Elektronik goes Pop
04.09.2001 (07.11.2004)
Pro:
Musik
Kontra:
biedert sich etwas zu sehr dem Massengeschmack an
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 rider-of-apocalypse
Über sich:
Mitglied seit:30.07.2000
Erfahrungsberichte:2307
Vertrauende:444
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 108 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Seit ich vor etwa vier Jahren ein Konzert des deutschen (aus dem Ruhrgebiet stammenden) Duos SECOND DECAY im Zwischenfall in Bochum besuchte, könnte man mich durchaus als Fan der Band bezeichnen. In der Zwischenzeit finden sich in meiner CD-Sammlung auch alle Veröffentlichungen von SECOND DECAY, zu denen auch die Maxi-CD KALTES WEISSES LICHT zählt, die ich nun zum Thema meines heutigen Beitrags (-updates) mache.
ALLGEMEINES °°°°°°°°°°°°°°°°°° Andreas Sippel und Christian Purwien, die zusammen das Duo SECOND DECAY bilden, veröffentlichten die Maxi-CD KALTES WEISSES LICHT im Jahre 2001 bei Quiet Man Records (Wittbräuckerstraße 49, 58313 Herdecke) und da die Band keinen allzu großen Bekanntheitsgrad genießt, ist die CD wohl nur im gut sortierten Fachhandel oder bei den auf elektronische Musik spezialisierten Händlern im Internet (EMSO.DE, INFRAROT.DE) erhältlich. Ich wurde kurz nach Veröffentlichung der Maxi-CD bei Saturn Hansa in Siegen fündig, wo ich 14,99 DM zu zahlen hatte. Das Cover der in einem JewelCase verpackten CD zeigt zwei (etwas obskur aussehende) Puppen vor einem roten Hintergrund (auf der Rückseite ist die Rückansicht dieser Puppen zu sehen) sowie dezente Schriftzüge für Interpret und Titel, womit mir das Cover als recht schlicht, aber ansprechend erscheint. Ein Booklet mit den Texten der Titel oder irgendwelchen Informationen über Musik oder Musiker fehlt leider völlig.
PLAYLIST °°°°°°°°°°°°
- KALTES WEISSES LICHT (Panik Pop Mix (3:45)) - KALTES WEISSES LICHT (Second Decay Version (4:11)) - FORMAT (3:09) - FÜR IMMER (Egotrip Mix (4:41)) - LAND UNTER MIR (Digital South Mix (4:43))
ANMERKUNGEN °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°° Die Musik von SECOND DECAY zu beschreiben fällt mir hier nicht ganz leicht. Mit Titeln wie I`M LEAVING, I HATE BERLIN und anderen schufen sie fast Klassiker des Elektro-Wave, mit BORN TO BE ALIVE und auch mit THESE BOOTS hervorragende elektronisch wavige Coverversionen, spätestens aber mit dem Album HOTELS wurde die Musik für mein Musikempfinden aber auch recht deutlich vom Synthiepop beeinflußt. So ergibt sich eine recht eigene Form der elektronischen Musik, die unter anderem Elemente des Wave mit denen des Synthiepops vereint (wobei diese Maxi-CD meines Erachtens deutlichere Synthiepop-Anleihen enthält als vorherige Veröffentlichungen) und dabei immer tanzbar und auch beischlaftauglich ist.
KALTES WEISSES LICHT (beide Versionen) „.. du bist kalt wie weißes Licht und ziehst mich dennoch magisch an ...“ mit diesen von Christian Purwien gesungenen Worten beginnt dieser Titel. Die Synthies spielen eine sehr eingängige und recht poppige Melodie von etwa mittlerer Geschwindigkeit. Christian Purwien singt dazu seinen Text in harmonischer Form, wobei er im Refrain von einer Frauenstimme ergänzt wird. Hin und wieder werden einige synthie-/Soundspielereien eingespielt und so entwickelt sich insgesamt ein sehr melodischer Titel, der sich sehr dicht am Synthiepop orientiert, wenn er diesem nicht gar zugerechnet werden muss. In der Second Decay Version sind deutlich weniger poppige Elemente erkennbar, aber dennoch zählt auch diese Version zu den wohl poppigsten Titeln des Duos. Melodie und Text entsprechen denen des Panik Pop Mixes und so gefällt mir diese Version zwar besser als der besagte (sehr poppige) Panik Pop Mix, zu den Highlights der Band werde ich diesen Titel aber wohl nie zählen, vermute aber, dass er aufgrund seiner hohen Eingängigkeit und dem poppigen Synthiespiel durchaus ein größeres Publikum ansprechen dürfte. FORMAT Nach kurzen synthetischen Klängen setzen die Synthies mit dem Spiel einer sehr rhythmischen Melodie ein, die immer wieder von etwas experimentelleren Klängen durchzogen ist. So kingt die Melodie zwar ebenfalls sehr harmonisch und eingängig, aber auch deutlich synthetischer und mit den eher kurzen Tönen auch härter. Auch Christian Purwiens gesang klingt hier etwas „trockener“. Insgesamt scheint mir dieser Titel für die Band typischer und gefällt mir durchaus sehr gut.
