Erfahrungsbericht über

Mozart - Various

Gesamtbewertung (12): Gesamtbewertung Mozart - Various

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Mozart, Mozart!

5  06.07.2004

Pro:
tolle Musik, sehr ergreifend, anspruchsvoll

Kontra:
nicht immer geeignet

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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Pici16

Über sich: Jeden Tag fängt der Rest deines Lebens an! *** Juhu, bronze!!!

Mitglied seit:15.01.2001

Erfahrungsberichte:304

Vertrauende:85

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 113 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Mozart, Genie und Sinnbild der klassischen Musik! Dies sahen Michael Kunze und Sylvester Levay ebenso und nahmen das Lebenswerk des Wundermenschen als Anlass, ein Musical zu schreiben.

Michael Kunze zählt zu den erfolgreichsten Musiktheaterautoren unserer Zeit. Es gibt kaum ein Musical, an dem er nicht beteiligt war. Dazu zählen unter anderem „Cats“ und „Tanz der Vampire“. Sylvester Levay hingegen zählt als einer der erfolgreichsten Musical-Komponisten. Gemeinsam schrieben Levay und Kunze 1990 das Musical „Hexen hexen“, dessen Erfolg nicht annähernd zu vergleichen ist mit dem großen Erfolg des später folgenden Welterfolgs des Musicals „Elisabeth“. „Mozart! – Das Musical“ war das dritte Werk der Zusammenarbeit des zweiköpfigen Teams.

Nach den herausragenden Erfolgen in Österreich aus der Produktion der Vereinigten Bühnen Wien gelang es durch die Kooperation mit dem damaligen deutschen Pendant Stella Entertainment, das realistische Musical als Nachfolger des Phantoms der Oper in die Neue Flora in Hamburg zu bringen. Doch das Hamburger Publikum zeigte unberechtigterweise nur wenig Begeisterung, so dass Mozart! nach nur neun Monaten Spielzeit einpacken musste. Was übrig blieb ist eine hervorragende CD mit den musikalischen Höhepunkten der Originalproduktion aus Wien, die an unvergessliche Musical-Abende erinnert.

Das Cover ist schwarz gehalten und enthält lediglich das Logo des Musicals, welches aus den roten Pinselstrichen mit dem Schriftzug „Mozart!“ und den gelben Pinselstrichen mit der Silhouette des Mozarts aus dem Profil besteht. Ansonsten enthält das Booklet sämtliche Songtexte, Cast-Informationen sowie Bilder aus der Produktion in Wien. Im Handel ist sie für ca. 14 Euro erhältlich.

Kurze Zusammenfassung der Handlung: Das Musical basiert auf dem wahren Leben des Wolfgang Amadeus Mozart. Der 1756 geborene Sohn des Vizekappellmeisters und Geigenvirtuosen Leopold Mozart lernte bereits mit drei Jahren, Klavier zu spielen und brachte sich im Alter von 4 Jahren autodidaktisch das Geigespielen bei. Mit sechs Jahren spielte er zum ersten Mal vor dem Kurfürsten, mit neun Jahren gab er bereits Konzerte seiner ersten eigenen Kompositionen. Ein Wunderkind durch und durch. Mozart war vom Talent sowie vom Charakter eine Künstlernatur schlechthin, lernte zahlreiche Frauen kennen, unter anderem Constanze Weber, die er auch später heiratete. Zwischen Wolfgang und dem Vater Leopold bestand eine sehr komplizierte Beziehung: Leopold sah in seinem mittlerweile erwachsen gewordenen Sohn immer noch das Wunderkind und wollte ihn nicht in die Freiheit lassen. Wolfgang hingegen suchte jede Chance, von seinem Vater loszukommen, was ihm allerdings durch die väterliche Liebe nicht problemlos gelingen wollte. Als Leopold nach einem offenen Streit schließlich starb, erkrankt auch Wolfgang am rheumatischen Fieber und starb im jungen Alter von 34 Jahren. Übrig blieben zahlreiche Opern, Konzerte und Symphonien, die sich im Laufe der Jahre zum Inbegriff der klassischen Musik entwickelten.

