Korg Triton

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Triton LE als Tischhupe

4  18.04.2004 (26.12.2010)

Pro:
Preis - Leistung ( bei LE )

Kontra:
schlechte Menuefuehrung, Dokumentation

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

richardon

Über sich:

Mitglied seit:25.08.2002

Erfahrungsberichte:9

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 32 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Der Korg Triton LE wird in einem braunen Karton geliefert. Oeffnet man diesen, so liegt ein Synthesizer darin..... :-)

Ok zum Triton.
... als Tischhupe, damit meine ich im Einsatzbereich Tanzmusik. Gleich Vorweg: Dafuer ist dieses Keyboard eigentlich nicht gedacht. Eher wohl fuer den Producer Bereich und da mit klarem Schwerpunkt Tecno, Hip Hop etc. Teilweise hat man auch das Gefuehl einen Drum Computer und keinen Synthie gekauft zu haben.

Hier also ein Erfahrungsbericht, der einige Eigenschaften des LE unter dem Aspekt "Tanzmusik" betrachtet.

Ausschlaggebend fuer den Kauf war fuer mich das Speichermedium des LE. Gespeichert wird auf handelsueblichen Smart Media Karten. Auch die Midi Files. Endlich kein Diskettengefummel mehr. Und ein Keyboard mit Festplatte war mir einfach zu teuer. Dass der LE aber nichteinmal mehr ein Diskettenlaufwerk hat ( und ich keinen Kartenleser am USB losen Steinzeit-PC)
...ist mir allerdings erst beim oeffnen des braunen Kartons aufgefallen :-)
**********************************
SMART MEDIA KARTE
KEIN DISKETTENLAUFWERK
**********************************
Fuer die meisten hier duerfte dies aber kein Problem sein. Ich hab bei ebay schliesslich nen Paralellschnitstellen Card Reader ersteigert. So was gibts eigentlich gar nicht.

Endlich hatte ich also paar Standard Midi Files auf der Karte. Aha und wie spiele ich die ab ? Im Media Mode ? Irgendein Doppelclick darauf und los gehts ? So ist man das von Tischhupen ja gewohnt. NEGATIV ! Dies geht beim LE nicht !
Oh je, man muss den File erst in den Sequenzer laden. Und dazu unzaehlige Tasten betaetigen. .... und von wegen schnelle Ladzeit. an der Stelle war mein Gedanke bereits .... und tschuess, nix fuer Tanzmusik

In der Gebrauchsanweisung dazu der lapidare Hinweis, dass das Geraet nur bedingt GM faehig ist. Irgendwie wollte ich mich jedoch mit meinem "Fehlkauf" noch nicht abfinden. Dass ich alle meine General-Midi-Files wohl in das LE Format umwandeln muss war mir allerdings schon klar. Aha, Wow die Files im LE Format werden dann auch im 1/10 sec Bereich vom Sequenzer gefressen :-)

Endlich auch die Loesung wie man mehrere Files in den Sequenzer laden kann. Das steht net im normalen Handbuch, sondern der Betriebssystem Update beschreibung. 10-15 Titel passen in den Sequenzer. Das ist ok. So ein Set ist dann in einem File abspeicherbar ! Der anfaengliche Nachteil wird so fast ein Vorteil.

Schliesslich habe ich mich fuer ein Rerecording aller meiner MIDI Files entschlossen. Probehoeren muss man diese ja soundso, kann ich sie auch gleich neu aufnehmen und am Rechner ist das edidieren eben doch einfacher.

( Schicke eine GM INIT MESSAGE an den LE )
Waehle im LE Global Mode MIDI CLOCK = EXTERNAL
Aktiviere den RT Eintrag ! fuer MIDI Pointer Messages.
Waehle im LE PREFERENCES = OVERWRITE & MULTIRECORD
Aktiviere im Sequenzerprogramm POINTER MESSAGES
Druecke Record am LE
Der LE sollte nun mit dem Sequencerprogramm synchronisiert sein.
Starte die GM Aufnahme am Sequencer.
Der LE wird synchron die Daten aufzeichnen.

