"Must Have" oder "No Go" ?
21.04.2011
Pro:
+ meist sehr eingängige 80s Hits
Kontra:
- manche Maxi ist nicht gerade "originell" zu nennen
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 Hollgo
Über sich:
★ Nichts ist manchmal besser als wenig...★
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Viele Hits gab es in den 1980´er Jahren zu hören - und ebenso viele Maxi-Versionen dieser Songs. Maxis waren eben "damals" schwer angesagt. Auf so gut wie jeder veröffentlichten Single gab es die Vorläufer der heute eher als "Remix" bekannten, längeren Versionen der Songs. Auf der "Must Have´s Maxis Volume 3" sind einige dieser Maxi-Versionen von 80s Hits vertreten.
So kam ich zu den "Must Have Maxis" Bei Kaufland gibt es die "Must Have Maxis" in der kleinen CD-Abteilung. Hier bekam ich auch die "Vol.3" aus der Serie für 4,99 €, was ich schon recht günstig finde. Da mir die Titelauswahl auch ganz gut gefiel, legte ich also die knapp fünf Euro dafür hin.
Was sind "Maxi"-Versionen überhaupt ?
"Maxis" waren besonders in den 80´er Jahren sehr beliebt. Man sprach landläufig auch von sogenannten "Maxi-Singles", die es damals noch auf Vinyl gepresst zu kaufen gab. Ein solches Exemplar der Gruppe "A-ha" z.B. liegt immer noch in meinem alten Plattenschrank herum (die Maxi-Single zu ihrem 1985´er Hit "Sun Always Shines On TV") . Im Gegensatz zu den bei aktuelleren Titeln schonmal vorzufindenden Remix-Versionen handelt es sich bei "Maxi"-Versionen um eine um einige Loops und Neueinschnitte verlängerte Version der "radiotauglicheren" Singles. "Damals", in den 80´ern ,fand man auf nahezu jeder Single-LP eines Hits meistens auf der B-Seite der Scheibe eine Maxi-Version des entsprechenden Titels vor. Die Grenzen einer Maxi-Version eines Songs zu einem Remix sind freilich dabei fliessend.
"Must Have Hits Volume 3"
Allgemeines Wie schon auf der bereits vorgestellten "Volume 2" - CD aus dieser Reihe, enthält auch die Volume 3 ausschließlich Maxi-Versionen von 80´er Jahre-Titeln. Die Stücke bewegen sich dabei durchgehend im Pop/Rockbereich.
1.: Celebrate Youth (Dance Mix) - Rick Springfield (5:22)
I can see the older man / Looking at the younger man / I can see the younger man Looking at the boy / Over there the older woman / Is looking at the younger woman / I can see the younger woman /Looking at the girl Mit den schmissigen, harten Rhythmen des Intros der Singleversion, die in dem hier vorliegenden "Dance Mix" von Rick Springfields "Celebrate Youth" knapp eine halbe Minute lang geloopt wurden, bevor der Maestro selber zu Wort kommt, beginnt diese Nummer. Im Unterschied zur Singleversion dominieren die recht harten Drum-Rhythmen den Dancemix für mein Empfinden entschieden deutlicher, ansonsten bleibt der aus der Singleversion dieses Songs bekannte Vibe durchgehend erhalten. In einem instrumentalen Zwischenteil, der in diesem Dance-Mix zusätzlich eingeschnitten wurde, werden einige Rhythmusfiguren und Aspekte der Single nochmals zusätzlich unterstrichen. Hier soll der geneigte Hörer wohl besonders "abtanzen". Sonderlich
Bilder von Must Have's Maxis Vol.3 - Various
originell finde ich das Resultat dennoch nicht wirklich. Im Prinzip ist dieser "Dance Mix" genauso tanzbar wie die Singleversion, freilich hat man aufgrund der etwas längeren Spielzeit dieser Maxiversion mehr Zeit dazu, sich "auszutoben". Inhaltlich hat sich freilich die Aussage der Singleversion nicht geändert. Man soll die Jugend feiern, solange sie da ist - und da im alten Mann der junge Mann und der Junge steckt (für das weibliche Geschlecht gilt analog das Gleiche) kann im Prinzip jeder "feiern"...
2.: The Promise You Made (Extended Version) - Cock Robin (6:37)
You'll be there in my hour of need / You won't turn me away/ Help me out of the life I lead Remember the promise you made Ein Song der eher ruhigeren Töne, das war und ist "The Promise You Made" von Cock Robin aus dem Jahr 1986. Ganz ruhig fängt auch die Maxi-Version dieses Songs an, der schon für die Singleversion typische Bass leitet dieses romantisch-nachdenkliche Stück ein, in dem es thematisch um das Einhalten gegenseitiger Treue gilt, die auch dann Bestand haben sollte, wenn die Lage mal brenzlig sein sollte. Der schön tief brummelnde Bass dieses Stücks sorgt dabei für die gewisse Prise an Behaglichkeit, auch, wenn ich die durch den von Peter Kingsbery gebotenen männlichen Gesangspart stimmlich eher "an der Grenze" sehe, gefällt mir das Stück nicht zuletzt wegen des insgesamt sehr schönen und harmonischen Arrangements doch recht gut. Die Maxiversion fügt der bekannten Singleversion einige Loops und instrumentale Wiederholungen einer Strophe etwas mehr als eine Minute zusätzliche Spielzeit hinzu. Textlich und vom Arrangement her sind die Gesangsteile identisch mit der Singleversion.Nicht schlecht gemacht, diese Maxi.
