DJ TOMEKK KOMMT - ICH GEHE
12.06.2006
Pro:
-
Kontra:
s . Bericht . . . zu viel, um es hier aufzuführen
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
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 MrTINN
Über sich:
Bin wieder zurück! ;)
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Hallo liebe Community, nachdem der Bericht über die Pharrell-Single ebenfalls relativ schnell auf die von mir angestrebte Anzahl an Lesungen kam, habe ich mich entschlossen, direkt nachzulegen. Dieses mal geht es erneut um eine Single, undzwar um die erste Auskopplung aus DJ Tomekks drittem Album, "Jump, Jump (DJ Tomekk kommt)". Daher ist der Text logischerweise etwas kürzer als bei einer Album-Review - ein Song läßt sich nun mal schneller behandeln als zwanzig. Allen Freunden der Bewertung nach Beitragslänge soll somit die Hand abfallen... ;) Auch diese Review erschien schon bei www.hiphop-pott.de, entstammt aber wie immer zu hundert Prozent aus meiner Feder. Außerdem wurde sie an einigen Stellen etwas ergänzt. Stört euch bitte nicht an einigen zeitlichen Ungereimtheiten, wenn da z.B. "jetzt" im Bericht steht, ist der Zeitpunkt gemeint, an dem die Single erschien. Viel Spaß beim Lesen! Deutscher Rap ist am Ballermann angekommen. Wenn nicht schon jetzt, dann spätestens mit diesem Track von DJ Tomekk, Fler und G-Hot aus dem Aggro Berlin-Camp, der so wunderschön in den täglichen Wahnsinn um den Crazy Frog und Get The Clip passt.
Klar, vom Erfolg her spielt sicherlich momentan kaum oder sogar gar niemand im deutschen Rap in der Liga von Aggro Berlin. Daran will jetzt wohl auch der in dieser Hinsicht hinlänglich bekannte DJ Tomekk seinen Anteil haben. Das Erfolgsrezept? Ein knallbuntes Video, das von der Farbwahl her an die Teletubbies auf einem ganz bösen LSD-Trip erinnert, inklusive neckische Tanzschritte ausführender Cheerleader und Quotenbreaker, etwas nackter Haut und bestenfalls langweiliger Special Effects ("Oh, Sido und Harris fliegen ein Flugzeug. DJ Tomekk springt mit dem Fallschirm ab! Boah, der landet ja direkt an den Turntables - was für ein Teufelskerl!"). Ein Beat, den wir vor etwas mehr als einem Jahrzehnt doch schon mal so oder so ähnlich gehört haben. Aber jetzt mal ehrlich, war der Act nicht damals schon peinlich? Natürlich, wer, wie Kriss Kross, übergroße Latzhosen falsch herum anzieht, der ist peinlich. Zum Glück fiel der von Fler im Track propagierte Trend ("zieh dein Shirt mal verkehrt rum an") dann doch aus... Dazu die Vorstellung eines neuen "Künstlers", G-Hot. Viele werden mich verstehen, wenn ich sage, dass ich das zuerst gar nicht bemerkt habe. Der Typ sieht aus wie Fler, sein Rap klingt wie Fler, sein Text klingt wie Fler. Der einzige Unterschied zwischen den Beiden: Auf der Bühne wirkt der ohnehin schon unsichere und nicht bühnentaugliche Fler neben G-Hot wie ein abgebrühter Profi. Somit ist G-Hot ungefähr so eigenständig wie der Beat. Mittlerweile bekommt G-Hot sogar aus Szenekreisen das ein oder andere Lob zu hören. Für mich, genau wie bei seinem Label-Kollegen Tony D, absolut nicht nachzuvollziehen. Props hat aber DJ Tomekk verdient. War man sich früher ja nie so sicher, wer denn jetzt für die Beats seiner Singles verantwortlich war, ich möchte hier nur einmal den Namen DJ Desue einwerfen, kann man sich nun wenigstens sicher sein, dass der Beat nicht von ihm ist. DJ Tomekk ist ein DJ, der nicht scratcht, ein Producer, der nicht produziert und ein Gesicht zu einer Musik, bei deren Anhängern er kein Sympathieträger ist. Deshalb musste ich lauthals auflachen, als Sido Tomekk auf dem ebenfalls auf der Single enthaltenen Snippet zum nächsten Album "Nummaeins ist zurück" als "König der deutschen DJs" bezeichnet. Was soll man überhaupt von jemandem halten, der sein Snippet mit einem Vocal-Cut aus den RTL-Nachrichten eröffnet, in dem es heißt, "die Größen der Szene aus Übersee" würden sich "darum reißen, mit ihm zusammenzuarbeiten"? Nunja, auf dem Snippet sind neben diversen teil bekannten, größtenteils unbekannten deutschen Künstlern tatsächlich Leute wie XZibit, Truth Hurts, MC Lyte oder Blaque Ivory zu hören. Die Größen der Szene suche ich aber immer noch, realistisch betrachtet hat er sich seine Features eher aus der B-, C- oder D-Liga des US-Raps eingekauft. Offensichtlich begnügt sich Tomekk mit seinem Gehalt von MTV Street Life und hat keine Probleme damit, sein Budget für Gastverses auszugeben.
