Die 2. Live-CD der Darmstädter Iren
22.03.2004
Pro:
Tolle Songs einer tollen Band
Kontra:
Mangelndes Live - Feeling
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 squarerigger
Über sich:
Besonders am Herzen liegt mir derzeit meine Meinung zur (Nicht-)Zukunft der Atomkraft. - Besucht me...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 73 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Nach langer Pause zu diesem Thema ist es mal wieder an der Zeit, daß ich mich dem Thema Musik widme. Ich möchte heute über eine Live-CD der doch nicht ganz unbekannten Deutschen Irish Folk-Band „Paddy goes to Holyhead“ aus Darmstadt berichten, die den sinnvollen Namen „Live“ trägt. *g* Vorweg möchte ich all jenen, die der Meinung sind, daß eine CD-Meinung nur dann lesenswert ist, wenn dort jeder einzelne Song haarklein analysiert wird, darauf hinweisen, daß ich das nicht so sehe – ich denke, daß es viel wichtiger ist, den Gesamteindruck der CD zu vermitteln. Die einzelnen Songs sollte jeder, der sich die CD anhört, doch bitte selbst beurteilen. Ich werde mich daher, wie ich dies bei meinen wenigen bisherigen CD-Meinungen getan habe, auf einige ausgesuchte Songs beschränken und die reine Tracklist ohne jegliche Wertung der Vollständigkeit halber mit erwähnen. Wer damit ein Problem hat und meint, allein schon deshalb die Meinung mit „wenig hilfreich“ oder noch schlechter bewerten zu müssen, weil nicht jeder Song haarklein beschrieben ist, für den habe ich nur ein verständnisloses Kopfschütteln übrig.
Doch nun genug der Vorrede, starten wir durch. Daß es in Deutschland eine recht große und auch teilweise wirklich gute Irish Folk-Szene gibt, dürfte zumindest all jenen, die sich für diesen Musikstil interessieren, bekannt sein. Bands wie „Fiddler’s Green“, „Wild Silk“, „Dhalia“, „Coalminer’s Beat“, etc. genießen einen recht guten Ruf. Zu den bekanntesten und erfolgreichsten Bands dieses Genres dürfte hierzulande die aus Darmstadt stammende Band „Paddy goes to Holyhead“ um Sänger und Gitarrist Harald Schmidt (nein, nicht der von Sat1 *g*) gehören. Eine Band gleichen Namens gibt es auch heute noch, diese hat mit der Band, die die CD, um die es hier geht, jedoch nur noch den Namen und das ein oder andere Mitglied gemeinsam, da sich die „alte“ Band vor einigen Jahren nach diversen personellen Veränderungen de facto aufgelöst hat.
Die CD „Live“, über die ich heute berichte, stammt aus dem Jahr 1998 und wurde im Rahmen der damaligen „Hooray“-Tour aufgenommen. Das Album „Hooray“ dürfte zusammen mit „Ready for Paddy“ zu den besten Albums der Band gehören, da auf diesen beiden Alben der Paddy-typische Sound (Irish Folk gepaart mit einer leichten Prise Rock) am besten rüberkommt. Wer Paddy goes to Holyhead schon mal live erlebt hat, der weiß, daß diese Band eine absolute Live-Band war - auf Studioaufnahmen kommt die Begeisterung der Musiker eindeutig nicht so gut wie auf einer Live-CD rüber; außerdem fehlen auf Studioaufnahmen die Sprüche von Harald und Co.
Insofern wurde die schon lange angekündigte Live-CD 1998 von den Fans sehnstüchtig erwartet. Genug Material dafür war sicher vorhanden, immerhin waren seit der vorigen Live-CD "Supermegaultraliveshow" drei Studio-CDs veröffentlich worden, nämlich die extrem erfolgreihe "Ready for Paddy", die unglücksselige, weil aufgrund eines Plattenvertrags bei einem großen Label viel zu sehr kommerzielle und viel zu wenig Paddy-typische "E.&O.E." sowie "Hooray", die Wiederauferstehung der Band nach diesem Desaster. Auch ich wartete damals sehnsüchtig auf die CD ... und wurde ein wenig enttäuscht. Sicher, die Musik kommt auf diesem Silberling wirklich gut rüber. Aber die Songs wurden einfach nur aneinandergereiht, es fehlen die Übergänge zwischen den Songs, die Moderationen, die Sprüche, Haralds Dialoge mit dem Publikum, kurz gesagt all das, was neben der Musik einen Live-Gig ausmacht. :-( Das ist in meinen Augen mehr als schade, denn das typische Live-Feeling kommt so nicht rüber.
