Jump (Single) - Van Halen

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... Damals zwar noch als poppige Liebeserklärung an eine junge Frau „with the wind in her arms“ und nicht als Aufreißanleitung für Fitneßstudio, aber egal… Zum eigentlichen Thema zurück: Mein heutiger Bericht widmet sich einer sensationellen Single, die sich „Jump“ nennt und aus der Feder der ... Bericht lesen





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Musik der 80er: Van Halen & "Jump"
Erfahrungsbericht von bojorix über Jump (Single) - Van Halen
15.11.2004


Produktbewertung des Autors:   

Cover-Design: exzellent 
Klangqualität: gut 
Langzeithörspaß: wird nie langweilig 

Pro: DAS sind die 80er in Reinkultur
Kontra: Thank God they are over?

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Schier unglaublich, liebe Leserin, lieber Leser! Bojorix, der streit- und sonderbare Eigenbrötler, nimmt binnen kurzer Frist zum zweiten Mal an einer Aktion teil. Zum einen, weil sie ihm am Herzen liegt, zum anderen, weil er dazu sozusagen eingeladen wurde – auch das mit Seltenheitswert. Jedenfalls: Es geht im Rahmen der von Milsch und Senilm initiierten Qualitätsoffensive darum, noch jungfräuliche Produkte der Gruppe Musik > 80er Jahre (die es nicht gibt, aber sicher hieße sie so!) mit Berichten zu bestücken. Es ist die höchste Zeit.

Ist eine kurze Beweisführung zum Begründung dieses Vorhabens nötig? Dann gebt in der Suchleiste oben bitte einmal „Winwood“ ein! Vor wenigen Wochen jedenfalls – sollte dieser Zustand jetzt nicht mehr bestehen – war da nix aufzufinden: Und Steve Winwood ist immerhin der Mann, der 1987 mit „Valerie“ eine das Cover um Längen schlagende Vorlage für den aktuellen Chartbreaker „Call on me“ von „DJ“ Eric Prydz geliefert hat. Damals zwar noch als poppige Liebeserklärung an eine junge Frau „with the wind in her arms“ und nicht als Aufreißanleitung für Fitneßstudio, aber egal…

Zum eigentlichen Thema zurück: Mein heutiger Bericht widmet sich einer sensationellen Single, die sich „Jump“ nennt und aus der Feder der amerikanischen Truppe Van Halen stammt. Van Halen, das sind drei feste Mitglieder und ein wechselnder Sänger – als Vierercombo macht man inzwischen Charts und Plattenläden unsicher, seit etwa sechs oder sieben Jahren auch mein Musikregal. Ich nenne fast alle Alben der Kapelle mein eigen und würde Van Halen ohne Zweifel in die Top 3 meiner persönlichen Lieblinge einordnen.

a) Kurzer Rückblick – kleine (Musik)Geschichte der 80er

Die 80er – love it or hate it! Es gibt sicher kaum eine Musikepoche wie jenes Jahrzehnt, in dem mit Helmut Schmidt der „letzte anständige Bundeskanzler“ (Eigenbeschreibung) dem konstruktiven Mißtrauenvotum Dr. Helmut Kohls im Deutschen Bundestag zum Opfer fiel (1982), amerikanische Truppen auf Grenada einfielen (1983), Neofaschisten, Schwerverbrecher, Söldner und andere gescheiterte Existenzen unter dem Deckmantel einer Bewegung namens „Contra“ („dagegen“) durch das mittelamerikanische Land Nicaragua tobten (1980 – 1989) und schließlich auch die Berliner Mauer vom Angesicht der Erde, nicht aber aus den Köpfen der Menschen getilgt wurde.

