Just the Best Vol.40

Erfahrungsbericht über

Just the Best Vol.40

Gesamtbewertung (4): Gesamtbewertung Just the Best Vol.40

 

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NOT Just the Best !

3  27.07.2002

Pro:
die wenigen Highlights :  Kosheen, Kylie, Daniel Bedingfield

Kontra:
schlechte Zusammenstellung und echte Krankmacher wie Jeanette, Isabel oder Modern Talking

Empfehlenswert: Nein  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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Bodesque

Über sich: www.nielshilgenstock.de/privat .htm

Mitglied seit:17.07.2002

Erfahrungsberichte:18

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 32 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Guten Tag !

von Freunden, die einen nicht gut kennen, bekommt man gern Geschenke, über die man sich nur mäßig freuen kann. Das ist besonders oft dann der Fall, wenn diese das Risiko eingehen und ausgerechnet Musik schenken. So konnte ich mir nur ein ziemlich gequältes Lächeln abringen, als ich die Doppel-CD „Just the best Vol.40“ auspackte. Diese CD hätte ich mir freiwillig niemals gekauft. Dennoch wollte ich dem geschenkten Gaul intensiv ins Maul schauen, damit ich wenigstens einen Ciao-Bericht hierzu verfassen konnte.


#### Just the Best ####

“Just the Best“ ist eine Serie von Samplern mit aktueller Charts-Musik aus dem Hause BMG Media. Interessanterweise haben die Produzenten zwischenzeitlich die Art der Nummerierung geändert. Zunächst wurden die „Just the best“-Ausgaben klassisch durchnummeriert. Dann ging man zu Quartalsangaben über. Jetzt ist man zur Durchnummerierung zurückgekehrt und hat dabei sogar noch gemogelt! Die Volume 40 müsste eigentlich Volume 32 heißen. Auf der Homepage www.just-the-best.de wird frank und frei zugegeben, dass es sich um einen Marketingtrick handelt. Die Serie „Just-the-best“ gibt es seit den 90er Jahren und ist mit den etwas bekannteren BravoHits zu vergleichen. Das Cover von Vol.40 passt zur übrigen Serie und ist knall-orange.


#### Die Mixtur ####

Die Mischung wird – wie oben beschriebener Marketingtrick schon andeutet – streng nach kommerziellen Gesichtspunkten bestimmt. Ob es sich dabei wirklich lediglich um „the Best“ handelt, dürfte höchst fraglich sein. Ein künstlerisches Konzept kann man bei der Zusammenstellung lange suchen. Es geht eher darum, dem Käufer ein paar Single-Käufe zu ersparen und dabei noch ein paar bis dahin unbekannte Sachen unterzujubeln. Auf irgendwelche möglicherweise vorhandenen Dünkel der Künstler wird dabei keine Rücksicht genommen. So findet man die Pet Shop Boys zusammen mit Modern Talking und DJ Bobo auf der gleichen CD. Andererseits findet man auch sehr „coole“ Gruppen wie Kosheen und uralte Lieder wie „Do you see the Light“ von Snap. Nicht alle Lieder sind in der altbekannten Chart-Version vertreten. Manchmal findet man auch eine unbekannte – z.B. Dance-Version vor, was je nachdem enttäuschend oder interessant sein kann.

##### Die Musik #####
Die Titel werden von 1 (grottig) bis 6 (wunderbar) bewertet.


CD 1

1. Ben feat. Gim: „Engel“
Es fängt denkbar schlimm an und wenn ich nicht diesen Bericht hätte vorbereiten wollen, dann hätte ich vielleicht schon hier die CD für immer aus meiner Sammlung entsorgt. Bei dem Lied Engel handelt es sich um einen superseichten deutschen Schlager, der im Gewand gefälliger Popmusik daherkommt. Die Melodie ist noch einigermaßen, wenn auch schwer erträglich. Die wirkliche Frechheit dieses Songs ist der Text. Besser nicht hinhören! Völlig zusammenhangslos werden irgendwelche Eigenschaften von Engeln aufgeführt, die wohl darauf hinweisen sollen, dass auch Engel ganz normale Menschen sind. Wie gesagt: eine Frechheit.
Vote: 1/6


