Produktbewertung des Autors:
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| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Heute wollen wir mal wieder eine weit zurück liegende Episode in Steffens Leben aufwärmen. Was bisher die wenigsten von Euch wissen werden, habe ich mich vor gut 12 Jahren nächtelang in Lokalen und Tanzsälen rumgedrückt. Nein, nicht weil ich ein besonders ausschweifendes Leben bevorzuge, sondern ganz einfach, weil ich dort Musik gemacht habe. Meine musikalische Ausbildung begann im zarten Alter von 8 Jahren mit der klassischen Gitarre.
Mit dem Aufbau einer kleinen Band (Klein = 6 Mann, 1 Frau) wechselte ich dann auch aus den gegebenen Bedingungen heraus zum Bass, und trotzdem ich inzwischen auch noch einige andere Instrumente spiele, zieht mich ein Bass immer wieder magisch an.
Mein alter Bass war inzwischen ziemlich abgegriffen, und so sah ich mich vor knapp 1 ½ Jahren nach einen adäquaten Ersatz um. Nachdem ich im Musikhaus meines Vertrauens die in Frage kommenden Kandidaten gesichtet und angetestet habe, entschied ich mich für einen E-Bass von Ken Rose, und da ich weder im Internet noch sonst wo irgendwelche Informationen zu diesem Bass gefunden habe, möchte ich hier ein kleines Statement und eine kurze Beschreibung zu diesem wirklich hervorragenden Bass abgeben.
1.) Aufbau
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Wie so häufig handelt es sich auch bei dem Ken Rose E-Bass um eine 1zu1 Kopie des Fender Standard Jazz Bass®, einziger (sichtbarer) Unterschied ist der Namenszug. Dies muss nicht unbedingt ein Nachteil sein, wenn das Instrument wie in diesem Fall wirklich hervorragend verarbeitet ist.
Materialien
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Da dem Bass nicht mal eine kleine Beschreibung beilag, kann ich über die verwendeten Materialien nur Vermutungen anstellen. Allerdings gehe ich davon aus, das Ken Rose sich auch hier genaustens an das Vorbild gehalten hat. Der Korpus besteht demnach aus einer Pappel-Leimholz-Platte mit typischer (brauner) Sunburst-Lackierung. Der Hals ist vermutlich ebenfalls wie das Original aus Ahorn, die Frets (Bundstäbchen, StLeicht) sind in Rosewood gebettet. Der Hals selbst ist mit dem Korpus verschraubt.
Pickups
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Ebenfalls Jazzbass-Typisch sind die beiden Pickups (Tonabnehmer, StLeicht) in Single-Coil-Ausführung (Einspuler, StLeicht). Nebengeräusche, welche vereinzelt bei dieser Art der Pickups auftreten, sind mir bisher noch nicht aufgefallen. Beide Pickups sind getrennt in der Lautstärke regelbar, außerdem gibt es noch einen Mastertone-Regler.
Bridge
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Die Seiten sind am Korpus mittels einer Standard-Bridge (nein, hat nix mit dem Kartenspiel zu tun ;-), StLeicht) befestigt.
Saiten
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Der Ken Rose E-Bass ist ein Viersaiter in der Grundstimmung E-A-D-G. Dies entspricht den vier tiefen Saiten einer Gitarre, allerdings sind diese wesentlich dicker und bei einem Bass üblicherweise eine Oktave tiefer gestimmt.
2.) Spielbarkeit/subjektive Eindrücke/Klangcharakter
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Dieser Bass ist prinzipiell für alle verbreiteten Spieltechniken geeignet. Er ist per Plektron genauso gut spielbar wie per Fingerpicking oder Slapping. Den persönlichen Vorlieben sind hier keine Grenzen gesetzt, ich selbst bevorzuge die ersten beiden Spielarten.
Die Seiten sind gut greifbar und haben einen brillanten, sauberen Klang ohne störende Nebengeräusche. Mit den drei Reglern sind Lautstärke und Klang individuell anpassbar. Die Verarbeitung des Instruments ist sauber und passgenau. Auch die Ergonomie stimmt, so dass auch längere Benutzung keine Krämpfe in den Händen hervorruft. Allerdings hat der Bass ein ziemliches Eigengewicht, so dass man ihn entweder im Sitzen spielen sollte, oder, sollte man das nicht für stilecht halten, sich zumindest einen gut gepolsterten Schultergurt zulegen sollte, um blaue Striemen an der Schulter zu vermeiden.