An einem weltpolitischen Ereignis der 80er soll ihre Musik wesentlich mitgewirkt haben: Am Sturz des panamesischen Diktators General Manuel Noriega. Dieser, formell ein guter Freund der USA, hatte 1988 die Wahlen in seinem Land massiv gefälscht und 1989, bis zum Hals in Drogengeschäfte verstrickt, einen Putschversuch überstanden. Größenwahnsinnig erklärte er am 20.12.1989 den USA den Krieg – 20000 Soldaten aus dem Norden überrannten daraufhin das ohnehin schon bemitleidenswerte Land, um sein lächerliches Regime vom Antlitz der Erde zu fegen und nebenbei die eminent wichtige Kontrolle über den Panamakanal zu sichern. Noriega verschanzte sich erst in seinem Palast und dann in der päpstlichen Botschaft, wobei ihn seine Leibgarde (Gerücht: russische Scharfschützen) vor dem Zugriff der „Gringos“ rettete, so daß die Amerikaner sich genötigt sahen, ihn mit Musikbeschallung aus dem Gebäude zu treiben. Einige Stunden soll Noriega auf der Terrasse getanzt haben, dann gab er entnervt auf. Kein Wunder! „These boots are made for walking“ (Nancy Sinatra) und „You’re my heart, you’re my soul“ (Modern Talking”) sollen in der Dauerschleife gelaufen sein. Zur Strafe für seine Missetaten sitzt General Noriega heute in Guantanamo Bay. Ganz ehrlich: So hart und duldsam jede/r von uns auch sein mag – diese Auswahl hätte wohl auch uns früher oder später zur Aufgabe gezwungen. Psychologische Kriegsführung aus Expertenhand. Man hat sie von amerikanischer Seite auf diesem Niveau in den letzten Jahren schmerzlich vermißt. Das wäre doch eine Schlagzeile gewesen: „Bin Laden kann nicht mehr! Daniel Küblböck und „Dragostea din tei“ trieben ihn in den Wahnsinn.“

Musikalisch sind die 80er ein Jahrzehnt absoluter Extreme gewesen. Ein Aufleben von Hard Rock und Heavy Metal in allen möglichen und unmöglichen Variationen (die heute zu behandelnde Band Van Halen, Def Leppard), das erste Auftreten von Hip Hop & Rap – Elementen in Murray Head’s „One night in Bangkok“, die New Wave mit Duran Duran, den Eurythmics u.a., die berühmt – berüchtigte Neue Deutsche Welle, ganz klassischer Weichspülerschmarrn (Rick Astley, Jason Donovan), süße Miezen (Kylie Minogue, Madonna, Kim Wilde, Jennifer Rush), der Italo Dance (Righeira, Baltimora…) und nicht unter diese Oberbegriffe fallende, aber notwendig erwähnenswerte Künstler und Bands wie Bryan Adams, Allanah Myles, die Talking Heads, Tom Petty and the Heartbreakers, die Michael Stanley Band, Survivor, Gianna Nannini,Talk Talk, Erasure und Europe – die Liste wäre fast beliebig fortsetzbar.

b) Van Halen – Wer ist das denn?

Im Jahre 1984 faßte sich eine in den USA weithin bekannte und auch in Europa zu Ruhm gelangte Band ein Herz und veröffentlichte ein Album, das man schlicht nach dem Jahr seines Erscheinens betitelte. Es begründete den Durchbruch der Kapelle zu fortwährendem Ruhm – die Truppe hieß Van Halen.

Grundsätzlich ist das Wirken Van Halens in drei Phasen zu unterscheiden, die jeweils mit unterschiedlichen Sängern in Verbindung zu bringen sind. Gegründet hatte sich die Band um die Brüder Edward (Gitarre, Keyboard) und Alex (Drums) van Halen sowie den putzigen Bassisten Michael Anthony in den frühen 70ern als Schulband, zu der später der extrovertierte Sänger David Lee Roth stieß. Nach den bitteren Jahren in kleinen Clubs, Kaschemmen und Bars, in denen bei Unzufriedenheit die Zuhörer schonmal ein Bier auf die Bühne warfen oder kotzten, gelang es Van Halen 1977 schließlich, einen Plattenvertrag bei den Warner Brothers zu ergattern. Damit war man im Geschäft – und dort verblieb man dank außergewöhnlicher qualitativer individueller Eigenschaften der Künstler und dem Showtalent David Lee Roths auch dauerhaft.

Schon das Debüt „Van Halen“ (1979) wurde zum Knüller: Das Instrumental „Eruption“ entzauberte in 102 Sekunden die These, Edward van Halen sei ein talentierter Gitarrist. Er wurde zum Gott, der mit seiner außergewöhnlichen Technik (u.a. dem sogenannten „tapping“), seinen zauberhaften Soli, nicht zuletzt aber auch mit seiner großen Klappe bis heute das Rockgeschäft belebt hat. Das Kinks - Cover „You really got me“ und die zwei Superhits „Runnin’ with the devil“ und „Ain’t talkin’ ‘bout love” bescherten den vier Kaliforniern einen sagenhaften Start in eine hoffnungsvolle Karriere.

