Erfahrungsbericht über

Made in Japan - Deep Purple

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"Made in Japan" steht hier für echte Wertarbeit

5  05.08.2010

Pro:
Ein rundum ausgezeichnetes Werk

Kontra:
nix

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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Spassprediger

Über sich: “We're all mad here. I'm mad. You're mad.” “How do you know I'm mad?” said Alice. “You must be,” sai...

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Wir schreiben das Mesozoikum. Zum Missfallen der Dinosaurier zerbricht die Landmasse Pangäa in zwei Superkontinente. Einer davon spaltet sich wiederum in Nordamerika und Eurasien, aus dem anderen, Gondwana, gehen später Südamerika, Afrika, Indien, Australien und Antarktika hervor.


In den darauf folgenden 150 bis 220 Millionen Jahren geht es ebenfalls hoch her. Die Saurier nehmen den Miniaturisierungsprozess vorweg, für den später die japanische Elektronikindustrie berühmt werden wird, und entwickeln sich zu Vögeln, Kleinechsen und Komodowaranen. Der Mensch betritt die Bildfläche und denkt sich allerhandlei aus. In der Steinzeit erfindet er unter anderem das Feuer, weshalb auf die Steinzeit auch unmittelbar die Feuersteinzeit folgt. Bislang ernährte der Mensch sich vornehmlich von Sushi und Tartar, ab sofort gibt’s außerdem Leckeres vom Grill – die unmittelbare Folge: das Urzeit-Menü ist ab sofort leichter zu verdauen, weshalb unsere Altvorderen ihr Mittagsschläfchen ab sofort verkürzen können und so noch einmal mehr Zeit hinzugewinnen, in der sie noch viel mehr erfinden können.

Zwischenzeitlich hat sich Gondwana gefünftelt, und die Damen und Herren, die in einem der südlichen Teile leben, erfinden die Musik. Die Urmusik, die sie erfunden haben, nennen sie Blues. Noch etwas später kommen die Einwohner von Pangäa daher, stibitzen den Gondwanern die Noten und tun fürderhin so, als sei der Blues ihre ureigene Erfindung. Damit die Sache nicht so auffällt, geben sie dem Pangäa-Blues einen neuen Namen und sprechen von Stund an von „Rock“ und auch „Roll“ (das Rad ist inzwischen ebenfalls bekannt).
Soundcheck

Nur wenig später betreten Deep Purple die Weltenbühne, trennen den „Roll“ vom Rock, verschreiben sich dem musikalischen Fortschritt und lasses es sich gern gefallen, dass Musikjournalisten den Rock ihres speziellen Zuschnitts als „Prog Rock" bezeichnen. Auf dem Höhepunkt ihres Schaffens nimmt die Band ein Livealbum auf, das zu den besten Livealben der Rockgeschichte zählt. Sie nennt es "Made in Japan".

Wenn Deep Purple die Dinosaurier der Hardrockgeschichte sind, die sie laut einem arg strapazierten Klischee sein sollen, dann gehört, um ein weiteres Klischee zu bemühen, „Made in Japan“ zum Urgestein (harr, harr!) der Rockgeschichte.
Konzert

Auch von “Made in Japan“ gibt es mittlerweile verschiedene Ausgaben. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Veröffentlichung von “Made in Japan“ erschien eine Version, die neben den sieben Stücken des Original-Plattenschnitts außerdem die Stücke “Black Night“ und “Lucille“ bietet. Ich selbst bescheide mich allerdings seit Jahr und Tag mit der alten Version, und da ich die bis heute nicht durch ein Exemplar einer neueren Auflage ersetzt habe, wird sich daran wahrscheinlich auch nichts mehr ändern. Nicht einmal das Zauberwörtchen „remastered“ hat mich bisher dazu verleiten können, ein weiteres Mal Geld für einen Tonträger mit dem Titel “Made in Japan“ auszugeben. Ob das ein Versäumnis ist? Ich weiß nicht. Ich finde, “Made in Japan“ klang schon immer ziemlich gut; der Name des Produzenten Martin Birch, der in seiner Karriere unter anderem den Alben von Bands wie Whitesnake, Rainbow und Iron Maiden den richtigen Klang verpasste, steht für mich von jeher für schnörkellose, druckvolle Produktionen und für Alben, die auch klangtechnisch voll und ganz überzeugen.

