Radio Eriwan, bitte kommen!!
27.07.2005
Pro:
viele integrierte Features, gute Suchfunktionen, Mehrfachtimerfunktion
Kontra:
schlechte Schnittfunktion, schwaches Druckcenter
Empfehlenswert:
Nein
 butler_carlo
Über sich:
Was gibt es schöneres, als in der Sonne auf der Terrasse zu sitzen und einfach nichts zu tun...
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Tja, in den letzten Monaten hat man viel gehört über illegale Downloads auf Filesharing-Plattformen und von den Werbespots, in welchen vor dem Raubkopieren gewarnt wird haben wir auch schön langsam die Nase voll. Wie aber sollen sich die Kids ihre Musikwünsche erfüllen, die meist sehr vielfältig sind? Eine einzelne CD von einem Interpreten reißt da schon ein gewaltiges Loch in das Taschengeldbudget, mehrere sind beinahe undenkbar und auch die Erzeuger sind nicht immer bereit für jeden neuen Sampler zu berappen. Also heißt es entweder verzichten oder in die Illegalität abrutschen. Drehen wir das Rad der Zeit ein paar Jahrzehnte zurück und beobachten wir den kleinen Butler Carlo, wie er mit gespreizten Fingern vor dem Kassettenrecorder sitzt und mit Spannung den Zeitpunkt abwartet, wenn der "böse" Radiomoderator endlich die Klappe hält und er endlich den heiß ersehnten Song vom Radio aufnehmen kann… doch leider… wieder quatscht dieser vermaledeite Moderator in die Aufnahme. In Zeiten des Internets geht das schon ein wenig leichter, denn Internetradios gibt es wie Sand am Meer und durch günstige, wenn nicht sogar freie Software lassen sich aufgenommene Songs präzise schneiden und ein etwaiges abruptes Ende eines Liedes butterweich ausblenden. Und das wichtigste: das Ganze ist "noch" legal! Nachdem wir allerdings bereits einiges an Freewareempfängern ausprobiert haben, wagten wir einen weiteren Schritt in Richtung bezahlter Software, von der wir uns schlicht und einfach mehr erwarteten und landeten schließlich bei Magix Webradio Deluxe.
Lieferumfang: °°°°°°°°°°°°°°° Wie bei allen Magix-Produkten wird eine einzelne Programm-CD und ein furchtbar dünnes Handbuch in eine überdimensionale Schachtel gepackt, die zu allem Übel auch noch einen zusätzlichen Flügel hat, damit man die Vorzüge des Programms bereits vom Schachteldeckel auf mehreren Seiten ablesen kann. Ist das wirklich notwendig? Wäre nicht eine Kunststoffhülle alla DVD-Hülle 10mal gescheiter, die man zukünftig auch als Aufbewahrungshülle benutzen kann, denn die Schachtel landet doch nur dort, von dem sowieso schon genügend vorhanden ist… nämlich im Müll. Installation: °°°°°°°°°°°°° Dies ist nun wirklich die leichteste Sache der Welt, denn eine CD in ein Laufwerk einlegen kann beinahe ein jeder. Kurz darauf erscheint ein Menü, in dem man entweder die Installation starten, die CD durchsuchen oder die Webseite von Magix über einen Link besuchen kann. Die Installation erfordert knapp 140 MB an Festplattenspeicher in der Vollinstallation, d.h. mit Videotutorial und allem drum und dran. Leider wird man bei der Installation auch mit einigen Goodies beglückt, die man eigentlich gar nicht haben möchte. Wer meint, er könnte die Installation vorher beenden oder auf Benutzerdefinierte Installation umschalten, der ist leider auf dem Holzweg, denn das ist leider nicht möglich. Diese Eigenart ist aber typisch für die Magix-Programme. Die Goodies können nachträglich zwar über die Systemsteuerung entfernt werden, trotzdem ist es lästig.
