... - Erinnerungen, das ist das Stichwort, so kam ich nämlich darauf, meine Gute-Nacht-Einschlaf-Lieblings-CD vorzustellen:
Late night Jazz aus der Reihe Jazz Cats
(klar..., irgendwas mit Katzen mußte ja kommen!)
Gefunden hab ich diese CD mal bei Jokers für luschige € 3,99, kurze Zeit später ... Bericht lesen
Another Late Night - Various
Kurz nach Simple Things -- dem erst 2001 erschienenen Debütalbum von Zero 7, das nicht nur ... mehr
auf großen Anklang stieß, sondern sich auch gut in den aktuellen "In-sein-wollen-ist-out"-Trend im Dance-Bereich einpasste -- kommt nun schon diese Folge aus der Reihe Another Late Night. Was könnte es für Freunde entspannter Downtempo-Klänge Lohnenswerteres geben, als einer der einflussreichsten und angesehensten Reihen des Genres einen Platz in der CD-Sammlung zu reservieren? Zudem ist diese Scheibe wirklich aufschlussreich, denn sie lässt ahnen, welche Einflüsse in Simple Things verarbeitet wurden; jeder Titel auf Another Late Night klingt, als könnte er während der Arbeiten an Simple Things im Hintergrund auf einer Jukebox gelaufen sein. Von dem an DJ Shadow erinnernden "Channel Suite 1" vom Cinematic Orchestra bis zu der atmosphärischen Version von "People Make the World Go Round" von den Stylistics ist diese Musik zum unbeschwerten Tagträumen und zum lockeren Mitnicken gleichermaßen geeignet. --Ruby Tuesday
musikalische Koordinatensystem, in dem ein Musiker, DJ und Produzent verankert ist, sehr genau wiedergibt und dabei viele Überraschungen bereithält. Tommy Guerrero aus San Francisco hat mit den beiden Alben Loose Grooves And Bastard Blues und A Little Bit Of Somethin' nachhaltig bewiesen, dass er zu den außergewöhnlichsten Künstlern der letzten Dekade zählt. Die 17 Tracks erlauben nun einen tiefen Einblick in seinen keinen stilistischen Grenzen unterworfenen Musikkosmos. Die Bandbreite reicht von funkigen Blues-Tracks wie "Tomcat" von Muddy Waters über auch heute noch in jeder Hinsicht beeindruckende Soul-Nummern wie "I'm Her Daddy" von Bill Withers bis hin zu den Can, die mit dem Track "Vitamin C" aus dem 1972 erschienenen Album Ege Bamyasi vertreten sind. Auch "große" Namen sucht man auf dem Album durchaus nicht vergebens, wie der Titel "Taboo" von Santana zeigt, der erstmals auf dem Longplayer Santana III von 1971 veröffentlicht wurde. Abgerundet wird dieser inspirierende Ausflug in die Musikgeschichte neben Sly Johnsons "Is It Because I'm Black" durch eine gelungene Coverversion von "Come Together", geschrieben von dem nicht ganz unbekannten Songwriterduo Lennon/McCartney, für die Tommy Guerrero selbst verantwortlich zeichnet. --Norbert Schiegl
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Erfahrungsbericht von LeaofRafiki über Late Night Jazz - Various 15.05.2010
Produktbewertung des Autors:
Cover-Design:
exzellent
Klangqualität:
ausgezeichnet
Langzeithörspaß:
wird nie langweilig
Pro:
geniale Zusammenstellung
Kontra:
fällt mir nix ein
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
LeaMom und ein Musikbericht? Da kann doch nur Katzenmusik bei rumkommen, oder? - Na ja, ich werd’s trotzdem mal probieren. Auf die Idee, mich mal (wieder, ist ja selten genug) , in dieser Sparte zu versuchen kam ich durch PeterPan2 und seine Erinnerungsanstöße. - Erinnerungen, das ist das Stichwort, so kam ich nämlich darauf, meine Gute-Nacht-Einschlaf-Lieblings-CD vorzustellen:
Late night Jazz
aus der Reihe Jazz Cats (klar..., irgendwas mit Katzen mußte ja kommen!) Gefunden hab ich diese CD mal bei Jokers für luschige € 3,99, kurze Zeit später wurde sie sogar für € 1,00 verramscht, heute kostet sie bei amazon je nach Ausführung€ 5,99 - 18,99. Ich gebe ja ehrlich zu, daß mich das Cover angesprochen hatte: eine vermenschlichte Katzendame mit einem Mikrophon in der Hand, wer sie gezeichnet hat, konnte ich bislang leider nicht herausfinden, aber ich hätte keine Probleme, mir das Bild als Poster an die Wand zu hängen, so gut gefiel (und gefällt) es mir.