Eine durchaus andere, dennoch aber hörenswerte Musikrichtung findet man nun auf der Musical-Aufnahme über Mozarts Lebenswerk. Dazu gehören insgesamt 24 Titel.


1. PROLOG 1:50

Der Beginn wirkt ein bisschen unheimlich durch dumpfe dunkle Streichmusik. Dann beginnt ein Dialog zwischen Mozarts Witwe Constanze Nissen und Doktor Mesmer. Constanze hat gegen eine finanzielle Zulage den Doktor an das Grab ihres verstorbenen Ehegatten auf dem Friedhof St. Marx in Wien geführt. Als Dr. Mesmer am Ruhebett des Genies ankommt, ist er angetan von der Magie des Ortes und ihm kommen Erinnerungen an ein Konzert des Wunderkinds wieder auf, woraufhin die Klaviermusik von damals ertönt.


2.WAS FÜR EIN KIND! 3:09

Die Bürger Salzburgs sind sichtlich beeindruckt von dem kleinen Wunderkind Amadé: „Was für ein Kind! Phänomenal! Dieses Talent! Einfach genial!“ Der Vater Leopold ist mehr als stolz und beweist dem neugierigen Publikum, dass sein Sohn sogar mit verbundenen Augen eigene Kompositionen perfekt spielen kann. Die Musik erinnert an den feinen österreichischen Stil und ist im Rhythmus recht schnell.


3. DER ROTE ROCK 2:58

Eingeleitet wird dieser Track von sehr schnellen Klavierakkorden. Dann kommen etwas ausgefallene Rufe von Wolfgang Mozart, mit denen er seine Schwester Nannerl herbeiruft und an alte Zeiten erinnert. Er hat beim Glücksspiel Geld gewonnen, und sich davon einen neuen Rock anlässlich des anstehenden Fürstenbesuchs gekauft. Seine Schwester ist zwar ganz angetan, doch sein Vater ist sichtlich wütend, dass sein Sohn um Geld gespielt hat und besteht darauf, dass der Rock zurückgegeben wird. Des weiteren kommt heraus, dass Wolfgang noch keine einzige Note für den Fürsten zu Papier gebracht hat, was den Ärger des Vaters zusätzlich steigert.


4. WO BLEIBT MOZART? 3:06

Dieser Track beginnt mit den Dienern am Fürstenhof, die alles für das Konzert Mozarts vorbereiten. Der neue Kurfürst Hieronymus Colloredo tritt ein und wartet ungeduldig auf das Erscheinen des angeblichen Wunderkomponisten. Als Mozart schließlich in Begleitung seines Vaters ankommt, führt sich dieser alles andere als gesittet auf und riskiert eine große Klappe, was wiederum dazu führt, dass Hieronymus Wolfgang Mozart aus dem Amt entlässt. Die Musik ist sehr rockig und irgendwie mitreißend. Im Musical ist es zudem ein wahrer Augenschmaus, da Hieronymus im offenen Morgenmantel auftritt..


5. ÄH; DAS FRÄULEIN MOZART! 3:23

Nannerl Mozart, die Schwester Wolfgangs, geht auf den Markt im Ort und wird sofort mit unangenehmen Fragen der Bürger bombardiert, denn die Nachricht über die Entlassung Mozarts durch Hieronymus Colloredo hat sich schnell verbreitet. Doch Nannerl behauptet, ihr Bruder habe sich aus freien Stücken entschieden, Salzburg zu verlassen und in Mannheim ein neues Leben zu beginnen. Die Musik ist recht enthusiastisch und durch den ständig wechselnden Rhythmus ein wenig anstrengend. Lediglich das Solo von Nannerl ist musikalisch ein bisschen gemäßigt und hört sich schön an.


6. SCHLIEß DEIN HERZ IN EISEN EIN 3:24

Der Vater Leopold sitzt allein zu Hause und zerbricht sich den Kopf, wie es Wolfgang wohl in Mannheim ergeht. Er macht sich Sorgen um seinen Sohn und hat ein schlechtes Gewissen, dass er ihn hat einfach gehen lassen. Deswegen hofft er, dass Wolfgang sein Herz in Eisen einschließt, da die Welt seines Erachtens grausam ist und andere Menschen ihn verletzen können. Das Lied ist wunderschön und sehr traurig, so dass schon die eine oder andere Träne fließen kann. Und nicht zu verkennen: die gefühlvolle Interpretation von Ethan Freeman.