WICHTIGE ABSCHLIESSENDE MASSNAHEMEN:
Aktiviere im Global Mode INTERNAL MIDI CLOCK
Setze Tempo auf MANUAL ( fuer feste Tempi )
Waehle die Geschwindigkeit fuer den Song.
Fuer Tempiwechsel benutze den Mastertrack.
Lege im Mastertrack die Laenge des Songs vor !

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KEIN DIRECT PLAY VON MIDI FILES
GM FILES MUESSEN NEU AUFGENOMMEN WERDEN !
DAFUER DANN 3 FREI WAHLBARE EFFEKTE
UND 3 FACH MASTER EQ IM FILE ABSPEICHERBAR.
SEQUENZER KANN ETWA 10-15 TITEL VORLADEN.
SO EIN SET KANN KOMPLETT GESPEICHERT UND WIEDERGELADEN WERDEN !
******************************************

Klingt nicht nur nach viel Arbeit ist es auch ! Nach etwa 200 Stunden war mein LE also fuer den ersten Gig bereit.
Nach etwa 10 Titel stellte ich bei dem Gig wieder auf meine RolandXP60 um. Welch eine Wohltat. Der Klang des Triton hatte mich irgendwie an den Charme eines Operationssaales erinnert. Teilweise auch Blecheimermaessig. Das ganze untermauert mit einem Fundament aus undefiniertem Bollerbass und Base Drum.
Base Drum ? Welche Base Drum ?

Jetzt hatte ich ja schon einige Zeit investiert. Auf halber Strecke gebe ich net auf. Zwei 12 er Aktiv Monitore also ins Wohnzimmer gestellt. Die XP60 als Referenz. DIe Base Drum des GM Sets ist tatsaechlich ein totaler Ausfall. Am besten man programmiert gleich ein paar neue GM-Drumsets. Klar muss man jetzt
wieder alle MIDI Files neu bearbeiten und mit etwas EQ kann man das Teil dann auch etwas waermer erklingen lassen. Der Triton klingt fuer das Geld aber schon sehr gut. Sehr transparent. Man hoert wirklich jedes Instrument. Gibt man sich entsprechend Muehe bei der Klangbearbeitung klingt das Teil sogar richtig stark. Seltsam, aber fuer Tanzmusik muss man den LE eher etwas verschlechtern.
So 400Hz bis 1kHz teilweise anheben.
TIPP:
LOW und HIGH EQ einfach auf 2 Kontroll Knobs legen.

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Sehr transparenter klarer Sound, fast steril
wirkend.
Base Drum des GM-SETS UNBRAUCHBAR
(Ebenso das Ride Becken)
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Nach etwa 300 Stunden hab ich mir mal ne kleine Pause gegoennt . Man will ja auchmal Sounds basteln.So lernt man einen Synthy ja auch am besten kennen.
Meine Vorlage war meine New CX3 zu kopieren.
Die Menuefuehrung wuerde ich als hirnrissig bezeichnen, aber man gewoehnt sich auch daran.Ausgereift ist der Synthesizer auf keinen Fall. Hat man aber mal alle Bugs gefunden, so laesst sich damit schon arbeiten. Eimal habe ich wohl zu heftig geschraubt und das OS ist abgestuerzt. Denke aber eine Ausnahme.
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UMSTAENDLICHE MENUEFUEHRUNG
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Eine Besonderheit moechte ich vielleicht erwaehnen. Es gibt keine Moeglichkeit das Direktsignal im Effektweg zu regeln ! Normalerweise faellt dies nicht sehr auf. Aber gerade beim Leslieeffekt waere dies schon wuenschenswert. Wohl auch der Grund, dass der Leslieeffekt bei allen Preset Orgel Sounds recht duerftig ist. Man muss schon sehr in die Trickkiste greifen, um das Problem zu loesen.
Ansonsten sind die Effekte des Triton ein absolutes Highlight. Ebenso der x-y Joystick, mit denen man diese bevorzugt moduliert.
Noch was positives. Fuer jeden Osszi ist vorgesehen, dass man als Klangquelle per Anschlagdynamic zwischen zwei Samples umschalten kann.
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Hervorragende Effekte. Sehr guter x-y Bender.
Direktanteil im Effektweg nicht regelbar.
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Die SAMPLES
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Je laenger das Sample, desto natuerlicher klingt spaeterdas daraus programmierte Instrument. Beim Triton herrscht diesbezueglich Chaos im Wellenformspeicher. Wichtige Instrumente wie Streicher, Blaeser, Piano, Orgel sind viel zu kurz gesampelt. Dudelsack dafuer 3 Mal so lang. Ein grosser Teil des Roms wird fuer irgendwelche Hip Hop Drums verbraten. Von den elementaren Synthesizerwellenformen gibt es dagegen nur zwei lieblose brauchbare Sampels. Viele Sampels sind in den tiefen Frequenzen abgesenkt und teilweise in den hohen Frequenzen abrupt abgeschnitten statt weich abgesenkt.