2. N’Sync: „Girlfriend“
Von diesem Fehlstart konnte es nur bergauf gehen. Das Lied gefällt mir recht gut. Die Boyband N’Sync, die als sie noch ziemlich unbekannt war übrigens mal mit mir im Flugzeug gesessen hat, hat die Wandlung vom Bonbonpop zu echtem RnB vollzogen. Mit Blick auf den amerikanischen Markt kümmert sich N’Sync offensichtlich verstärkt um das schwarze Publikum. Der Song geht direkt in die Hüften und gehört sicher zu dem besten, was die Jungs bisher hervorgebracht haben. Da kann man nicht meckern.
Vote: 5/6


3. Xavier Naidoo: „Wo willst Du hin?“
Xavier Naidoo hat eine wunderschöne Stimme, aber leide gehört „Wo willst Du hin?“ nicht zu seinen wirklich starken Nummern. Meiner Meinung nach handelt es sich auch hier um maskierten deutschen Schlager. Im Innern ist „Wo willst Du hin?“ nicht weit von „Wohin gehst Du?“ von Roland Kaiser oder „Adios Amor“ von Andy Borg entfernt, aber es kommt in einem coolen Soul/HipHop/Rap-Gewand daher und tut groovig. Auch der Text ist nach meinem Dafürhalten ein Blender. Wortfetzen, die irgendwie poetisch klingen, aber wie Seifenblasen platzen, wenn man sie hinterfragt.
Vote: 2/6


4. Britney Spears: “I’m not a girl not yet a woman”
Ja, ich gebe es zu: das Lied ist eine unglaubliche Schnulze und trotzdem mag ich es. „I’m not a girl not yet a woman“, das Lied aus dem berüchtigten Film „Not a girl“ bohrt sich schleichend ins Gehör. Mag man sich beim ersten Hören noch angewidert abwenden, so zwingt sich das Lied durch einen gewissen schleimigen Charme auf die Dauer doch auf. Nicht umsonst wurde es von Dido geschrieben, die normalerweise ja nicht mit Britney in einen Topf geworfen wird. Britney Spears repräsentiert inhaltslose, rein kommerzielle und wahrscheinlich sogar sexistische Popmusik, aber wir wollen fair bleiben: der Song ist nett.
Vote: 5/6


5. Bro’sis: „Do you“
Und gleich wieder so ein Fall, wo ein wirklich unsympathischer Interpret ein ganz gutes Lied darbietet. Die Gruppe Bro’sis hat ganz im Gegensatz zu den anderen RTL2-Marionetten No Angels überhaupt keinen Charme. Nachdem die sich im Fernsehen schon unerträglich zum Narren gemacht haben, schiebt man ihnen jetzt ein paar Belanglosigkeiten zu. „Do you“ fetzt aber. Lächerlich ist das Intro, in dem sich die Protagonisten der Gruppe ganz rapmäßig mit echter Street-Credibility vorstellen und auch der Schluss mit dem langgezogenen „doooyoooouuuu“. Aber Popmusik darf doch eigentlich lächerlich sein und als Konsumprodukt taugt „Do you“ allemal. Gut beraten ist allerdings hier der, der kein Englisch kann. Die Lyrics des Songs sind eine Aneinanderreihung von sinnlosem Kram, der einem die Schamesröte ins Gesicht treiben kann. Trotzdem: insgesamt komme ich nicht ganz an „Do you“ vorbei.
Vote: 5/6


6. Natural: „Put your arms around me“
Natural sind eine Boyband, die ihrem Namen auf gewisse Art gerecht werden. Man gibt sich natürlich, spielt tatsächlich Instrumente und sieht nicht ganz so geschminkt aus, wie die Herren von der Konkurrenz. Nichtsdestoweniger handelt es sich um einen ziemlich simpel gestrickten Popsong, der niemandem weh tut. Die Lyrics bestehen offensichtlich aus Wortbausteinen.
Vote: 3/6