7. EINE EHRLICHE FAMILIE 3:08

Diese Musik beginnt passend zum Charakter der Familie Weber ein bisschen schief und quakend. Die Webers sind eine arme Familie bestehend aus den Eltern Cäcilia und Fridolin und den vier Töchtern Aloysia, Constanze, Josepha und Sophie. Der Familienvater kommt mit der neuen Nachricht, dass sich Wolfgang Mozart in der Nähe aufhält. Das kommt der Familie sehr gelegen, da es heißt, dass Mozart reich ist und sie somit aus der Armut retten kann. Da Aloysia als das musikalische Talent der Webers gilt, wird sie auf Mozart angesetzt. Die Musik bleibt im Charakter gleich, die Texte sind sehr umgangssprachlich und frei.


8. WAS FÜR EIN GRAUSAMES LEBEN 2:15

Das Lied beginnt sehr unruhig mit Streichinstrumenten, Wolfgang fängt an, energisch zu singen. Er fragt sich nach dem Sinn des Lebens, da zuvor Leopold von der unwürdigen Beziehung seines Sohnes zu Aloysia Weber erfahren hat und darauf bestand, dass diese beendet werden soll indem Wolfgang mit seiner Mutter nach Paris zu fahren. Während eines erfolglosen Konzerts stirbt seine Mutter. Das Lied ist sehr energisch und geladen.


9. EIN BISSEL FÜR´S HIRN UND EIN BISSEL FÜR´S HERZ 3:08

Dieses Lied erinnert ein bisschen an Saloon-Musik. Gesungen wird es von Fridolin Weber. Er behauptet, dass die Welt eine große Bühne ist, auf der er ein bisschen was für`s Hirn und für`s Herz gespielt wird. Ein recht witziges Lied.


10. GOLD VON DEN STERNEN 3:41

Die Baronin von Waldstätten ist bei den Mozarts zu Besuch. Sie bietet Wolfgang an, ihn mit nach Wien zu nehmen, doch sein Vater ist strikt dagegen. Daraufhin erzählt die Baronin eine Geschichte, die der Situation des Leopold und Wolfgang entspricht „Es war einmal ein König, der lebte mit seinem Sohn in einem Schloss. Und weil der König alt und von der Welt enttäuscht war, war die Mauer sehr hoch und das Tor immer zugesperrt. ,Es gibt`, sprach der König, ,keinen besseren Ort`, doch die Sehnsucht sprach zum Prinzen: Du musst hier fort.“
Die Musik ist ein bisschen triumphal und dabei doch melancholisch. Insgesamt aber ein durchaus schönes Lied.


11. NIEMAND LIEBT DICH SO WIE ICH 1:45

Dieser Track beginnt ebenfalls unruhig und begleitet musikalisch den Streit zwischen Leopold und Wolfgang. Leopold wehrt sich immer noch dagegen, dass sein Sohn nach Wien geht, doch Wolfgang ist der festen Überzeugung, dass er in Wien das doppelte Geld verdienen kann, zudem hält er es in Salzburg nicht aus. Nannerl versucht, den Streit zu schlichten, indem sie Wolfgang erinnert, dass er ihren gemeinsamen Vater respektieren muss. Leopold lässt sich nicht davon abbringen, dass Wolfgang zu schwach für die boshafte Welt ist.


12. SAUSCHWANZ VON DRECKEN 1:38

Wolfgang Mozart ist nun doch in Wien angelangt. Zwischen Zuschauern, die dem amüsanten Schauspiel der mittlerweile in Wien lebenden Familie Weber beiwohnen. Graf Arco erkennt den jungen Komponisten und fordert ihn auf, den Ort zu verlassen. Doch Wolfgang erwidert mit einem ordinären Lied: „Gestatten: Mein Name ist Sauschwanz von Drecken, den Spießern ein Schrecken.“ Das Lied ist sehr schnell und passend zu den Worten.


