It’s like the jungle and he is the lion king
13.01.2003
Pro:
GZA
Kontra:
-
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
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 TheRealOCOG
Über sich:
In ca. 3 Wochen bin ich wieder zurück. Bis dann!!
Mitglied seit:11.02.2001
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 108 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Endlich ist es so weit, dass auch ich sagen kann – Ja, ich besitze es, das neue Album von GZA aka The Genius, das übrigens Ende 2002 auf den Markt kam, also sozusagen noch brandneu ist. Und klar, dass ich mich natürlich gleich einmal hinsetzen musste, um mich ausführlich mit dem Album zu beschäftigen. Ergebnis: Dieser Bericht hier ;-) GZA war von Anfang an als Rapper beim Wu Tang Clan dabei und hat seinen Style in all den Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Hatte sein 1995 erschienenes Soloalbum „Liquid Swords“ eine doch recht düstere Grundstimmung, merkte man seine Veränderung bei seinem nächsten Album „Beneath The Surface“ (1998) schon sehr deutlich. Die Songs sind nicht mehr ganz so düster gehalten, ein paar sogar recht fröhlich und partytauglich. Genauso ist es auch bei seinem neuesten Werk „Legends Of The Liquid Sword“.
Übrigens hat GZA aka The Genius schon vor Wu Tang Gründungszeiten sein erstes Album namens „Words From The Genius“ herausgebracht. Jetzt aber mal zum eigentlichen Gegenstand des Berichtes:
„Legends Of The Liquid Sword“ °*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*° Das Album besitzt 15 Tracks, wobei der erste – wie üblich – ein Intro ist. Was mir beim ersten Hören der CD schon mal sehr positiv auffällt, ist, dass es überhaupt keine Skits gibt. Und das heißt: ca. 50 Minuten pure Musik. Die Preise für „Legends Of The Liquid Sword“ reichen von 16,99 EURO bis zu über 20 EURO – zumindest habe ich das Album immer nur zu solchen Wucherpreisen gesehen. Ich selbst habe trotzdem ein Schnäppchen gemacht, indem ich die CD bei Ebay ersteigert habe – für 14 EURO, inklusive Versandkosten... (Ebay wird mir echt immer sympathischer :-D) Die Tracks °*°*°*°*°*°
Das „Intro“ leitet die CD perfekt ein. Wie damals auf GZAs „Liquid Swords“ erzählt auch hier ein Kind eine kleine Geschichte. Das Ganze ist mit asiatischen Klängen untermalt. „Audio Bio“ ist der erste Song der Platte. Er beginnt mit leisem Pianogeklimper, bis dann schließlich der Bass einsetzt und sporadisch ein paar Geiger auftreten, die dem Song erst so richtig Schwung geben. Das ganze klingt nach einem klassischen Track, erinnert mich an die späten Siebziger, frühen Achtziger, vielleicht auch deshalb, weil GZA von seiner (musikalischen) Vergangenheit erzählt. Sehr gut.
Mit „Did Ya Say That“ geht es weiter. Der Track klingt außerordentlich komplex und ungewöhnlich mit afrikanischen Buschtrommeln im Hintergrund und einer kurzen immer wiederkehrenden Melodie, die mich an alte Filme erinnert, in denen Privatdetektive in langen Trenchcoats um die Häuser schleichen und verdächtigen Personen nachspionieren ;-). Bei „Silent“ werden Ghostface Killah und Streetlife gefeatured. Der Beat ist eher monoton gehalten, wie man es so von Wu-Sachen gewöhnt ist und auch ein wenig melancholisch. Ghostface Killah’s Stimme passt perfekt zu dem Track, wie ich finde, wenn von ihm textlich gesehen auch schon besseres geboten wurde.
„Knock Knock“ ist als nächstes an der Reihe. Dieser Track war bereits als Single draußen, nur haben das – nehme ich mal an – nur die wenigsten mitbekommen. Der Beat ist spartanisch bis aufs Äußerste, jedenfalls hat man sich bei der Produktion nicht sonderlich viel Mühe gegeben. Nichtsdestotrotz strotzt der Track vor einer gewissen Stärke und lässt sich gut hören. Ach ja, die bösen Wörter sind hier zensiert. „Ya rap be the clips that's packed with lies, cowardlessly ya shoot up those innocent by's, extra long verses, 100 bars in length, the percentage of the truth in the rhyme is one-tenth...“ Wieder sehr Wu-untypisch wird es bei „Stay In Line“. Eine treibende E-Gitarre und ein hämmernder Bass sind hier tragende Elemente. Ein paar Bläser ;-) kommen hier und da dazu. Es gibt sogar einen gesungenen Refrain, den Santi White übernimmt. Das klingt sehr gewöhnungsbedürftig, so als wäre sie eben erst aufgestanden, aber dennoch passt es zu dem Song. Auch nicht schlecht.