Die Programmfunktionen und die Arbeitsfenster: °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°° Nach
Bilder von Magix Webradio Deluxe
dem Anklicken des Links auf dem Desktop öffnet sich ein Programmfenster das auf den ersten Blick recht übersichtlich wirkt. Unter der Titelleiste befindet sich die Menüleiste und darunter eine Buttonleiste, mit der alle wichtigen Hauptfunktionen aufgerufen werden können. Die meisten Funktionen in den Menüs der Menüleiste können auch über das Kontextmenü aufgerufen werden, je nach Programmfenster handelt es sich dabei um unterschiedliche Funktionen.Den größten Teil des Programmfensters nimmt aber die Senderübersicht ein. Diese besteht aus 3 Registerblättern. Auf dem ersten Registerblatt finden wir eine vordefinierte Liste von Ordnern, in denen, sortiert nach Genre, die einzelnen Radiostationen aufgelistet sind. Es werden uns der Name des Senders, das Genre, der Übertragungstyp, also entweder MP3, WMA oder OGG-Vorbis, die Transferrate in kBit und die eigentliche URL angezeigt. Das zweite Registerblatt zeigt uns ein Explorerfenster, in dem unsere aufgenommenen Dateien angezeigt werden. Handelt es sich dabei um MP3-Dateien, werden auch die Titel und Interpreten aus den übertragenen ID3-Tags ausgelesen und eingeblendet. Durch Doppelklick auf den jeweiligen Titel kann bereits in diesem Fenster der Song abgespielt werden… klarerweise noch ungeschnitten. Sobald der Schneidevorgang durchgeführt wurde und die entstandene Datei im gleichen Ordner abgelegt wurde, scheint sie ebenfalls in diesem Explorerfenster auf. Das dritte Registerblatt zeigt uns eine übersichtliche Datenbank an. Hier bedient sich das Programm wieder den ID3-Tags, die man allerdings selbst eingeben muss. Gesucht werden kann nach Album, Interpret oder Genre. Für jeden Interpreten wird dabei ein eigener Ordner angezeigt, in dem alle vorhandenen Titel aufgelistet werden.
Neben der Senderübersicht finden wir das Timerfenster, das ebenfalls wieder aus drei Registerblättern besteht. Auf dem ersten Register finden wir den Timer und alle vorprogrammierten Aufnahmen, die wir eingegeben haben. Das zweite Registerblatt zeigt uns das Playlisten-Fenster an, d.h. wir können eine eigene Playliste zusammenstellen, die wir über dieses Programm wiedergeben können. Als zusätzliches Feature finden wir darunter eine Disc-Füllstandanzeige, wobei man hier ziwschen Audio-Disc, Daten-Disc und DVD wählen kann. Ein blauer Balken zeigt uns also an, ob die betreffende Plaliste noch auf das gewählte Medium passt. Das dritte Registerblatt ist das Portablefenster. Hier können wir einen externen MP3-Player mit Musikdateien beladen. Den Abschluss des Programmfensters bildet der Player, der ähnlich wie herkömmliche MP3-Software funktioniert.
Damit sich die Software aber von den erhältlichen Freewareprogrammen unterscheidet, finden wir auch noch einige besondere Features. Suchfunktion: Je nach geöffnetem Registerblatt des Hauptfensters, können verschiedene Suchmodi angewendet werden. Im Senderfenster lassen sich Sender nach Namen, Genre, Übertragungstyp und Transferrate oder eine bestimmte URL suchen. Im Explorer- und Datenbankregister kann die Suche auf alle möglichen Parameter eingeschränkt werden.
Favoritenfunktion: Damit man sich die Suche nach bevorzugten Sendestationen sparen kann, besteht die Möglichkeit die Lieblingssender in eine Favoritenliste aufzunehmen bzw. wieder abzurufen, aber auch zu verwalten. Senderupdate: Durch einen einfachen Klick auf den Button verbindet sich das Programm via Internet mit dem Server von Magix um von dort eine aktuelle Senderliste herunter zu laden. Für die, die es interessiert: derzeit stehen 2012 Sender zur Verfügung, die allerdings nicht alle ständig senden.
