Erfahrungsbericht über

Mad World (Maxi-CD) - Andrews, Michael Feat. Jules, Gar

Gesamtbewertung (3): Gesamtbewertung Mad World (Maxi-CD) - Andrews, Michael Feat. Jules, Gar

 

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Musik ist eine Reflexion der Zeit ...

5  24.03.2004

Pro:
stimmt nachdenklich, super schnön

Kontra:
-  -  -

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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MRSA

Über sich: "Wer nicht auf seine Weise denkt, denkt überhaupt nicht." (Oscar Wilde)

Mitglied seit:03.10.2001

Erfahrungsberichte:32

Vertrauende:31

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 114 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

... in der sie entsteht.

wenn man den Worten von Diana Ross (Titelzitat) Glauben schenkt, dann leben wir in einer Welt in der grau die dominierende Farbe ist. Einer Welt die vom Alltag bestimmt ist und sich alles im Kreis zu drehen scheint, denn genau dieses Bild zeichnen Gary Jules und Michael Andrews in ihrem Song „MadWorld“.


Cover und Design
-------------------------
Naja es handelt sich um eine Maxi-CD und da halten sich künstlerisches Talent und ausschweifendes Design oft zurück. Also ein Booklett gibt es nicht und den/die Songtexte sucht man auch vergeblich (leider). Das Cover ist meiner subjektiven Meinung nach eher nicht gelungen. Es ist schlicht schwarz und der Mitte findet man den Schriftzug „Madworld“. Soweit zwar schlicht aber durchaus ok. Nur leider werden sowohl Cover als auch CD mit einer Art Totenkopf mit Hörnern „verschönert“. Meines Wissens stammen diese Abbildungen aus dem Film zur Musik (oder umgekehrt) „Donnie Darko“ und im Sinne des Wiedererkennungswertes wurde dieses Symbol also auch auf die Maxi-CD übertragen. Nicht schön aber es geht ja um die Musik, also nun mal schnell zu den Songs.

Songs
----------

1. Mad World - Michael Andrews Feat. Gary Jules
2. No Poetry - Gary Jules
3. Mad World (Alternative Version)

Es gibt „komischerweise“ zwei Maxi-CDs. Eine mit eher blauem Cover und eine mit eher rötlichem Cover. Der Bericht dreht sich um die „blaue“ CD, die in meinen Augen auch die bessere Wahl ist. Ich habe in die zweite nur kurz reingehört und musste leider feststellen, dass „MadWorld“ in eine Art Discomix gepresst wurde. Der erstens in meinen Augen absolut schrecklich klingt und zweitens erscheint es mir sehr fragwürdig zu einem derartigen Lied (Text) zu tanzen, aber vielleicht ist dass auch nur ein weiterer Beweis für die „MadWorld“. Also wer den bekannten Song aus Radio und TV hören will, möge sich die blaue Edition kaufen.

Song 1: Madworld

Nun dieser Song war der Grund der mich zum Kauf dieser CD bewegt hat. Dementsprechend stand mein Urteil schon vorher fest. War es doch der Song, der mich seit langen mal wieder in den Bann gezogen hat und mich wieder einmal zum Nachdenken gebracht hat.

Für alle die den Song nicht kennen, es handelt sich um einer Coverversion des gleichnamigen Songs der Band „Tears for Fears“. „Madworld“ ist gleichzeitig der Titelsong des Films „Donnie Darko“. Er wird wie alle Songs der CD von Gary Jules (der mir bis dahin völlig unbekannt war) mit einer wunderschönen, sanften und gefühlvollen Stimme gesungen. Diese Ballade ist sehr melodisch und melancholisch zugleich und wird von Klavierklängen begleitet. Es ist eine ruhige fließende Musik ohne dramatische Geschwindigkeits- oder Lautstärkenwechsel. Dieses Lied mit einem andern Text könnte fast beruhigend wirken. Womit wir schon beim Text wären. Nun ich komme wohl nicht herum den Songtext hier zu posten, wenn ich darauf eingehen will.

