California Gangster
11.07.2011
Pro:
Gangsterhiphops Last man Standing
Kontra:
siehe pro
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 Senilm
Über sich:
FREE Musicjournalism // The world ends on a sunny day // Sympathy for Empathy // Alive and kicking....
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Jayceon Terrell Taylor ist ein Gangster. Ein millionenschwerer. Geld hat er aber nicht mit Drogenverticken gemacht, sondern als Rapper. Mit der richtigen Inszenierung katapultierte er sich 2005 mit „The Documentary“ gleich an die Spitze des Westcoast-Rap. Bis dahin hatten eigentlich alle gedacht, daß seit Tupac Shakurs und Notorious BIGs Ermordung, dieser Ostküsten-, Westküstenkrieg ausgestanden wäre, aber Jayceon aka THE GAME legte sich gleich mit 50 CENT an, welcher zu dieser Zeit gerade das Chartgeschehen weltweit bestimmte. Klar, daß da die Kids auch zu THE GAMEs Scheibe griffen. „LAX“ ist das mittlerweile dritte Album des 28jährigen Freizeitgangsters. Wie schon bei den Vorgängern wurde auch hier auf die Inszenierung geachtet, der ganzkörpertätowierte Jayceon hat sich Größen wie RAEKWON, LUDACRIS, COMMON, NAS, KEYSHIA COLE & ICE CUBE ins Studio eingeladen, da bleiben nicht mehr viele Tracks welche er ohne Unterstützung angeht. Wobei er diese normalerweise nicht bräuchte, mit Eiern dicker als Tennisbälle marschiert er breitbeinig durch seine „Hood“ und erklärt uns Unwissenden erstmal, daß wir sowieso keine Ahnung vom „echten“ Gangsterleben haben. Lauscht man seinen späteren Ausführungen besteht dies hauptsächlich darin, mit halbautomatischen Waffen rumzufuchteln, in dicken Cabrios durch die Gegend zu cruisen und Nikes zu tragen. Anscheinend ist die Schleichwerbung auch im Gangsterrap schon angekommen, aber seine Affinitität für die Treter der griechischen Göttin ist ja schon seit dem ersten Album bekannt.
Musikalisch präsentiert sich „LAX“ mit typischen Westcoast-Sound. Die Bässe sind etwas zahmer als die Ostküstenbounce, dafür gibt’s Dr.Dre patentierte Synthesizerflows und jede Menge kalifornische Sonneneinstrahlung. Bestgehört bei „State of Emergency“ auf welchem THE GAME den altersschwachen ICE CUBE mit dem Rollstuhl durch den Track fährt. ICE CUBE hat seit dem ultraaggressiven „Predator“ eh nur noch als Friseur gearbeitet, bevorzugt in Hollywood. Neben Dicke-Hose-Titeln wie „Bulletproof Diaries“, „My Life“ und „House of Pain“ verliert sich THE GAME oft und gerne in Huldigungen ( Never can say goodbye ) an die ermordeten Rapper Tupac Shakur und Notorious BIG. Nur um festzustellen, „in california niggers die for the money“. Dabei ist „Money“ flowtechnisch und lyrisch gesehen, ein gehaltvollerer Titel. Doch neben all den Explicit Lyrics fährt THE GAME nicht nur auf Steroide sondern auch auf Hormone ab. Die schissen Ihm z.B. bei „Angel“ in den Kopf. Einem schwurbelig groovendem G-Funk rehabilitierenden Track, welchen jedoch zuerst mal Erykah Badus Ehegatte COMMON in die rechte Form presst, bevor sich THE GAME ganz sugardaddylike lyrisch untenrum massieren lässt, etwas zurückhaltendern bleibt er bei „Gentleman´s Affair“. Doch das R´n`B Outfit steht seiner Unterstützung NE-YO wesentlich besser. Also doch lieber wieder mit der Glock 9 ans Mikro getreten. „Dope Boys“ geht mit Bässen hausieren wie Nutten mit Ihrem Körper, lässt im Backchoir aber die Kids singen. Für Nachwuchs ist gesorgt, für entsetzte Muttis auch. Denn THE GAME weis einen Coitus Interruptus genauso auszuschmücken, wie seinen Körper. Aber wenn die Testosteronproduktion überhand nimmt, muß man sich als Gangster eben in Szene setzen. Wer wäre dafür nicht besser als Ex-„Ruler of the World“ NAS. „Letter to the King“ ist zwar ein mellow fliessender Akustiktrack, schraubt dafür die lyrischen Ergüsse von NAS & THE GAME in, auf diesem Album, nicht mehr erreichte Höhen. THE GAME ist vielleicht der letzte, erfolgreiche Vertreter einer aussterbenden Rasse. Während die anderen literweise Champagner vor Saint-Tropez trinken fährt er immer noch mit der Halbautomatik durch seine Nachbarschaft. Wer´s glaubt weis nicht wie man Authentizität buchstabiert. „LAX“ wirkt fast wie ein Relikt. Es könnte auch 12 Jahre alt sein. Das weis THE GAME wohl auch, es ändert jedoch nicht daran, daß er derzeit zu den angesagtesten und auch textlich aktivsten Rappern gehört.
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Lax - The Game
Ausgabedatum: 2008-08-22, Audio CD, Interscope (Universal)
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13.07.2011 17:44
Das hast Du mal wieder schön blumig beschrieben. Trotzdem, für diese Art Mucke habe ich wenig übrig. Das geht mir gewaltig auf den Docht, wenn diese stark geschmückten Tannenbäume um die Wette rappen, brüllen und beatboxen und dabei mit ihren 9mm-Feuerzeugen herumfuchteln ...
11.07.2011 21:06
Jo, dufte Rapper und duftes Album. Bin mal gespannt ob sein "rotes Album" auch noch mal gut unterhalten kann. Lg