Titel schneiden: Da beim Herunterladen der Songs natürlich auch das Geschwafel der Moderatoren dabei ist bzw. die Songs in einem File heruntergeladen werden, gibt es diese Schneidefunktion. Dazu öffnet sich ein eigenes Fenster, in dem anhand des Frequenzausschlages (wir hoffen, es handelt sich um den richtigen Ausdruck) der Song geschnitten werden kann. Weiters lässt sich der Dateiname, bestehend aus Titel und Interpret, editieren und der geschnittene Song als eigenständige Datei in als MP3-Datei exportieren. Brennen: Wie bereits erwähnt stellt das Programm auch eine Brennfunktion zur Verfügung, bei der man zwischen Audio-CD, Daten-CD und DVD wählen kann. Bedingung ist allerdings eine bestehende Playliste, die auf Medien gebrannt werden soll. Für alle die es nicht wissen: auf eine Audio-CD passen je nach Songlänge um die 20 Titel. Der Vorteil liegt aber darin, dass diese CD beinahe in jedem CD-Player abgespielt werden kann… sofern er mit Selbstgebrannten klar kommt. Brennt man eine Daten-CD, so passen unter Umständen mehrere hundert Titel auf eine einzige CD. Der Nachteil: nicht alle CD-Player können Daten-CDs lesen.
Druck-Center: Um auch Cover erstellen zu können, gibt es ein integriertes Druck-Center. Damit lassen sich anhand von den jeweiligen Playlisten ein CD-Cover, ein Inlay und ein CD-Label erstellen, wobei die Titelinformationen auf das Cover übernommen werden. Audio-FX: Wer möchte kann mit verschiedenen Audio-Effekten herumspielen und die Songs nach Belieben verändern. Hier stehen einerseits ein 10-Band-Equalizer, Reverb, Echo-Effekte und einige andere Effekte zur Verfügung, deren Sinn uns allerdings schleierhaft ist.
Fotoshow-Monitor: Nicht das, was man glauben möchte, denn der Fotoshow-Monitor zeigt eigentlich nichts anderes als der MS MediaPlayer - verschiedene bewegte Bilder, die sich zum Takt der Musik verändern. Gefällt diese Visualisierung, kann sie sogar als Videodatei exportiert werden. Die Frage ist nur, wer das braucht! Einzig und allein interessant ist die Pegelanzeige, die ebenfalls eingeblendet werden kann, aber unverzichtbar ist die auch nicht. Unsere Meinung: °°°°°°°°°°°°°°°°°°° Nun könnte man meinen, dass dieses Programm, die eierlegende Wolfsmilchsau sei… das stimmt aber leider nicht. Wie wir bereits erwähnt haben, finden wir die Programmzusätze, die uns Magix bei jeder Installation aufzudrängen versucht, beinahe schon lästig. Wir brauchen nämlich weder einen Fotomanager noch einen Musik-Manager, der beinahe die gleichen Funktionen hat, wie Webradio Deluxe.
Das Programm selbst bietet wirklich ausgiebige Suchmöglichkeiten, um Radiosender zu finden, die den eigenen Ansprüchen gerecht werden. Will man eigene Sender eingeben, die in der Liste nicht aufscheinen, so können auch diese relativ einfach aufgenommen werden. Die Aufnahme kann sowohl über eine Direktfunktion, als auch über eine Timeraufnahme gesteuert werden, wobei sogar mehrere Stationen gleichzeitig aufgenommen werden können - hier ist einzig und alleine die Performance des Internetanschlusses und des eigenen Rechners ausschlaggebend. Als großes Plus ist anzuerkennen, dass die ID3-Tags zu Titel und Interpret gleich mit aufgenommen und im Explorerfenster in der Grundaufnahme angezeigt werden. Man tut sich so beim Schneiden der Songs wesentlich leichter - ist es Müll, wird es nicht bearbeitet sondern einfach aussortiert. Eine Timeraufnahme ist sehr einfach zu programmieren und beginnt, wenn nur eine Aufnahmedauer eingestellt wurde, unmittelbar nach der Bestätigung des OK-Buttons. Man kann aber auch einen bestimmten Zeitpunkt auswählen und eine eventuelle Wiederholung (täglich, wöchentlich, monatlich).
