Hallo zusammen,
gut das es die Berichte gibt.
Heute möchte ich die CD "Musica Mystica" vorstellen, und jetzt ist mir erstmals aufgefallen
das ich die Hälfte vom Booklet verloren habe. Keine Ahnung wie das passieren konnte
Na, nun lässt es sich eben nicht mehr ändern, da hilft nur noch die eigene Recherche, um
die einzelen Choräle vorzustellen. Was ich damals bezahlt habe, ist meiner Erinnerung
entfallen.
Ich werde die Lieder genauer beschrieben, wo ich eine Quelle finden konnte, und die
anderen auflisten.
"Musica Mystica" ist ein Hörgenuss für die stillen und ruhigen Momente des Tages.
Die gregoriansche Choräle stehen als Synom für die Musik des Mittelalters. Doch das tief
ergreifende Erleben vergangener Zeiten ist sicher nicht nur auf diese einstimmigen Choräle
beschränkt.Auch einige Jahrhunderte später brachte die Entwicklung der Mehrstimmigkeit
Chorkompositionen hervor, die zu den schönsten Zeugnissen ihrer Zeit gehören.
Wir hören auf dieser CD, Gregoranische Choräle mit Konrad Ruhland und den Niederaltaicher
Scholaren, dazu Aufnahmen der großartigen Chormusik des ausgehenden Mittelalters und der
Renaissance, von ca 1200 bis 1550, versammelt. Das berühmte Huelgas unter der Leitung
von Paul van Nevel gehört zu den international führenden Interpreten dieser Musik und bürgt
für eine authenische höchst sensible Wiedergabe, der hier eingespielten Werke.
Woher stammen eigentlich die Gregorianischen Gesänge?
Ursprünglich stammten sie aus Syrien und Palästina, und gelangten über Byzanz,und
Griechenland nach Rom und damit ins Abendland.
Im ausgehenden 12 Jahrhundert entwickelte sich parallel zum "Basismaterial" der Gregoranik, nach
Papst Gregor I. benannt, einstimmige Choräle, eine immer komplexer werdende mehrstimmige Musik.
Sie war Ausdruck einer neuen Kunstauffassung, die sich z.B der Pariser "Notre Dame", die zum
musikalischen Zentrum dieser Epoche wurde, niederschlug.
Dazu gehört das erste Lied:
### Lied 1 Ex illustri nata prosapia 5`35 ###
Codex Las Huelgas (13 Jh.)
Es ist ein mehrstimmiger Gesang, und wird Motette genannt. Sie sind zumeist in biblischer und
lateinischer Sprache. Unter König Alfonso de Sabio (1226-1284) entwickelte sich Las Huelgas zu einem kulturellen
Zentrum.Es sind die letzten geschriebenen Musikhandschriften der Ars antiqua. Die Las Huelgas enthalten
"Evergreens" der Pariser Notre Dame Schule, wie auch spanischen Kompositionen von lokaler Bedeutung, und
Werke, die speziell für Las Huelgas geschrieben wurden.
### Lied 14 Que bien siente Galatea 2´02 ###
### Lied 15 Dos estrellas le siguen 3`48 ###
Sind beide von dem spanischen Dichter Manuel Machado ( 1590- 1644) geschrieben wurden. Neben dem Studium
des Flamencos und der andalusischen Folklore, verfasste er auch zahreiche Sonetten und Romanzen.
Die umfangreiche Handschrift Las Huelgas enthält über 180 liturgische und andere geistliche Werke. Alle diese
Werke variieren in ihrer Besetzung von 1 bis 4 Stimmen, wobei die gängie Zwei und Dreistimmigkeit Vorrang hat.
Ein anderes klangvolles Beispiel sind die späteren mehrstimmigen Choralmusik der Renaissance, die sich findet in
### Lied 10 Et exultavit 1`55 ####
von dem flämischen Komponisten Nicholas Gombert ( 1500- 1567). Als Musiker der kaiserlichen Kapelle prägte er
das Leben am Hofe des König Karls V., und in verschiedenen spanischen Städten nachhaltig.
