Mr. Smith der Altmeister
24.10.2001
Pro:
Smoothe, relaxte Beats . . . "Hey Love" !
Kontra:
Testosterongetränkte Texte und warum hält er sich für einen Gangster
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
mehr
 Senilm
Über sich:
FREE Musicjournalism // The world ends on a sunny day // Sympathy for Empathy // Alive and kicking....
Mitglied seit:09.06.2001
Erfahrungsberichte:1040
Vertrauende:132
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 45 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo an euch Leser... heute möchte ich mich wieder mal mit HipHop befassen. Einen alten Hasen in diesem Business werd ich mir heute vor die Ohren hängen... LL Cool J ( mit bürgerlichem Namen James Todd Smith ) Ladies Love Cool James... ach was für ein hübsches Pseudonym für einen Rapstar !
I. DER KÜNSTLER James Todd Smith wurde in Albarn, NY geboren. Sein Großvater hörte den ganzen Tag Jazz, was ihn als Jungen sehr prägte. Als er dann zu seinem 13.Geburtstag von seinem Opa Musikequipment, anstatt des BMX-Rades das er sich wünschte, bekommen hat begann er damit erste Songs aufzunehmen. Er begann erste Demotapes zu verschicken... und plötzlich meldete sich Def Jam Records in Gestalt von Rick Rubin bei ihm. Mit 16 Jahren unterschrieb er dann seinen ersten Plattenvertrag und brachte seine erste Single "I need a beat" heraus. 1985 veröffentlichte er sein erstes Album "Radio", welches hervorragende Kritiken bekam. Das Nachfolgealbum "Bigger and Deffer" machte ihn dann mit Singleerfolgen wie "I need love" und "I´m bad" berühmt. Zwei Jahre später, LL war auf dem Zenith seiner Karriere folgte das dritte Album "Walking with a panther". "Going back to Cali" sollte die einzig erfolgreiche Single aus diesem Album bleiben. Als schon erste Kritiker meinten LL wäre am Ende, lies er alle Kritiker mit dem nächsten Album verstummen. "Mama said knock you out" brach so einige Rekorde mit der #1 Single "Around the way girl" und eben "Mama said knock you out". Das Album brachte LL Cool J einen Grammy, während das Album über ein Jahr lang in den Billboardcharts stand. 1993 veröffentlichte LL dann "14 Shots to the dome", welches zwar Platinstatus erreichte, jedoch weit hinter "Mama said knock you out" zurück blieb. 1996 nahm er dann das Album auf, von dem meine Meinung handelt, "Mr. Smith". Mit der sehr erfolgreichen "Hey Lover" Single heimste LL seinen zweiten Grammy ein. Das Album schob sich jenseits der Platinränge und wurde zu einem der erfolgreichsten Rapalben aller Zeiten.
Hier will ich nun die Bio enden lassen... weiterführen werde ich Sie in der nächsten Meinung über LL Cool J`s Album "Phenomenon". II. Das Album
Das Cover zeigt LL mit nach untem geneigten Haupt in einem schwarz weiss Bild. Im Booklet sind sehr viele grosse Fotos von LL in verschiedenen Posen zu betrachten, dazwischen gibts Playlist, Danksagung und Producerinfo. Mit einem eineinhalbminütigen von sphärischen Klängen begleitetem Intro in welchem LL über seine Karriere sinniert beginnt das Album.
Mit locker lässigem Oldschoolflow werden wir dann in die entspannte Atmosphäre eingeführt. "Make it hot" führt uns ein in die Welt des HipHop, ob das der relaxte Schlagzeugbeat ist, das tolle Jazzsampling oder LL`s relaxte Rhymes - hier wird HipHop zelebriert. Um das ganze dann auch noch zu verdeutlichen heisst der nächste Titel "HipHop". Das ganze wird von relaxtem, seicht bouncenden Beat angetrieben. LL scheint dem ganzen etwas vorauszueilen, da seine Rhymes deutlich schneller als der Beat angesetzt sind. Der Refrain wird von hübsch klingenden, hellen Frauenstimmen gesungen, während im Hintergrund HipHop eingestreut wird. LL Cool J erzählt uns die Geschichte des HipHop und zählt so ziemlich jeden wichtigen Rapper auf, den es in den letzten 20 Jahren gegeben hat... damals war HipHop erst knappe 20 Jahre alt.
