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Last Command - Wasp

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Die passende Untermalung für den Gremlins-Junggesellenabschied

3  08.09.2010

Pro:
Der Soundtrack zum Dosenbierfestival

Kontra:
Für den, der's mag, sicher nichts Wesentliches

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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Spassprediger

Über sich: “We're all mad here. I'm mad. You're mad.” “How do you know I'm mad?” said Alice. “You must be,” sai...

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Vertrauende:64

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 66 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Im Allgemeinen steht das Kürzel „WASP“ in den Staaten für „White, Anglo-Saxon, Protestant“. Bandleader Blackie (!) Lawless (!!) will das Akronym freilich anders aufgedröselt wissen: “We are sexual perverts“ soll die Abkürzung bedeuten. Na, warum auch nicht.

Mittlerweile ist es nun auch schon wieder ein paar Jährchen her, dass mich eine junge Dame schwer beeindruckt fragte, ob ich „W.A.S.P.“ tatsächlich schon live gesehen hätte ... ? Ja, habe ich – und das war damals auch schon ein paar Jährchen her. An dem Abend, an dem ich, lang ist’s her, „W.A.S.P.“ live gesehen habe, war die Band eine so genannte Vorgruppe – der Begriff, Insider wissen es, bezeichnet kein Vorstadium einer musikalischen Vereinigung, sondern einen Einheizer, der bei einem Konzert das Publikum so richtig in Stimmung bringt, bevor die Hauptattraktion des Abends, der so genannte „Headliner“, die Bühne betritt.

„W.A.S.P.“ durften damals die Bühne für die legendäre britische Heavy Metal-Formation “Iron Maiden“ bereiten, und obwohl ich wahrscheinlich niemals extra Geld dafür bezahlt hätte, mir „W.A.S.P.“ live anzusehen, war das Doppelpack des Abends beileibe nicht die schlechteste Paarung, die ich je gesehen habe.

Mindestens zwei Stücke von „W.A.S.P.“ kannte ich beim damaligen Konzertbesuch bereits, und beide – “I wanna be somebody“ und “Wild child“ – fand ich, wenn vielleicht auch nicht genial, so doch wenigstens eingängig.

„W.A.S.P.“ machen die Art von Musik, die man bei einem Junggesellenabschied unter Gremlins zu hören bekommt – nicht unbedingt schön, aber dafür selbst dann noch laut, wenn man den Lautstärkeregler am Verstärker der Stereoanlage im Bereich zwischen der „0“ und der „1“ festschraubt. Genau das sollte man freilich nicht tun: Die Musik von „W.A.S.P.“ ist laut gemeint, und sie sollte auch laut gehört werden – tunlichst als Tafelmusik zu einem Menü aus Kartoffelchips, filterlosen Zigaretten und sehr viel Dosenbier.

Ähnlich raffiniert wie der Menüvorschlag ist auch die Musik von „W.A.S.P.“; die Sujets, die man sich für die Texte gewählt hat, bewegen sich im eng abgezirkelten bereich dessen, worüber Vortragskünstler aus dem Bereich des organisierten Krachs gemeinhin singen – von zaghaft erblühenden Gefühlen für das andere Geschlecht (“Sex Drive“) bis hin zu den Auswirkungen illegal erzeugter Spirituosen (“Blind in Texas“). Anders gesagt: Wer in den im Booklet extra mit dem Warnhinweis "Lyrics may be considered offensive by some audiences" versehenen Texten auf “The Last Command“ tieferen Sinn sucht, kann genauso gut im Blumenkasten auf dem Balkon nach Nuggets schürfen.

Allerdings gehen die Songs auf dem Album, nicht zuletzt dank überaus eingängiger Refrains, ziemlich schnell ins Ohr; und zum Glück weiß Sänger Blackie Lawless (eigentlich: Steven Edward Duren) auch sehr gut um die Beschränkungen seiner Stimme – die ist ziemlich unverkennbar, zählt aber wohl nicht unbedingt zu den besten in Hardrock und Heavy Metal. Das überschaubare Sangestalent setzt Lawless allerdings geschickt und mit Gespür fürs Limit ein, weshalb ich Lawless’ Gesang stets als weniger nervig empfunden habe als z. B. den eines Vince Neill, dessen Band Mötley Crüe ebenfalls in den späten 80ern reüssierte. Die Produktion, die auf sehr viel Hall setzt, tut ein Übriges, sodass des Sängers enges Spektrum auch auf Dauer nicht wirklich negativ auffällt.

Zum Veröffentlichungszeitpunkt der CD galten „W.A.S.P.“ noch als leidlich skandalumwitterte, kontroverse Band – zumindest in den Staaten dürften „W.A.S.P.“ mit ihren in der Tradition von Schock-Rocker Alice Cooper wurzelnden, kitschigen Bühnen-Inszenierungen damals wirklich angeeckt sein, spätestens mit dem Aufstieg von Marilyn Manson dürfte der Stern von „W.A.S.P.“ aber wohl zu verblassen begonnen haben. Heutzutage gibt’s „The Last Command“ zusammen mit dem Debüt der Band auf einer günstigen CD mit erweiterter Laufzeit, bei mir im Schrank steht noch die Original-CD mit 10 Stücken – für den Herrenabend mit Tuborg aus der Dose nebst Bourbon reicht die Laufzeit denn aber auch völlig aus; danach darf dann gern wieder ein bisschen was von „Judas Priest“ oder einer anderen einschlägigen Band in den CD-Player.

R e s ü m e e

Welchen Stellenwert die CD im Werk der Band bekleidet, kann ich nur mutmaßen – ich glaube aber, „The Last Command“ ist eine der besseren Veröffentlichungen der Band. Die seinerzeit als Single ausgekoppelten Stücke “Wild Child“ (übrigens nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Stück von Iggy Pop – es handelt sich nicht um eine Coverversion) und “Blind in Texas“ gehen besonders schnell ins Ohr und sind durchaus repräsentativ für ein Album, das schnörkellosen, geradlinigen Heavy Metal ohne besonders viel Raffinesse bietet, als musikalische Untermalung fürs Headbanger-Oktoberfest aber durchaus Qualitäten hat.

Die Stücke auf der CD / meine Anspieltipps

-> 1. Wild child
2. Ballcrusher
3. Fistful of diamonds
4. Jack Action
5. Widowmaker
-> 6. Blind in Texas
7. Cries in the night
8. Last command
9. Running wild in the streets
10. Sex drive


Bilder von Last Command - Wasp
Last Command - Wasp last_command - Last Command - Wasp
Böser Junge mit Fahne: Für das Covermotiv posiert Sänger Blackie Lawless höchstpersönlich.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Zilina

Zilina

17.10.2010 11:34

Nichts für mich aber SH + LG Zilina

MissVega

MissVega

09.09.2010 10:06

Gizmo hört sowas bestimmt nicht...;-)

mp3undlos

mp3undlos

09.09.2010 07:44

jetzt kenne ich 2 mit dem Namen Lawless, guess who?;-)

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