Erfahrungsbericht über

Mit Leib & Seele - Schandmaul

Gesamtbewertung (3): Gesamtbewertung Mit Leib & Seele - Schandmaul

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was sie zu geben in der Lage sind - ob das reicht?

3  28.09.2006

Pro:
schöne Verpackung und vereinzelte Perlen

Kontra:
die restlichen Lieder

Empfehlenswert: Nein  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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BBernie

Über sich: Nach langer Pause bin ich zurück mit voller Macht in ganzer Pracht zu Eurem unfassbaren Glück!

Mitglied seit:02.09.2005

Erfahrungsberichte:12

Vertrauende:5

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 42 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Nach langer Überlegung habe ich mich entschlossen, zu dieser CD einen Bericht zu schreiben. Es fällt mir nicht leicht, denn die vorangegangenen Alben dieser sehr interessanten Gruppe haben mich durchweg begeistert. Aber statt mein Fazit hier bereits vorweg zu nehmen, erstmal der Bericht zum Album:

Die Band:
========
Schandmaul, das sind:
Thomas Lindner - Gesang, Akustik-Gitarre, Akkordeon
Martin Duckstein - E-,Akustik- und Klassische Gitarre, Gesang
Matthias Richter - E- und Kontra-Bass
Anna Kränzlein - Geige, Bratsche, Drehleier, Gesang
Birgit Muggenthaler - Dudelsack, Flöte, Schalmei, Gesang
Stefan Brunner - Schlagzeug, Percussion, Gesang

Das Album:
=========
Mit Leib und Seele
(das fünfte Studioalbum)
Veröffentlichung: März 2006

Das Cover:
=========
Die Verpackung ist ein sogenannter DIGIPAK (Pappe) mit Plastikeinsatz für die CD. Das umfangreiche Booklet ist im Deckel sauber untergebracht.
Farblich dominieren rot und schwarz, das Bandlogo ist gelb, der Titel in weiß geschrieben.
Vorder- und Rückseite ziert jeweils ein identischer Ring mit stilisierten Figuren. Den vorderen Ring füllt in der oberen Hälfte eine zum Schlaf zusammengerollte nackte Frau, durch die untere Hälfte verläuft der Bandname und der Titel. Im Ring auf der Rückseite findet man die Liste der enthaltenen Lieder. Klappt man das Ganze auf, so melden sich auf der linken Seite die Schandmäuler zu Wort und plaudern aus dem Nähkästchen über die Entstehung dieses Werkes und auf der rechten Seite (nach Entnahme der CD) haben die Danksagungen und Grüsse ihren Platz gefunden.

Das Booklet:
==========
Dieses hier zu beschreiben würde wohl den Rahmen sprengen. Kurzfassung:
Jedem Lied ist eine Doppelseite gewidmet, Text selbstredend abgedruckt (die Instrumentalstücke seltsamerweise ohne Text, wieso bloß???). Die Motive sind künstlerisch bearbeitete Aufnahmen der Bandmitglieder. Farblich dominieren rot und gelb (warme Farben), (kaltes) blau und schwarz. Für die Gestaltung dieses kleinen Meisterwerkes stimmt die Aussage "Mit Leib und Seele" uneingeschränkt.

Die Lieder:
=========

1.Vor der Schlacht 3:54
-------------------------
Inhalt:
Thematisch ist dieses Lied im Mittelalter angesiedelt. Es handelt von der Belagerung einer Stadt aus Sicht der Einwohner.
Musik:
Trotz Dudelsack und Akustik-Gitarre zeigen die harten Gitarrenriffs wohin die Reise geht. Obwohl mir die Härte des Liedes gefällt, so ist es mir doch zu disharmonisch, irgendwie nicht stimmig
Gesang:
Tja, vielleicht liegt es ja an ihm, der Gesang. Er ist zwar dem Thema angepasst, also erzählend, aufrufend, aber nicht wirklich gut. Der Refrain kann mich nicht begeistern.

