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Um Klaus Lage in den letzten Jahren etwas ruhiger geworden und seine Hits der 80ger werden wohl auch nicht mehr wirklich oft im Radio gespielt. Trotzdem aber gehört er auf jeden Fall (immer noch?) zur Gruppe, die den Deutschrock begründete. Eines seiner späteren Alben, „Katz & Maus“ aus dem Jahr 1994, will ich jetzt vorstellen.
Zum Künstler Klaus Lage wurde 1950 in Soltau geboren und arbeitete dann in (West-) Berlin als Erzieher und Sozialarbeiter. Dies ist bei fast jedem seiner sozialkritischen Texten seiner Songs zu bemerken. Nebenbei stand er mit dem „Berliner Rockensemble" auf der Bühne. Mit der „Klaus Lage Band“ landete er mit „1001 Nacht“ eine Megahit in Deutschland, weitere Hits hatte er mit "Faust auf Faust", "Monopoly" oder "Mit meinen Augen". Für Joe Cocker schrieb er die Single „Now that you’re gone“, den er mit deutschem Text als „Nie wieder Kind“ auch selbst veröffentlichte.
Zur CD Wie schon auf anderen Alben von Klaus Lage schreibt der Sänger einen großen Teil der Musik selbst. Die Texte stammen oft von Diether Dehm, im Hauptberuf ein aus dem Westen stammenden PDS-Politiker. Somit sollte man schon die Texte kritisch hinterfragen, aber insgesamt kann man doch sagen, dass Klaus Lage durch diese Schiene sicherlich nicht zum politischen Sprachrohr des linksextremen Spektrums geworden ist. Ich halte es bei CD-Kritiken nicht für notwendig bzw. sinnvoll, einzelne Songs (und hier besonders die Musik) zu beschreiben. Daher gibt’s jetzt eine kleine Auswahl:
Die CD beginnt mit dem Song „Bankgeheimnis“, einem Frontalangriff des PDS’lers Dehm auf die Großbanken, den man sicherlich vor dem Hintergrund der Geschäftsgebaren z.B. der Deutschen Bank gegenüber Arbeitslosen nachvollziehen kann. Wie viele andere Songs der CD ein kraftvoller Rocksong. „Der Sänger“ ist ein etwas düsterer Song, der laut Cover „manchem Geschmacksweltmeister der Schallplattenbranche“ nicht so gefallen dürfte. Obwohl er sicherlich nicht den Mainstream bedient, ist er einer meiner Lieblingssongs des Albums. Das Diether Dehm nicht nur politische Texte schreibt, sieht man bei dem wunderschönen und langsamen „Schweigen“, wo es um die Kunst geht, eine langfristige Beziehung zu führen. Die Single des Albums war das Duett „Weil du anders bist (Cosi diversi noi)“ mit der italienischen Rocksängerin Irene Grandi, eine echte Rockballade. Ganz bemerkenswert ist „Ich lass dich nie mehr gehn“, den Klaus Lage nur mit seinem Pianist Beau Heart und einem ganzen Orchester aufgenommen hat. Sehr gelungen, obwohl die Stimme (bzw. das stimmliche Talent) von Klaus Lage ja eher in die Schublade „Joe Cocker“ anstelle von der eher zum Orchester passenden Schublade „Freddy Mercury“ gehört.
Ohne jetzt weiter auf die einzelnen Songs einzugehen, kann man insgesamt bemerken, dass dieses Album sicherlich sehr rockig geworden ist. Dazwischen findet man aber auch immer wieder aber auch immer wieder Balladen wie die schon oben angesprochenen. Hier jetzt noch einige Daten zur CD: Spielzeit: 53:25 Minuten Produzent: Harald Kloser Jahr: 1994
Meine Meinung Ich habe ja schon zu einigen Songs, die mir besonders gut gefallen haben, etwas gesagt. Was mir bei diesem Album aber insgesamt besonders gut gefällt, sind zwei Dinge: Einmal hat „Katz & Maus“ in meinen Augen keinen wirklich schwachen Song. Bei keinem einzigen Song sendet mein doch recht anspruchsvollen Gehirn an die Hand den Befehl, auf die „Skip“-Taste zu drücken. Der zweite echte Pluspunkt ist der Abwechslungsreichtum der Songs: Rockige Songs, stille Songs, gefühlvolle Liebeslieder, alles ist vorhanden, sogar wurde einmal ein Volkslied in der Rockversion mit neuem Text gelungen vertont („Weil ich sie liebe“). Dazu kommt die raue Rockstimme von Klaus Lage mit seiner eingespielten Band, die sicherlich in den letzten Jahren etwas ruhiger geworden ist. Betrachtet man die gesamte Biographie von Klaus Lage, so ist “Katz & Maus“ das beste seiner Alben. Leider muss man sagen, dass es seit 1994 dann auch bergab gegangen ist. Nach heutigen Ansprüchen ist jedenfalls „Katz & Maus“ das zugleich modernste und zeitloseste Album von Klaus Lage. Leider ist die Radiolandschaft heute so, dass fast nur noch Songs gespielt werden, die absolute Hits waren (egal wie schlecht sie sind, siehe D.Bohlen und Co.). Dadurch gehen Künstler wie Klaus Lage, die über Jahre Qualität liefern, leider etwas unter in der Öffentlichkeit. Dieses Album ist ein Paradebeispiel dafür: Es ist einfach gut, nur ohne absoluten Radio-Summer-Dance-Hit bekommt es hat kaum einer mit.
Schlussfazit: Sicherlich gehört Klaus Lage (zu Recht) nicht in die allererste Reihe des Deutschrocks. Obwohl es aus diesem Album keinen Radiohit gegeben hat, braucht sich „Katz & Maus“ in keinste Weise vor den ganz Großen zu verstecken. Deshalb ist dies das einzige Album von Klaus Lage, was in meinen Augen wirklich alle 5 Sterne verdient hat.
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19.07.2004 10:09
Ey, Rrambo, schau'mal, lies doch einfach mal auch bei mir vorbei;-)))
18.07.2004 11:22
Mich interessiert die Musik auch nicht aber ist ein guter Bericht. Greetz
17.07.2004 11:58
Schöner Bericht. LG, hlydnc