Klasse statt Masse waere meiner Meinung nach sinnvoller gewesen. Manches ist dennoch brauchbar. E-Piano, D6, Pianet, sowie Gitarren finde ich sogar richtig gut.
Die Drums soundso, trotz der GM Basedrum.
Auch bemerkenswert. Die Preset Drum und Bass Grooves. Der Karma laesst da wohl gruessen.(KARMA=TRITON MIT BEGLEITAUTOMAT FUER BESSERE LEUTE)
Allerdings fuer Tanzmusik ist da kaum was dabei. Aber dafuer ist die Kiste ja auch nicht gemacht. Und wenn ich einen Cha Cha Rhythmus brauche, dann spiele ich den soundso vom Sequenzer.
In den kann man uebrignds auch jeweils 2 Kombinations kopieren und dann auf Smart Media als Seq Datei abspeichern.
So 100 000 Stueck passen da etwa drauf.
Fuer Tanzmusiker die kombiniert Live spielen und Sequenzer nutzen (wie ich) eroeffnet das wiederum ganz neue Moeglichkeiten.

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Samples brauchbar, aber nicht alle spitzenklasse. Pianosample sehr kurz.
Teilweise unnoetige Samples.Z.b. bei Orgel.
Dafuer riesige Auswahl.
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FAZIT
Dem Plug und Play Tanzmusiker kann ich diese Workstation blos waermstens abraten ! Der Keyboardanfaenger wird wohl auch etwas ueberfordert sein. Ich denke nachdem der sich genuegend an den Controller Knoepfen ausgetopt hat, wird er irgendwann das Teil gelangweilt zur Seite stellen.
Schade, denn fuer 950 EUR ( Hot Deal) bekommt man neben einer Spielkiste auch einen richtig guten Synthesizer, mit dem alles moeglich ist. Allerdings man muss sich mit dem Teil beschaeftigen. Ich entdecke seit Monaten immer wieder neues. Und aus manchem anfaenglichem Nachteil ergab sich spaeter sogar eine Vorteil. So solls ja sein. Macht echt Spass die kleine Kiste.
ciao
richy

5 Jahre spaeter :
*********************
Inzwischen haben 15 Druchschalter ihren Geist aufgegeben.
Fuer die Reperatur habe ich den LE schon 3 Mal komplett zerlegt.
Komplett = Komplett. Anders kommt man an die defekten Schalter nicht ran. Dabei auch 3 defekte Tasten gereinigt.
daher : Verarbeitung : mangelhaft


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
MOa1111

MOa1111

12.02.2008 09:45

Toller Bericht ... ich selbst war nie ein Triton-Fan, da ich im Studio K-2600r, Motif ES und XV-5080 nutze ... mal sehen, vielleicht krame ich das Triton-Rack mal wieder hervor ... viele Grüße

Almstedt

Almstedt

03.01.2006 22:13

Arrrgh, also unter leichter Kost verstehe ich was anderes... Mit entsprechenden Vorkenntnissen und einigen Internet-Querchecks erschließt sich Dein Bericht aber letztlich doch und ist sogar sehr hilfreich - auch wenn ein Hobby-Gitarrist und Verlegenheits-Keyboarder wie ich arg ins Schwitzen kam... :o))

a-team3169

a-team3169

19.04.2004 08:58

Tischhupe finde ich schön :o)

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