2. Lichtblick 3:22
-----------------
Inhalt:
Ein Mann geht durch den Wald, sieht eine wunderschöne Frau vorbeihuschen und kommt daraufhin jeden Tag an diese Stelle, in der Hoffnung sie wieder zu sehen. Erinnert mich etwas an "Das Seemannsgrab" bzw. "Eine Waldmär", jedoch bleibt hier der Verliebte am Leben.
Musik:
Das Stück ist instrumental zweigeteilt. Die Strophe unterlegt mit Flöte, Geige und Akustik-Gitarre, der Refrain wird durch eine super Bridge mit der Akustik-Gitarre eingeleitet und da sind sie wieder, die satten Riffs der E-Gitarre mit einer leichten Flötenmelodie als i-Tüpfelchen. Und, Spitz pass auf, dieses Lied enthält ein lupenreines E-Gitarrensolo!!! So wie dieses Lied wünschte ich mir die gesamte Platte. Es stimmt hier einfach alles. Der Mix der Instrumente, der Rhythmus, alles.
Gesang:
Das ist der Minnesänger, die Stimme die Schandmaul aus dem Meer der Mittelalterbands heraushebt. Die Stimme passt sich perfekt an die Rhythmik der Musik an, bleibt hängen, nein, frisst sich fest. Highlight!!!

3. Kein Weg zu weit 4:05
---------------------------
Inhalt:
Ob da wohl zwei Liebende getrennt sind und vor Sehnsucht vergehen? Spricht mich nicht an.
Musik:
Hier ist von allem etwas vertreten. Aber irgendwie finde ich keinen Zugang zu diesem Lied. Nichts, was Akzente setzt oder fesselt. Weder Fisch noch Fleisch (die Vegetarier unter euch mögen mir verzeihen). Mein Meinung nach klingt dieses Stück "matschig", da hilft auch das (schwache) Gitarren-Solo nicht drüber hinweg.
Gesang:
Oh Gott, klingt die Stimme im Refrain wirklich so flach, so müde. Da hat der gute Herr Lindner aber ganz schön geschwächelt. Setzen: sechs!

4. Abschied 3:53
----------------
Inhalt:
Ein Mann liegt im Sterben. In Gedanken geht er ein letztes Mal zu seiner Liebsten, um sich im Geiste von ihr zu verabschieden. Dieses Lied stürzt einen augenblicklich in tiefste Depression. Das könnte ein Dauerbrenner auf Beerdigungen werden. Jetzt bitte nicht pikiert sein. Ich meine das ernst. Schöner könnte man seinen Hinterbliebenen nicht 'Lebe wohl' sagen.
Musik:
Dem Thema angemessen wird hier auf dezente Instrumentierung gesetzt: Flöte, Akustik-Gitarre, Bass, Geige und Bratsche. Getragen, düster und einfach schön.
Gesang:
Die Strophen werden mit sanfter, durchdringender Stimme vorgetragen, während der Refrain das Leid des Abschieds widerspiegelt. Der Meister kann es noch. Highlight 2!!!

5. Feuertanz 5:03
-----------------
Inhalt:
Ein Feuerteufel fackelt eine Kirche ab. Er möchte damit ein Kunstwerk in der Nacht erschaffen. Das Feuer erregt ihn, mit fortschreitender Feuersbrunst wächst die Inbrunst in ihm und mit den einfallenden Mauern bricht auch seine Inbrunst zusammen. Die Befriedigung spürt er nur während des Aktes, zurück bleibt Leere.
Musik:
Dominant ist in diesem Lied die Geige, obwohl es insgesamt recht heavy geraten ist. Aber das Bedrohliche im Refrain wird durch die klagende Geige hervorgehoben. Ganz überzeugen kann mich dieses Lied aber nicht.
Gesang:
Wiedermal schwächelt es hier am Refrain. Wie gewollt und auf halbem Weg den Mut verloren. Ist es ein zweiter Sänger der diesem Refrain fehlt, klingt er deshalb so verhaspelt. Nicht so grausam wie bei Lied Nr. 3 aber ziemlich nah dran.

6. Die Tür in mir 4:44
----------------------
Inhalt:
Ein einsamer Gefangener schafft sich eine eigene Welt und flüchtet aus der Realität durch eine innere Tür in diese Welt.
Musik:
So jetzt haben sie es geschafft. Werte Frau Muggenthaler, könnten Sie sich ihre Schalmei bitte sonstwohin... stop, ich will hier jetzt nicht persönlich oder beleidigend werden. Musikalisch hätte das Lied das Zeug zum Knaller. Pumpender Bass, sägende Gitarren aber dann diese unsagbar schlechte Schalmei. Da haben die Schänder ein klasse Lied komponiert und Frau Muggenthaler hat wohl gedacht, oh Gott, dass könnte ja ein Hit werden und ich bin nicht zu hören. Da muss ich den Jungs aber mal was Blasen. Der Song törnt ab, die Euphorie ist dahin und die Kaufempfehlung könnt ihr euch abschminken. Basta!
Gesang:
Ich denke mal, dass die Gesangsspur zum Schluss aufgenommen wurde und Herr Lindner wusste, daß er das Lied nicht mehr retten kann. Warum dann Energie für den Gesang verschwenden...