Da Van Halen scharf nachlegten, waren sie zu Beginn der 80er eine weltweit bekannte, vielgespielte Band, der aber DER Durchbruch in den Olymp des Rock noch verwehrt geblieben war. Immerhin hatten sich aber auch die Folgealben des Debüts, „Van Halen II“ (1979), „Women and Children First“, „Fair Warning“ und „Diver Down“ (im Jahresrhythmus bis 1982) so gut verkauft, daß Musikexperten und Fans zum Kauf der ein oder anderen Scheibe bis heute durchaus guten Gewissens raten: „Van Halen“ und „Van Halen II“ haben sich bis heute deutlich mehr als zehn Millionen verkauft und gehören an und für sich in jede wohlsortierte Plattensammlung.

Das gilt auch für „1984“, den Karrierehöhepunkt von Van Halen, ein Album der Extraklasse mit einer wahnwitzigen Auskopplung – der heute zu besprechenden Single „Jump“.
Danach ging es für Van Halen mehr oder minder bergab. Mit Sammy Hagar, der den ausscheidenden, Solopfade beschreitenden („Just like paradise“, „Just a Gigolo“, “California Girls“- Sensationscover) David Lee Roth ersetzte, produzierte man bis 1996 sehr anständige Alben: „5150“ (1986), „OU812“ (1988), „For unlawful carnal knowledge“ (1991) und „Balance“ (1995). Dann flog Sammy Hagar.

Bisher waren viele Fans treu geblieben, jene, die durch „Jump“ und „1984“ zu den Altbewährten gestoßen waren, hatten in der Ära Hagar grundsätzlich wenig Anlaß zur Klage.
Das sollte sich ändern, als Van Halen Gary Cherone (zuvor bei Extreme, „More than words“) ins Boot holten. Dieser, stimmlich völlig akzeptabel, legte auf „Van Halen III“ eine Leistung hin, die in einem anderen Rahmen sicher erfolgreich hätte sein können. Die Anhänger jedoch verweigerten sich fast kollektiv – sie negierten den Weg in die Weichspülerei der 90er.

Nach nur einem Album mit Cherone war also auch diese Episode erledigt. Bereits 1996 hatten Van Halen ein Best of (Volume 1) mit zwei neuen Songs von David Lee Roth vorgelegt, 2004 dasselbe Konzept (ein Dutzend alte, zwei, drei neue Songs) mit Sammy Hagar wiederholt. In diesem Jahr tour(te) man mit Hagar auch durch die Vereinigten Staaten, Gerüchte besagen aber, daß diese Reunion nur sehr kurzlebig sein wird.

c) „Jump“ – die Single

„Jump“ heißt übersetzt ganz schlicht springen. „Jump“ hat einen schlichten, fast oberflächlichen Text. Und dennoch: Der Song ist für mich die Verkörperung der 80er. Manche werden jetzt bissig anfügen: „So waren sie, die Jahre 1980 bis 1989. Gut, daß sie vorbei sind.“ Ich sage: Schade, daß es nach 1990 nur im beschränkten Maße weiterging, daß es nicht so blieb wie in jenem Jahrzehnt, in dem ich aufgrund meiner recht späten Geburt noch andere Interessen hatte. Ich wäre froh gewesen, mit seiner Musik auszuwachsen. Was mir bis heute bleibt, sind Partys oder Veranstaltungen, bei denen ein „Rückschritt“ in diese außergewöhnliche Zeitspanne gewagt wird. Abgesehen davon, daß auch in den 80ern nicht alles in hellem Licht erstrahlte.

„Jump“ wird aus zugänglichen Gründen heute sehr gern bei Skispringen zwischen den Durchgängen eingespielt. Auch bei Hochsprungwettbewerben habe ich es als musikalische Untermalung aus den Boxen schallen hören. Der Song vereint ein eingängiges Thema aus dem Synthesizer (was man im Ohr haben muß, es läßt sich trotz seiner Einfachheit nur schwer umschreiben: Dü dü dü – dü dü dü, düdüdüdü) mit dem akzeptablen Gesang Diamond Dave’s). „Nicht sonderlich spektakulär, diese Beschreibung“, höre ich es rufen.