Das Schlimme: Er hat Erfolg damit. Wenn ihr ihn unterstützen wollt, dann kauft euch diese musikalisch uninteressante Single, deren "Enhanced"-Funktion aus der Möglichkeit besteht, die Tracks zu hören, nicht einmal ein Video gibt es, dafür einen nervigen Partybreak. Sagt aber bitte nicht, ich hätte euch nicht gewarnt. Zum Track selbst ist nur noch zu sagen, dass der Beat hinlänglich bekannt ist, eben von dem Kriss Kross-Welthit "Jump, Jump", dazu gibt es mal bessere (Fler), mal schlechtere (G-Hot), immer jedoch uninspirierte Raps. Braucht niemand und wurde ohnehin schon auf den Musiksendern totgespielt. Armes Deutschland, in dem so ein Track auf Platz 3 in die Charts geht. Mir wären die knapp 7 Euro für diese Maxi-CD eindeutig zu viel, ich habe die CD logischerweise für die Review umsonst bekommen. Allein die Dreistigkeit, die dahinter steckt, die Käufer mit einer angekündigten Enhanced-Version zu verarschen, die nur die Möglichkeit bietet, die Tracks anzuhören... Als ob keiner Winamp hätte! Naja, ich höre hier mal besser auf, ein Stern für dieses Machwerk und die dringende Empfehlung, eure Gehörgänge nicht damit zu vergewaltigen.
Trackliste: 1. Jump, Jump (DJ Tomekk kommt) (Video Version) 2. Jump, Jump (DJ Tomekk Kommt) (Instrumental) 3. Nummaeins Ist Zurück 4. Jump, Jump (DJ Tomekk Kommt) (Partybreak) 5. Bis Zum Höhepunkt
Vielen Dank für eure Lesung, über Kommentare und GB-Einträge freue ich mich immer. Jede Lesung von euch ergibt früher oder später eine Gegenleistung meinerseits, solltet ihr einen älteren Bericht lesen, dann kommentiert bitte, damit mir das auffällt. Ich wünsche euch ansonsten ein schönes Restwochenende und ziehe mich gleich vor den Fernseher zurück... Und denkt daran: Bei Maxi-CDs liegt die Würze in der Kürze... ;)
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09.10.2007 16:21
G-Hot ist nicht nur ein schlechter Rapper, sondern auch ein schwulenhassender Faschist. DJ Tomekk ist eine amoralische Kommerzhure, die sich für Geld mit jedem einlässt. Typisch Deutschland, dass so ein Scheiß Mainstreamerfolg hat.
16.06.2006 11:42
Kann deiner Überschrift nur zustimmen. *g*
13.06.2006 11:31
Ich habe Tomekk mal bei einem Live-Auftritt in ner lokalen Disse bei uns getroffen – damals noch mit diesem Reibeisenrapper – keine Ahnung wie der hies. Nach dem Auftritt hab ich ihm gesagt er wär ein „Kommerzkinderrapper“ – sein Statement dazu – „genau damit hat er aber Erfolg“... LOL.