Der Meilenstein des Miles Davis
03.03.2010
Pro:
Herrliche Musik .
Kontra:
Im Grunde nichts .
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 DerAtlas
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Eigentlich ist schon alles gesagt worden zu dem größten Jazz-Album aller Zeiten, aber noch zu wenig mancherorts. Wie hier. Deswegen folgt jetzt meine Ansicht zu diesem Meisterwerk von Miles Davis. ------ DER MUSIKER ------
Miles Davis (1926-1991) galt als einer der wichtigsten Jazz-Musiker überhaupt. Noch heute ist sein Einfluss unverkennbar. Viele Musiker, die einst mit ihm ihren Durchbruch hatten, sind heute noch aktiv. Davis war in erster Linie Jazz-Trompeter, spielte aber auch Flügelhorn, komponierte und was Bandleader. Er gilt als Vater der Fusion, was vor allem auf das Album "Bitches Brew" zurückgeht. ------ DAS ALBUM ------
Vorab seien die Musiker und die Stücke des Albums genannt: Miles Davis, Trompete Julian "Cannonball" Adderley, Altsaxophon (nicht auf Titel 3) John Coltrane, Tenorsaxophon Wynton Kelly, Klavier (Titel 2) Bill Evans, Klavier (alle anderen Titel) Paul Chambers, Bass Jimmy Cobb, Schlagzeug
1. So What 9:25 2. Freddie Freeloader 9:49 3. Blue in Green 5:38 4. All Blues 11.36 5. Flamenco Sketches 9:26 6. Flamenco Sketches (Alternativaufnahme) 9:32 Dieses Album vereint - aus heutiger Sicht - einige der größten Stars der Jazz-Musik, wie zum Beispiel Bill Evans, John Coltrane oder "Cannonball" Adderley. Es ist nicht umsonst das Juwel im Katalog von Blue Note (EMI). Es ist schließlich auch das meistverkaufte Jazz-Album mit 6 Millionen Exemplaren. Und in diesem Fall ist der Erfolg wirklich ein Spiegelbild der Qualität. Alles, was man am Jazz lieben kann, ist hier vereint. Die stilistische Bandbreite ist enorm. "So What" ist eine herrlich improvisierte Nummer, in der das Saxophon im Mittelpunkt steht, mit Vorausahnung an den Free Jazz. Die Melodie des Stücks hat auch schon jeder einmal gehört. Es ist eine Nummer, mit der Otto Normalverbraucher Jazz erkennen und beschreiben würde. Das Stück endet mit einem Fade-out. Das zweite Stück "Freddie Freeloader" ist noch etwas - im wahrsten Sinne - freier, hat keine so klar erkennbare Melodie, ist dafür aber ein wunderbar relaxtes Jammen. In "Blue in Green" erwacht dann endlich die Trompete zum Leben. Es ist eine deutlich gemächlichere Nummer. Die Trompete ist sozusagen die blaue Farbe, dem Blues verfallen, das Klavier ist die grüne Farbe. Mit "All Blues" wird es dann noch ein Stück blauer, wenn auch etwas bewegter. Die Melodie sollte ebenfalls jedem bekannt vorkommen. Es ist die längste Nummer auf dem Album, aber doch nicht die langweiligste. Die letzten zwei Stücke sind "Flamenco Sketches" in zwei unterschiedlichen Versionen. So richtig an Flamenco wird man in den Stücken nicht erinnert, andererseits kenne ich auch keinen Freddie (siehe Titel 2). Die Unterschiede in den beiden Aufnahmen sind beachtlich. Die Alternativaufnahme ist im Ton und in der Spielweise etwas präsenter, in gewisser Weise auch romantischer. Die erste Version ist zurückhaltender. Insgesamt haben aber beide Varianten ihre Berechtigung. Die aktuellen Neuveröffentlichungen des Albums enthalten auch schöne Photos und interessante Texte im Beiheft.
------ DAS FAZIT ------ Ich bin kein großer Experte und Liebhaber des Instrumental-Jazz (ganz anders sieht es da schon beim Vokal-Jazz aus), aber mit diesem Meilenstein (kleines Wortspiel mit dem Namen Miles, was ja bekanntlich Meilen heißt; er hat später auch ein Album unter dem Namen "Milestones" aufgenommen) kann ich sehr viel anfangen. Diese Platte kann man anmachen, wenn es einem nicht so gut geht, oder an einem lauen Sommerabend einfach mal alles da lassen, wo es hingehört, und sich ganz der Musik widmen. Denn die ist herrlich. Für mich und für die Millionen anderen Menschen, die das Album liebgewonnen haben und hoffentlich noch liebgewinnen werden (nebenbei: es ist Vincent Klinks Lieblingsalbum; also Hobbyköche: Platte rein, Herd an!).
Bilder von Kind of Blue - Miles Davis
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30.04.2010 19:52
Überragender Bericht und gute alte Musik!
07.03.2010 20:15
du hast nicht nur einen erlesenen literatur, sondern auch musikgeschmack und schreibstil. mein verstorbener lebensgefährte hat viel miles davies gehört (nicht unbedingt kind of blue, eher die komplexeren alben) - und das nicht nur an lauen sommerabenden. und ich habe immer wieder gern mitgehört. miles macht eine ganz wunderbare musik, obwohl auch ich vokalen jazz ebenfalls sehr gerne höre.
04.03.2010 15:01
Interessant! LG, mima