3.: Age of Reason (Long Version) - John Farnham (5:06) What about the world around us / How can we fail to see /And now that our fathers have gone And we've been left to carry on / What about the age of reason
Mit "Age Of Reason" konnte der Australier John Farnham anno 1988 einen recht großen Erfolg landen. Hierbei handelt es sich um ein recht typisches Poprock-Stück, welches neben recht rhythmischen Bass-Lines vor allem von einem Piano getragen wird. Inhaltlich stellt "Age Of Reason" einen Appell an die Menschlichkeit in jedem von uns dar, indem die Frage gestellt wird, wo denn all die Freundlich- und Mitmenschlichkeit in der Welt geblieben ist. Sollte das "Zeitalter der Vernunft" etwa alle diese guten Eigenschaften des Menschen getilgt haben ? John Farnhams thematisch dazu passende und recht eindringliche Gesangsstimme wird zusätzlich dann und wann von einem mehrstimmigen Background-Chorus unterstützt. Die Maxi unterscheidet von der Singleversion eigentlich nur die Tatsache, dass es in ersterer zusätzlich eine instrumentale Pianopassage zu hören gibt. Das für diesen Song typische Ticken eines Weckers darf besonders zu Beginn und zum Ende des Stücks natürlich auch in der Maxiversion nicht fehlen. Da ich bis auf die angesprochene, zusätzliche Pianopassage keinerlei Unterschied zur etwas kürzeren Singleversion feststellen kann, bleibt für mich die "Sinnfrage" dieser Maxiversion allerdings offen. Wer die Single hat, braucht eigentlich nicht die Maxi dazu - es gibt nicht viel Neues zu entdecken.
4.: Down Under (Extended Mix) - Men At Work (5:23) Travelling in a fried-out combie / on a hippie trail, head full of zombie / I met a strange lady, she made me nervous She took me in and gave me breakfast/ Do you come from a land down under ? Were ladies glow and men plunder ?
Die Maxiversion des 1981´er Klassikers der "etwas anderen" Band aus Australien darf auf dieser Collection freilich auch nicht fehlen. "Men At Work" waren schon etwas Besonderes in den 80 ern. Dieses auf Reggae-Rhythmen basierende Stück ist eine kritisch-liebevolle Hommage der Band an ihr Heimatland Australien. Thematisch bedienen die Jungs dabei nur allzu gerne die gängigen Klischees, die - ihrer Meinung nach - über die "Leute von da unten" , also eben aus Australien, in aller Welt so kursieren. Freilich basieren diese meistens auf der Tatsache, dass Australien zunächst als britische Sträflingskolonie gegründet wurde - kein Wunder also, dass viele Menschen in aller Welt der Meinung sind, dass auch heute noch die Männer Diebe sind und die Frauen ebenso unmoralischen Tätigkeiten nachgehen. Jedoch ist gleich von Anfang an klar, dass die "Men At Work" nur mit diesen Klischees recht lässig spielen - so kommt ein eingängiges "gute Laune"- Stück mit einem ganz lässigem Reggae-Rhythmus heraus, welches in der Maxiversion - im Vergleich zur um knapp eine Minute kürzeren Single - mit ein paar Extraloops und einem etwas geänderten Intro daher kommt. Alles in Allem keine schlechte Maxivariante, dank einiger zusätzlicher Rhythmuswechsel vor allem.
5.: Broken Wings - Mr. Mister (5:31) This time might be the last / I fear unless I make it all too clear / I need you so Take these broken wings / And learn to fly again /And learn to live so free
1985 erschien mit "Broken Wings" einer von insgesamt zwei größeren Erfolgen für das eher kurzlebige Projekt "Mr. Mister". Das Stück zeichnet sich durch eine ruhige , fast schon pathetische, Atmosphäre aus, die schon ein wenig unter die Haut geht. Recht atmosphärisch jedenfalls werden in die durch den ruhigen, tiefen Bassrhythmus erzeugte Grundstimmung dann und wann einige E-Gitarrensounds eingefaded, was dem ganzen Arrangement irgendwie auch eine innere Spannung verleiht. Inhaltlich ist dieses Stück in seiner Aussage wohl dahin gehend zu deuten, dass Liebe durchaus auch aus schwierigeren Zeiten herausführen kann. Entsprechend des Charakters einer "Extended Version" ist die Maxiversion durch einige zusätzliche Instrumentalstrecken und Loops gekennzeichnet, der eigentliche Grundcharakter der Singleversion wird dabei aber an keiner Stelle geändert.
