DJ Mixes – Monika, das (Bass-)Boxenluder
15.04.2003
Pro:
gute Qualität, Ausführliche Extra - Informationen
Kontra:
ein wenig zu einfarbig, es fehlt etwas an Biss
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 Coffeinjunkie
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:43
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 45 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo liebe LeserInnen und Ciaoianer, erneut nehme ich euch mit auf eine Reise durch mein CD Regal. Heute beginne ich eine kleine DJ Mixes Reihe, die euch die Sets verschiedenster DJs vorstellen wird. Den Anfang macht Monika Kruse, die CD heißt: „dj mix series vol. 1“ und ist auf fine audio recordings erschienen. Zum Inhalt des Berichts:
1. Fine Audio Recordings 2. Monika Kruse 3. Die CD 4. Bewertung 5. Sonstiges Zu. 1. Fine Audio Recordings
Bevor ich mich wie üblich mit Künstler und Werk beschäftige, diesmal noch ein paar Worte zum Label, das diese CD Reihe herausgibt. Fine Audio Recordings (FAR) wurde von Techno – Ikone Chris Liebing ins Leben gerufen. Es ist eins der wenigen ernst zunehmenden Technolabels (neben illustren Namen wie Tresor), das sich auch eines gewissen kommerziellen Erfolges rühmen kann. Nachdem Chris Liebing (weil er wohl mit dem Vertrieb und dem Marketing durch Intergroove nicht mehr einverstanden war) sich von FAR losgesagt hatte, übernahm Michael Burkat die Leitung. Der Vorwurf der Kommerzialisierung wird von der Szene schnell erhoben, wenn ein Label nicht nur Vinylschallplatten herausbringt, bei FAR ist er jedoch fehl am Platz. Fine Audio veröffentlicht Vinyle und auch CDs, bleibt dabei jedoch immer auf einem hohen qualitativen Niveau. Schnell zusammengeschusterte Machwerke, die ein bis zwei lizensierte Hits und ansonsten nur billigen Schrott enthalten, gibt es nicht. Wer den Verantwortlichen von Technolabels vorwirft, mit Compilations und Mix CDs nur Geld verdienen zu wollen, vergisst zu schnell, das diese Leute auch Miete zahlen müssen und etwas essen wollen. Vom Vinyl Verkauf allein kann kaum ein Label leben.
Fine Audio beschäftigt eine Zahl von Künstlern, die ihre Werke größtenteils nur dort veröffentlichen, so zum Beispiel Michael Burkat und Basic Implant. Des weiteren gibt es eine Flut von Veröffentlichungen von namhaften Künstlern, wie Chris Liebing, Justin Berkovi, Gayle San, Andrew Richley, Ryan Rivera, Mhonolink, Steve Stoll, Lars Klein, Strobe, Pounding Grooves und viele, viele mehr. Auch die Mix CDs werden von bekannten DJs zusammengestellt. Den Anfang macht dabei Monika Kruse, weitere Mixe gibt es von Gayle San, Steve Stoll, Pounding Grooves, Michael Burkat und Mhonolink. Zu 2. Monika Kruse
Monika Kruse, die ihre Karriere in München als Mitglied der Ultraworld Crew begann und Resident im bekannten Ultraschall wurde, ist inzwischen nicht nur Berlinerin, sondern auch eine der meistgebuchtesten, bekanntesten und beliebtesten DJs europaweit. Seit 1991 als DJ aktiv, besitzt sie die seltene Gabe, in einem vielschichtigen Publikum wirklich jeden glücklich zu machen. Ihre Kombination von kompromisslos hartem Techno und melodischem und atmosphärischem Abwechslungsreichtum ist unerreicht. Monika Kruse schafft es immer, sich auf Location und Publikum einzustellen und trotzdem jedes Mal Abwechslung und Partylaune zu verbreiten. Als aktiver Partygänger merkt man schnell, wenn ein DJ nur ein einstudiertes 08/15 Programm abliefert, unabhängig von Atmosphäre, Zeitpunkt und Publikum. Bei Monika Kruse habe ich diese Art des „Abspulens“ eines DJ Gigs nie feststellen können. Zu. 3. Die CD
Die CD „dj mix series vol. 1“ kommt in vornehmen schwarz daher. Auf dem Cover sieht man Monika Kruse auf dem obligatorischen Plattenkoffer vor violettem Hintergrund sitzen. Das Booklet läßt sich auffalten und ist außergewöhlich ausführlich. Neben jeder Menge kleiner Fotos gibt es eine ausführliche Biographie und ein Interview, in dem man einige interessante Dinge erfährt. Das ganze gibt es in deutsch und in englisch ansprechend gestaltet und informativ – vorbildlich! Doch nun zum Inhalt: Playlist: 1. D.E.O. – Electro Tech 2. Jit – The Anthem 3. Terrace – 7th City recycled 4. Fix – Flash 5. Esser´ay – Forces 6. DJ Rush – Work your Body 7. Blunted Boy Wonder – Metropolis 8. Ben Long – Track A2/Potential 002 9. Thomas Krome – Fried 10. Man Train – Tribal 11. Phylyps – Base 12. Outline & Surgeon – Track A2/Blueprint 07 13. Jeff Mills – The Bells 14. Marco Carola – Acid Tension 15. HMC – 6 am 16. Ritchie Hawtin – Radiation 17. Electric Soul – Digital
Die CD enthält 67 Minuten Musik. Sie ist Anfang 1998 erschienen, das heißt sie beinhaltet Titel von 1992 bis 97. Wer sich etwas zurückerinnert, wird daran denken das 1996/97 eine große Electro Welle durch die Szene schwappte. Das merkt man auch auf dieser CD. Insgesamt recht düster und electrolastig gehalten, bekommt man größtenteils puren DJ Stoff, will sagen, es gibt keine großen Hits, oder Knaller, die meisten Titel sind wohl nur super eingefleischten DJs sofort ein Begriff. Die ersten Stücke sind ruhige Elecro Spielereien. Tanzbar und partytauglich auf jeden Fall, aber richtig heftige Knaller sucht man vergebens. Der Mix plätschert eher unspektakulär dahin. Selbst das Stück von DJ Rush ist alles andere, als die üblichen Bassmonster, die man von ihm kennt, es ist ein eher ruhiges Stück.