Ein Manko ist die Schneidefunktion, die leider sehr ungenau ist. Auch ein langsames Ausblenden eines Titels ist nicht möglich und so kommt es zu abrupten Titelenden, die mehr als unschön sind. Als Alternative bietet sich hier Audacity, ein Freeware-Programm an, dass wesentlich genauere Schnittmöglichkeiten bietet. Allerdings ist das wieder nicht im Sinne des Erfinders, denn schließlich wollte man ja eine Komplettlösung haben. Die Brennfunktion ist eine recht komfortable Sache und funktioniert ohne größere Probleme mit unseren beiden Brennern (Samsung und NEC). Hier braucht man wirklich nicht viel zu können, lediglich eine Playlist nach den eigenen Wünschen erstellen und ein entsprechendes Medium brennen. Einfach gehalten, aber effektiv.
Das Druckcenter zum Erstellen von CD-Covern, Labeln und Inlays ist ein übersichtliches Feature, das auch die Möglichkeit bietet, Bilder und Grafiken direkt von einem Scanner zu importieren. Man kann Textfelder, Cliparts, verschiedene Formen oder die Playlist einbinden. Allerdings darf man sich auch hier nicht allzu viel erwarten, denn es lässt sich nicht einmal der Hintergrund einfärben, dies ist nur mit einer entsprechenden Hintergrundgrafik möglich. Die Funktion mit den Audio-FX ist wirklich nur eine Spielerei für jene, die gerne an Songs herumbasteln und diese bis zur Unkenntlichkeit verzerren wollen. Einzig der 10-Band-Equalizer ist wirklich brauchbar. Er reagiert auf die kleinsten Verschiebungen der Regler und so lässt sich ein Song komplett aufmöbeln, indem Höhen oder Bässe hervorgehoben werden können und das gesamte Klangbild manchmal sogar verbessert werden kann.
Das Handbuch: °°°°°°°°°°°°°°°°° Eigentlich handelt es sich nur um ein Heft, das zwar recht übersichtlich gehalten ist, aber bei weitem nicht alle Funktionen erklärt. Da ist die Hilfedatei schon ein wenig besser ausgestattet. Eine recht gute Sache ist das Videotutorial, das mit Bild und Ton die wichtigsten Funktionen erklärt und somit eine recht gute Hilfestellung bietet. Fazit: °°°°°° Es gibt sicher noch etliche andere Programme, die einen ähnlichen Leistungsumfang bieten, wie Magix Webradio Deluxe. Sicher mag auch ausreichend billigere oder gar freie Software dabei sein - hier sind einfach nur die Geschmäcker gefragt… und die Geldbörse. Das Magix Webradio bietet sicher eine reichhaltige Vielfalt an Funktionen, leider ist manches nur eine Spielerei oder teilweise nicht zu gebrauchen. Es schmerzt, dass die Schnittfunktion leider nur sehr mangelhaft ist, hier ist von Seiten des Herstellers dringender Handlungsbedarf gegeben, denn sie ist schlichtweg nur als "Mist" zu bezeichnen. Was den Radioempfang, die Aufnahme und Wiedergabe betrifft, so gibt es hier absolut nichts zu meckern, die Suchmöglichkeiten sind einfach aber trotzdem sehr effektiv. Unsere Erwartungen in dieses Programm wurde nur teilweise erfüllt und rechtfertigen den Preis von € 19,90 in keinem Fall. Eine Empfehlung können wir nur bedingt aussprechen, nämlich dann, wenn man ein einfach zu bedienendes Programm sucht, dass sowohl Suchmöglichkeiten, Brennprogramm, Druckcenter und Audioeffektgerät in sich vereint und keine großen Ansprüche gestellt werden.
Als dann, servus, B.C.
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29.07.2005 15:09
Das mit dem Radiomitschnitt hat mich noch nie so wirklich begeistert, ist aber eine gute Alternative. Dein Bericht enthält alles nötige über das Programm. Toll! LG Sascha
28.07.2005 00:13
Ich staune immer wieder - zunächst über das Internet überhaupt, dann über all die Dinge, die es so gibt da drin und dann noch über die, die sich damit auskennen...ich kauf nach wie vor cds...lach...LG! Ilka
27.07.2005 23:18
Sehr guter und ausführlicher Bericht :) vlg