7. Jeanette: „No more tears“
Ein schlimmes, schlimmes, schlimmes Lied. Das Lied ist so weinerlich, das es eigentlich „More tears“ heißen müsste. Zudem zeigt sich Jeanette von ihrer gesanglich eher danebenliegenden Seite. Die schleimige Ballade quillt über vor Kitsch und echte Gefühle sind weit und breit weder zu sehen noch zu hören. Die Instrumentierung ist oberkonventionell und einfallslos. Die Gospelversuche gegen Ende können es auch nicht retten.
Vote: 1/6


8. Shaham & Brandon: „Bodyrock“
Und schon wieder Bro’Sis. Hier allerdings nur ein Ableger. Der Bro’sis-Rapper „singt“ mit seinem Freund Brandon. Auch wenn das Lied nicht mein persönlicher Geschmack ist, muss man diesem Track allerdings eine gewissen Originalität bescheinigen, die man bei den üblichen Bro’sis-Songs gerade vermisst. Das Lied hat einen groovigen Rhythmus, die Vocals sind ein Zwischending aus Rap und Gesang. Auf die Dauer allerdings etwas anstrengend.
Vote: 3/6


9. O-Town: „Love should be a crime”
Es bleibt im Fernsehshow-Popstars-Milieu. Allerdings geht’s nach Amerika zu O-Town. Man kann mit Stolz zur Kenntnis nehmen, dass die amerikanischen Popstars auch nicht besser sind als die Deutschen. Gerade dieses Lied kann sich mit Sicherheit nicht mit den No Angels messen. „Love should be a crime“ ist aufdringlicher, einfallsloser Radiopop. Adult Contemporary: das, was in Kaufhäusern läuft und niemanden stört. Aber so richtig gefallen tut es auch niemandem. Mir jedenfalls nicht.
Vote: 2/6


10. Modern Talking: „Ready for the Victory“
Eigentlich hätte man für eine diesen Track ein eigenes Bewertungsschema entwickeln müssen, denn es handelt sich um den Tiefpunkt. „Ready for the Victory“ ist Mitgröhl-Pop vom Allerprimitivsten. Die gefürchtete Fallsett-Stimme von Dieter Bohlen fehlt natürlich auch nicht, dabei ging sie uns allen doch schon während der 80er auf die Nerven. Was allerdings an „Ready fort he Victory“ noch schlimmer ist, als an den Modern-Talking-„Klassikern“, ist der faschistoide Unterton. Fehlt nur noch die Deutschland-Flagge. Mich nervt dieses Lied ganz ganz stark. Skip!
Vote: 1/6


11. Isabel: „Will my heart survive“ Dance-Mix
Noch eine Dieter-Bohlen-Puppe. Das Lied ist völlig belanglos und hätte den Grand Prix Eurovision sicherlich auch nicht gewonnen. Noch ein Skip-Kanidat, den die Produzenten von „Just the Best“ auch gut hätten weglassen können. Gerade um dem Titel "Just the Best" zu rechtfertigen. Denn: "The Best" ist Isabel in keiner Weise.
Vote: 1/6


12. Daniel Bedingfield: „Gotta get thru this“
Dieses Lied kannte ich – wie ich eingestehen muss – vor meinem “Just the best”-Erlebnis nicht. So hat dies Doppel-CD für mich wenigstens etwas Gutes. „Gotta get thru this“ ist ein ausgezeichneter 2Step-Track. Ich liebe diesen Song. Beinahe würde ich soweit gehen, dass sich allein hierfür die Anschaffung von „Just the best“ lohnt, aber vielleicht greift man dann besser zur Single. Das Lied ist extrem tanzbar und meine Beine fangen beim Hören sofort an zu zucken. Spitzenmäßig.
Vote: 6/6


13. DJ Bobo: „Celebration“
Aber die Freude über diese wirkliche Highlight sollte nicht lange währen. Jetzt geht es steil bergab mit diesem Schweizer, der immer so merkwürdig „tanzt“. Die Qulität des Songs als solchem ist schwer einzuschätzen, weil DJ Bobo nun weißgott nicht singen kann. Dieses „Lied“ für den Ciao-Bericht einmal durchzuhören und nicht sofort weiterzuskippen fiel wirklich schwer. Am Ende kann ich nur sagen: es war schrecklich.
Vote: 1/6