Der Klang ist ebenfalls typisch für E-Bässe mit geschraubten Hals. So spricht ein solches Instrument schneller an, so das es sehr gut für rhythmische, schnelle, aggressive Musik geeignet ist, der Klang ist prägnant. Bei einem geleimten Hals würde sich im Vergleich der Ton langsamer aufbauen, dafür klingt er bassreicher und kultivierter.
3.) Ein wenig Geschichtliches
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Die Entwicklung des E-Basses geht bis in die fünfziger Jahre zurück. Leo Fender konstruierte damals zuerst den Precision-Bass. Dieser unterschied sich vom herkömmlichen Kontrabass dadurch, dass er mit Bünden versehen wurde, was ein präziseres Greifen der Töne ermöglichte. Bis Ende der 50iger Jahre wurde dann mit diversen Formen experimentiert und auch die Mechanik weiterentwickelt, bis 1959 letztlich der legendäre Jazz-Bass entstand. Ca. 1962 wurde die ganze Geschichte dann standardisiert, dazu gehörten unter anderem die zwei Single-Coil-Pickups und die drei Regler.
1965 verkaufte Fender seine Firma dann an CBS, Liebhaber behaupten, dass es ab diesen Zeitpunkt auch mit der Qualität der Fender-Bässe abwärts ging, was dazu führte und führt, dass die Original-Fender-Bässe von vor '65 heute noch zu Preisen gehandelt werden, die man nicht gerade als Schnäppchen bezeichnen würde.
Seit Jahrzehnten werden nun aber bereits die Fender Jazz-Bässe von diversen Herstellern nachgebaut, und viele begnügen sich nicht nur mit einer direkten Kopie, sondern oft werden die Nachbauten von den Herstellern durch eigene kleine Weiterentwicklungen verbessert und aufgewertet.
Um einen solchen Nachbau handelt es sich wie gesagt auch bei meinem Ken Rose E-Bass, allerdings sind mir im direkten Vergleich zum Fender Jazzbass keine Unterschiede aufgefallen, und wenn es welche gibt, dann verbergen sich diese in den inneren Werten.
4.) Fazit
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Nun werden sich viele Fragen, wenn der Ken Rose eigentlich identisch zum Fender Jazz Bass ist, warum habe ich mir nicht gleich das Original geholt. Ein wichtiges Kriterium hierbei ist, dass ich nicht mehr professionell sondern nur noch zum Spaß Bass spiele. Und hier kommt der Preis als wichtiges Hauptkriterium ins Spiel. Zum einen liegt der Preis des Ken Rose bereits gut 250 DM unter dem des Originals. Und dann ist es mir auch noch gelungen, den Händler um gut 150 DM von 600 DM auf 450 DM herunter zu handeln (incl. Gigbag).
Und für wen empfiehlt sich nun dieser Bass. Dieser Bass ist sehr gut spielbar und empfiehlt sich für Anfänger und Profis gleichermaßen. Für Kinder halte ich ihn auf Grund seines hohen Eigengewichtes und des doch ziemlich langen Halses aber nicht für geeignet. Ich persönlich würde aber nicht zögern, mit diesem sehr gut verarbeiteten E-Bass wieder auf die Bühne zu gehen. Die Verarbeitung und die Klangbrillanz sind ausgezeichnet, so dass man mit diesem Instrument eigentlich nichts falsch machen kann. Trotzdem würde ich Interessenten empfehlen, beim Musikhändler seiner Wahl Spielproben durchzuführen, ob dieser Bass wirklich seinen Ansprüchen genügt.
Und noch ein Tipp. Wer erst anfängt und nicht gleich zu viel Geld ausgeben will, sollte erst mal einen kleinen Monitorverstärker für Gitarren anschließen, da die adäquaten Geräte für Bässe zumeist wesentlich teurer sind.
© Steffen Leicht, 09.04.2001