All around me are familiar faces
Worn out places - worn out faces
Bright and early for their daily races
Going nowhere - going nowhere
And their tears are filling up their glasses
No expression - no expression
Hide my head I want to drown my sorrow
No tommorow - no tommorow

And I find it kind of funny
I find it kind of sad
The dreams in which I'm dying
Are the best I've ever had
I find it hard to tell you
'Cos I find it hard to take
When people run in circles
It's a very, very Mad World

Children waiting for the day they feel good

Happy Birthday - Happy Birthday
Made to feel the way that every child should

Sit and listen - sit and listen
Went to school and I was very nervous
No one knew me - no one knew me
Hello teacher tell me what's my lesson
Look right through me - look right through me

And I find it kind of funny
I find it kind of sad
The dreams in which I'm dying
Are the best I've ever had
I find it hard to tell you
'Cos I find it hard to take
When people run in circles
It's a very, very Mad World

Enlarging your world
Mad world

Soweit der Text, für alle die des Englischen nicht ganz so mächtig sind (zu denen ich mich auch zähle) ist am Ende des Berichts eine mögliche inoffizielle Übersetzung zu finden.

Nun wie schon erwähnt finde ich, dass der Text ein echtes Schwergewicht ist, obwohl die Interpretationen sicher auseinander gehen. Denn ganzen Text zu interpretieren entspricht sicher nicht der Zielstellung des Berichtes, deshalb will ich nur auf eine wenige Abschnitte eingehen, die mich besonders berührt haben.

Der Song beschreibt den Lauf der Zeit und den alltäglichen Trott des Lebens. Er beschreibt die Ziellosigkeit mit der die Menschheit durchs Leben schreitet und sich im Kreis zu drehen scheint. Deprimierend und zugleich realistisch wie ich finde. Er beschreibt die Schicksalsergebenheit mit der wir ins jeden Tag in den Alltag stürzen, um weiter auf der Stelle zu treten. Er beschreibt die Einsamkeit des einzelnen in einer Welt von Milliarden. In denen die Wünsche und Fragen des einzelnen nichts zählen, sofern er überhaupt fragt.. Der Mensch als einzelner ist nur ein weiteres bewegtes graues Objekt in unserem Leben. Ein Leben in dem vieles vorbestimmt ist und es wenig Platz für neue Gedanken gibt. Ein Leben in denen einzige Freude der Kinder es ist, Geburtstag zu feiern. Es ist zugleich verrückt als auch traurig, den eintönigen Lauf der Welt zu beobachten.

Die Zeile „The dreams in which I'm dying Are the best I've ever had.“ Ist ziemlich bewegend und erschreckend zu gleich. Obwohl ich für meine Person sagen kann, dass es nicht unrealistisch ist.

Zusammenfassend bedeutet der Song (für mich) eine Art Aufruf einen Ausbruch aus dem Alltag zu wagen und über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Die Welt ist verrückt und wird es immer bleiben. Wir müssen uns damit abfinden. Aber wie heißt in einem Stück der Ärzte „Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt so ist wie ist. Es ist nur deine Schuld wenn sie so bleibt.“

Wie gesagt, dass ist meine Interpretation des Textes und ich sage nicht, was ich Deutschklausuren auf meine Interpretationen bekommen habe.


Was fehlt noch, achja Song 2 und 3.

Das zweite Lied „NoPetry“ schleißt nahezu nahtlos an „Madworld“ an. Es ist ebenso ruhig und melodisch. Es ist ebenfalls ein schöner Song, der von zwischenmenschlichen Beziehungen und deren Veränderung handelt.

Lied 3 ist nur eine verlängerte Version von Song 1. Dazu kann man und braucht man nichts sagen, außer man hätte es auch weglassen können.


