Der Chronologie der Alben folgend berichte ich nun auch nach dem erfolgreichen Debüt Donavon Frankenreiters nun über sein zweites Studioalbum "Move by Yourself". Es erschien im Sommer 2006 und brachte für mich als Käufer der ersten Stunde seitdem immer wieder gute Laune und beschwingte Musik in gewohnt lässig-musikalischem Gewand. Mit seinem zweiten Album gelang Donavon Frankenreiter sein bisher bestes Werk, dass ich gerne im Folgenden ausführlich rezensieren werden und allgemein empfehlen kann.
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Einleitende Worte zum Interpreten und dem Konzept des Albums
Donavon Frankenreiter ist seit längerem ein Star in der Surferszene - wie auch Jack Johnson. Seit seinem sechzehnten Lebensjahr surft Frankenreiter als Profi durch die Wellen. Er ist im Jahr 1979 im sonnigen Kalifornien geboren und machte neben dem Surfen auch Musik. In der Band "Sunchild" musizierte er insgesamt acht Jahre und beendete dies nur, wegen des wachsenden Surf-Erfolgs und weil diese Band keine eigenen Stücke sondern nur noch Covers machte. Nach einer Pause dann gelang ihm 2002 mit seinem Debüt-Album "Donavon Frankenreiter" unter kräftiger Mitwirkung und unter dem Musikverlag Jack Johnsons ein Einstieg in das Musik-Business.
Aus mir unbekannten Gründen brach Donavon Frankenreiter dann mit dem damaligen Label "Brushfire Records" und veröffentlichte 2006 dann dieses Album bei Mercury/Universal. Der ,Bruch' mit Johnson, aus dessen musikalischen Schatten er meiner Meinung nach schon mit dem Debüt trat, zeigt sich in dem Album insbesondere in einer freieren Interpretation lässigen Akustiksounds und einer besseren Einbeziehung von Soul-, Funk- und Jazzelementen. Donavon Frankenreiters "Move by Yourself" zelebriert die Lebenslust und enthält zwar nur 11 Stücke und eine wiederum kurze Spielzeit um 40 Minuten. Darunter aber musikalische Leckerbissen und herausragende Singer-Songwriter-Perlen, die sich mit internationalen Größen messen lassen können.
Die musikalische Distanzierung zum hawaiianischen Surf-Freund mit einem Trend von dem reinen Akustik-Gitarrenklang hin zu Orgel, Synthie und Bass gelingt durchweg und faszinierte nicht nur mich hier, sondern einst auch die einschlägige Fachwelt der Kritiker. Dort heißt es gar, dass er den Stevie Wonder in sich entdeckt hätte und Blues und Soul in Reinform auf Platte gebracht hätte. Move by Yourself ist ein eigenständiger, ein hervorragender Donavon Frankenreiter in Bestform und - ohne dem Weiteren zu sehr vorgreifen zu wollen - der bessere Jack Johnson. Alles, was den bekannteren
Bilder von Move by Yourself - Donavon Frankenreiter
Kollegen auszeichnet, macht Frankenreiter mindestens so gut. Aber spätestens mit diesem Kracher-Album beweist er mehr Musikalität, Swing, Groove und Pfeffer im Allerwertesten, als der hin und wieder fast schläfrig machend eintönige "Star" es je zu schaffen vermochte.
Er macht eine Musik, die so hipp und ans Herz gehend ist, wie bei Stevie Wonder und vielleicht auch manchen Stücken Ray Charles oder moderner Jamiroquai. Hohe, große Namen. Und doch wird er dem Anspruch durchaus gerecht. Er selbst verarbeitet dabei wieder sein Leben und seine Erlebnisse. Seine Stücke sind damit allgemein verständlich und für die breite Masse "anwendbar". Das er sich durchaus bewusst gegen den reinen Strandabend-Gig bei Lagerfeuerschein entschieden hat, beweist auch eine Äußerung aus einem damaligen Interview: ""Ich höre sehr viel Musik und ich fühle mich wohl dabei, so ziemlich alles zu singen. Ich will nicht wie ein Jemand dastehen, der den ganzen Tag am Strand rumhängt und mit seiner Klampfe am Lagerfeuer sitzt".
Die Aufnahmequalität ist bestechend gut. Die Umsetzung der sehr guten Stücke ist hochwertig und basiert auf einer Instrumentierung, die an die 70-er-Zeit erinnert. Das Ganze hat eine Wirkkraft als führe man in einem alten Straßenkreuzer mit offenem Verdeck bei strahlenedem Sonnenschein über die Golden Gate Brücke. Zum Einsatz kommen dementsprechend Hammond-Orgel, Streichereinlagen und Gitarreneffekte, die dem ganzen einen entspannten Groove hinzufügen - die keineswegs nur noch akustische Gitarre erklingt mit lauten Wah-Wah- und Acid-Klängen.
