...) Light the Universe feat. Candice Night, 5:01 Minuten
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Ein stimmungsvolles Intro aus geheimnisvollen Klangsphären kommt langsam an die Ohren, nachdem ich bei ziemlich leisen Boxen schon erst dachte, dass man mich verhunzen wollte.
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lohnt sich nur wegen einem Song und dem Video, Preis zu hoch
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Wir schreiben das Jahr 2006, so etwa um den April oder Mai rum - auf jeden Fall wieder zur etwas wärmeren Jahreszeit. Seit dem 31.10.2005 ist das neueste Helloween-Album "Keeper of the seven keys - The Legacy" auf dem Markt, ungefähr einen Monat vorher erschien bereits die umstrittene Single "Mrs. God". Und nun, über ein halbes Jahr nach Veröffentlichung des Albums und nach Abwicklung der "regulären" Tour (bevor man sich an die Festivals wagte), erscheint eine weitere Single aus diesem Album... Warum?
Na gut, alle Skepsis beiseite geschoben, runde 9,- € (für eine Single m.E. verdammt viel!) zusammengespart und ab in den Laden, gekauft das Teil, schließlich steht ja der Name "Helloween" drauf.
--------------------- Die Band --------------------- Die Band "Helloween" existiert bereits seit 1984, von der ursprünglichen Besetzung sind allerdings nur noch Michael Weikath (Gitarre) und Markus Großkopf (Bass) übrig. Durch diverse bandinterne Probleme musste es zu mehreren Besetzungswechseln kommen. Das aktuelle Line-Up der Band besteht seit 2005 aus: Michael Weikath (Gitarre) Markus Großkopf (Bass) Andi Deris (Gesang seit 1994) Sascha Gerstner (Gitarre seit 2002) Dani Löble (Schlagzeug seit 2005)
Wer die Bandgeschichte komplett nachvollziehen möchte, dem sei ein Blick auf die offizielle Homepage (www.helloween.org) ans Herz gelegt.-------------- Die Optik ------------- Die CD kommt in einem (wie ich finde sehr unpraktischen) Pappschuber daher. Auch wenn das Wort "Digipak" hierfür sehr beliebt geworden ist: Für mich ist und bleibt es ein Pappschuber - und die mag ich nicht. Aber ich schätze, damit muss ich mich heutzutage abfinden, schließlich gibt es immer weniger CDs in "richtigen" Hüllen.
Das Cover, das ihr auch auf der Produktseite sehen könnt, zeigt eine Art Kiste (die auch im Video vorkommt - aber dazu später), in der 7 Schlüssel stecken - ein klarer Hinweis auf den Titel des aktuellen Albums "Keeper of the seven Keys - The Legacy" (welcher übrigens auf den beiden größten Erfolgen der Band aufbaut: Keeper of the seven Keys pt. 1 und 2). Graphisch ist es sehr nett gestaltet und sprüht irgendwie etwas Geheimnisvolles aus, zumindest wenn man das Video nicht kennt. Die Gruppe, auf die letzeres nicht zutrifft (die also das Video zum Song schonmal gesehen haben), weiß aber auch sofort beim Anblick des Covers, worum es geht. Insofern schonmal ein Pluspunkt.
Ansonsten ist die Scheibe optisch eher unspektakulär (aber atmosphärisch) gestaltet, das Hauptaugenmerk liegt offensichtlich auf dem Inhalt, also der Musik. Da auf der Rückseite des Pappschubers noch das Musikvideo zum Song als "Track" aufgelistet ist, beschließe ich, dass es wohl besser ist, das Teil in den Laptop zu schieben und zu gucken, was passiert. .... ... Naja, zunächst passiert erstmal nichts, weil mein Laufwerk lange zum Laden benötigt, aber dann kann ich mir zuerst mal die Songs anhören - wie ich es auch vorhatte. Also neue Überschrift:
------------------------ Die Songs ------------------------
~~~~~~~ 1.) Light the Universe feat. Candice Night, 5:01 Minuten ~~~~~~~ Ein stimmungsvolles Intro aus geheimnisvollen Klangsphären kommt langsam an die Ohren, nachdem ich bei ziemlich leisen Boxen schon erst dachte, dass man mich verhunzen wollte. Es setzen unverzerrte Gitarren und ein Piano ein, simple Harmonik, simple Rhythmik, aber effektiv - die Atmosphäre vertieft sich. Schon beginnt Andi Deris zu singen - wenn auch nicht so gut wie bei früheren Balladen wie "Forever and One" oder "In the middle of a heartbeat". Aber schon nach zwei Zeilen - Überraschung - läuft mir ein Schauer über den Rücken: Candice Night, ansonsten bei Blackmore's Knight tätig, setzt ein mit ihrer sanften, emotionalen Stimme. Alleine beim Rückblick daran läuft mir ein Schauer über den Rücken ;)
Das Abwechsel-Spielchen geht ein Weilchen so weiter, nun mit Bass und Schlagzeug. Im Pre-Chorus findet, u.a. durch den Einsatz gedämpfter verzerrter Gitarren eine deutliche Steigerung statt, die im Refrain ihren eindrucksvollen Gipfel erreicht. Gänsehaut pur! Sehr schöne Melodieführung und sehr gefühlvoller Gesang von Deris und Night gemeinsam.