13. DER PRINZ IST FORT 3:21

Nannerl sitzt zu Hause und erlebt die Depressionen ihres Vaters Leopold täglich mit. Sie macht sich ebenfalls Sorgen um ihren Bruder und ist traurig, dass dieser doch nun ein eigenes Leben begonnen hat und die Familie vergessen hat „Jetzt wein ich oft, du bist so weit“. Sie erinnert sich noch an ihre gemeinsame Kindheit, in der sie „unzertrennlich, zwei kleine Wunder, viel bestaunt, einander nah und gleich“ waren. Das Lied ist sehr traurig und wird fast ausschließlich von Klavier und Streichern begleitet.


14. ICH BLEIBE IN WIEN! 3:12

Der Beginn der Musik ist recht rockig und wiederum energisch. Nach Wolfgangs ordinären Auftritt im Wiener Prater hat der Fürst Hieronymus darauf bestanden, dass dieser nach Salzburg zurückkehren muss. Wolfgang ist äußerst verärgert, da ihm dadurch die Bekanntmachung mit dem Kaiser verhindert wird. Nach einem Streit lässt Hieronymus Wolfgang von Graf Arco raus aus dessen Gemach schmeißen. Wolfgang zeigt in dieser Situation alles andere als Reue, denn er verzichtet gerne auf die Gunst des Fürsten und lebt auf eigenen Füßen.


15. WIE WIRD MAN SEINEN SCHATTEN LOS? 4:06

Dies ist eines meiner persönlichen Favoriten auf dieser CD. Gesungen wird es von Wolfgang begleitet vom Ensemble. Wolfgang hat sich zwar von allen Zwängen gelöst, doch sein Genie verkörpert vom Kind Amadé umgibt ihn permanent und fordert von ihm neue Werke ein. Wolfgang fühlt sich seiner Kunst unterlegen und fragt sich eben: „Wie wird man seinen Schatten los? Wie lässt man alles hinter sich? Wie jagt man sein Gewissen fort? Wie flieht man vor dem eigenen Ich? Wie kann man flüchten, wenn man sich selbst im Wege steht? Wie kann man frei sein, wenn man seinem eigenen Schatten nie entgeht?“ Das Lied ist ganz schön ausdrucksstark sowie rockig und der Text recht tiefgründig.


16. HIER IN WIEN! 3:44

Nach einem Konzert von Mozart diskutieren die Besucher über das Talent des neuen Komponisten am Musikerhimmel. Sie vertreten alle die Meinung, dass Mozart sicherlich berühmt wird, doch denken sie auch, dass nur tote oder intrigante Künstler eine Chance haben, in Wien an Beliebtheit zu gewinnen. Das Lied lässt einen schon mal mitgehen, da die Musik ein bisschen Marschcharakter hat – was allerdings nicht so sehr für meinen persönlichen Geschmack bestimmt ist.


17. DICH KENNEN HEIßT DICH LIEBEN 3:58

„So stell ich mir Engel vor“, leitet Wolfgang diese Lied nach einem kurzen instrumentalen Intro ein. Er hat sich in Constanze Weber verliebt und offenbart ihr nun seine Gefühle. Constanze empfindet ebenso für Wolfgang und die beiden beschließen, zusammenzuhalten, egal, was sie im Leben erwarten wird. Die Musik ist sehr schön.


18. MUMMENSCHANZ/RÄTSELLIED 3:34

Dieses Lied spielt während eines Alptraumes von Wolfgang, in welchem ihm zahlreiche Personen maskiert begegnen. Er beginnt sich wiederum nach dem Sinn und Rätsel seines Lebens zu fragen. Daraufhin erscheint sein Vater mit der Antwort, doch gibt diese nicht bekannt bevor er in der maskierten Menschenmenge untertaucht. Das Lied klingt eher freudig und lässt rein musikalisch keinen Alptraum erahnen, sondern wahrt die Atmosphäre eines ausgelassenen Maskenballs.


