Erfahrungsbericht über

Moving Pictures - Rush

Gesamtbewertung (5): Gesamtbewertung Moving Pictures - Rush

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Die besten LPs Rock und Pop - 1981

5  01.11.2004

Pro:
Eines der Top - Alben der 80er

Kontra:
Zu wenig bekannt

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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mongerbino

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:64

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 69 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Meine Damen und Herren,

1981 war für meine Wenigkeit definitiv das Jahr von Rush. Nachdem der Riesenhit „The Spirit of Radio“ im Vorjahr 1980 an mein Ohr gedrungen war, dachte ich schon länger: Was ist das für eine außergewöhnliche Kombination von Heavy-Gitarren-Sound und Avantgarde?

Auf irgendeinem Ramschtisch eines Plattenladens lag im Jahr 1981 eine wenig beachtete Kassette mit der Aufschrift Rush „Caress of steel“. War das nicht die Gruppe mit diesem Mega-Sound? Ich legte meinen Turnbeutel hin und nahm die Kassette zur Hand. Copyright 1975. Preis damals auf dem Grabbeltisch vielleicht 5 Mark. Es war nicht viel verkehrt zu machen und ich erwarb das Band. Zu Hause angekommen, legte ich es ein und es war genial. Ich musste mein Taschengeld zusammen kratzen und unbedingt eine aktuelle LP von Rush holen. Wie hatte sich dieser Mega-Sound weiterentwickelt?

Ich hatte Glück. Es war gerade die damals topaktuelle LP „Moving pictures“ erschienen. Meine Ohren glaubten nicht, was ich Ihnen da zu Gehör brachte. Drei Männer stellten einen derart bobastigen Sound auf die Beine. Genial.

Rush aus Toronto, Canada, brachte 1974 ihre erste Platte heraus. Meines Wissens war damals Neil Peart noch nicht am Drum, sondern ein wenig beachteter Vorgänger. Die Kritiker lobten das Debut. Ich selbst konnte damit weniger anfangen. Neil ist nicht nur der Drummer, sondern der Texter der Band, der literarische Qualitäten an den Tag legt.

In Deutschland hatten Rush nie den Erfolg wie auf der anderen Seite des Teichs. In meinem Bekanntenkreis störte man sich entweder an dem komplexen musikalischen Aufbau oder die Mädels an den Gitarren. Das alte Spiel. Sie kennen das.

Kommen wir zum Sound von „Moving pictures“, immerhin die 10. Platte der Combo, wenn man Live-Aufnahmen mitzählt.

Rush wechseln Rhythmus und Melodie in stets durchdachter Weise. Hier wird nichts dem Zufall überlassen. Man erhält im Ergebnis nicht den typischen Popsong, aufgebaut aus Strophe und Refrain im Wechsel. Man erkennt dies bereits an den meisten Titeln, die nicht wie sonst üblich aus dem Refrain entlehnt sind. Auf das erste Hinhören klingt der Sound etwas kalt. Dazu trägt sehr die Stimme von Geddy Lee bei. Sein markanter Schrei geht durch Mark und Bein. Er hält sich gleichzeitig am Bass fest und malträtiert nebenher mit den Füßen Keyboards. Lee gehört zu den besten Rock-Bassisten der Welt. Er spielt nicht nur den tragenden Rhythmus, sondern liefert mit seinem Instrument auch Melodien und Soli. Ich erwähne ihn in einem Atemzug mit Phil Lynott (Thin Lizzy). Wer brachte außer den beiden Meistern sonst je den Bass derart in den Vordergrund? Die Band hat nicht den Anspruch, nur Popsongs zu spielen oder gar Heavy-Metal. Nein, diese Klassifizierung ist ganz und gar falsch. Rush verlangt mehr vom Zuhörer. Er muss sich mit der Musik intensiv beschäftigen. Verzerrte E-Gitarren sind dabei nur ein Teil des komplexen Ganzen. Dabei kommen wir zu Gitarrist Mr Alex Lifeson. Ohne Zweifel ein Meister seiner Zunft. Ein Verschmelzen von Rhythm- und Lead-Guitar. Der 3. – zumindest ab dem zweiten Album – der kongeniale Neil Peart. Trommelwirbelweltmeister Keith Moon von The Who hat ernste Konkurrenz. In eine Schublade können sie die Band Rush nicht einordnen. Daher verzichte ich auf weitergehende Vergleiche.