6.: Stairway to Heaven - Far Corporation (9:34)
There´s a lady, who´s sure / all that glitters is gold / and she´s buying a stairway to heaven Nachdem Produzent Frank Farian mit seiner Erfolgsgruppe "Boney M." (die tiefen Gesangspassagen z.B. bei "Daddy Cool" stammen alle von ihm persönlich) so gut wie "durch" war, sann er danach, ein neues, möglichst erfolgreiches Projekt aufzuziehen. Der "Bandname" ist nämlich die gängige Abkürzung für die "Frank Farian Corporation", die Mitte der 80´er u.a. mit einer neu eingespielten Version des 70´er Jahre Erfolghits "Stairway To Heaven" von Led Zeppelin antrat. Bei seinem eher kurzlebigen Projekt wurde Farian immerhin von Künstlern wie Bobby Kimball, David Paich oder Steve Lukather, allesamt Mitglieder der Band Toto unterstützt. Die Version des klassischen 70s Hits der "Far Corporation" nimmt m.E. dem original recht viel von der "Erdigkeit" der manchmal schroffen Gitarrensounds von Led Zeppelin und ersetzt diese dank vieler Synth-Choirs und elektronischer Soundeffekte durch eine ziemlich große Dosis an Pathos. So wird der Charakter des Stücks durch die knapp 10 Minuten lange Neuauflage der "Far Corporation" doch ziemlich stark geändert. "Puristen" werden dies Frank Farian wohl nie verzeihen, obwohl ich sagen muss, dass mir das Ergebnis schon irgendwie gefällt. Gitarrensounds gibt es auch in dieser Version und es gibt durchaus auch hier den Kontrast zwischen lauten und leisen Stellen, was ja auch das Original schon ausmachte - die in der Maxiversion nochmals verlängerten Instrumentalpassagen, die zwischen den einzelnen Strophen dieses Stücks eingefügt wurden, erhöhen nochmals tüchtig den durchaus erwünschten Pathos der Kernaussage des Stücks, welches im Prinzip den Versuch verurteilt, durch Geld Zugang zum Paradies erkaufen zu wollen. Trotz allen Pathos eine alles in allem gelungene Maxiversion, die schon aufgrund der Länge wirklich MAXI ist ;-))
7.: Walk This Way (Album Version) - Run-dmc / Aerosmith (5:10) seesaw swingin' with the boys in the school / and your feet flyin' up in the air singin' "hey diddle diddle" / with your kitty in the middle of the swing
Richtig laut und deftig wird es nochmals zum Ende dieser Compilation, denn mit "Walk This Way" ist wohl ein recht kurioses Stück an dieser Stelle vertreten, welches 1986 in Zusammenarbeit der Rockband "Aerosmith" mit dem Rap-Trio "Run DMC" entstand. Die Mischung aus Rap und Rock funktioniert in dem gleichsam rhythmisch packenden und dabei auch rockigen Stück, meiner Meinung nach, hierbei ganz ausgezeichnet. Die Rapeinlagen von RunDMC werden zwischenzeitlich durch laute und schmissige Rockgitarrenriffs von Aerosmith gekontert, aber auch deren Leadsänger Steven Tyler lässt seine ihm eigene Rockröhre erschallen. Die Maxiversion verlängert die Single durch allerlei zusätzliche instrumentale Gitarrenriffs und Loops um etwas mehr als knapp eine Minute. Ein echt starker Abgang !
Auf einen Blick
- Titel: Must Have's Maxis Vol.3
- Künstler: Verschiedene Bands & Künstler
- Label: Sbc / Vertrieb: bmg Deutschland
- Genre: Pop / Pop international, 80s Hits
- Gesamtspielzeit: 42 min, 43 sec.
- Veröffentlichungsdatum: 30. Juli 2010
FAZIT
Von dieser Ausgabe der "Must Have Maxis" profitiert vor allem derjenige, der die entsprechenden Singleversionen der auf diesem Album enthaltenen Titel noch nicht hat. Andere werden vermutlich doch teilweise ein wenig enttäuscht sein von den jeweiligen Maxiversionen der ihnen bekannten Singles. Da ich mich zu letzteren "Kunden" zähle, muss ich auch einräumen, dass ich mir ein wenig mehr versprochen hatte. Wenigstens ist die Songauswahl m.E. gelungen, wenngleich schon der eine oder andere Titel noch mit auf die Scheibe gepasst hätte. Der Preis war wenigstens dafür recht günstig. Unterm Strich gibt es von mir vier von fünf Sternchen und eine Empfehlung. Zwischen "Must Have" und "No Go" liegt in diesem Fall die Wahrheit m.E. irgendwo dazwischen.
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