19. IRGENDWO WIRD IMMER GETANZT 4:07

Wolfgang Mozart lebt sein Künstlerdasein freizügig aus und bleibt so gut wie jede Nacht weg. Seiner Ehefrau Constanze schenkt er förmlich keinerlei Beachtung mehr. Diese ist nervlich am Ende und bringt ihre Emotionen auf ironische Art in diesem Lied zum Ausdruck: „Es wäre doch schad, einen Spaß zu versäumen.“


20. WARUM KANNST DU MICH NICHT LIEBEN? 3:05

Wolfgang hat es geschafft, ihn Wien ein sehr erfolgreiches Konzert zu geben. Leopold, der zu diesem Anlass angereist kam, kann den Triumph und die Freude seines Sohnes allerdings gar nicht teilen, weil er zu der Erkenntnis gelangt ist, dass Wolfgang selbstständig und seine Rolle als Vater nun überflüssig geworden ist. Wolfgang ist enttäuscht und fragt seinen Vater, warum dieser ihn nicht einfach lieben kann, wie er ist. Das Lied ist sehr emotional und durchaus ergreifend.


21. WIE KANN ES MÖGLICH SEIN? 2:46

Dem Grafen Hieronymus Colloredo sind zufällig eine Komposition Wolfgang Mozarts in die Hände geraten. Er ist sichtlich angetan von dessen Talent und lässt Leopold herbeirufen, um Wolfgang das Angebot einer erneuten Anstellung in Salzburg zu unterbreiten. Auf die verneinende Antwort Leopolds entlässt der Graf diesen und beginnt sich zu fragen, wie es möglich sein kann, dass Musik eine solch größere Kraft als Vernunft haben kann. „Ich habe mein Leben mit Büchern vergeudet, um Gott und die Welt zu verstehen.“ Das Lied ist sehr rockig und gefällt mir persönlich sehr gut. Auch den Inhalt des Textes kann ich sehr gut nachvollziehen.


22. DER MENSCH WIRD ERST MENSCH DURCH DEN AUFRECHTEN GANG 3:19

Auch dieser Track ist ein wenig unruhig, wenn auch ein bisschen untypisch für dieses Musical. Der Gesang des Ensembles lässt anfangs ein wenig an das Lied „Conquest of Paradise“ oder Enya erinnern. Im Text geht es um die Gespräche der Bürger auf der Straße, da soeben bekannt geworden ist, dass in Frankreich die Revolution eingeleitet wurde. Die Bürger vertreten die Ansicht, dass jeder Mensch erst Mensch wird, wenn er frei wird und befürworten somit die Forderungen der französischen Revolution. Wolfgang vertritt die Ansicht, dass jeder Vater entbehrlich ist, sogar der Vater im Himmel, der „will, dass wir uns selbst gehorchen“.


23. MOZART; MOZART! 3:12

Der Beginn der Musik besteht lediglich aus dezenten Klaviertönen, worauf einzelne Darsteller aus dem Ensemble Phrasen singen, das Ensemble im Chor mit „Mozart“ antwortet. Die Musik wird allmählich lauter und energischer: „Gott gab dieser Welt das Wunder Mozart“. Das Lied hat wahren Ohrwurmcharakter, wenn man die Show verlässt.


24. FINALE 1:46

Der junge Wolfgang stirbt im zarten Alter von 34 Jahren am rheumatischen Fieber. Alle Personen aus seinem Leben tauchen an seinem Sterbebett auf und beginnen gemeinsam mit energischen Stimmen „Wie wird man seinen Schatten los?“ zu singen, denn selbst kurz vor seinem Tode lässt ihn das Porzellankind Amadé nicht los bevor das Requiem zu Ende geschrieben ist. Das Lied ist sehr ähnlich wie das Original, doch das starke Gesangsensemble verleiht ihm mehr Kraft.

An dieser Stelle endet die CD. Sie enthält lediglich die Höhepunkte des Musicals, was bedeutet, dass einige Stücke auf dieser Aufnahme fehlen. Da es sich dabei aber meist um Reprisen dieser 24 Titel handelt, ist es nicht weiter nachteilhaft. Was ich aber sehr schade finde ist die Auslassung des Duetts von Nannerl und Leopold mit dem Titel „Gibt es Musik, die nie zu Ende geht?“. Dies ist ein wirklich traumhaft schönes Stück, weshalb ich nicht nachvollziehen kann, warum es nicht Teil dieser CD geworden ist.

