt bietet der Song für seine lange Spielzeit etwas zu wenig Abwechslung, um als sehr gut durchzugehen, etwa drei-einhalb Minuten vor Ende erinnern mich die Riffs und die rhythmische Struktur stark an den genialen Titeltrack und zum Finale hin wird dann das Gaspedal noch mal richtig durchgetreten und gegrowlt was die Kehle und Luftröhre hergeben. Mehr davon hätte gut getan.

Bewertung: *** 8 / 10 *** Punkte


7. An Aistear Deirnach

Ah ja, ein Instrumental. Und ein wirklich seltsames noch dazu. Wobei „seltsam“ ja nicht unbedingt schlecht ist. In diesem Falle allerdings eher schon. Zumindest für mich. Ich kann mich mit diesem meiner Ansicht nach unausgegorenen Geleier zumindest nicht anfreunden und auch mein Gespür für „irgendwann-mal-gut-find-Potential“ meldet sich nicht zu Wort.
Zudem ist es ziemlich unmöglich, dieses zusammengekleisterete Etwas zu beschreiben, und deshalb versuche ich es auch gar nicht erst.
Für mich akustischer Kürmel!

Bewertung: *** 3 / 10 *** Punkte


8. And The Sun Set On Life Forever

Die Drums geben den recht flotten Rhythmus vor, die Klampfen umspielen das ganze geschickt und dezent und füllen somit die ersten zwei-einhalb Minuten sehr stimmungsvoll, bevor es getragener und gemäßigter wird und Averill mit cleanem Gesang einsetzt. Dann geht’s wieder entschieden heftiger zur Sache und dementsprechend verfällt der gute Mann auch wieder in sein halbwegs growliges Temperament.

“Your blood looked so beautiful in the snow
I cried like a child...
All my life I waited for you
And with dusk's onset... I lay with you...“

Die letzten Minuten bilden einen dann erneut einen Kontrast dazu, kommen sie doch anfänglich akustisch daher, um später in düster-melancholischen Abgesängen zu versinken und zu verklingen.
Dieser Bonustrack war schon auf dem Vorgänger-Album „Imrama“ enthalten, ist aber als nette Dreingabe zu sehen, vor allem für Menschen (oder solche, die es werden wollen), die noch keine Scheibe der Jungs (oder zumindest nicht eben besagten Vorgänger) besitzen.

Bewertung: *** 8 / 10 *** Punkte


Fazit:

Ein durch und durch dunkel-düsteres bis schwarz-melancholisches Werk voller Qual und Pein und ungezügelter Energie, welches das irische Quartett hier abgeliefert hat. Die folkloristischen Elemente treten meist stark in den Hintergrund und sind nur ganz vereinzelt auszumachen, und so hebt man sich doch stärker von vermeintlich vergleichbaren Bands ab, die versuchen, im schunkeligen, dunkeligen Folk-Metal-Fahrwasser mitzuschwimmen. Zudem begibt man sich des öfteren in Death-Metal-Gefilde und schreddert, was das Zeug hält, als dass es kommerziell erfolgreichere und namentlich bekanntere Bands gutheißen könnten.
Von daher absolut nicht das zugänglichste Album und bestimmt nicht jedermanns Sache, aber da die Scheibe mittlerweile für unter 10 Euro zu haben sein dürfte, ist sie mit Sicherheit die Anschaffung wert, vor allem für unsere Freunde paganistischer Klänge. Es sind verdammt geniale Momente darunter und es vermag ungemein zu fesseln, wenn man gewillt ist, sich mit ihm zu befassen und sich auf das Werk einzulassen!
   


Journey's End - Primordial

Haupteigenschaften

Titel: Journey's End

Künstler: Primordial

Genre: Heavy Metal

Schlagworte: Hard 'n' Heavy; Black Metal; Folk / Folklore

Medium: CD

Set-Inhalt: 1

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(*) Meinungen von Ciao Mitgliedern


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