Das ganze jetzt noch einmal, und mit einem stimmungsvollen Break zum Solo des "neuen" Gitarreros Sascha Gerstner übergeleitet. Es ist zwar sehr kurz, aber prägnant und sehr schön gespielt.
Ein geiler Song!
~~~~~~~ 2.) If I Could Fly (Live from Sao Paolo) ~~~~~~~
Der erste Bonustrack des Albums, der eigentlich unnötig ist, da schon bald das Live-Album der "Legacy"-Tour erscheinen würde... aber es ist für mich schön, dass sie meinen Favoriten vom "The Dark Ride"-Album hierfür ausgewählt haben. Ein guter Einblick in die Stimmung und die Qualität des - damals noch "bald erscheinenden" - aktuellen Live-Mitschnitts.
~~~~~~~ 3.) Revolution, 5:06 Min. ~~~~~~~ Kommen wir nun zum ersten "echten" Bonustrack - und zugleich dem einzigen. Geschrieben wurde dieser Song von Bassist Markus Großkopf, der es irgendwie immer schafft, einen Song "nur" als B-Seite zu haben. Unverständlich.
Der Song selbst beginnt sehr druckvoll, mit geschicktem Chor-Einsatz - fast schon episch. Das danach kommende Riff erinnert ein wenig an frühere Helloween-Songs, was aber nicht weiter stört, da es immer noch genug Eigenständigkeit besitzt. Dieser Uptempo-Song wird von sehr viel Power dominiert, ist also quasi ein "Standard"-Helloween-Song, mit viel Double Bass und langgezogenen Tönen im Gesang beim Refrain, dessen Melodie wiederum erwartetermaßen eingängig ist. Nach Schema F folgen nun erneut Strophe und Refrain, bevor zu einem interessanten Solo-Part eingesetzt wird, der mal wieder die technischen Finessen der beiden Gitarreros gut zeigt. Vor allem Sascha Gerstner weiß mit Tapping-Einlagen zu gefallen, während Michael Weikath mehr Wert auf Läufe und saubere Bendings legt. Der nun folgende Midtempo-Teil greift durch den Keyboard-Einsatz erneut die Stimmung vom Intro auf und geht gut in den letzten Block, beginnend mit nem Refrain (wer hätt's erwartet...) über.
Im Großen und Ganzen ein sehr traditionell gehaltener Song, der durch seine Atmosphäre und die Power sehr zu gefallen weiß. Schade, dass es nur ein Bonus-Track ist...
Auf der japanischen Version dieser Single findet man übrigens eine Version von "Light the Universe" ohne Candice Night. Die würde ich gerne mal hören, aber leider ist mein Japanisch zu schlecht, als dass ich mir die CD bestellen könnte ;) Außerdem hab ich doch keine Yen...
~~~~~~~ 4.) (5.) Light the Universe (Video) ~~~~~~~
Strenggenommen haben die Leute ein "s" hinter dem Wort "Video" vergessen, denn man kommt direkt in den Genuss, sowohl die (gekürzte) Fernseh-Fassung als auch die ungekürzte Fassung des Videos zu sehen - Pluspunkt!
Das Video selbst ist in meinen Augen auch das bisher beste in der Geschichte der Band. Es beginnt mit einem Blick durch eine Glaskugel auf das "house up the hill", von dem in der ersten Zeile des Songs die Rede ist. Dort liegt ein kleiner Junge in so etwas wie einem Sarg - schlafend (?). Andi Deris und Candice Night sind jeweils in unterschiedlichen Räumlichkeiten zu sehen, allerdings beide in einem Schloß bzw. einer Burg, was für die Atmosphäre des Songs passender nicht hätte sein können. Erst zum Refrain sieht man sie gemeinsam mit dem Rest der Band, was durch die Gestik und Mimik von Candice noch einmal den Gänsehautfaktor, den der Song sowieso schon mit sich trägt, erhöht.
Es ist sogar eine kleine Randstory dabei: Die für Helloween-Fans legendären "Keeper" (ich dachte immer, das wäre nur einer - im Video sind es 7...) versammeln sich um eine Kiste (die vom Cover) und öffnen sie zum Schluss des Songs mit ihren Schlüsseln gemeinsam, woraufhin ein heller Lichtstrahl daraus hervortritt und den Jungen zum Leben erweckt. Der beseitigt zu guter letzt noch die Wolken aus dem Himmel und das Gänsehautlevel hat ihren absoluten Höhepunkt erreicht. Einfach nur ein schönes und sehenswertes Video (könnt ihr euch auch mal auf youtube ansehen)!
------------- Fazit ------------
Im Großen und Ganzen also eine Single, die sich eigentlich nur wegen des Bonustracks "Revolution" und der Videos lohnt, denn die Live-Version von "If I Could Fly" kann man sich besser im Zusammenhang auf der Live-Scheibe anhören.
Dafür ist der Preis mit ca. 8,99€ dann allerdings doch etwas zu hoch, weshalb ich einen Stern Abzug gebe.
Da Songs und Video allerdings einfach nur geil sind, bleibe ich bei einem "Empfehlenswert" - sofern man das Geld übrig hat - und 4 Sternen.
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