Doch, das ist einfach grandios! „Jump“ ist jedenfalls hörenswert und so unbeschwert, daß es tanzbar ist und wahrscheinlich auf einer Feier im Altersheim ohne Stimmungsabfall nach dem „Holzmichl“ eingespielt werden könnte. Alex van Halen trommelt bei Jump (was besonders im noch zu sezierenden Video zum Song zum Tragen kommen wird) in ansprechender Manier. Ganz besonders schön sind die beiden Soli, die Eddie van Halen im späten Mittelteil zum Besten gibt. Eines mit der Gitarre, eines auf dem Keyboard.

Der eindringliche, aber eben doch recht simple Text paßt zur musikalischen Umrahmung, wie es bei einem gelungenen Song einfach sein sollte:

“I get up – and nothing gets me down.
You got it tough – I’ve seen the toughest around!
And I know, Baby, just how you feel
you’ve got to roll with the punches
to see what’s real.
So can’t you see me standing here – I got my back against the record machine.
I ain’t the worst that you’ve seen – oh can’t you see what I mean?

Might as well jump, Jump! might as well jump!
Go ahead and jump, Jump! Go ahead and jump!“

Freier Übersetzungsversuch: „Ich raffe mich auf und nichts bringt mich wieder runter. Du bist ’ne geile Biene – und ich kenne schon ein paar. Ich weiß genau, wie Du Dich fühlst, aber so ist das Leben. Denkst Du nicht, daß ich auch ein Netter bin, wenn ich hier ganz lässig am Aufnahmegerät stehe? Gib’s doch zu – Du willst es doch auch! Springen will ich, einfach nur springen. Spring ganz einfach, geh zu ihr und laß Deinen Drachen springen!“

Anglisten und andere Experten der englischen Sprache – für Alternativen zu obenstehendem Versuch ohne literarischen Versuch bin ich gern empfänglich!

Ihr seht also: Der Text an sich ist nicht berauschend. Es geht um einen kleinen, flüchtigen, sehr zielgerichteten Flirt im Plattenstudio, bei dem ein Mißerfolg aber nicht den Weltuntergang bedeutet. Und gerade weil sich dieser Inhalt mit seiner Umrahmung in einer derart lässigen und sorgenfreien Weise zu einem „Gesamtkunstwerk“ verbindet, ist „Jump“ für mich die Verkörperung der 80er. Eines Jahrzehnts, bei dem es in der Musik hauptsächlich um Spaß, um Begeisterungsfähigkeit, um Emotionsauslebung ging. Daß dabei der Anspruch auf der Strecke bleibt, kann uns nicht verwundern. Er soll es sogar. In der Disco soll getanzt, auf Feten geflirtet, bei Konzerten gerockt werden. Philosophische Gespräche können an anderer Stelle, im Büro oder im Hörsaal, geführt werden. Über Tracy Chapman’s ganz exzellentes „Talking ’bout a revolution“ etwa. Wenn Frau oder Mann sich abends jedoch in Schale werfen und auf die Piste begeben, darf der Inhalt der akustischen Beschallung ruhig ebenso bodenständig sein wie das jeweilige Interesse.

Der Vollständigkeit halber: Aufgrund des etwas zweideutigen Begriffes "Single" hier noch einige Randbemerkungen zu einer deutlich nach 1984 herausgekommenen kleineren CD von "Van Halen", die mit "Jump" betitelt ist u.U. Umständen - wie das so üblich ist - eine zum Album passende Singleauskopplung darstellt.
Darauf ist neben "Jump" noch "I'll wait" vertreten, ein schönes Stück zwischen Rock und Pop, in dem es um die Liebe des Verfassers zu einem Pin-Up-Girl geht. Kann man haben, muß man aber nicht.

Im Betracht der Kategorien unterhalb: In diesem Bericht soll es ausschließlich um den Song "Jump" als Single gehen, nicht um die Single Jump als "Single". Alle Klarheiten beseitigt?

d) „Jump“ – das Video

Ihr seid immer noch nicht von der Güte von „Jump“ überzeugt? Glaubt einfach nicht, daß gerade „Springen“ die Verkörperung der 80er in ihrer Reinform darstellen soll. Dann werde ich euch das Video zum Song vorstellen: Wenn danach nicht alle Zweifel beseitigt sind, bin zumindest ich am Ende meiner Künste angelangt und entlasse euch unverrichteter Dinge.