Mit der Abräumersingle gehts weiter. "Hey Lover" wurde zusammen mit Boyz II Men aufgenommen. Ein Schlagzeuger der den Titel auf eine ganz eigene Ebene hebt und eine Gitarre die das ganze mit bestem Können unterstützt sind die instrumentalen Bausteine. Zu einem langsam, smooth dahinkriechenden lässt LL seinen wildesten Phantasien von dieser Traumfrau freien Lauf... bis er dann doch einsehen muss das das alles nur Phantasien sind. Der Refrain wird von Boyz II Men zu zuckersüssem, wunderbaren R`n`B umfunktioniert welcher mehr als nur eingängig dargeboten worden ist. Ein echtes Erlebnis. Die zweite Singleauskopplung "Doin`it" konnte auch einige Erfolge verbuchen. Nicht nur textlich gehts hier deutlich "härter" zur Sache. Der Beat bounced ziemlich tief und hebt das Tempo deutlich an. LL Cool J beginnt gleich mit "it`s the first time together and i`m feeling kind of horny"... na alles klar. Zu testosterongetränkten Raps und lasziv mit der Zunge geschnalzten weiblichem Gesang wird hier Erotik durchs Ohr betrieben... oder getrieben... wie mans will.
Jetzt gehn wir mal zurück ins Jahr 1990, da waren solch dreckige Beats wie bei "Life as" in. Jazzsampling vom härtesten, rauhe Beats die von Trompetensampling gestört werden geben dem Titel einen unharmonischen Klang. Doch das passt geradezu sehr gut zu LL COOL J`s Gangsterambitionen, wenn er energisch schnell rappend das Mikrofon bearbeitet. Nur ein "Life of a killer", das nimmt ihm keiner ab. Noch einen drauf legt er bei "I shot ya". Da werden Klavierakkorde mit düsterem Klang von bouncenden Beats angetrieben und daraus wird dann eine bedrohlich wirkende Atmosphäre aufgebaut. LL Cool J bewegt sich mit seinem aggressiven Stil irgendwo zwischen Größenwahn und totalem Wahnsinn, doch bleibt er klar verständlich und auf einer Linie.
Relaxter, smoother wirds beim Titeltrack "Mr. Smith". Ein Schlagzeuger treibt den Titel mit deutlicher Betonung an, dazu gibts eingestreute Scratches und Violinenspiel. Aber LL Cool J übertönt dies alles mit seinen harmonischen Raps über den Rapbusiness und dessen Pervertierung. Im Refrain bestimmen Scratches und warmer männlicher Gesang das Bild, so geht der Titel ohne grosse Höhepunkte zu Ende. "No airplay" beginnt mit einer Housepartyatmo in dem LL einige "Gäste" interviewt und hat dabei hörbar seine Freunde. Dann wird der Titel plötzlich von harten, rohen Schlagzeugbeats angetrieben und von Scratches immer wieder unterbrochen...das ganze hört sich etwas disharmonisch an, hat aber einen tollen Flow. Was vor allem auch an LL liegt, welcher unbeirrt und davon vorrappt immer das zu tun wovon man träumt.
"Loungin"... na was wird hier wohl geboten sein. Smooth dahingleitende Sounds die mit relaxtem Flow ins Reich der Träume entführen. Wovon LL träumt wird uns bereits nach den ersten Textzeilen klar... nämlich von nackten Mädels und was er mit denen gerne anstellt... ach was ein Superlover ! Doch hat der Titel so einen coolen Flow, was vor allem am langsamen Beat liegt, das man die Texte hier mal getrost beiseite lassen kann. Der Refrain wird von engelsgleichem weiblichen Gesang versüsst und lässt uns endgültig in gezuckerten Träumen entschwinden. "Hollies to Hollywood" ist LL`s Danksagung and die Traumfabrik Hollywood. So ziemlich jeden bekannten Film der 80er und 90er zählt er hier auf und baut die Filmnamen in eine tolle Gangsterstory ein. Mit einem langsam bouncenden Beat und lässigem Flow lässts LL hier langsam aber doch bestimmt angehen.
Jazzig wirds wieder bei "God Bless". Hier setzt man auf Kontrabass, Trompeten und seichte Beats. LL wirkt hier etwas im Hintergrund platziert, während der Titel das Tempo deutlich steigert. LL rappt von seiner Großartigkeit und Gottes Mission... was das eine mit dem anderen zu tun haben soll, erklär ich hier mal nicht weiter. "Get da Drop on èm" wird von tief bouncenden, temporeichen Beats bestimmt und geht ganz ordentlich ins Gehör. Eingängigkeit auf das setzt auch LL hier mit seinen schnellen Reimen wert. Er schmeisst mal wieder die Party, dank des musikalischen Hintergrunds kein Problem LL.