Hätte man dies noch eingebaut, so wäre die CD einfach nur gut - man hat hier einen Querschnitt durch die Musik der Paddies von 1994 bis 1998, dazu ein paar ältere Stücke. Aber irgendwie fehlt der CD die Seele, und das ist mehr als schade - aber es bewahrheitete sich einmal mehr: nur live waren die Paddies tatsächlich die Paddies. So kann diese CD leider nur ein Abklatsch der tatsächlich früher bei den Konzerten der Band herrschenden Atmosphäre sein. Aufgenommen wurde die CD in folgender Besetzung:
Andi Kopp: Bass, Vocals Harald Schmidt: Leadvocals, Guitars, Bluesharp, Low Whistle Helen Mannert: Fiddle, Accordion, Vocals Kalle Spriestersbach: Drums, Percussions, Vocals Jürgen Köhler (teilweise): Piano, Keyboards, Accordion, Vocals Rüdiger Kist (teilweise): Piano, Keyboards. Insgesamt sind auf der CD 16 Tracks zu finden:
01) The Gipsies‘ Wedding Day 02) Bound around 03) Johnny 04) Let the young 05) Doolin 06) Turn me down 07) Hobo Train 08) Save My Soul 09) Wintertime 10) Little Boy 11) Red Rasta 12) Far away 13) Last Song 14) Johnny went to the War 15) Desiree 16) Titanic. Wie versprochen möchte ich nun auf einige ausgesuchte Songs, die in meinen Augen besonders hörenswert sind, eingehen.
The Gipsies‘ Wedding Day (Track 01): Gleich zu Beginn dieses Songs kommt das Instrument zum Tragen, welches zu nicht geringen Teilen die Musik der Paddies ausmache: die Geige. Bei diesem Song handelt es sich um ein altes irisches Traditional, sehr schnell gespielt und zum Mittanzen einladend.
Doolin (Track 05): In diesem Song verarbeitet Harald Erlebnisse seiner diversen Irland-Reisen, bei dener er sich auch mehrfach in dem kleinen Küstenstädtchen Doolin, in der Nähe der Cliffs of Moher gelegen, aufhielt. Diese wunderschöne Ballade mit Akkordeon ist eine Art Liebeserklärung an diesen Ort: „... It’s ten years ago I made up my way, please take me back to the bay!“.
Save my Soul (Track 08): Ebenfalls eine wunderschöne Ballade, die förmlich zum Träumen einlädt.
Red Rasta (Track 11): Hier stellt die Band einmal mehr ihre musikalische Vielfalt unter Beweis, denn es mischt sich Irish Folk mit Reggae – eine wahrlich interessante Mischung.
Johnny went to the War (Track 14): Der wohl erfolgreichste Song der Paddies – 50 Wochen in den Top Ten der Hörercharts des damaligen Radiosenders SWF3 (R.I.P.!) – ein sehr rockiges Stück mit ernstem Text.
Titanic (Track 16): Ein Frühwerk der Paddies, entstanden bereits zu Beginn der 90er – ein sehr, sehr melancholisches Lied, welches eindeutig besser zum Untergang der „Titanic“ mit rund 1.500 Toten passt als Celine Dions schnulziges „My heart will go on“.
Insgesamt stellt „Live“ einen respektablen Querschnitt über die Musik der Paddies in der 2. Hälfte der 90er dar. Wer sich für das Genre Folk-Rock begeistern kann, für den ist diese Scheibe sicherlich das Richtige. Der tolle Sound der Paddies kommt auf jeden Fall gut rüber, auch wenn sich das typische Live-Feeling wegen der fehlenden Übergänge zwischen den Songs nicht einstellen will. Dennoch kann ich diese CD auf jeden Fall weiterempfehlen, auch wenn ich wegen dem fehlenden Live-Feeling einen Stern abziehen muß. Über den Preis kann ich leider keine Aussage treffen, da ich die CD schon vor Jahren erworben habe und mein Gedächtnis nicht mehr das Beste ist. *g*
Der Vollständigkeit halber möchte ich noch erwähnen, daß im Booklet zur CD einige recht gelungene Fotos von Auftritten der Paddies zu finden sind.
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19.04.2004 15:47
Klar kenn ich die Paddies! Sind ja quasi meine Heimatband. Der Drummer wohnte nur einige Straßen von meinem Elternhaus entfernt. Ja, die sind schon gut!!!
28.03.2004 23:21
Nu eigentlich so gar nicht meine Musikrichtung... aber mal reinhören kann auch nicht schaden... *greetz* Marc A.
24.03.2004 23:12
Da bin ich genau deiner Meinung. EIn CD Bericht muss doch nicht jedes Lied einzeln erwähnen und genau beschreiben. Um sich davon ein Bild zu machen, muss man sie einfach hören... Schöner Bericht! LG Cat