Hörbar remastert und um acht Bonustracks ergänzt
13.07.2012
Pro:
Überzeugt von Klanqualität bis Aufmachung in sämtlichen Punkten
Kontra:
nichts - alle zuvor veröffentlichten Fassungen dürfen in den Ruhestand
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 Spassprediger
Über sich:
“We're all mad here. I'm mad. You're mad.” “How do you know I'm mad?” said Alice. “You must be,” sai...
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Man muss kein ausgesprochener Fan der Filmreihe um Ihrer Majestät besten Geheimagenten sein, um das Titelstück des 1973 gedrehten Beitrags der Serie zu kennen. Wer “Live and let die“ in der Originalversion von Ex-Beatle Paul McCartney und seiner damaligen Band “Wings“ verpasst hat, kennt es sicher wenigstens in der Coverversion von Guns’n Roses.
Das Jahr 1973 markiert insofern einen Wendepunkt in der Serie, als mit Roger Moore endlich ein neuer Akteur gefunden war, der den amtsmüden Sean Connery ablösen durfte. Connery spielte den Agenten zwar zehn Jahre später erneut, aber der hintersinnig betitelte „Feuerball“-Neuaufguss „Sag niemals nie“ war und ist eben kein Teil des regulären 007-Kanons. Mit Beatles-Produzent George Martin durfte zudem ein neuer Komponist den Taktstock schwingen – auf Haus-und-Hof-Komponist Barry warteten andere Aufgaben, und dem Vernehmen nach hatte sich der Komponist zudem zeitweise mit den Produzenten der Reihe überworfen. Am musikalischen Markenzeichen der Serie, dem weltberühmten “James Bond Theme“ rüttelte natürlich auch Martin nicht, und so begegnet uns das Motiv auch auf “Live and let die“ verschiedentlich – mal interpoliert Martin das Motiv in ein anderes Stück (“Bond Meets Solitaire“, “Trespassers will be eaten“), zum Ende des regulären Plattenschnitts taucht das Thema noch einmal solo auf. Was Kennern sofort auffallen dürfte, ist der vergleichsweise große Anteil von sogenannter “source music“, die den 1973er Score prägt – ob “Just a closer walk with thee“, “Baron Samedi’s Dance of Death“ oder “Fillet of Soul“, bei all diesen Stücken handelt es sich um Musik, die nicht der reinen Unterlegung von Szenen dient, sondern in der betreffenden Szene eine zentrale Rolle spielt (so, ich glaube, damit habe ich den Begriff ein weiteres Mal umschrieben, ohne mich zu wiederholen).
Die Unterschiede zum direkten Barry-Vorgänger “Diamonds are Forever“ sind ebenso unverkennbar wie die zwischen Barrys 1979er Score für “Moonraker“ und dem Score, den Bill Conti („Rocky“) für das Folgeabenteuer “For your eyes only“ geschrieben hat. Die Scores von Conti und Martin zollen deutlich erkennbar dem jeweiligen Zeitgeist Tribut, und obgleich ich mich daran zunächst einmal gewöhnen musste, habe ich die beiden Ausreißer im Laufe der Jahre genau dafür schätzen gelernt. Nichts gegen die musikalische Graue Eminenz der Bondfilme John Barry, aber der frische Wind, den George Martin durch den 1973er Bond wehen lässt, tut der Serie gut, und für meine Begriffe passt Martins Score nicht weniger gut zu “Live and let die“ als jeder der vorangegangenen Barry-Scores zum jeweiligen 007-Abenteuer. Die von EMI Music anlässlich des 40. Jubiläums der Filmreihe neuveröffentlichte Fassung des Scores zählt zu denjenigen Scores der Serie, die man zur Feier des Tages nicht nur neu abgemischt, sondern um zuvor unveröffentlichtes Material ergänzt hat. Aus den 14 Stücken des Originalplattenschnitts und der CD-Erstveröffentlichung sind 22 geworden, und obgleich die hinzugekommenen Stücke vielleicht nicht unentbehrlich sind, machen sie diese Fassung des Scores zur vollständigsten, die erhältlich ist. Zum für Interessierte bestmöglichen Kauftipp wird die CD allerdings schon allein durch das Remastering, das man den Bändern für die neue Auflage spendiert hat – der ganze Score klingt merklich druckvoller und wirkt deutlich transparenter als die zuvor veröffentlichten Fassungen.
R e s ü m e e
George Martin taucht Altbewährtes in neue Klangfarben und bläst so frischen Wind in Roger Moores Debüt als Agent 007. Die 2002 anlässlich des 40. Jubiläums der Filmreihe neuaufgelegte Fassung des Scores überzeugt durch sauberes Remastering und nimmt zudem mit acht zusätzlichen Stücken für sich ein – wer nach einem guten Grund sucht, die alte Vinylscheibe oder das Exemplar der CD-Erstauflage in Rente zu schicken, findet sie in Form dieser Veröffentlichung. Prädikat: in allen Belangen sehr empfehlenswert.
Die Stücke auf der CD
Der Original-LP-Schnitt: 1. Live and Let Die - Paul McCartney & Wings [3:12] 2. Just a Closer Walk With Thee/New Second Line - Duke Dejan [2:16] 3. Bond Meets Solitaire [2:41] 4. Whisper Who Dares [1:43] 5. Snakes Alive [2:42] 6. Baron Samedi's Dance of Death [1:42] 7. San Monique [1:58]
8. Fillet of Soul/Live and Let Die/Fillet of Soul [3:20] 9. Bond Drops In [3:35] 10. If He Finds It, Kill Him [1:20] 11. Trespassers Will Be Eaten [2:45] 12. Solitaire Gets Her Cards [1:51] 13. Sacrifice [3:21] 14. James Bond Theme [1:48] In dieser CD-Ausgabe neu hinzugekommen:
15. Gunbarrel/Snakebit [1:31] 16. Bond to New York [2:48] 17. San Monique (alternate) [2:46] 18. Bond and Rosie [3:51] 19. The Lovers [2:10] 20. New Orleans [2:54] 21. Boat Chase [2:01] 22. Underground Lair [4:15]
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20.07.2012 08:05
auch etwas für mich. LG Matthias
15.07.2012 12:29
immerhin scheint dies musikalisch ein Treffer zu sein, Roger Moore fand ich als 007-Besetzung nicht ganz so perfekt (fand ihn früher etwas schmierig daherkommend);-)
14.07.2012 21:44
SH