Jeder einzelne Titel erzählt musikalisch eine Geschichte, wie kleine Rockopern, mit jeweils vielen unterschiedlichen Zwischenpassagen.

Die Produktion der Platte ist erstklassig. Trotz des recht hohen Alters, immerhin 23 Jahre, ist hier nichts zu beanstanden. Ich selbst hätte vielleicht etwas mehr Gewicht auf die Snaredrum gelegt, in der Abmischung. Aber das ist sicher Absicht, da Rush immer so klingt. Ebenso ist sicher Absicht, das Rush auf Chorgesang grundsätzlich verzichtet. Vielleicht können die anderen auch einfach nicht singen. Rush’s Gewicht liegt eindeutig auf den Instrumenten. Selbst Vocalist Geddy Lee dürfte auch sicher nicht als der begnadeteste Sänger in die Geschichte eingehen.

Tracks:

1. Tom Sawyer
Als Opener gleich ein komplexes Stück, das seinesgleichen sucht. Wechsel zwischen Tempi, Soli. Auch das Drum scheint Melodien zu spielen.

2. Red Barchetta
Das kleine rote Boot ist eines meiner Lieblingsstücke. Immer wieder wechselnde Tempi im Zusammenspiel von Gitarre, Bass und Drum. Das Keyboard verbindet die Elemente.

3. YYZ
Rush bringen mit diesem Instrumentalstück auf den Punkt, was mit ihrer Musik gemeint ist. Drei Musiker, die im Wechsel ihr spielerisches Können vortragen. Im Ergebnis ein bombastischer Sound, unbeschreiblich.

4. Limelight
ist für mich einer der besten Rush-Titel. Den Beginn setzt ein Gitarrenriff im Gibson-Sound, wie ich ihn liebe. Das einsetzende Drum scheint rückwärts zu spielen. Dazu im Hintergrund tragende Keyboards. Geddy schreit mal nicht so markant, wie in früheren Zeiten.

5. The Camera Eye
Zehn Minuten orchestraler Sound von drei Musikern. Der Sound kommt mit Keyboards rein und erinnert mich daher irgendwie an die ersten Experimente von Pete Townshend auf der Platte „Who’s next“ von 1971. Dann geht der richtige Sound los. Ein Meilenstein der Rockgeschichte.

6. Witch Hunt
Es handelt sich um den III. Teil der „Fear“-Saga. Die einzelnen „Angst“-Teile erstrecken sich auf mehrere Rush-Alben. Im Hintergrund ist die Menschenmenge zu hören, die dem grausigen Schauspiel zusieht. Ein sehr dunkler Titel.

7. Vital signs
Nach sieben Titeln ist die Platte zuende. Sie haben aber den Eindruck, wesentlich mehr gehört zu haben.

„Moving pitures“ von Rush ist eine der ganz großen Platten der Rock- und Popgeschichte, die wie ich finde, nicht genug Beachtung gefunden hat, zumindest in Deutschland ist sie leider weniger bekannt.

Das Cover zeigt die sich bewegenden Bilder während eines Transports offenbar in eine Ausstellung. Auf dem Bild links ist die „Hexenjagd“ dargestellt. Die Texte finden Sie im Inlay.

Meine Meinung bezieht sich – wie kann es anders sein – auf die original im Januar 1981 erschienene LP-Version.

1982 ist in Arbeit.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
photoart

photoart

15.05.2007 22:38

guter bericht. lg TOM

huhuichbins

huhuichbins

20.02.2007 18:19

rush würde ich zu gerne mal live sehen .....grüsslies

die_indra

die_indra

09.01.2007 11:20

Na, da war ich damals wohl noch etwas jung. Hab aber anscheinend was verpasst.....okay, ich geh mal bei Gelegenheit probehören ;o))

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