7. Das Mädchen und der Tod 3:06
----------------------------------------
Inhalt:
da instrumental keine Angaben
Musik:
Flöten, Geigen, E-Gitarren und Schlagzeug, wie schön diese Instrumente doch harmonieren können. Und wenn dies dann auch noch in einer solch lieblichen Melodie erfolgt. Na bitte, geht doch.
Gesang:
immer noch instrumental, deshalb auch hier keine Angaben

8. Der Untote 4:35
------------------
Inhalt:
Ein Despot wird durch seinen Sohn enthauptet und irrt nun als Geist herum. Aha!
Musik:
Die E-Gitarre steht hier im Vordergrund, ergänzt durch die Geige. Aber leider geht die Musik an mir vorbei, ohne hängen zu bleiben. Weder richtig hart noch folkig noch irgendwas. Spricht mich nicht an.
Gesang:
Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass Herr Lindner auf dieser CD Probleme mit dem Gesang hat. Kraftlos, uninspiriert. Schade.

9. Zauber der Nacht 3:16
----------------------------
Inhalt:
Ein Liebeslied. Recht lyrisch. Romantisch.
Musik:
Gemäß der Intension des Liedes betören hier zarte Flöten, Geigen und Akustik-Gitarre die Sinne. Ruhige Melodien die zu Herzen gehen. Kerze an, Licht aus und ab zum Schmusen!!!
Gesang:
Oh Janus, der Du auf dieser CD schon so oft enttäuscht hast, hier zeigst Du erneut, was Deine Stimme für Emotionen wecken kann. Schmachtend vorgetragene Liebesbezeugungen die Herzen zum Schmelzen bringen. Highlight 3!

10. Mitgift 3:33
-------------
Inhalt:
Eine Königsbraut wird am Abend vor ihrer Vermählung vergiftet. Na, das ist aber spannend...
Musik:
Lustige Flötenmelodien untermalt mit harten Gitarrenklängen, eine herrliche Symbiose. Auch die anderen Instrumente fügen sich in die Gesamtkomposition. Jedoch passt diese Instrumentierung meiner Meinung nach absolut nicht zum Text oder eher umgekehrt, da ich die Musik wirklich gut finde, im Gegensatz zum Text.
Gesang:
Auch hier kann ich mich nicht mit dem Text anfreunden. Die gesangliche Leistung ist echt klasse, passt aber nicht zur Aussage. Schade. Bitte neu aufnehmen, diesmal mit passendem Text.

11. Wolkenberge 4:03
-----------------------
Inhalt:
Mein erster Eindruck: Herbstdepression. Dann legen Sie sich bitte mal auf das Sofa und erzählen Sie mir von Ihrer Mutter...
Musik:
Eins vorweg, dass Bass-Spiel ist interessant. Der Rest plätschert so vor sich hin. Es rauscht an mir vorbei. Heavy überwiegt, rettet jedoch nichts.
Gesang:
Der Herr Lindner sieht Wolkenberge und ich sehe schwarz! Was soll das bitte schön? Hier ist die Stimme mal wieder auf Talfahrt.

12. Dunkel Stunde 4:39
-------------------------
Inhalt:
Das Gegenstück zu 'Abschied'. Hier sitzt der/die Zurückgelassene am Bett des Dahinscheidenden. Tieftraurig aber schön.
Musik:
Bass, Akustik-Gitarre, Flöte und Bratsche/Geige, was braucht man mehr? Eine wunderbar dunkle Stimmung wird hier gekonnt durch den Einsatz der vorgenannten Instrumente heraufbeschworen. Gänsehaut.
Gesang:
Gänsehaut, dass ist auch die treffenste Beschreibung, was hier der Gesang hervorruft. Die düstere Stimmung der Musik wird hier unglaublich intensiv aufgenommen und umgesetzt. Highlight 4!

13. Grosses Wasser 3:31
-----------------------------
Inhalt:
Meiner Meinung nach die Erkenntnis, wie klein unser Horizont doch ist im Vergleich zu manchen großen Dingen des Lebens.
Musik:
Spärlicher Einsatz der Instrumente, der beweist, weniger ist manchmal mehr. Eine ruhige Melodie, irgendwie romantisch, zum Kuscheln einladend. Einfach traumhaft.
Gesang:
Zuhören und träumen. Von dieser Stimme möchte man sich verführen lassen und wünscht sich sie würde immer weiter singen. Highlight 5!!!