Ab Titel Nummer 7 nimmt der Mix etwas an Fahrt auf und beginnt technoider zu werden. Acidsequenzen sind öfters zu hören, und das Ganze bekommt ein bisschen mehr Pfeffer. Der zweite Teil der CD ist meiner Meinung nach etwas besser. Da bekommt man eher den Eindruck, das der Mix für die Tanzfläche gemacht ist, es wird etwas schneller, treibender und die Eletro Anleihen verschwinden. Das Ende ist eine Homage an glorreiche Acid Zeiten. Die letzten 3 Titel sind sehr säurehaltig, wobei Electric Soul mit einer Art Electro – Acid – Pop einen interessanten Schlußpunkt setzen.
Die nach meiner Meinung besten Stücke sind im zweiten Teil zu finden, meine Favoriten sind dabei die Stücke 12 bis 16. Insgesamt kann man an dem Mix nichts groß aussetzen, alle Titel passen von Tempo, Stil und Atmosphäre wunderbar zusammen, keiner tanzt aus der Reihe. Das Mixing hat hohes Niveau, an 2 kleinen Scratcheinlagen erkennt man das es ein echter DJ Mix ist, und kein computergeneriertes Fake. Aber da alle Titel so gleich (von Atmo und Sound her) sind, wünscht man sich doch mal einen Ausreißer, eine Perle, die dem ganzen einen kleinen Kick gibt. So etwas gibt es aber leider nicht auf dieser CD. Zu 4. Bewertung
Die CD hat hohes Niveau, der Mix ist gut und die Titel ebenfalls. Zuerst ist man natürlich geneigt seinen „Lieblingskünstlern“ 5 Sterne zu geben, aber das wäre doch etwas zu subjektiv. Die CD ist zwar gut, aber eben auch nur gut. Für den fünften Stern fehlt mir da der besondere „Kick“ der diese Mix CD gegenüber anderen heraushebt. Gerade weil mein vorhergehender Bericht auch eine Mix CD von Monika Kruse behandelte, die mir doch etwas besser gefällt, kann ich diesmal nicht 5 Sterne vergeben. Deshalb werte ich diese CD auch nur als durchschnittlich für den Künstler. Und da es nun mal nicht 4 ½ Sterne gibt, sind es diesmal nur 4. Die CD ist natürlich sehr empfehlenswert für alle Techno Liebhaber, auch wer Electro mag, wird nicht enttäuscht sein. Am besten eignet sie sich für die Beschallung vor oder nach einer Party, da die Titel nicht sehr aufdringlich sind, ist der Mix als Hintergrund für Autofahrten bestens geeignet.
Zu 5. Sonstiges
Wie gesagt erschien „dj mix series vol. 1“ bereits 1998, es ist daher nicht mehr ganz so einfach erhältlich. Da aber die weiteren Teile der Serie recht erfolgreich sind, kann man die CD in guten Musikläden auch nachbestellen. Meist kann man sie für etwa 10 bis 14 €uro erwerben. Weitere Infos zu FAR findet ihr auf www.fine-audio.de , neues von Monika Kruse gibt es auf www.monikakruse.com zu sehen.
Coffie PS: wie immer vielen Dank für alle Lesungen, Bewertungen und Kommentare.
PPS: an alle (Möchtegern-) Experten: welchen Beruf übte Monika Kruse vor ihrer DJ Karriere aus?
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15.05.2005 23:12
Monika Kruse ist eine klasse DJANE! Die CD ist auch der Hammer !
17.04.2003 23:24
Toller Bericht, ich find DJ Mix auch gut. L.G. Eva
16.04.2003 00:52
Guter Bericht. Die CD würde bei mir einstauben, mag keinen Electro. Ich find die DJ-Mixe der audiophonic-Reihe ungeschlagen.