Das Video beweist unbestritten, welch fragwürdige Vorstellung von Mode uns nach 1989 verloren gegangen ist. Während Alex, Eddie und Michael mit Achselshirt oder H&M-Jäckchen, (bunter) Lederhose und langen, ungebändigten Haaren noch recht klassisch daherkommen, setzt sich David Lee Roth schon in Sachen Bekleidung und Optik ein Denkmal. Nein, seine blonde Mähne kann nicht ungewaschen oder mit Zopf der Kamera präsentiert werden. Da gehören mindestens drei Tuben Haarfestiger und eine Ladung Haarspray hinein!

Und dann diese Kleidungswahl – sie ist in einem ohnehin kultverdächtigen Video das Sahnehäubchen, der Leckerbissen. Zu bemerken ist aber eines: Das Video ist ein Zusammenschnitt verschiedener Einspielvarianten, bei denen alle außer David ihrem Outfit treu bleiben. Der Sänger aber wechselt stets – mal kombiniert er eine Lederhose mit einem Netzhemd und einer roten Polyesterweste, dann trägt er wieder eine rote Hose mit angenähten rosa Federn, die ich eher einem Hippie, nicht aber einem Hardrocker zugeordnet hätte.

Zur Abrundung dieses Augenschmauses vollführt er zudem eine tollkühne Performance. Kaum ist er wie Genesis bei „We can’t dance“ über die Bühne geschritten, räkelt er sich schon mit dem Mikro auf dem Boden der Bühne. Seine Gesten und anzüglichen Bewegungen würden ohne Musikbegleitung wohl kaum für „Verstehen Sie Spaß?“ taugen, aber mit ergeben sie ein eindruckvolles und zudem sehr amüsantes Gemisch. Zwar sind gerade die geschlechtlichen Anspielungen nicht von der Klasse eines Michael Jackson, sie erhalten durch David Lee Roths Stil aber ein sehr eigenes Gepräge. Zum Höhepunkt aber avanciert die „körperliche“ Begleitung des Refrains. Hier springt „Diamond Dave“ im Grätschsprung durch die Luft, schleudert ein Bein senkrecht am Ohr vorbei Richtung Himmel und vollführt anschließend eindrucksvolle Salti. Manches wirkt so albern und extrovertiert, daß sogar die Bandkameraden sich ein Grinsen ob des Verhaltens ihres Frontmannes nicht enthalten können. Eddie van Halen sieht außerdem so aus, als hätte er am Vorabend der Aufnahme ein Bier getrunken und eine Alternativzigarette geraucht. Behaupten ist aber in diesem Falle ungleich beweisen, denn die Güte seiner musikalischen Arbeit ist einzigartig. Ihm beim Gitarrensolo auf die Finger schauen zu dürfen, stellt eine außerordentliche Freude für den sich schlagartig ganz klein vorkommenden Hobbyguitareiro dar.

e) „Jump“ – die Nachwirkung

Wenn ich mal etwas gewagt schlußfolgern darf: „Jump“ ist für mich der Beweis, das 1984 Musik noch Spaß gemacht hat. Dieser Eindruck drängt sich mir auf, wenn ich im Video drei junge Männer sehe, die im „Dreispung“ durchs Bild hoppeln und grinsen wie bekiffte Häschen. Ich habe keine derartigen Gedanken, wenn ich Halbwüchsige „Fuck what I say!“ oder „Ich bin der Freshste auf der Welt, denn ich bin jung und brauch’ das Geld!“ in die Kamera quieken höre, während sie mit ihren Händen alberne und jämmerliche Spock – Imitationen darbieten.

Es wäre gewagt, „Jump“ den Drang zur Verbesserung der Welt oder zur Ausbreitung von Moral und Anstand zu unterstellen, aber Spaß soll dieser Song zweifelsohne machen. Wenn es möglich ist, freilich auch noch ein wenig Geld in die Kassen von Band und Plattenfirma spülen. Aber eben nicht ausschließlich dies!