14. Westlife: „World of our own“
No so eine Boyband. Allerdings ist “World of our own” ein richtiger Ohrwurm. Das Lied geht hart in Richtung „perfekter Popsong“. Westlifes riesiger Erfolg in Großbritannien kommt eben nicht von ungefähr. Die Gruppe ist mehr als nur ein Haufen hübscher Hupfdohlen. Zumindest steckt sehr gut produzierte Popmusik dahinter. „World of our own“ verleitet zum Mitsingen und macht sofort gute Laune, auch wenn der Song nicht wirklich originell ist.
Vote: 5/6


15. Reinvented: „These are the days“
“These are the days” von Reinvented ist ein kompakter, liebenswerter Rock-Song. Das Lied dürfte aus einem Werbespot bekannt sein, insofern bleiben wir beim Konzept „Kommerz“. Das Lied macht sofort gute Laune und gefällt mir schon deshalb recht gut, weil es seiner Art nach auf „Just the Best“ fast einzigartig ist. Eine Mischung aus Grunge und Mainstreamrock.
Vote: 4/6


16. Die Happy: „Good Bye“
Wieder ein Song, den ich vor der Erlangung meines „Just the Best“-Samplers nicht kannte. Wieder ein rockiger Pop-Song, der mich ein wenig an Pink oder die Guano Apes erinnert. Auch Die Melodie gefällt mir richtig gut und hat das Zeug zum Ohrwurm. Groove-Rock vom Feinsten, der einige Tiefpunkte meines „Just the Best“-Samplers wieder wett macht.
Vote: 4/6


17. Robbie Williams: „Mr. Bojangles“
Nun wird wiederum das Genre-Ruder völlig umgeschwenkt. Robbie Williams’ Swing Nummer aus seinem Nr.1-Album „Swing when your winning“ hat wirkliches Frank-Sinatra-Niveau. Robbie Williams zeigt, dass er ein richtig guter Sänger ist, der das Stück zwar nicht besonders verfremdet, sondern nur zart und behutsam interpretiert. Lediglich im Mittelteil wirkt er ein wenig atemlos. Wer Robbie Williams in der Royal Albert Hall gesehen hat, der muss dieses Lied einfach mögen. Ich kenne „Mr. Bojangles“ von Bob Dylan, Neil Diamond und von John Denver, aber keiner der „Alten“ kann mit Mr. Williams mithalten. Er bietet uns eine flockig, luftige, beschwingte Version des Klassikers.
Vote: 5/6


18. Kylie Minogue: „In your eyes“
Gleich im Anschluss Robbies Freundin Kylie, die glatt noch einen drauflegt. In your eyes ist eine unglaublich tanzbare, fetzige Housenummer. Das Lied startet noch relativ ruhig und explodiert beim ersten Refrain geradezu. Eine der besten Nummern, die die nette Kylie jemals hatte. Dass Kylie Minogue auf einem Sampler mit so viel Müll erscheint, ist eigentlich traurig, aber immerhin habe ich so noch einen Grund mehr, mich über „Just the Best“ doch etwas zu freuen.
Vote: 6/6


19. Pet Shop Boys: Home and Dry
Naja die Pet Shop Boys sind auch nicht mehr ganz das, was sie mal waren. Ist das nun Langeweile oder bloß easy listening? Nach einigem Hören muss man sich klar für das letztere entscheiden. „Home and dry“ ist ein superentspannter Popsong, der angenehm dahinplätschert und relaxte Stimmung verbreitet. Ein Track, den man erst auf den zweiten Blick liebt. Ich bin kein großer Freund der Stimme von Neil Tennant (hat er überhaupt eine Stimme?), aber „Home and dry“ ist von den neueren Pet Shop Boys sicherlich einer der besseren Songs.
Vote: 4/6