Eine halbminütige von Möwenkreischen und LL`s Philosophien über Glücklichsein führt uns weiter zum Remix von "I shot ya". Noch eine Spur härter, dreckiger gehts nun zur Sache. Tief bouncend treibt der Beat die Subwoofer zum Anschlag während Poke und Oliver als Gastrapper ihr bestes geben jedoch deutlich verblassen im Gegensatz zum motivierten LL. "Papa luv it" beendet dann das Album. Jazzig von einem harmonischen Trompetenspiel und einem lässigen Percussiondrumbeat begleitet entführt uns LL ins Reich der Entspannung. Legt euch zurück und "lounget" zusammen mit LL zu seinen Raps über Liebe, Zärtlichkeit und das er gerne "Papa" genannt wird. Wie so oft in diesen relaxt, bouncenden Titeln wird der Refrain wieder von äusserst hell klingenden Frauenstimmen versüsst. Ein tolles Ende.
III. MEIN FAZIT Irgend jemand hat LL`s Gehirn mal zu sehr in Testosteron getränkt. Entweder er rappt über Liebe"Hey Love" und Liebe machen "Doin it" oder er besinnt sich plötzlich und wird zum Übergangster "I shot ya". Naja das ganze hat eigentlich nicht mehr sehr viel mit Realness zu tun. Er sollte einfach mal auf einer Schiene fahren. Dennoch ist das Album ein hervorragend produziertes Stück HipHop Geschichte. Songs wie "Hey Lover" und "HipHop" machen den Kauf des Albums alleine schon wett.
IV. SONSTIGES Unter www.defjam.com erfahrt ihr so einiges über LL Cool J und über viele andere Künstler der Black Music Szene. Aber unter www.angelfire.com/pop/llcoolj/ gibts die eindeutig bessere Info in Sachen LL COOL J !
Preisvergleich
sortiert nach Preis
|
Mr.Smith - Ll Cool J
Ausgabedatum: 1995-11-20, Audio CD, Def Jam (Universal)
|
€ 3,33
Händler kann Preis erhöht haben |
149 Bewertungen
|
Versandkosten: EUR 3,00
Verfügbarkeit: Versandfertig in 1 - 2 Werktagen...
|
zum Shop
Amazon.de Marketplace Musik
|
|
Mr.Smith - Ll Cool J
Ausgabedatum: 1995-11-20, Audio CD, Def Jam (Universal)
|
€ 4,95
Händler kann Preis erhöht haben |
3335 Bewertungen
|
Versandkosten: EUR 3,00
Verfügbarkeit: Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden...
|
zum Shop
Amazon Musik
|
|
LL Cool J - Mr.Smith (Def Jam) CD Album
Release: 21.02.1996, Format: CD Album, Neuware, Inhalt: 1, Label/ Hersteller: ...
|
€ 5,59
Händler kann Preis erhöht haben |
19 Bewertungen
|
Versandkosten: weltweit: 2.00 Euro. ab 20.00 Bestellwert versandkostenf...
Verfügbarkeit: Versandfertig in 3-5 Werktagen...
|
zum Shop
Grooves-inc.com
|
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten. Preise, Verfügbarkeit und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein, da eine Echtzeit-Aktualisierung technisch nicht möglich ist. Maßgeblich sind immer die Preise und Angaben auf der Händlerseite. Alle Angaben ohne Gewähr.
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
Das könnte Sie interessieren
|
|
24.10.2001 22:47
What up?? guter Bericht, aber ich finde diese "Liebeslieder" eigentlich nicht so schlecht, LL war ja einer der ersten Rapper der über Luv gesungen hat. also: Doin' it, doin'it, doin' it, LOUD!!! payce
24.10.2001 20:14
hey Senilm alles klar? also hey dein Bericht on the top. Aber sieht so aus als wenn du nicht mit LL kannst, oder ? Also du hast gesagt : "Entweder er rappt über Liebe'Hey Love'...oder er besinnt sich plötzlich und wird zum Übergangster 'I shot ya'." ... ok jeder hat seine Meinung, da kann man 'leider' meistens nichts machen:)(nicht falsch verstehen man). Ich sag jetzt mal was ich so denke. naja also, wieso soll er nur den Bad Boy oder den Lover 'spielen' ? wenn er so nicht ist? Du fühlst dich doch auch nicht immer gleich, mal bist du down, mal happy oder ?Und er schreib/rappt halt über das was er gerade denkt\fühlt\lust hat. Alos wie so soll er "einfach mal auf einer Schiene fahren" wenn er dazu garkeine lust hat ? Verstehst du was ich sagen will ? Wieso soll er sowas machen, wenn er das garnicht will? mhh, ich weis nicht wie es bei dir ist, aber ich halte LL für einen der grössten Rapper überhaupt(was erfolg und Style angeht), der Junge hat es einfach drauf. Vielleicht hast du ja mal ein par I'views von ihm gesehn, oder ein Concert, der is einfach nur locker drauf, der hat fun bei dem was er macht. ok, und dann noch das mit dem "und warum hält er sich für einen Gangster"....was ist ein Gangster für dich ? holla back please. -Lerhan-