Mir selbst hat „Jump“ viel gegeben. Es ist bis heute eines meiner liebsten Lieder, wenn ich guter Laune bin. Eines, über das ich mich immer freue, wenn es gespielt wird. Auch für die schlechten Zeiten ist vorgesorgt: Dann dürfen Def Leppard mit „Love bites“ nicht fehlen, Allanah Miles mit „Who loves you“ und Sheryl Crow mit „Strong enough“ auch nicht. Wenn ich aber ein wenig tanzen möchte, kommt „Jump“ sehr gelegen. Mehr als einmal habe ich es euch bereits erzählt: In einem meiner sagenumwobenen Tschechienurlaube sind zwei Gartenstühle und eine Holzbank zu Bruch gegangen, weil unsere zehnköpfige Reisegruppe nach dem dritten Kasten Pilsner Urquell, zwei, drei wööönzigen Becherovka und anderen Leckereien „Jump“ etwas zu wörtlich nahm. Gravierende Verletzungen hatten wir aber nie zu beklagen: „Bis Du heiratest, ist das wieder gut!“

Abschließend noch ein wenig Lesestoff für Interessierte, denn alles habe ich nun auch nicht im Kopf:1.) www.van-halen.com
2.) http://de.wikipedia.org/wiki/Van_Halen
3.) www.vhnd.com
Das sei es für heute gewesen - ich hoffe ihr hattet Spaß, schaut doch bei Interesse auch bei den anderen Teilnehmern vorbei, da gibt es sicher auch die ein oder andere Perle zu diskutieren.

Long live the 80s! bojorix

PS: Die Bilder habe ich mir zu Verschönerung des Berichtes herbeigegoogelt - meine sind sie freilich nicht, sondern immer noch Eigentum der jeweiligen "Besitzer".   

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Der Anfang vom Ende für David Lee Roth
Bewertung für 1984 - Van Halen von  Stefan72

Pro: Beinhaltet den ersten weltweiten Nummer1-Hit
Kontra: Zu viel Synthetische Experimente

...Vokalen wieder ausgleichen muss. Insgesamt interessant zu hören. -------Zur Band------- Nachdem 1984 endlich der weltweite Durchbruch mit der Single "Jump" gelang, hatte VanHalen gleich 2 Seiten des Ruhmes kennengelernt. Einerseits kannten jetzt viele, die nicht unbedingt auf den harten Rock standen, ihren Namen, andererseits haben VH durch die vielen Keyboards sehr viele Fans verärgert. Das zeigte sich 1985 bei den großen Rock-Festivals wie Monsters of Rock, Rock am Ring, etc. bei denen sie durch die Reihe als Top-Act vor solchen Größen wie Kiss, Iron Maiden, Metallica angesetzt waren. Dort erhielten sie nämlich überhaupt kein Verständnis für die leichte Neigung, Musik für die breite Masse zu machen - und wurden ausgepfiffen! Das widerrum kratzte enorm an der exzentrischen Diva Lee Roth (Diamond Dave), und er begann, alles, was... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich

hilfreich
01.01.1970
Musik des 20.Jh. - Teil 1: Kansas
Bewertung für Best of Kansas - Kansas von  bojorix

Pro: Handgemacht, durchdacht, z.T. tanzbar, wunderschön
Kontra: Kleinere Abstriche sind im Text angemerkt

...habe. Ich mag die Jungs wirklich ? und Aussetzer gab es wohl bei jeder Kapelle wiederholt. Wer erinnert sich an David Lee Roth (Ex-Frontman der amerikanischen Hard-Rocker Van Halen) und seine Single ?California Girls? oder seine Show im Video zu Jump oder an die Cowboy- und Rettet-die-Wale-Zeiten von U2? ? das Eintreten für ai ist übrigens bewundernswert, obwohl Larry Mullen da auch nicht zu den Interessiertesten zu gehören scheint?) Insgesamt kann ich ohne Bedenken fünf Sterne vergeben ? allen Albernheiten in der Geschichte von Kansas und in diesem Bericht zum Trotz. Eine uneingeschränkte Empfehlung kann damit natürlich auch ergehen. Große Musik, großes Album ? allein ?Play the game tonight? dürfte die etwa zehn Euro beim Musikhändler eures Vertrauens wert sein? Vielen Dank abschließend für die Geduld beim Lesen und die immer wieder... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich

sehr hilfreich
01.01.1970

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