20. Die Toten Hosen: „Steh auf wenn Du am Boden bist“
Auf die Gefahr hin, mir Feinde zu machen: ich mag die Toten Hosen einfach nicht. Dieses Party-Fußball-Gegröhle ist meiner Meinung nach einfach keine Musik. Im Vergleich zu der einfach gestrickten deutschen Pop-Musik hebt sich der Text vielleicht noch einigermaßen positiv vom Gesamtbild der „Just the Best“ ab, dennoch empfinde ich diesen Song als große Qual. Auch entwickeln sich die Toten Hosen seit Jahren nicht weiter. Sie vertrauen auf ihren großen Sympathie-Faktor und die treuen Fans von früher. Ein bisschen Innovation würde diesen angestaubten Opas schon ganz gut tun.
Vote: 1/6


Zwischenergebnis zu CD 1:

65/120. Das entspricht gerade mal 54,17%.

CD 2

21. Madhouse: „Like a prayer“
Gleich zu Beginn eine Binsenweisheit: natürlich ist der Track bei weitem nicht so gut wie das Original von Madonna. Das wird wahrscheinlich sogar Madhouse selbst einräumen müssen. Und ob Madonna sich über eine Eurodance-Coverversion ihres Klassikers besonders freuen wird, darf bezweifelt werden. Aber wir wollen nicht so borniert sein und das Lied nach dem gleichen Maßstab beurteilen, wie die anderen Lieder der „Just the Best“. Dann muss man eingestehen, dass „Like a prayer“ neben den anderen Eurotrash-Tracks des Samplers eine sehr gute Figur macht. „Like a prayer“ von Madhouse ist ein Gute-Laune-Stück und wenn es nur deshalb ist, weil es einen an das Original erinnert. Besser, Madhouse vergreifen sich an Madonna, als dass sie auf die Idee kommen, eigene Stücke zu schreiben.
Vote: 4/6


22. DJ’s @ work: „Time to wonder“
“Time to wonder” ist ziemlich nerviger House-Sound. Auf einen an sich recht coolen Ambient-Rhythmus wurde ein alberner, spießer Vocaltrack gelegt, der – wenn mich nicht alles täuscht – eine Coverversion irgendeines alten Popliedes darstellt. Kann aber auch sein, dass es sich nur um einen Ideendiebstahl handelt. Zwischendurch werden ein paar Slogans reingeflüstert, die in ihrer Einfachheit fast an Scooter erinnern. Fazit: langweilig und kalt.
Vote: 1/6


23. Starsplash: „Free“
Noch so ein Stück primitivster Großraumdisko-Sound. Klingt wie eine Kreuzung aus obigem Song und Scooters „Hyper Hyper“. Lediglich die etwas erträglichere Melodie hebt das Stück von „Time to wonder“ positiv ab. Für zwei Punkte reicht es aber dennoch nicht, weil man das Lauschen zu diesem „Song“ nur als Qual betrachten kann. Dieses eine Mal für den Ciao-Test wird definitiv das letzte Mal sein.
Vote: 1/6


24. Aquagen: „Hard to say I’m sorry”
Das Lied ist ein Coverversion des Chicago-Klassikers. Aquagen haben sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, die Vocals neu aufzunehmen, wofür ich ihnen aber recht dankbar bin. Der Track fängt genau wie der von Chicago an artet dann aber in eine wilde Rave-Nummer aus. Meiner Meinung nach passen die schöne, langsame, klagende Melodie von „Hard to say I’m sorry“ und der wilde Techno-Rhythmus überhaupt nicht zusammen. Gefällt mir gar nicht.
Vote: 1/6


25. Lexy & K-Paul: „Let’s Play“
Der Song beginnt mit einem winzigen Rap. Das verspricht eine kleine Qualitätssteigerung. Leider verfällt der Song aber auch sehr schnell in einen stampfenden Großraumdiskorhythmus. Trotzdem: „Let’s Play“ ist wesentlich origineller als die Lieder, die wir gerade hinter uns haben. Der Track hat einen fetten Bass und die Stimme der Sängerin ist sehr interessant.
Vote: 3/6