„Animal Planet“ erinnert mich wie „Auto Bio“ an die späten Siebziger, frühen Achtziger. Ich finde der Beat harmoniert perfekt mit GZAs Stimme. Das Ganze klingt sehr entspannt. Textlich gesehen, vergleicht GZA hier sehr intelligent das Leben von diversen Dschungeltieren mit dem von uns Menschen. (Und gleichzeitig kann man hier eine Menge Tiernamen für den Englischunterricht lernen. Oder hätte hier jeder auf Anhieb gewusst, was ein „aardvark“ ist?? Lol) Bei „Fam (Members Only)“ geht es back to the roots sozusagen. Zusammen mit GZAs Wu Tang Kollegen RZA und Masta Killa wird hier über einen typischen Wu-Tang-Beat gerappt. Spartanisch und düster. Ab und zu taucht noch so ein Geräusch auf, das sich anhört wie das Geräusch, das man hört, wenn man beim msn-Messenger eine Nachricht bekommt (was mich am Anfang etwas verwirrt hat, weil ich mein msn ja gar nicht anhatte, lol),
Als ich den titelgebenden Song „Legend Of The Liquid Sword“ das erste Mal hörte, dachte ich schon, ich wäre plötzlich bei der falschen CD. Der Beat ist so ganz anders als man es gewohnt ist, klingt irgendwie nach Westcoast, aber mehr pseudo als wirklich gut. Ein mahlender Bass und der permanente schrille Ton im Hintergrund muten schon eher nach einem Track für z.B. einen Snoop Dogg an (schlagt mich!) und Allen Anthony macht mit seiner Kastraten-Stimme im Refrain auch den letzten Rest des Guten zunichte. Ach ja, mitten drin setzt der Beat einmal aus, um ihn mit einem Techno-artigen Sound wieder aufleben zu lassen. Experimentierfreude und Weiterentwicklung in aller Ehre, aber bitte nicht so. Den Song hättest du mal besser weggelassen (oder in ganz anderer Form aufs Album gepackt), lieber GZA! „Fame“ war mir schon vor der Veröffentlichung des Albums bekannt und stimmt mich schon wieder versöhnlich. Ein fetter Bass und ein G-Funk-artiges Pfeifen, das sich durch den ganzen Track zieht, mutet zwar auch nach Westcoast-Style an, klingt aber wesentlich besser als der vorherige Track. Schon allein wegen dem Text sollte man diesen Track einmal anhören. GZA macht hier in nahezu jedem Satz ein Wortspiel, das immer mit den Namen von Berühmtheiten zu tun hat (So wie das in den Anfängen der Bullyparade der Bully gemacht hat, Rubrik „Bully und die Tapete“, *gg *). Sehr interessant.
„Highway Robbery“ hat erst einmal einen annehmbaren Beat, so wie man sich das wünscht. Einen Refrain gibt es auch hier, vorgetragen von Governor Two’s. Das klingt schon sehr exotisch, nach Reggae oder so. Mal was anderes und es passt auch sehr gut. Hätte ich nicht gedacht. „Luminal“ klingt sehr düster und der Beat ist auch sehr spartanisch angelegt. Man muss sich reinhören bis man ihn richtig gut findet. Aber es wird schon ;-). Nichtsdestotrotz ein Song, den ich nicht alle Tage hören kann. Da muss ich schon in der richtigen Stimmung sein. Inhaltlich geht es um einen Mörder.
Bei „Sparring Minds“ gibt es wieder mal einen wu-typischen Beat und weil Inspectah Deck als Gast mit rappt, muss man wohl auch nicht mehr viel dazu sagen J. „Rough Cut“ erinnert mich vom Beat her an irgendeinen Song von Ghostface Killah’s Album „Supreme Clientele“, vielleicht liegt’s auch daran, dass der Track von RZA produziert wurde... Der Beat ist eher monoton zu nennen und immer wieder hört man Glas zerbrechen. Gefeatured werden Armel, Prodigal Sunn und 12 O’Clock, was eindeutig zu viel ist, da GZA hier kaum noch zum Zuge kommt. Nichtsdestotrotz ein akzeptabler Track.
„Uncut Material“ wurde vom Genius himself produced. GZA rappt hier noch mal allein, um zu zeigen, was er drauf hat. Zum Beat ist nicht viel zu sagen, eher monoton, zumindest bis so etwas wie eine kurze Melodie eintritt, die mich stark an ein Level von einem Game Gear Spiel namens „Ecco, the Dolphin“ erinnert (ich glaube, das war in dem Level mit der versunkenen Stadt, lol). GZA und sein Beat harmonieren bei diesem Track perfekt und er wird nicht nur deshalb gern von mir gehört. Ende, Mist! Noch mal von vorn hören...
Fazit °*°*° Ungewohntes Material kriegt man auf GZAs „Legend Of The Liquid Sword“ zu hören, das so gar nicht nach Wu Tang klingt. Das muss es ja auch nicht, so lange man sich nicht zum Schlechten verändert... Stellenweise mutet dieses Album für mich fast schon ein wenig wie eine Gratwanderung zwischen Underground und Kommerz an, mit all den einprägsamen Refrains etc. (oder wie ein Hilfeschrei nach einer größeren Hörerschaft, auch wenn GZA das eigentlich nicht nötig hat.) Jedoch wird das Album, und da bin ich mir ziemlich sicher – trotzdem Underground bleiben und nur den Kennern bekannt sein. Trotz dem fehl am Platz wirkenden Song „Legend Of The Liquid Sword“ (mit dem völlig unpassenden Gesang von Allen Anthony – vielleicht gewöhne ich mich ja irgendwann daran??) gebe ich der CD alle Sterne. Ansonsten lässt sich die CD nämlich problemlos durchhören, wenn man sich an den ein oder anderen Track vielleicht auch erst gewöhnen muss. Empfehlen würde ich das Album auf jeden Fall erst einmal jedem echten Wu Fan und in eingeschränktem Maße auch den anderen HipHoppern da draußen. Der Rest sollte vielleicht besser die Finger davon lassen (oder wenigstens erst einmal intensiv reinhören, bevor man die Scheibe kauft...)
© The Real OCOG, 2003
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23.01.2003 18:58
HipHop ist nun gar nicht mein gebiet, aber wenn, dann höre ich höchsten Nelly! gruß René
21.01.2003 18:32
klasse bericht. cya chris
20.01.2003 21:51
Not my cup of tea, wie du ja weißt ;) Kann mich aber düster erinnern, auch mal Wu-Tang (lang lang ist's her) gelauscht zu haben. Greeetzl noch, Kaess