Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Ein Hingucker |
| Kontra: |
kein richtig ernstzunehmendes Instrument |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Ich besitze seit knapp 2 Jahren eine Jupiter JP 314 L Zugtrompete, oder auch Sopranposaune, je nach dem, wie man das Kind nennen will.
Ich bekam sie als Dankeschön geschenkt, der momentane Preis liegt bei ca. 250€
Das "Ding" sieht aus, wie eine kleine Posaune, halt in Trompetengröße, der Schallbecherdruchmesser ist dem einer normalen Trompete ähnlich.
Es besitzt weder ein Quartventil, noch einen separaten Stimmzug, die Stimmung erfolgt dadurch, dass man das Schallrohr mehr oder weniger weit in den Zug schiebt und mittels der Klemmschraube fixiert. Aber wenigstens eine Wasserklappe und ein Festhaltemechanismus für das Zugrohr in Ruheposition sind vorhanden.
Jeder "anständige" Posaunist rümpft die Nase, wenn er das Instrument zum ersten Mal sieht und zieht beim ersten Ausprobieren garantiert den Zug komplett heraus :-)
Das Instrument ist in B gestimmt, man kann also die "normale" Trompeten- oder Flügelhornstimme damit spielen, ohne transponieren zu müssen.
Aber da fängt es schon an. Durch die Kürze des Zuges liegen die Töne sehr eng beieinander und es ist nicht ganz einfach, immer auf Anhieb genau die richtige Position zu finden, vor allem, wenn man, wie ich vorher noch nie eine Posaune gespielt hat. Die Lage der Züge ist identisch mit denen einer normalen Posaune, sie liegen aber viel enger zusammen
Einen halben Zentimeter daneben und man liegt gleich einen halben Ton drüber oder drunter.
Apropos Ton, für eine Trompete klingt sie sehr dunkel, eben "posaunenhaft", betrachtet man sie aber als Posaune, klingt sie "quietschig". Der Klang ist natürlich auch maßgeblich beeinflusst durch das mitgelieferte Mundstück, welches einen sehr tiefen Kessel besitzt. Versuche mit anderen "normalen" Trompetenmundstücken ergaben recht brauchbare Ergebnisse im Klang(Geschmackssache).
Für Musiker, die sonst nur auf Instrumenten mit Ventilen spielen ist es am Anfang auch ungewöhnlich, dass ein sehr geringer Gegendruck vom Instrument her kommt, man gewöhnt sich aber schnell daran.
ABER: Ich benutze sie oft bei Auftritten als Showinstrument (bei einfacheren Stücken!), denn eines ist garantiert, es ist allemal ein Hingucker und man wird immer wieder direkt darauf angesprochen.
Zur Verarbeitung ist zu sagen, dass sie eher in die Low-Cost Kategorie gehört, denn sie ist sehr einfach gehalten. Die Verbindung zwischen Zug und Schallrohr erfolgt über eine einfache Klemmschraube, anstatt wie bei besseren Intrumenten mittels Überwurfmutter; also: Beim Anziehen der Schraube ist Gefühl gefragt, sonst reißt man sie schnell ab.
Die Lackierung zeigt auch schon leichte Verfärbungen, obwohl ich sie eher selten benutze und sehr pfleglich behandele.
Der Zug läuft sehr gut und ohne zu haken.
Alles in allem ein "Spassinstrument" ohne großen Anspruch, dass seinen Preis wert ist.
Ich weiss, dass solche Instrumente oft in der klassischen Musik eingesetzt werden, dann handelt es sich aber um Spezialanfertigungen im vierstelligen Eurobereich.
Dieses Instrument findet man dagegen öfters im Süddeutschen und Schweizer Raum in der sogenannten "Guggemussig".