26. Kosheen: „Catch“
Endlich wieder ein echte Highlight auf der CD. „Catch“ verbindet innovative Industrialklänge mit einer extrem ausdrucksstarke Stimme. Harte Drum-and-Bass- und Breakbeat-Rhythmen wummern uns um die Ohren. Dazu kommt eine echte Melodie und das ist zumindest auf CD 2 eine absolute Seltenheit. Ich mag dieses Lied sehr. Diesen Song werden sicherlich auch viele Leute mögen, die ansonsten nicht so auf Dance/Trance/House stehen.
Vote: 6/6


27. DeeDee: „Forever“
Und noch ein „Rave“-Song. Auf den altbekannten Techno-Sound wurde eine ganz nette Melodie gelegt. Interessant, dass dieser Song nicht ganz so stumpfsinnig dahindudelt, sondern auch nette Ambient/Trance-Phasen enthält. Positiv auch, dass man eine echte Melodie erkennen kann. Dafür dass es sich um eine Musikrichtung handelt, die mir nicht liegt, gefällt mir das Lied so einigermaßen.
Vote: 2/6


28. Lasgo: „Alone“
„Alone“ ist die Singleauskopplung aus dem Album „Some Things“. Es handelt sich um ziemlich konventionelles „Viva-Techno“ für Kinder. Die Sängerin hat eine ganz nette Stimme und man freut sich ja immer ein kleines bisschen über eine eingängige Melodie. Aber die kann den Song nicht aus dem Sumpf der Gewöhnlichkeit ziehen. Der Text ist eine Aneinanderreihung von Sinnlosigkeiten.
Vote: 1/6


29. Svenson & Gielen: „Twisted“
Und wieder mindestens 130 BPM. Das Lied von dem holländischen DJ ist tataächlich etwas „Twisted“, denn man kann mindestens zwei Melodien erkennen. „Twisted“ kann allerdings auch verrückt heißen. Auch wenn der Track meinen Geschmack überhaupt nicht trifft, bleibt festzuhalten, dass hier wenigstens keine nervige Stimme einen nichtigen Text ins Mikrophon jault. Für eine Technohousenummer geht der Track in Ordnung.
Vote: 3/6


30. Ian van Dahl: „Will I“
Aber wir bleiben im folgenden von den Doof-Texten leider nicht verschont. „Will I“ ist ein weiteres Machwerk nach altbekanntem Strickmuster. Ein paar Loveparade-Rhythmen, eine Frau mit recht guter Stimme und ein Ex-und-Hopp-Text. Und fertig ist der Massenunterhaltungsbrei für die Kleinstadtdisko. Sehr nervig.
Vote: 1/6


31. Noemi: „In my dreams“
Ein vergleichsweise nettes Trance-Lied. Die Vocals sind ziemlich kitschig. Der Track ist aber immerhin ganz gut zum Träumen, kann aber meiner Meinung nach, auch nicht allzu oft gehört werden, ohne langweilig zu werden. Für Trance-Fans aber sicher ganz geeignet. Mir wird solche Musik eben schnell langweilig.
Vote: 2 / 6


32. Cosmic Gate: „Back to earth“
Und weiter gehts auf der Stampf-Schiene. Allerdings jetzt etwas härter. Das mag ich an diesem Track: wenn schon Bum-Bum-Techno, dann bitte hart und ohne Schmalz. Das ist wenigstens Techno und kein maskierter deutscher Schlager. Dennoch ist mir diese Nummer unterm Strich zu kalt.
Vote: 3/6


33. Snap: „Do you see the light”
Wie die Produzenten auf die Idee gekommen sind, diese Uralt-Nummer ein weiteres Mal aufzuwärmen, ist mir unbegreiflich. Das ist eben der Nachteil bei derartigen Samplern, dass man immer auch etwas Ausschuss-Ware untergejubelt kriegt. Das ist aber nur auf die Aktualität des Tracks bezogen. Mir gefällt „Do you see the light“ nämlich auch heute noch ausgezeichnet. Meiner Meinung nach handelt es sich um eines der besten Lieder von Snap, auch wenn es nicht zu den erfolgreichsten gehört. Von der Fähigkeit von Snap, House und Pop zu kombinieren, könnten sich die allermeisten der „Just the Best“ Interpreten die ein oder andere Scheibe abschneiden.
Vote: 6/6