Wie auch die anderen Alben aus seiner Feder, bieten Musikgeschäfte in Deutschland und auch Amazon diese Art Musik selten unter 15 Euro an. Gerade diese Woche ist sie für sagenhafte 7,49 € zu haben. Mir war es einst 15 Euro wert, die ich nicht eine Sekunde bereue. Der Vollständigkeit halber sei auf seine rein englisch-sprachige Internetpräsenz mit unzähligen Media-Inhalten (die meisten aber zu der neusten CD) unter http://www.donavonf.com/ verwiesen.
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Mein Gefallen an Donavon Frankenreiters zweitem Album
Das Album gefällt mir als Ganzes noch besser als der Vorgänger. Wie schon vorab gesagt, beweist es mehr Musikalität und noch mehr Abwechslung. Es ist eigenständig und das im Musiksinne eigenständig zwischen mehr Genres angesiedelt. Um mich nicht zu sehr in noch unbegründete Euphorie zu verlieren, beginne ich direkt mit den einzelnen Titeln. Ich möchte nur unterstreichen, dass der Abschied vom reinen Lagerfeuer-Klang hier nichts aber auch gar nichts an Verlust darstellt. Die Musik, das Album hat damit eigentlich nichts mehr gemein und passt doch in die Entwicklung Frankenreiters perfekt hinein.
1. Move by Yourself liefert denn gleich den überzeugenden und absolut gelugnenen Beweis des neuen, eigenen Weges, den Donavon gehen möchte. Treibender Rhythmus mit einer eindeutig erhöhten Schlagzahl im Vergleich zu allen vorigen Stücken des Debütalbums kommen locker-flockig im astreinen Funk-Gewand daher. Das Stück hätte Jamiroquai gut zu Gesicht gestanden. Frankenreiter hat's aber so perfekt hinbekommen, dass es im Eröffnungsjahr tatsächlich auch im WDR und anderen Rundfunkanstalten oft und gern gespielt wurde und es als Einzeltitel bis in die vorderen 50 Plätze der Charts schaffte. Abwechslungsreich mit Orgel, E-Gitarre, Schlagzeug und reicher als es irgendein Stück Jack Johnsons jemals war (damit genug mit den Vergleichen). "Eine Orgel zu Beginn, eine Gänsehaut zum Abgang" heißt es dazu von Kritikerseite. Auch bei mir klatschen 5 Ohrwürmchen begeistert Applaus!
2. The way it is geht davon zwar einen Schritt zurück, was Tempo angeht. Mit Swing-Gitarre, Streicherelementen und Schwung gelingt aber auch der Anschluss an das hohe Niveau. So könnte Stevie Wonder es bis in die Disco geschafft haben - hat er aber nicht, sondern Frankenreiter, der eingängige Einspieler zusammenfügt und nur durch einen leicht eintönigen Gesangspart an 5 weiteren Ohrwürmern vorbeisingt - daher deren 4 hierfür.
3. By your Side hält das Tempo etwa auf gleichem Niveau, gleitet sanft in den Blues hinüber. Der Schwung geht auch bei dieser gefälligen aber nicht hervorstechenden Nummer verloren. By your Side lässt sich, hauchzart gesungen, immer noch von der pulsierenden Rhythmusgruppe tragen. 4 auf diesem Album schon schwach zu nennende Ohrwürmchen trägt des Frankenreiter von mir dennoch ein.
4. These Arms wird schmachtend (textlich) und klingt dabei sanft-zart. Es ist ein schönes Lied, gewidmet und adressiert an seine Familie, an seine Frau, die in nahezu allen Stücken thematisiert und der schon fast gehuldigt wird. Mir gefällt besonders der sehr eingängige Gitarrenpart und die positive Stimmung im Song, der musikalisch gen Classic Rock geht. Weil ich 4 Ohrwürmer zu viel und 5 zu viel finde - klare 4,5 Ohrwürmer.
5. Let it Go würde ein wenig verlangsamt noch auf das Debüt gepasst haben. Es bringt den Lagerfeuer-Charme mit einer mehr bluesigen Note so lange, bis ein kraftvoller Frauenchor Frankenreiters Hymne an das An- und Zupacken eindeutig zu "Move by Yourself" einlotet. Ein Stück das gefällt, ein Stück, das in mir gute Laune und Schaffensgeist weckt. Ein Stück, dass damit einfach 5 zupackende Ohrwürmer wert ist!
6. Fool hat mich vom ersten Hören an voll im Griff. Ob ich es hier auf dem Album oder in meinem verrauchten Jazzschuppen höre macht keinen Unterschied. Perfekt cool dahingegroovt und mit dem überragenden Gitarrenriff im Mittelpart ein heftiger Ohrwurm. Locker leicht mitwippende und extrem entspannte 5 Ohrwürmer ziehen im Rhythmus ihren Hut. Was für ein Highlight.
