LIVE-AUFTRITTE - Mittermeier, Michael

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Michl, Merkel, Katzen und Löwen - ob das gut geht?

4  18.07.2008

Pro:
Aufbringung, Unterhaltsamkeit

Kontra:
kein Vorprogramm, Preis

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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EarlSneedSinclair

Über sich: im Moment inaktiv

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Erfahrungsberichte:26

Vertrauende:13

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 116 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Wer Autos mag, geht auf die IAA, wer Musik liebt, geht auf ein Konzert, wer verrückt nach PC-Spielen ist, besucht die Games-Convention ... und für dem, den ohne Comedy etwas fehlen würde, ist ein Live-Auftritt ein Muss.
Es gibt viele Comedians und die Konkurrenz ist groß, doch es sind wenige die mich wirklich zum Lachen bringen können, und dazu zählt er: Michael Mittermeier

Am 16. Juli durfte ich seinen Auftritt in Regensburg miterleben und nun möchte ich euch von meinen Eindrücken schreiben.

Die Karten

Schon seit Jahren war es einer meiner Wünsche, einmal einen seiner Live-Auftritte auch wirklich live zu erleben. Als ich im Herbst letzten Jahres mehr durch Zufall erfahren habe, dass er mit seinem aktuellen Programm nach Regensburg kommt konnte ich gar nicht mehr warten und war am darauffolgenden Wochenende gleich bei der Kartenvorverkaufsstelle. Was mich dort erwartete, hat mich ziemlich überrascht, war es doch ein dreiviertel Jahr vor dem Termin. Die erste Sitzplatzkategorie war bereits vollkommen ausverkauft, die besten Plätze (die ich dann auch gekauft habe) die noch frei waren, befanden sich in Kategorie zwei und kosteten etwa 36 Euro. Eigentlich ziemlich viel für 2 Stunden Comedy, aber sowas macht man schließlich auch nicht jedes Wochenende. Es bleibt zu sagen, man kann die Karten nie früh genug reservieren.

This is where the magic begins

Die Show fand in der Regensburger DonauArena statt, diese wird hauptsächlich für Eishockeyspiele benutzt, aber auch Konzerten und ähnlichem ist sie gewachsen. Schätzungsweise waren an besagtem Abend etwa 2000 Leute im Stadion, und für diese Anzahl war die Lüftung viel zu schlecht. Die Wärme kurbelt natürlich den Verkauf von kühlen Getränken an, schadet aber dem Wohlbefinden.
Die Plätze waren dank der ordentlichen Nummerierung schnell gefunden und schon konnte es losgehen - von mir aus. Die Show begann aber erst in einer dreiviertel Stunde (zu dieser Zeit war knapp die Hälfte bereits da) und was mir deshalb fehlte war ein kleines Vorprogramm. Einfach Musik runterspielen lass ich da nicht gelten. Wieso keinen Nachwuchscomedian oder eine Band, die jeder hören kann organisieren? An was man vielleicht gar nicht denkt, was aber trotzdem angenehm war, es gab keine Sprechproben oder ähnliches. Diese wurden scheinbar schon vor dem Einlass durchgeführt und auch dadurch erschien das ganze Bühnenbild professionell.
Stichwort Bühne: Die wurde von einer Art Vorhang umgeben, mit Safari-Muster drauf (passend zum Titel). Scheinwerfer mit Farbwechsler und die Tonanlage sorgten für das richtige "drumrum": Erzählte Mittermeier gerade etwas über die Safari, war die Bühne rot-gelb beleuchtet, ging es ums Tauchen wechselte das Licht zu einem ozeanfarbenen Blau. Das ganze sah sehr aufwendig aus, die Übergänge waren perfekt. Zweimal brüllt Michl als er einen Löwen nachmacht, beziehungsweise eine Aufnahme erledigt das für ihn. Man kennt sofort dass es nur abgespielt wird, aber man hat sich Mühe gegeben, alles möglichst authentisch zu machen.

Jaa Guuteenn Abendd!!