Was sind Jazz Cats? Jedenfalls keine musizierenden Katzen... Auf der Innenseite des Covers steht folgende Erläuterung zu Jazz Cat: 1. A musician who performs a type of American music developed esp. from ragtime and blues and is characterized by syncopated rhythms, improvisation and deliberate distortions of pitch. 2. A nocturnal, somewhat feral being whose habitat is confined mostly to dark, pulsating jazz clubs. 3. A lover of jazz.
Beim Versuch dies ins Deutsche zu übersetzen, bin ich was Punkt 1. angeht, kläglich gescheitert, fand aber immerhin den zugrundeliegenden Original Eintrag im Miriam Webster Dictionary zu Jazz: American music developed esp. from ragtime and blues and characterized by propulsive, syncopated rhythms, polyphonic ensemble playing, varying deegrees of improvisation, and often deliberate distortions of pitch and timbre.
Auch eine online-Übersetzung brachte mich nicht weiter, denn “Ein Musiker, der eine Art amerikanische Musik entwickelt besonders vom Ragtime und vom Blau durchführt und durch synkopierte Rhythmen, Improvisation und überlegte Verzerrungen des Taktabstandes gekennzeichnet wird.” klingt einfach nur scheußlich. Frei übersetzt würd ich eher formulieren: Ein Musiker, der eine Art amerikanische Musik spielt, die sich besonders aus Ragtime und Blues entwickelt hat und die durch synkopierte Rhythmen, Improvisation und freie Veränderungen des Takts charakterisiert ist. Hilfe!!!!! Ich bin keine Musikerin... Also, büdde, büdde, büdde, ein des Englischen mächtiger Musiker möge doch bitte eine gescheite Übersetzung im Kommentar oder Gästebuch abliefern!
2. Ein nachtaktives, in gewisser Weise ungezähmtes Wesen, dessen Lebensraum hauptsächlich auf dunkle, pulsierende Jazz Clubs beschränkt ist. (Damit kann ich mich identifizieren..., habe ich mich doch in meiner Jugendzeit gerne in Nachtcafes und Jazz Clubs rumgetrieben) 3. Ein Liebhaber des Jazz (Bin ich heute noch).
Summa summarum: Klang schon mal gut, also rein mit der CD in den Player! Gedacht, getan - und LeaMom versank in den (gefühlten) Tiefen der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts und schmolz dahin...