7. Everytime kann da nicht ganz mithalten, zeigt dennoch im gleichen Stil auf treibendem Rhythmus und mit einem gefälligen Gitarrenpart solide und gefällige Musikkost im neuen Stil Frankenreiters, der über die Lagerfeuerromantik hinaus geschmackvolle Arrangements und insbesondere sattere Arrangements bringt. Hier dominiert die Gitarre und sein gefühlvoller Gesang wird besser hörbar. Das ist mir denn auch wiederum 4 Ohrwürmer wert.
8. That's Too Bad (Byron Jam) entführt an einen überaus populären Surfstrand in Australien. Funk in Reinform und etwa im Stil Move By Yourselfs, der ebenso eingängig und mitwippend eingespielt ist, dass ich gar nicht umhin komme die nächste Lobhymne auf die dreckigen Riffs und die Swinggitarre anzustimmen, die Frankenreiter hier noch dazu mit einem Hauch mehr Mitwippen in der Stimme besingt. 5 Funkwürmchen.
9. Girl like You ist voll instrumentiert. Hell, freundlich und wartet mit einem Gospel-Chor auf, der den Hörer umhauen kann. Live gesungen ersetzt diesen eine Trompete, und die Hammond orgelt noch fetziger hinein. Mundharmonika und Folk-Anleihen reihen sich in den Groove, der wieder einmal voll ansprechend ist, die Hörerschaft in den Bann zieht und ein nachhaltig gut gelauntes Ohrwürmchen-Quintett hinterlässt.
10. All Around Us ist mein absoluter Favorit auf der Platte. Ausgehend von einer wie Ballade wirkenden Klavieretüde und sanften Gesang steigert es sich, nimmt Fahrt auf. Hammond-Orgelklänge stimmen ein, Frankenreiter wird sanft schneller und die Musik folgt ihm. Gospelgesang hinterlegt die auch live sehr gefällige Klangkulisse. Ein letztes Hoch und das Klavier übernimmt wieder die Kontrolle, eine letzte Schleife Frankenreiters Gesang rundet die komplette Nummer ab. Begeisterte Ohrwürmer, Vier und ein Halbes an ihrer Zahl, freuen sich noch lange nach.
11. Beautiful Day führt das Album dann ein wenig abrupt gen Ende, dass für mich unverständlich früh kommt. Der schöne Tag ist dabei leider nicht so peppig, wie das Eröffnungsstück. Und hinterlässt im Rückspiegel auf das Album ungewohnt langsame und fast bieder wirkende Lagerfeuerromantik. Seine melancholische Stimme klingt da fast so, als seien es zwei Jahre früher und er bereue den musikalischen Ausflug in die mal Jazz, Funk, Soul genannten Genres, deren er sich zuvor bediente. Passt nicht so nah, nach den tollen anderen Stücken. Und doch wäre es auf dem Debütalbum ein toller Abschluss gewesen. Hier geht es unter und ich muss mit 3,5 Ohrwürmern die schlechteste Wertung am Ende der Platte geben
Mit _Donavon Frankenreiters "Move by Yourself"_ rezensiere ich eine Platte, die vielen Menschen große Freude machen dürfte. Der Schnitt von mehr als 4,5 Ohrwürmern beweist, dass die CD mit zu wenigen Nummern viel zu schnell vorbeigeht. Ich höre sie seit einigen Jahren regelmäßig immer mal wieder. Und wesentlich öfter, als ich es mit dem Vorgänger-Album oder ähnlich spielenden Künstlern tue. Die Wiedererkennung, der Facettenreichtum sind hoch und machen aus diesem Mann einen Anwärter auf einen Stammplatz in meiner Musiksammlung. "Move by Yourself" jedenfalls wird dort noch lange stehen und gerne gehört. Immer und immer wieder…
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Das Fazit - ein geniales Album
Die gelöste Stimmung aus dem Debüt-Album bleibt auch "Move by Yourself" erhalten. Dem fügt Frankenreiter in gekonnter Manier, die hohes Musikverständnis und auch Geschmack verraten, Versatzstücke aus Jazz, Rock, Swing und Soul hinzu, die das bestärken, was beim Debüt gefiel. Und er vertraut nicht nur auf die Wirkung der Lagerfeuerromantik. Frankenreiter packt der Groove und mit ihm den zuhörer - das beginnt beim mitreißenden Opener und endet beim (vor-)letzten Song.
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[Vielen Dank für das aufmerksame Lesen sowie die lieben Kommentare, Januar 2009]
14.02.2009 17:05
Du scheinst ja ein richtiger Fan von ihm zu sein. Schöner Bericht. Gruß P7
10.02.2009 00:22
muss ich mal reinhören =) prima bericht! liebe grüße!
27.01.2009 20:41
Besser als wer? Das passiert mir nicht oft wenns um Musik geht, aber ich kenne weder Donavon Frankenreiter noch Jack Johnson. Noch nie gehört^^