Inhaltlich gesehen ist “Made in Japan“ eine Art frühe “Best of“-Compilation der Band. Das legendäre “Smoke on the water“, das mit seinem einprägsamen Gitarren-Riff eine Art Blaupause für ungezählte Heavy Metal-Songs werden sollte, darf ebenso wenig fehlen wie eine hörenswerte Version des nicht minder legendären “Child in time“ vom Album “In Rock“, das vor allem Sänger Ian Gillan einiges abverlangt. Der ist auf dieser Aufnahme aber noch merklich besser bei Stimme als in späteren Jahren und meistert die Anforderungen an seine Stimmbänder sehr souverän.

Vom Start weg zeigen Gillan und seine Mitstreiter sich in Bestform. “Highway Star“, das den musikalischen Einstieg bietet, klingt auf “Made in Japan“ um einiges adrenalingeladener und aggressiver als in der Studioversion auf dem Album “Machine Head“, auch “The Mule“ vom Album “Fireball“ (die Älteren unter Ihnen werden sich noch erinnern: Das ist das Stück, dessen Instrumentalteil in der TV-Serie „Die Vorstadtkrokodile“ immer dann angespielt wurde, wenn’s spannend wurde) verbreitet “live on stage“ noch ein bisschen mehr Glanz als im Studio. Auch “Strange Kind of Woman“ läuft erst live so richtig zur vollen Form auf; vor allem das musikalische Duell zwischen Gitarrist Blackmore und Sänger Gillan, bei dem Gillans Stimme zum Quasi-Echo von Blackmores Gitarre wird, war in der Folge für lange Zeit fester Bestandteil der Liveauftritte der Band; nicht immer fiel das Wechselspiel allerdings so überzeugend aus wie auf “Made in Japan“. “Lazy“ schwingt entspannt vor sich hin, bevor Deep Purple dann mit einer fast 20-minütigen Liveversion des Krachers “Space Truckin’“ noch einmal eindrucksvoll zeigen, warum die Band als einer der wichtigsten Vertreter des so genannten Progressive Rock der 70er Jahre gilt.

Da “Made in Japan“ die Band Deep Purple auf einem Höhepunkt ihres langjährigen Schaffens zeigt, bin ich fest davon überzeugt, dass die drei zusätzlichen Stücke der “Remastered Anniversary Edition“ den sieben Stücken der regulären Veröffentlichung qualitativ in nichts nachstehen – stünde ich heute vor der Entscheidung, mir “Made in Japan“ zuzulegen, würde ich mir ohne zu zögern die neuere Version kaufen. Da der Teil meiner Sammlung, der aus Veröffentlichungen von Deep Purple besteht, aber ohnehin recht umfangreich ist, genügt mir einstweilen mein Exemplar von “Made in Japan“ mit der kürzeren Laufzeit. Unterm Strich lautet meine Empfehlung: “Made in Japan“ ist eine ausgezeichnete Veröffentlichung, die man bedenkenlos in die Tonträgersammlung einreihen kann und sollte. Wer auf der Suche nach einer CD ist, die ihm einige der größten Erfolge der Band in tollen Live-Versionen bietet, kann Schlechteres tun, als in “Made in Japan“ zu investieren – nicht umsonst tauchen Auszüge von “Made in Japan“ nicht nur auf der “Best of“-Zusammenstellung “24 Karat Purple“ auf, sondern erscheinen immer wieder mal auf Compilations.

Die CD / meine Anspieltipps: 1, 2, 3

1. Highway Star 6:42
2. Child in Time 12:18
3. Smoke on the Water 7:37
4. The Mule 9:28
5. Strange Kind of Woman 9:52
6. Lazy 10:27
7. Space Truckin' 19:53

Zusätzliches Material, das nicht auf dem Original-Plattenschnitt erschienen ist:

8. Black Night 6:17
9. Speed King 7:25
10. Lucille 8:03


Bilder von Made in Japan - Deep Purple
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
mp3undlos

mp3undlos

06.08.2010 07:57

vom Feinsten in Szene gesetzt;-)

Tommy1959

Tommy1959

05.08.2010 13:59

Schlicht Kult! ;o) GLG Thomas

JimPanse1986

JimPanse1986

05.08.2010 13:02

DAS ist eine geile setlist, eine riiiichtig geile setlist! ich hör da mal rein, vor allem liebe ich highway star und halte ihn für den besten purple song ^^

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