14. Der Poet 3:50
------------------
Inhalt:
Hier singt Herr Lindner wohl von sich, bzw, von seinen Vorgängern, den Minnesängern.
Musik:
Recht flott gespielt, fideles Flötenspiel untermalt von Trommeln. Aber leider nicht griffig. Hat den Charm von Tischmusik, unaufdringlich, bleibt nicht haften. Ehrlich gesagt, überflüssig.
Gesang:
Da ist er wieder, der Tiefpunkt. Kein richtiger Refrain. Schwamm drüber.

15. Das Spiel 3:52
-------------------
Inhalt:
Musikalische Umsetzung eines Schachspiels. (wieso eigentlich nicht Halma oder Mühle?)
Musik:
Auch hier wieder eine interessante Bassline. Der Rest wirkt auf mich etwas weniger inspiriert. Da helfen auch Versuche mit Disharmonien für Abwechslung zu sorgen nichts mehr.
Gesang:
Gab es im Studio keinen Kaffee? Da würde man ja am liebsten dem Guten Mann helfen irgendwie wieder aus dem Tiefschlaf zu erwachen oder anderseits ihn bei diesem Lied um jenen beneiden.

16. Käptn Coma 3:30
----------------------
Inhalt:
keiner, da instrumental
Musik:
Beschwingte Weisen die Lust auf Mittelalter machen. Klasse. Schön, dass die Kollegen auch unter Beweis stellen, dass sie es können. (auf dieser CD leider viel zu wenig)
Gesang:
macht Pause

17. Wie sie ist 5:40
--------------------
Inhalt:
Wenn da mal nicht die Liebe umschrieben wird...
Musik:
Kann es sein, dass hier nochmal alle Instrumente zusammengeführt werden sollten. Und wenn man schon am Zusammenführen war hat man gleich noch einige liegengebliebene Ideen reingeflickt. Vom Elan her erinnert mich das Stück an ein Schneckenrennen. Ob da jemand eine Runde Valium spendiert hat?
Gesang:
Und hier hat einer garantiert die Packung leer gemacht.

Fazit:
====
Von 17 Liedern (incl. 2 Instrumentalstücken) konnten mich gerade einmal 5 begeistern (plus die beiden Instrumentalstücke). Das ist eine schwache Ausbeute. Im Einleitungstext auf der Hülleninnenseite schreiben sie:
"Wir wollten Euch doch ein neues Album liefern, eines, in welches wir alles legen, was wir zu geben in der Lage sind!"

Liebe Schandmäuler, wenn dies alles ist, was ihr in der Lage seid zu geben (zumindest zu diesem Zeitpunkt), dann gebt uns doch bitte nur eine EP oder Mini-CD wenn es nicht für ein ganzes Album reicht.
Oder wartet einfach bis ihr genug für eine ganze CD geben könnt. Aber veröffentlicht bitte nicht noch einmal einen solchen unausgegorenen Schnellschuss.

Zuviel klingt hier einfach gezwungen. Gerade der Instrumentalbereich vermittelt mir das Gefühl, dass sich das eine oder andere Bandmitglied in eine Komposition rein gezwängt hat, ob es passte oder nicht. Der Gesang klingt bei den meisten Liedern eher matt und ohne Wärme.

Dass sie es besser können haben sie in der Vergangenheit und auch bei den 5 (7) Highlights dieser CD gezeigt.
Drei Sterne gebe ich, da zwei weitere Lieder zumindest musikalisch den richtigen Ansatz zeigten.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Guechse

Guechse

10.10.2006 18:25

Schön Beschrieben. Die Scheibe fand ich auch nicht so toll, aber Geschmack ist ja relativ. Lg Guechse

Ciaoede

Ciaoede

30.09.2006 20:26

Schandmaul kenn ich schon, nur als Gruppe nicht. LG

yesup

yesup

30.09.2006 10:31

ich steh ja auf die musik. und dann erst die texte, echt großes kino. über musik kann man streiten, ich find's gut, aber ich kenne viele denen bei dieser art des modernen circus maximus nur ein lächeln über das gesicht kommt. egal, wem's gefällt,..

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  2. Kleine_Sunnymaus
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