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Music for People - Vast

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I Didn´t Want To Hurt You, Baby…

5  04.03.2004

Pro:
Besser als das Debüt

Kontra:
Senf?

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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hlemmur

Über sich:

Mitglied seit:06.07.2003

Erfahrungsberichte:151

Vertrauende:28

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 89 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

…but you´re pretty when you cry.

Kein Wunder, dass Vast-Mastermind Jon Crosby nie Freunde hatte, als er klein war. Solche Textzeilen wie diese umschreiben ganz gut den Vast-Sound. Arrogant, gemein, überlegen, aber auch melancholisch, zerbrechlich, unsicher und oftmals in irgendwelchen Träumen schwelgend. Wahrscheinlich eben ganz so wie Jon Crosby.

Im Alter von 13 Jahren lehnte der gute Jon schon einen Plattenvertrag als Solo-Künstler ab – er galt als außergewöhnliches Gitarrentalent. Er lehnte ab, weil sich als Songwriter betätigen wollte. Siehe da: Die Gitarre spielt auf keinem Vast-Album eine übergeordnete Rolle. Und mit dem Deal hat trotzdem geklappt. Wahrscheinlich besser für uns alle, denn die beiden Vast-Alben sind wirklich viel zu gut, als dass man darauf verzichten könnte.

Das Debüt „Visual Audio Sensory Theatre“ (kurz: V.A.S.T.) gab sicherlich Impulse in der Szene. Originell und ungewöhnlich. Vorallem die gesampleten Mönchschöre – allerdings übertrieb Jon mit denen ein wenig auf der ersten Scheibe. Ansonsten frönte einem Sound irgendwo zwischen Devin Townsend, Two, Nine Inch Nails oder den ruhigeren Filter-Stücken. Kurz: Einen Hauch Industrial, einen Hauch Gitarren und ganz große Hits. Wie „Touched“. Wie „Pretty When You Cry“. Aber trotzdem nicht der ganz große Wurf.

Der ganz große Wurf ist „Music For People“. Hin zum kunstvollen Kommerz, weg von jeglichen Metal-Elementen hin zu großartigem Düster-Pop mit wunderschönen Klangteppichen und Tragödien zum Sterben schön. Wie „We Will Meet Again“. Oder “Land Of Shame”. Mit ihren gar pompösen Streicherarrangements.

Singletauglich ist auf auf diesem Album jedes Stück – ein Kompliment, wie ich finde. Vorallem, weil das Album trotz der massentauglichen Schlagseite auf jeden Fall schwerer im Magen liegt als der Vorgänger. Paradox, aber deshalb nicht weniger wahr. Der glorreiche Abschluss „Lady Of Dreams“ verwirrt z.b. – wie ein Filmscore setzt das Stück dem Album ein würdiges Ende, während man geistig schon über irgendwelche wunderschönen Rapsfelder fliegt und sich in luftigen Höhen wähnt.

Sowieso sind es die Stimmungsschwankungen, die „Music For People“ als Dauerbrenner brandmarken. Die Schwankungen, die direkt wie das Gehirn von Crosby wirken. Der Opener „The Last One Alive“ kommt völlig clean daher und versprüht eine seltsame Euphrie, die einen zum Blumenpflücken verleitet. Allerdings nur, um die Blumen nach dem Pflückvergnügen in Senfsoße zu ersäufen. Bittersweet.

„Free“ ist eines der härtesten Stücke – und das obwohl die fetten Riffs eindeutig in den Hintergrund gemischt wurden. „Music For Play“ ist nur hart, was die Emotionen angeht. Und genau das macht die Scheibe so undurchdringlich wie eine Butterblume. So dunkel wie ein Moloch. So traurig wie der Krebstod kurz vor dem Geburtstag. So tragisch wie eine Beziehung nur scheitern kann. Und gleichzeitg so schön wie der frische Frühling an einem sonnigen Tag irgendwo im Paradies.

Weiterhin wichtig: „The Gates Of Rock´n`Roll“, die endgültige nihilistische Arroganz. Trotzdem: Wem will man böse sein? Buddha? Frank Sinatra? Reinhold Messner? – vergesst es. Genießen. So wie geröstete Insekten wenn man verdammt hungrig ist. Kommaphobie.

„Blue“ – Tänzelndes Piano meets irgendwo in Luft aufgelöste Musik, die im Himmel schwebt. Erinnert mich von Gefühl her an U2 meets Pink Floyd in homogen. Wie eine zum scheitern verurteilte Beziehung kurz nachdem man sich verliebt hat. Ein Messer – und zack, rein ins Fleisch!

Ein Album, welches man sich nur in leicht angesäuerter Stimmung anhören sollte. Wenn es einem gut geht und man trotzdem heulen möchte. Wenn man nicht weiß, wie man sich fühlen soll und wenn einem der Schädel brummt, weil man mal wieder etwas zu tief ins Glas geschaut hat. Tragic relaxing.

Bald auch in ihrer Stereoanlage.

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VAST - Music For People (Elektra, 2000)

01. The Last One Alive
02. Free
03. I Don´t Have Anything
04. The Gates Of Rock´n`Roll
05. What Else Do I Need
06. Blue
07. Land Of Shame
08. A Better Place
09. Song Without A Name
10. We Will Meet Again
11. My TV And You
12. Lady Of Dreams


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
stativision

stativision

08.03.2004 20:38

wah. die hab ich ja auch noch nicht. patu piopu

stern.schnuppe

stern.schnuppe

08.03.2004 17:18

Weil alles drin ist und ich mir nicht jeden Titel "durchlesen" muss ;)

pulsmesser

pulsmesser

08.03.2004 00:09

Delikatesse, fein...sinnig

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