Endlich war es soweit, Michael Mittermeier rannte auf die Bühne, bedankte sich kurz für den reichlichen Applaus und begann sofort, ohne die Zeit unnötig vergehen zu lassen. Die ersten Witze waren zwar nicht schlecht, aber mehr als Schmunzeln musste das Publikum zu dieser Zeit noch nicht. Mittermeier drauf (sinngemäß): "Wow, ihr seid ja ne richtige Stimmungskanone gleich am Anfang!"
Und somit begann der große Spaß, die Themen sind ja spätestens seit "Back to live" bekannt: Merkel, Stoiber, Männer, Frauen, Kinder, Katzen, Bush, Drogen, Zeugen Jehovas und und und...
Auch "Safari" wollte kein Ausreißer werden und beschäftigt sich daher mit dem üblichen. Auch wenn er immer wieder Anspielungen auf ältere Jokes macht wiederholt er sich nicht direkt.
Ich hab mich absichtlich nicht vor der Show über das Programm erkundigt, damit ich völlig überrascht reagieren kann, doch am Wochenende davor hab ich auf youtube ein paar Videos gesehen, ich dachte das wären ältere und hab sie mir angesehen, doch sie waren aus "Safari"! Und Michl hat wirklich in Regensburg wörtlich das gleiche gesagt und genau den selben Gesichtsausdruck gemacht wie in Hannover oder sonst wo. Als er beispielsweise erzählt ob dem Publikum denn schon aufgefallen ist dass die Allianz-Arena wie ein Schlauchboot aussieht (im Bezug auf den Klimawandel, also Überflutung) hätte ich wörtlich mit ihm mitreden können weil ich es schon kannte. Es ist mir bewusst, dass man nicht für jede Veranstaltung ein eigenes Programm entwerfen kann, man will schließlich "Safari" sehen, aber das mit dem Gesichtsausdruck war ja wie kopiert, das find ich übertrieben. Zum Glück improvisiert er auch mal, z. B. wenn er sich mit jemanden der Zuschauern unterhält. Jedoch muss ich dazusagen, dass die gemerkten Witze deutlich besser sind als die schnell überlegten, es fehlt nicht nur am Feinschliff, es ist eine andere Klasse.
Das sich Merkel und Co beleidigt fühlen könnten wenn er sich drüber lustig macht sollte ihm genauso bewusst sein wie wenn er sich über die Gangart eines Models hermacht und sagt "Schau mal der ihre Gangart an, mit der geh ich nicht ins Bett".
Das all das nicht zu weit geht, macht er am Schluss noch Werbung für seinen Anteil der Burma-Stiftung und sagt, wenn man Olympia schon boykottiert, dann wegen eines anderen Grundes, z. B. der dortigen Menschenrechte wegen. Dann erhält er wieder eine Menge Beifall und gut ist.
Er bedankt sich fürs Zuhören und kommt kurz darauf wieder auf die Bühne um Fragen zu beantworten, z. B. ob er denn sein Leathertool mit 100 Funktionen schon mal benutzt hat. Nachdem alle zufrieden sind macht er noch eine kurze Dankesrede und verschwindet genauso schnell wie er gekommen ist. Aber wie heißt es so schön: Man soll immer gehen wenn es am schönsten ist.
Ich machte mich auf den Weg, um den Abend noch ausklingen zu lassen, aber natürlich gab es noch eine Autogrammstunde, die auch reichlich angenommen wurde. Die meisten Zuschauer in der Arena waren zwischen 20 und 40, und das denke ich ist auch die Zielgruppe Mittermeiers.

Fazit

Es war jetzt kein Abend, der noch 4 Stunden hätte dauern dürfen, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. "Back to life" bleibt einfach sein bestes Programm, auch "Safari" hat es nach "Paranoid" nicht geschafft, seinen Erfolg zu toppen. Für mich war es schon ein Erlebnis, einen Menschen, den man sonst bloß aus den Medien kennt auch mal mit direkt mit den Augen zu sehen. Es war lustig, wer dort nicht lachen musste muss wirklich aus Eis sein. Ich würd gerne wieder kommen, wenn er nächstes Mal in Regensburg oder in der näheren Umgebung ist, aber einen halben Tag fahren würde ich für sowas auch wieder nicht.

Wenn meine Kamera gehen würde, würde ich euch noch ein Foto der Eintrittskarte hochladen, aber ich denke, ihr glaubt mir auch so dass ich wirklich da war *lach*

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
mozarteum

mozarteum

12.02.2012 16:40

ach ja, der michel gehört ja nun wirklich zu den guten ... ._) lg detlef

perspektivwechsel

perspektivwechsel

26.05.2009 15:57

Ich liebe den "Michel"! Bei mir auch einer der wenigen, die mich zu Lachen bringen können. VG Daniela

Melle86

Melle86

25.09.2008 23:29

Toller Bericht, aber ich mag den Mittermeier nicht (ups jetzt hab ich sogar gereimt *grins*)

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