.beatsteaks
10.06.2007
Pro:
rockige und abwechslungsreiche Scheibe mit zahlreichen großartigen Songs
Kontra:
31 Minuten Spielzeit für ein Vollpreisprodukt sind eine Frechheit
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
mehr
 Schlucke
Über sich:
Copy & Paste-Service für alle ungeduldigen User: "sh & lg", "sh & glg", "gl...
Mitglied seit:10.05.2007
Erfahrungsberichte:298
Vertrauende:10
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 60 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Gerade einmal 31 Minuten Musik für ein Vollpreisprodukt? Eigentlich eine Frechheit, was sich die Beatsteaks aus Berlin da erlauben. Doch nach dem famosen Werk "Smack Smash" aus dem Jahre 2004 habe ich mir ".limbo messiah" sofort am Erscheinungstag gekauft. Der Opener "As I please" klingt noch am ehesten nach dem alten Material: eine schnörkellose Rocknummer, die angenehm ins Ohr geht. Damit sind jedoch die konventionellen Nummern fast schon abgehakt, denn danach folgt mit "Jane Became Insane" die erste Singleauskopplung. Ein Song, dem die Sonne dermaßen aus dem Arsch scheint, dass schlechte Laune kaum eine Chance hat. Gemäß dem Songtitel gestaltet sich der Song sehr facetten- und abwechslungsreich. Zum einen, weil Drummer Thomas zum ersten Mal einen Teil des Gesangs übernommen hat. Zum anderen, weil im Song ständig etwas passiert: entweder der coole Refrain, die todsicheren "nanana"-Parts oder das geile Gitarrenriff gegen Ende. Von vorne bis hinten eine gute-Laune-Nummer, die sich zwar musikalisch stark von den "Smack Smash"-Songs unterscheidet, dennoch typisch nach den Beatsteaks klingt.
"Sharp, Cool & Collected" fegt danach mit gehörigem Tempo aus den Boxen - das ist recht rohe Musik mit der bisher auch bissigsten Gesangsleistung von Sänger Arnim. Besonders die ultraschnell gesungene Textstelle "If the whole world goes kaputt I can take it" gefällt (nebenbei: ohne Booklet hätte ich nie rausgefunden, dass er da tatsächlich "kaputt" singt). Titel Nummer vier, "Meantime", stellt eine melodische, halbballadeske Nummer im mittleren Tempo dar. Nicht unbedingt innovativ, der eingängige Refrain rettet die Nummer aber davor, im Kontext des Albums unterzugehen. Es folgen nämlich zahlreiche weitere Knaller; das basslastige "Demons Galore" gibt schnell Vollgas, während "Cut off the Top" ruhig beginnt, um dann spätestens bei den gepitchten "Kreuzberg, Kreuzberg"-Rufen einen eigenen Charakter zu entwickeln. Ansonsten besitzt auch dieser Song genug Sommerfeeling, da er angenehm vor sich hingroovt und durch die eingesetzten elektronischen Spielereien gewinnt der Song an Eigenständigkeit.
Die größte Überraschung des Albums verbirgt sich hinter Titel 8, der da "She wasGreat" heißt. Hier singt Arnim nämlich mit hoher Falsettstimme vor einer sehr zurückhaltenden Instrumentierung. Ein cooles Stück, das durch seine langsame Gangart und den schon erwähnten Gesang allerdings einige Eingewöhnungszeit benötigt. In "Soljanka" variiert Arnim sehr häufig mit seiner Stimme und wechselt mal von ruhigem Gesang zu (kontrolliertem) Geschrei, was aber irgendwie alles geht. Musikalisch geht das gute Stück wieder deutlich mehr in Richtung (Punk-)Rock; es besitzt eine sehr ruhige Zäsur in der Songmitte und stellt mit knapp 4 Minuten den längsten Song des Albums dar. "Hail to the Freaks" danach zeichnet sich durch den beruhigenden Gesang von Arnim aus, das ganze Stück groovt einmal mehr lässig vor sich hin. Da sitzt man gerne im Stuhl und wippt beim Hören mit.
Der Rausschmeißer "E-G-O" vereint dann schließlich noch einmal alles, was die Beatsteaks ausmacht: Spaß, großartige Hooklines (diesmal mit Piano) und Abwechslung - hier u.a. durch den Gesang von Gitarrist Peter Baumann. Im mittlerweile fünften Studioalbum ziehen die Fünf aus Berlin einmal mehr alle Register ihres Könnens. ".limbo messiah" zündet allerdings nicht sofort. Zu schnell rauscht die Platte bei den ersten Durchgängen am Hörer vorbei und echte Fixpunkte sucht man (zunächst) vergebens. Einzig "Jane Became Insane" und "She was Great" stechen sofort heraus. Nimmt man sich jedoch die Zeit, das Album genauer anzuhören, dann entdeckt man zahlreiche Songperlen, verschnörkelte Melodien, schöne Gitarrenparts und eine gelungene Mischung aus heftigeren und ruhigeren Stücken.
Man kann es daher drehen und wenden, wie man will: durch dieses Album zementieren die Beatsteaks eindeutig ihren Ruf als eine der besten deutschen Rockbands und einmal mehr haben die Ärzte recht, wenn sie in "Unrockbar" singen "Wie kannst du bei den Beatsteaks ruhig sitzen bleiben?" - das ist nämlich beim vorliegenden Album kaum denkbar. Beatsteaks - .limbo messiah As I Please Jane Became Insane Sharp, Cool & Collected Meantime Demons Galore Cut Off the Top Bad Brain She was Great Soljanka Hail to the Freaks E-G-O
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23.04.2010 00:18
Selbst nix über die Lieder schreiben aber bei mir rummeckern, dass sind die allerbesten, da kann ich dann auch nur hilfreich geben. Mein Bericht ist wesentlich hilfreicher wie dieser!
15.06.2008 12:40
Höre ich gerade, danke, sehr gut :o) ABER: "Ein Song, dem die Sonne dermaßen aus dem Arsch scheint" -> Ähhhm, und wie sieht sowas aus? :o)
20.10.2007 09:18
interessanter einblick. die gruppe sagt mir gar nichts. gut beschrieben. lg TOM