34. Crazy Doll: „Happy Song“
Dass es nicht besonders originell weitergehen würde, konnte bereits der innovative Gruppenname „Crazy Doll“ verheißen. Das Lied erinnert mich an die schlimmsten Zeit von Redneck oder Captain Jack. Auf einen stampfigen Rosenmontagsrhythmus wurden irgendwelche undefinierbaren „Baby“-Stimmen gemischt. Das Lied ist schwer ertragbar und langweilig.
Vote: 1/6


35. Mental Theo: „Stars 2002“
Stars von Mental Theo wird jetzt in x-ter Neuauflage wieder einmal als brandneues Lied vermarktet. Es handelt sich um ein kindisches Kinderlied mit einfachster Melodie. „Gesungen“ wird völlig computerisiert mit verzerrtester Stimme. Darunter sind natürlich mindestens 130 BPM gelegt, das wollen die Kinder von heute ja. Schön ist das nicht. Ich kann hiermit gar nichts anfangen. Keine Originalität, keine echten Gefühle.
Vote 1/6

36. Scooter: „Nessaja“
Scooter haben sch dem Lied von Peter Maffay aus dem „Tabaluga“-Musical angenommen. Ob ihm das gefällt? Das Lied ist natürlich künstlerisch eine Totalnull, jedoch kann man die Melodieparts wegen des netten Originallieds noch einigermaßen ertragen. Leider kommt die Stimme anscheinend vollkommen aus dem PC. Die Furcht vor „echten“ Gefühlen in der derzeitig angesagten Musik ist teilweise schon sehr traurig. Und das Rumgebrülle ist bei Scooter-Songs ja beinahe schon Kult. Betrachtet man den Track unvoreingenommen von Scooter-Vorurteilen (was schwer fällt), so muss man urteilen: ganz nett.
Vote: 3/6


37. ATB: „You’re not alone“
ATB gefiel mir in dieser Sparte immer etwas besser als seine Kollegen. Na das Lied gab es doch schon einmal. ATB hat einfach mehr Klasse als die meisten andern Trance-Nummern. Zwar handelt es sich „nur“ um eine Coverversion, jedoch hat ATB sich für sein Cover ein ziemlich geiles Original (von Olive) ausgesucht. Man kann noch nicht einmal sagen, dass das Original besser sei. ATB zerstört nicht die Struktur des Songs und macht aus ihm auch keine reine Rave-Hymne. Gefällt mir ziemlich gut.
Vote: 4/6


38. Underdog Project: „Saturday Night“
Underdog Project ist diese kalifornische 2Step-Boyband. „Summer Jam2 hatte mir ja noch ganz gut gefallen. „Saturday Night“ ist nicht ganz so gut, gefällt mir aber gerade im Vergleich zu den austauschbaren Technonummern auf dem Doppel-Album recht gut. Die Melodie hat allerdings bei Weitem nicht die Ohrwurmqualität von „Summer Jam“.
Vote: 3/6


39. Product G&B: „Dirty Dancing“
Gegen Ende wird es versöhnlich. Bei „Dirty Dancing“ handelt es sich – Gott sei Dank – nicht um eine weitere Coverversion irgendeines Liedes aus dem berühmten Film, sondern um eine gutgelaunte Latino-Nummer, die wirklich Spaß macht. Hier hat auch Carlos Santana seine Hände im Spiel. Bevor ich die „Just the Best“ bekam, kannte ich Product G&B gar nicht. Diese Nummer gefällt mir aber ganz gut.
Vote: 4/6


40. Alicia Keys: „A Woman’s Worth“
Damit man die CD in guter Erinnerung behält, gibt es am Schluss noch ein Qualitäts-Bonbon. Die Soul-Newcomerin Alicia Keys ist im letzten Jahr – wahrscheinlich zu Recht – mit Preisen überhäuft worden. „A Woman’s Worth“ gefällt mir noch wesentlich besser als das allseits bekannte „Falling“. Der Song sticht in seiner minimalistischen Produktion eindeutig aus dem üblichen RnB-Radio-Brei hervor. Alicia Keys hat eine super Stimme und der Song „A Woman’s Worth“ ist richtig funky. Hinzu kommt ein ziemlich guter Text. Diese Frau hat eben etwas mehr zu sagen, als „Hyper Hyper“.
Vote: 5/6