Meine Beschreibungen der einzelnen Tracks haben sich mehr auf den Inhalt bezogen, da es meiner Ansicht nach schwer ist, Musik in Worte zu fassen – doch die Musik ist in diesem wie in allen Musicals grundsätzlich an die Handlung angepasst, so dass diese Kurzzusammenfassungen die Atmosphäre besser beschreiben können als eine Anhäufung wenig abwechslungsreicher Adjektive.

Das Musical an sich und die Musik ebenfalls sind durchaus anspruchsvoll und behandelt gleich mehrere ernste Themen: Die Bedeutung von Musik, die Beziehung zwischen Vater und Sohn, das Erwachsenwerden, das Leben eines Künstlers. Vielleicht war es die fehlende Bereitschaft des Publikums, sich mit diesen ernsten Dingen des Lebens zu beschäftigen und sich darauf einzulassen, welche das Musical hier in Hamburg zum Fall gebracht hat.

Zugegeben ist dieses Musical keine leichte Kost und somit eignet sich die CD sicher nicht als Partymusik wie zum Beispiel die Musik aus „Miami Nights“ oder „Fame“, sondern ist eher für Abende gedacht, an denen man den Texten richtig zuhört und bereit ist, seine Gefühle hoch kommen zu lassen. Für viele Menschen ist das nach einem arbeitsreichen Tag sicher nicht immer wünschenswert. Ich merke das am eigenen Leibe, denn auch ich greife nicht ganz so oft zu dieser CD aus dem Regal wie zu manch anderen. Selbstverständlich kommt es öfter vor, wenn ich selber an einem der Lieder arbeite, doch zum Anhören ist es, wie gesagt, empfehlenswert, eine ruhige Seele zu haben.

Da die Besetzung aus Wien überwiegend gleich war mit der aus Hamburg, handelte es sich um die gleichen Darsteller, die ich live erlebt habe. Insofern sei erwähnt, dass mir Yngve-Gasoy Romdal als Wolfgang Mozart sehr gut gefallen hat. Einen sehr starken Eindruck hat Ethan Freeman bei mir hinterlassen. In der Hamburger Besetzung konnte man zudem Maricel als Constanze Weber, Angelika Milster als Baronin von Waldstätten, Felix Martin als Hieronymus Colloredo und Marta Helmin als Nannerl Mozart sehen.

Auch wenn sich diese CD nicht für jede Tageszeit und Stimmung eignet, möchte ich sie dennoch bedingungslos weiter empfehlen, da es sich um ein großartiges Musical handelt, dass in Hamburg wirklich unverständlicherweise völlig verkannt wurde. Somit blieb wenigstens eine schöne CD, die immer wieder an das Spektakel erinnert und ein Stück Geschichte wunderbar beschrieben hat.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
pandolito

pandolito

13.08.2006 13:12

Klasse Bericht. Da das Musical leider an mir vorbeigegangen ist, warte ich auf eine Neuinszenierung. Für die Übergangszeit habe ich mir kürzlich diese CD gekauft. Man sollte Deinen Bericht dabei haben, um zu verstehen, worum es da gerade geht. Deswegen kann es nur ein b.h. geben. Gruß, Oliver

Things

Things

23.02.2005 19:31

Hm...ich höre gerade diese Musik, mal wieder.....! Unglaublich schön, wenn man auf die Texte achtet und den Melodien lauscht. Viele Texte von Musicals finde ich teilweise zu überspitzt, zu kitschig...hier gibt es einen kontinurirlichen "Roten Faden"...und die Texte sind ausgesprochen gut...ein Lob an den Autor; Michael Kunze. Lieben Gruß Michael

Things

Things

05.09.2004 16:03

Besonders "Gold von den Sternen" gefällt mir sehr, sehr gut, erinnert mich doch diese an meine Freundin die jetzt in Afrika ist. Danke für den schönen Bericht. Lieben Gruß Michael

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