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Sie ließen sich nicht lumpen, nahmen das Ruder selbst in die Hand und präsentierten zwei Jahre später das über Indie-Label vertriebene und in Eigenregie produzierte "Millionen ziehen mit", ein sperriges Werk voll Melancholie, schöner Melodien und Sperrigkeit. Die Platte entpuppt sich mit ... Bericht lesen
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Erfahrungsbericht von TeenageSucker über Millionen Ziehen mit - Samba 07.12.2002
Produktbewertung des Autors:
Cover-Design:
gut
Klangqualität:
ausgezeichnet
Langzeithörspaß:
wird nie langweilig
Pro:
Eigenständigkeit, geniale Texte, Haltbarkeit geht gegen unendlich
Kontra:
da müsste ich lügen
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Auch wenn der CD-Titel oben genanntes fast zu verkünden scheint, sind es hier natürlich Trotz und Sarkasmus, die sich gegenseitig auf's Korn nehmen. Denn Samba sind ganz anders geworden, als man sich das (vor allem bei den Plattenbossen) gewünscht hätte: Statt mit ihrer Mischung aus Pop, Punk und Rock gegen 1996 mit ihrem (sehr guten) Debüt "Zuckerkick" ganz nach oben zu kommen, worauf man einiges gesetzt hatte, blieb es um die Jungs aus Münster verhältnismäßig leise. Auch der ein Jahr später erschienene Nachfolger, der sich bereits in einer ruhigeren Nische, die weniger kommerziellen Erfolg versprach, niederließ, "T.B.A." konnte die nach wie vor ungebrochen hohen Verkaufserwartungen der Plattenfirma Sony nicht erfüllen. So wurden Samba gedroppt.
Sie ließen sich nicht lumpen, nahmen das Ruder selbst in die Hand und präsentierten zwei Jahre später das über Indie-Label vertriebene und in Eigenregie produzierte "Millionen ziehen mit", ein sperriges Werk voll Melancholie, schöner Melodien und Sperrigkeit. Die Platte entpuppt sich mit ihren dreizehn Tracks nach öfterem Hören immer mehr als ein Schätzchen, welches sich nur den Leuten, die es denn auch gesucht haben, öffnet. Tut man sie sofort als unzugängliche, verquere Scheiße ab, versäumt man vieles.
Doch gerade die Texte, die einem ja erstmal so gar nicht in dem Kram passen, laden dazu ein. Waren Samba schon immer für ihre außergewöhnlichen Texte bekannt, so sorgen auf diesem Werk Zeilen wie "edv/sie färbt sich blau/nimmt alles in sich auf und geht dann/zurück zum bau/und atmet aus/so wie john wayne/über dem see und in das tal rein/läßt es aussehn/wie im bergjournal" (aus "Bergjournal") für noch mehr Verwirrung, Ratlosigkeit und doch schließlich Begeisterung.
Die Musik bewegt sich jenseits aller ausgetrampelten Pfade, klingt stets eigenständig und umschwärmt den Hörer mit dem Charme der Stimme des Sängers/Gitarristen Knut Stenert, welche aufgrund ihrer Unverwechselbarkeit schon ganz allein als Markenzeichen der Band genannt werden könnte, den süßen, bisweilen berauschend schönen Melodien und einer wunderbaren Atmosphäre, welche wohl gerade durch oben angesprochene Eigenständigkeit der Band entsteht.
Natürlich fällt es da schwer, Referenzen zu nennen, aber wer denn unbedingt etwas haben will, dem seien denn Kante, Gautsch oder Geschmeido als grobe Richtung zu nennen. Das ist jedoch alles irgendwie eine andere Schublade (ohne die genannten Bands in einen Topf werfen zu wollen!), soll heißen: Samba haben sich ihre eigene Schublade gezimmert.
Von mir empfohlen, jedoch Vorsicht: Nicht jeder kann hiermit was anfangen. Vielleicht mal erst ein paar MP3's holen (alle nicht von diesem Album, aber so als kleine Standortbestimmung): http://www.samba-pop.de/tone/musik/samba-mirwodieblumensind.mp3 (wohl am ehesten mit dem von mir besprochenen Album zu vergleichen) http://www.samba-pop.de/tone/musik/samba-nichtdabei.mp3 http://www.samba-pop.de/tone/musik/rebell.mp3
ganz frühe Aufnahmen: http://www.samba-pop.de/tone/musik/samba-mirgehtesnichtgut.mp3 http://www.samba-pop.de/tone/musik/samba-delphinedenken.mp3
Hier kann man sich Videos von Samba anschauen: http://www.samba-pop.de/tone/samba_dunkelheit.WMV ...vom letzten Album "Komando". http://www.samba-pop.de/tone/samba_schein.wmv ...ebenfalls.
Pro: anders als die gewohnte Radio-Musik Kontra: man muß sich lange reinhören
Millionen werden zwar nicht mitziehen, aber...
Zumindest werden Samba mit ihrer aktuellen Platte einige tausend Fans beglücken. Ob diese jedoch tatsächlich glücklich werden mit dem neuesten Werk, ist fraglich: Samba haben sich weiterentwickelt. Weg von ...
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