FÜR IMMER Der Klassiker der Band kann auch im Egotrip-Remix mit seiner sehr eingängigen, mittelschnellen, rhythmischen Synthiemelodie und dem ebenso eingängigen wie harmonischen Gesang (... gib mir den Schein von Sicherheit, für immer garantiert, ... will Deine Stimme sagen hören, ich verlaß´ Dich nie ...). Highlight des Titels ist auch der unverwechselbare und sehr harmonische Refrain (... was immer auch für immer heißt, was immer auch ein Wort beweist ...wann immer auch du bei mir bist, Versprechen die man schnell vergißt ...). Für diesen Remix wurden der Urfassung zahlreiche mit Effekten versehene Instrumentalpassagen eingefügt, Melodie und Text jedoch (erfreulicherweise) unverändert belassen. So zählt FÜR IMMER auch in dieser Remixfassung zu meinen Favoriten der Band. LAND UNTER MIR In der Urfassung ist LAND UNTER MIR ein eher ruhiger und she angenehmer Titel. Im hier vertretenen Digital South Remix bestimmt dagegen ein sehr poppiges Synthiespiel mit etwas monotonem Rhythmus den Titel, der hier von zahlreichen Instrumentalpassagen durchzogen ist und auch die Gesangspassagen recht deutlich überlagert. Leider schafft es hier der eingefügte Rhythmus, den Reiz der Originalfassung fast völlig zu zerstören und so zähle ich diese Remixfassung des eigentlich sehr guten Titels zu den schlechtesten der Band.
Eine Gesamtspielzeit von knapp über 20 Minuten sind für eine Maxi-CD ein etwa durchschnittlicher Wert, als erfreulich empfinde ich aber, dass SECOND DECAY darauf verzichteten, einen einzigen Titel in zig Remix-Fassungen auf dieser Maxi-CD zu veröffentlichen und statt dessen zwei Varianten des namengebenden Titels und drei weitere Titel auf die CD pressen ließen, wodurch für ein gutes Maß an Abwechslung gesorgt ist. Allerdings empfinde ich diese Maxi-CD auch ein klein wenig als Ausverkauf der Musik/des Stils von SECOND DECAY, denn die Remix-Fassungen sind zwar nicht schlecht, aber teilweise derart poppig, dass der Eindruck entsteht, die Band wolle sich einem Massenpublikum verkaufen. Zum Glück sind massentaugliche/poppige SECOND DECAY aber immer noch besser als das Einerlei der Charts.
FAZIT °°°°°°° Beim ersten Hören war ich vom Titel KALTES WEISSES LICHT etwas enttäuscht, nachdem ich mir den Titel dann aber öfter angehört habe, gefiel er mir doch recht gut (jedenfalls der Second Decay Mix). FÜR IMMER ist ohnehin einer meiner Lieblingstitel des Duos und auch FORMAT konnte mich voldurchausl überzeugen. Eine einzige Enttäuschung ist dagegen der Remix von LAND UNTER MIR und so kann ich die Maxi-CD KALTES WEISSES LICHT von SECOND DECAY hier empfehlen, urteile jedoch nur mit GUT.
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02.10.2004 20:48
Moin Moni rider-of-apocalypse ! Sehr guter Bericht. Moin007
04.09.2001 15:13
wenn ich das jetzt nicht kenne , hab ich doch aber keine bildungslücke ,oder?????....liebe grüße nikolina