Desweiteren befinden sich auf dieser Cd viele Choräle, die von Paul van Nevel, und dem Huelgas Ensemble neu entdeckt
wurden. Die Vielseitigkeit aus den verschiedenen Jahrhunderten hört man in folgenden Lieder:
### Lied 3 Altissonis apatis - hin principes 6`07 ####
Geschrieben von Gaston III. (1331- 1391), der neben der Jagd, auch die Kunst, liebte. Er wurde auch Phebes (die Sonne)
genannt, der auch als brutal und streng galt.
### Lied 6 Madonna oymé 1`52 ###
### Lied 7 Quis dabit oculis nostris 5`47 ###
wurden beide von dem italienischen Komponisten Costanza Festa (ca. 1490- 1545) geschrieben.
Wahrscheinlich studierte er bei Jean Mouton in Paris, und war ab 1517 päpstlicher Kapellsänger , und später
Leiter des Chores. Festo vertrat als einer der ersten den namhaften italienischen Vokalstil. Seine Werke werden von
der Dreistimmigkeit bestimmt.
### Lied 11 Mirabilis misterium declaratur 3`33 ###
wurde von Jacobus Gallus (1550- 1591) geschrieben. Er war Mitglied der Hofkapelle von Wien. Er begann ca 1577 mit
seinem sechsteiligen, dem liturgischen Jahreskreis umspannende Motettensammlung Opus musicum.
### Lied 17 Peccari fateor 3´32 ###
Michael Praettrius schrieb dieses Lied. Eigentlich hieß er Michael Schultheiss, und war ein deutscher Komponist, Organist,
Hofkapellmeiste rundGelehrter in der Barockzeit. Seine Kompositionen wurden von der neuen italienischen Musik beeinflusst.
In Erinnerung ist er geblieben vor allem als Musikschriftsteller und Theoretiker. Seine Syntagma Musicum (drei Teile zwischen 1615 und 1619)
ist eine der wichtigsten Quellen für die Musik der Epochenwende des 16 Jh. und 17 Jh.
Auf der CD , die insagesamt 75`58 läuft, hören wir noch weiter Choräle, zu denen ich nichts genaueres recherchieren konnte.
### Lied 2 En seumeillant 2´52###
Trebor 14.Jh
### Lied 4 Si doulcement me fait amours 6´42 ###
Musik am Hofe König Janus in Nikosia (1374- 1432)
### Lied 5 Osanna 1´27 ###
Musik am Hofe König Janus
### Lied 8 Oimé il bel viso / Dicolorato hai 6`00 ###
Spirito l`Hoste da Reggio (15 Jh.)
### Lied 9 Fuggi `l soreno 2`54 ###
anonym
### Lied 12 Klagelieder zum Gründonnerstag 12`49 ###
### Lied 13 Credidi propter 3`13 ###
Joaó Lourenco Rebelo (1610 - 1661)
### Lied 16 Laetatus sum 4`47 ###
António Pinheiro (1550- 1617)
Zum guten Schluß, wollt ihr sicherlich noch wissen, ob es mir gefallen hat.
Für ruhigere Momente finde ich sie sehr gut. Es verschafft einem die Atempause, in einer
Zeit, die immer schneller wird.
Die CD besticht durch die Klarheit der Stimmen, und den unterschiedlichen Gesänge. Mal sind es
Frauengesänge, mal ausschließlich ein männlicher Choral.
Sicherlich ist es nicht für jeden Hörer etwas, weil es doch sehr speziell ist. Man muss es mögen, und sich
für die gregoranische Musik interessieren..Es ist keine CD, wo der Hörer abrocken kann, oder eine Party
damit bereichern.
Nein, die Choräle werden durch ihre Mehrstimmigkeit und dem ruhigen Gesang bestimmt.
Ich empfehle es für die kommende besinnliche Adventszeit.
In diesem Sinne
Eure Finetta
02.06.2011 10:13
Grandios...
30.08.2009 02:31
und wieder ein paar pünktchen weniger ;-)
15.08.2009 10:00
Silber wieder ein Stück näher. Liebe Grüße, Elena