Preis
--------
Nun was gibt es über Preis von MaxiCDs noch zu sagen außer, dass 5,99 € die ich bei WOM bezahlt habe oder bei AMAZON bezahlen müsste für eine CD mit drei Songs (oder eher zwei) eigentlich zu viel sind. Aber diese CD lohnt sich wirklich. Es sind also gut investierte 6 €.


Fazit
-------
Es ist schön, dass es neben dem ganzen einheitlichen Mainstream Heiterkeitsgedudel auch noch echte Musik gibt. Alles in allem ist es eine sehr gefühlvolle und eindringliche CD, die bewegt und nachdenklich macht. Ich kann nur eine absolute Kaufempfehlung aussprechen.


So nun wie versprochen eine mögliche Übersetzung (vielen Dank Nadine):

Überall um mich herum sind bekannte Gesichter
Verschlissene Plätze – abgekämpfte Gesichter
Heiter und pünktlich für den täglichen Trott
Sie gehen nirgendwo hin
Und Tränen füllen ihre Augen
Ohne Ausdruck
Ich ziehe den Kopf ein, möchte meine Sorgen ertränken
Es gibt kein Morgen

Und ich finde es irgendwie lustig
Ich finde es irgendwie traurig
Die Träume, in denen ich sterbe,
Sind die besten, die ich je hatte
Ich finde es schwer, dir davon zu erzählen,
Denn ich finde es schwer zu ertragen,
Wenn Menschen sich immer im Kreis drehen.
Es ist eine ziemlich verrückte Welt.

Kinder warten auf den Tag, an dem sie sich wohlfühlen
Happy Birthday
Dazu gemacht, sich zu fühlen, wie jedes Kind sich fühlen sollte
Setz dich hin und hör zu
Als ich in die Schule kam, war ich sehr nervös
Niemand kannte mich
Hallo Lehrer, was steht auf dem Stundenplan?
Er schaute durch mich hindurch

Und ich finde es irgendwie lustig
Ich finde es irgendwie traurig
Die Träume, in denen ich sterbe,
Sind die besten, die ich je hatte
Ich finde es schwer, dir davon zu erzählen,
Denn ich finde es schwer zu ertragen,
Wenn Menschen sich immer im Kreis drehen.
Es ist eine ziemlich verrückte Welt.

Erweitere deinen Horizont
Verrückte Welt


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
StepUp

StepUp

28.10.2004 12:10

Dass der Song von TFF war wusst ich gar nicht... man lernt immer dazu =) schade dass du nicht noch mehr auf Song 2 eingegangen bist... aber deine Interpretation klingt sehr plausibel, obwohl man wahrscheinlich stundenlange Diskussionen über das Thema *alltagstrott' führn kann....

Maxima24

Maxima24

01.09.2004 22:44

Ich kannte das Lied bisher gar nicht und habe es erst vor paar Tagen im Fernsehen als Hintergrundmusik zu einer Serie gehört. Was das Cover betrifft kann ich Dir nur zustimmen: Als ich die CD heute in meine Anlage warf und mir das Cover ansah, kam ich doch leicht ins zweifeln, ob es sich nicht um ein Satanisten Song handeln würde, weil ich zuvor nie auf den text, sondern nur auf die Melodie geachtet habe *gg* Da bin ich ja sehr beruhigt......... *lach* Deinen Bericht finde ich sehr informativ und Du hast das Stück gut interpretiert. Sehr hilfreich finde ich, dass der Songtext eingebracht wurde. Und die Übersetzung, weil ich denke, dass es bestimmt noch einige gibt, die kein Englisch verstehen. Fazit: Dein Berich lässt nichts offen! Deshalb zücke ich die Höchstbewertung ;-)

mg1970

mg1970

17.05.2004 08:22

Normalerweise mag ich ja keine Coverversionen, aber diese hier finde ich sehr gelungen. Für mich der Anwärter für meinen persönlichen Hit des Jahres. Das Original habe ich auch schon von Anfang an sehr gern gehört.

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