typisch Marshall
25.06.2011
Pro:
Klang, Lautstärke, Tone Shift, Verarbeitung, Preis, Design, Marshall
Kontra:
Clean - Distorsion Einstellung, etwas schwacher Federhall
Empfehlenswert:
Ja
 Teddle
Über sich:
Rock'n'Roll
Mitglied seit:25.06.2011
Erfahrungsberichte:14
Vertrauende:2
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 9 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als hilfreich bewertet
Ich habe mir den Marshall JCM 2000 DSL 100 vor 3 Jahren gekauft und bin bis heute zufrieden mit ihm (damals für 1248€). Zuerst sollte man sagen, dass man sich mit dem Klang von Marshallverstärkern vertraut machen sollte (vor dem Kauf anspielen), denn sie klingen einfach eigen. Der rauchige, dennoch sehr klare Klangcharakter muss einem einfach gefallen. Besonders im verzerrten Modus fällt dies auf. Diese Klangbesonderheit ist unterschwellig, dennoch immer präsent und verleiht den Marshallverstärkern ihre Einzigartige. So auch diesem!
Besonders beeindruckt hat mich der Druck, den dieses Kerlchen entwickeln kann. Seine 4 x ECC83 Vorstufenröhren und 4 x EL34 Endstufenröhren entwickeln zusammen eine Leistung von knapp 100 Watt. Im Bandgefüge spielt er voll aufgerissen das Schlagzeug kurz und klein und klingt dabei immer noch sahnig (im Gegensatz zu Transistorverstärkern die im hinteren Leistungsbereich oft anfangen zu matschen und undefiniert zu klingen). Die Bedienoberfläche ist sehr einfach gehalten und mit entwas Erfahrung intuitiv zu bedienen. Man kann die üblichen Verdächtigen regulieren wie Mitten, Höhen, Tiefen. Dazu gibt es einen Deep-Knopf, der die Bässe anhebt. Diesen habe ich jedoch selten, benutzt. Da mir der Klang zu dumpf wirkte. Dafür gefällt mir der Tone Shift sehr, dieser Knopf hebt leicht die Höhen an, hellt somit die Farbe des Tons auf und ist genau mein Ding.
Für Soli gibt es noch einen Federhall, dieser klingt sehr gut, ist aber selbst auf höchster Einstellung etwas schwach auf der Brust (Analogtechnik eben). Im Lieferumfang mit inbegriffen ist ein Fussschalter mit einem Knopf um zwischen Clean und Distortionkanal zu wechseln. Möchte man jetzt noch zwischen Federhall und Nicht-Federhall wechseln muss man sich wohl oder übel einen weiteren Fussschalter zulegen. Diesen gibt es für knapp 30-40 €.
Obwohl mich dieser Verstärker immer noch überzeugt muss ich zugeben, dass es nicht gerade von Vorteil ist, dass man die Frequenzen nicht einzeln einstellen kann (zwischen Clean und Distortionkanal). Wer großen Wert auf dieses Feature legt, sollte sich überlegen ein entsprechendes Tretpedal zu hohlen oder gleich einen TSL zu kaufen. Zum Schluss gibt es noch einen Tipp für all diejenigen, die auch leise den Vollen klang erleben wollen (ob mit Marshall oder sonstigen Vollröhrenverstärkern). Hohlt euch eine sogenannte Hotplate, dies ist ein Lastwiderstand, der zwischengeschaltet wird, er sorgt dafür, dass die Röhren auf Volllast laufen, bei verminderter Lautestärkeentwicklung. (Preis ab 250€, nach letzter Recherche).
Ich hoffe euch hat mein Bericht gefallen, testet ihn einfach an und lasst euch vom Klang überzeugen!
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29.06.2011 19:02
Ich würd' ja mal gern Mäuschen spielen und schauen, was Deine Nachbarn von Deinem Verstärker so halten....;-)!