Schon das erste Stück ist wie Samt in der Luft, zärtlich und verspielt. Die Seele gleitet auf Schwingen durch dunkle Dunst- und Rauchschwaden in die Sonne... Body and Soul - Coleman Hawkins von Oktober 1939
Das zweite Stück entführte mich nach New Orleans, in einen Nachtclub auf einem Boot, um mich herum lauter Schwarze, dick und dünn, alt und jung, einer hatte eine Pfeife im Mund, die Karten ihres Pokerspiels lagen unberührt auf dem Tisch und sie lauschten, wie ich: Trouble in Mind - Bertha "Chippie" Hill geschrieben 1926 von Richard Jones
Das dritte Stück beginnt wie in einem Film, natürlich in Schwarz-Weiss, der 40er Jahre. Ein Krimi? Oder doch besser ein Drama? Ein Road-Movie? Jedenfalls mit einer ausgefeilten Choreographie netter junger, durchs Bild schwebender Damen. I Ain't Got Nothing But the Blues - Duke Ellington/Al Hibbler 1944
Im vierten Stück steht Satchmo allein auf der Bühne, seine unverwechselbare Stimme und Spiel swingen durch den Raum Confessin' - Louis Armstrong
Das fünfte Stück beginnt tatsächlich wie Katzenmusik, auf einmal sitz ich mitten in einem Comic, Felix The Cat grinst mich an..., während er auf dem Klavier klimpert, tanzen die Mäuse um ihn herum, spielen Fußball mit Käsewürfeln. Ups, wo bin ich denn hiergelandet??? Organ Grinder Blues - Ethel Waters geschrieben von Clarence Williams, 21.08.1928
Das sechste Stück, mein absolutes Lieblingsstück, läßt mich erbeben, mir wird schwummerig, die Knie werden mir weich, mein Magen fährt Achterbahn, ich fühl mich verliebt wie nie zuvor. Diese Stimme, dieses Timbre - ich SCHMELZE, mein Herz hüpft im Takt, ich könnte heulen vor Sehnsucht, ich weiß, ich werds bereuen, dennoch! Bitte, bitte, jetzt gleich und sofort, ich will diesen KISS! Knock Me a Kiss - Louis Jordan & His Tympany 5
Ach, im siebten Stück, ist alles auf einmal so dunkel, so leer, tiefe Melancholie ergreift mich, ich fühl mich nicht schlecht, aber irgendwie - verlassen? - oder doch geborgen? - Sanft schaukel ich im Rhythmus mit, mich selbst umarmend, träumend, versonnen.. Langsam kommt die Hoffnung wieder, das Leben ist halt doch schön... My Daddy Rocks Me - Trixie Smith von J. Berni Barbour, 26.05.1938
Das achte Stück ist dann wie Weihnachten, ein Geschenk, nein, Berge von Geschenkpapier zerknüllt auf dem Boden, versöhnlich, meine Fußspitze wippt im Takt, leise Lustigkeit, Schneeflocken tanzen durch die Luft Whispering - Tommy Dorsey/The Pied Pipers zwischen 1939 und 1942
Und, mit dem neunten Stück, gleite ich wieder in den Club zurück, die Gedanken schweifen ab, vor und zurück, ich verliere mich in Vergangenheit und Zukunft, und bin doch ganz im Jetzt, treibe auf den Klängen wie auf einer weichen Welle, back and forth, again and again... Jelly Jelly - Earl Hines/Billy Eckstine von 1940
Ich werd immer schwerer, immer langsamer, leiser, ruhiger, gemessener - das zehnte Stück ist eine Erholung, als ob die Zeit stille stünd, einzelne Klaviernoten wie aufsteigende Perlen in einem Glas Champagner. Blickloses Miteinander mit einem Unbekannten. Prelude to a Kiss - Duke Ellington vom 09.08.1938
Doch was ist das? Im elften Stück verführt ein Rhythmus, einer kleinen Spielzeuglokomotive gleich, zu einem kleinen Tanz unter der Bettdecke, aus der auf einmal lauter kleine Blumen sprießen. Ein spanischer Gitarrist springt hin und her, seinen gezupften Tönen hinterher, das sieht lustig aus, so daß ich lachen muß und er sich vor mir verbeugt, bis sein viel zu großer breitkrempiger Hut den Boden berührt. Nuages - Django Reinhardt von 1940
Im zwölften Stück seh ich ein Mädchen, ihre Ballade singend, allein, mutterseelenallein, wieder auf einer Bühne. Nicht traurig, aber..., doch, sie weiß, was sie will, was ihr bevorsteht Lover Man - Sarah Vaughan vom 11.05.1945
Aber, wer wird denn so traurig sein... Das dreizehnte Stück ist perverserweise ein Begräbniszug, doch alle lachen, schwenken ihre Hüte, grinsen, bewegen sich feist ihrem Frontman hinterher. Auf vier Fässern rollt ein Klavier an mir vorbei, die Tasten bewegen sich wie von Geisterhand gespielt, glitzerndes Metall der Bläser fliegt vorbei. Vorbei. Vorbei. West End Blues - Louis Armstrong & His Hot Five 28.06.1928
Ihm hinterher, im vierzehnten Stück, taumeln alle Protagonisten, wie in einem Abspann noch einmal durchs Bild, winken nach rechts und nach links, verschwinden nach und nach hinter einem roten Samtvorhang und ich sitze wieder im Club, wie zu Anfang, um mich herum Publikum, sie reden miteinander, neigen einander die Köpfe zu, nur noch die Combo ist zu sehen, die Bühne ist leer, die Gläser auch. Zeit, heim zu gehen. Gut Nacht. The Day You Came Along - Coleman Hawkins ca. 1933
Ich war übrigens doch etwas überrascht, beim Recherchieren zu diesem Bericht, festzustellen, daß tatsächlich alle Stücke dem Zeitraum zwischen 1926 und 1945 entspringen...