########################
Gesamturteil der Punkte: 120/240
########################


##### Kauf oder Nicht-Kauf ? #####
Das Problem an „Just the Best“ ist das Konzept. Meiner Meinung nach werden die meisten Menschen mit dieser CD enttäuscht sein. Das liegt daran, dass hier nichts zusammenpasst. Diejenigen, die auf Popmusik stehen, werden die CD2 mit ihrem eindeutigen Trance-Übergewicht nur schwer ertragen können. Umgekehrt wird den eingefleischten Techno-Fans insbesondere die CD1 sicher zu soft sein.
Andererseits kostet die Doppel-CD aber „nur“ ca. 23 Euro. Hierfür würde man höchstens 4 Maxis bekommen. Wenn einen die Remixes nicht interessieren, dann ist ein Sampler vielleicht dann doch eine gute Anlage. Sogar mir haben ja nun einige Lieder auf der CD ganz gut gefallen und wenn ich mir von diesen jeweil die Single gekauft hätte, hätte mich dies weit mehr als 23 Euro gekostet.

##### FAZIT #####
Was bleibt von diesen zwei Stunden Musik? Auch wenn einige Tracks mich positiv überrascht haben, würde ich mir die nächste „Just the Best“ nicht kaufen. Auf diesem Sampler befindet sich im Großen und Ganzen Gebrauchsmusik, die für Leute, die sich wirklich mit Musik auseinandersetzen wollen, die Musik lieben, nicht eignet. Allerdings, wer eine Party gibt und für jeden Geschmack zumindest etwas dahaben will, der kann mit der „Just the Best“ sicherlich etwas anfangen.
Was mich weiterhin an den „Just the Best“-Samplern etwas stört ist die Beliebigkeit der Zusammenstellung. Da kann man auch gleich Radio hören und kommt billiger davon. Das Erlebnis, das man hat, wenn man ein Album eines Künstlers kauft, wird man hier nicht haben. Neue Musik entdecken und sich mit dem Schaffen einer bestimmten Person auseinanderzusetzen, dafür ist die Mixtur auf „Just the Best“ überhaupt nicht geeignet.
Dennoch habe sogar ich auf der „Just the Best Vol.40“ ein paar Titel gefunden, um die ich froh bin, sie in meiner Sammlung zu haben. Daniel Bedingfield z.B. kannte ich vorher gar nicht, oder „In your eyes“ von Kylie Minogue, dass ich bereits 7 mal hintereinander gehört habe. Auch Kosheen ist ein echtes Highlight.
Natürlich haben die meisten Menschen einen anderen Musikgeschmack als ich, aber eines lässt sich sicherlich auf die meisten Leser übertragen: für ein paar gute Songs muss man sich hier durch viel „Ausschuss“ durchkämpfen. Die von mir errechnet Punktzahl entspricht nach meinem System genau der Grenze zwischen 2 und 3 Sternen. Angesichts der Tatsache, dass Geschmäcker ja verschieden sind, gebe ich aber gerade noch 3. Und wenn Ihr die CD schon habt: trotzdem viel Spaß damit.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
JoeBLN

JoeBLN

27.08.2002 11:15

gut analysiert, auch wenn ich dem Musikgeschmack nicht ganz folgen kann.

katrin75

katrin75

28.07.2002 22:03

Dumm, wenn man sich die Musik, die einem den ganzen Tag aus dem Radio um die Ohren fliegt, auch noch kauft...

MauriceAC

MauriceAC

28.07.2002 19:12

Stimme den anderen hier zu: super ausführlich und schön geschrieben. :) Und ja: Neil Tennant hat ne Stimme!!!! :D Gruß, Maurice, kauft sich nie Sampler.... *g*

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