Zu den Musikern: Eine illustre (Ver)Sammlung, manche Namen waren mir schon bekannt, andere nicht, aber den einen oder anderen mir bislang unbekannten, werd ich mir merken!
Al Hibbler (* 16. August 1915 in Tyro, Mississippi als Albert George Hibbler; † 24. April 2001 in Chicago) Bertha "Chippie" Hill (* 15. März 1905 in Charleston, South Carolina; † 7. Mai 1950 in New York City, New York) war eine amerikanische Blues-, Jazz- und Vaudeville-Sängerin und -Tänzerin. Billy Eckstine (* 8. Juli 1914 in Pittsburgh, Pennsylvania als William Clarence Eckstein; † 8. März 1993 ebda.) war ein US-amerikanischer Jazzsänger und Bandleader, der auch Trompete, Posaune und Gitarre spielte. Coleman „Hawk“ Hawkins (* 21. November 1904 in St. Joseph, Missouri; † 19. Mai 1969 in New York) Earl Kenneth Father (Fatha) Hines (* 28. Dezember 1903[1] in Duquesne, Pennsylvania; † 22. April 1983 in Oakland, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Jazz-Pianist und Bandleader Edward Kennedy „Duke“ Ellington (* 29. April 1899 in Washington D. C.; † 24. Mai 1974 in New York) Ethel Waters (* 31. Oktober 1896 im Chester County, Pennsylvania, USA; † 1. September 1977 in Los Angeles, Kalifornien) Jean „Django“ Reinhardt (* 23. Januar 1910 in Liberchies, Belgien; † 16. Mai 1953 in Samois-sur-Seine bei Paris), Gitarrist, Komponist und Bandleader, gilt als ein Begründer des europäischen Jazz. Louis Jordan (* 8. Juli 1908 in Brinkley, Arkansas; † 4. Februar 1975 in Los Angeles) war ein afroamerikanischer Jazz- und Rhythm and Blues-Musiker. Er wird auch der Vater des Rhythm and Blues genannt. Louis Daniel „Satchmo“ Armstrong (* 4. August 1901 in New Orleans; † 6. Juli 1971 in New York) Sarah Lois Vaughan (* 27. März 1924 in Newark, New Jersey; † 3. April 1990 in Los Angeles, Kalifornien) war eine US-amerikanische Jazz-Sängerin und Pianistin. Tommy Dorsey (eigentlich Thomas Francis Dorsey, * 19. November 1905 in Shenandoah, Pennsylvania; † 26. November 1956 in Greenwich, Connecticut) war ein US-amerikanischer Jazzmusiker (Posaunist und Trompeter). Trixie Smith (* 1895 in Atlanta, Georgia; † 21. September 1943 in New York City) war eine US-amerikanische Blues-Sängerin. Alle Angaben zu den Musikern wenn nicht anders angegeben aus Wikipedia.
Wen es interessiert, in dieser Serie sind eine ganze Reihe von CDs erschienen. Bislang bekannt (und mittlerweile in meinem Besitz) sind: Coffee Break Jazz Country Club Jazz Garden Time Jazz Jazz on the Beach Jazz to wake up to Last Call Late Night Jazz Lonesome Jazz Open Road Jazz Rainy Afternoon Jazz Siesta Time Jazz Three Martini Jazz