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Nas - Nas

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Nas und sein Meisterwerk ohne Namen

5  19.07.2008

Pro:
komplexe Lyrics, Nas´ Flow ist stets auf dem Punkt, gute Produktionen, gut ausgewählte Features,

Kontra:
nichts für den Durchschnitts Rap - Hörer,

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

Häufigkeit der Nutzung

Dieser Tonträger ist:

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atrachte

Über sich: ...

Mitglied seit:09.04.2004

Erfahrungsberichte:811

Vertrauende:114

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 166 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Man könnte beinahe meinen das Nasir Jones, besser unter seinem Künstlernamen Nas bekannt, vor einiger Zeit mal einen Hochschulkurs in Marketingstrategie besucht hat. Denn schon bei seinem letzten Longplayer "Hip Hop Is Dead" hat er es geschafft die Gemüter alleine durch den prägnanten Albumtitel in Voraus zu eregen. Die gleiche Taktik hat der aus New York stammende Rapper auch bei seinem neuesten Album verfolgt, das ursprünglich den Namen "Nigger" tragen sollte. Zwar blieb er trotz teilweiser massiven Proteste von Bürgerrechtlern, Medien, Geschäftsketten, die drohten das Album nicht in die Regale zu stellen, und den Vorgesetzten seines eigenen Labels Def Jam Records fest entschlossen und stand hinter seinem Albumtitel, letztendlich hat man dem Album aber doch einen anderen Namen gegeben. Oder besser gesagt dem Album erst gar keinen gegeben? Denn das einstige "Nigger" ist nun als "Untitled" in den Läden zu finden. Dafür aber mit einem Cover das Bänder zu sprechen weiß und vielleicht eine noch intensivere Wirkung als der ursprüngliche Titel ausübt. Denn auf dem Cover sieht man die Rückansicht eines ausgepeitschten Nas´, das unweigerlich an die Sklavenzeit erinnert. Wie gesagt: Nas weiß auch wie man ohne Musik auf sich aufmerksam macht.

Hinter der ganzen Marketingstrategie steckt jedoch viel mehr als die bloße Absicht, möglichst viele Tonträger zu verkaufen. Wie schon sein letztes Werk, ist nämlich auch "Untitled" als Konzeptalbum angelegt, das sich mit der Geschichte der Schwarzen in Amerika auseinander setzt und dabei tatsächlich das ist, was man im Vorfeld versprochen hat. Es ist kontrovers, oftmals schwer verdaulich und äußerst komplex. Also genau das, was man von Nas zu seinen besten Zeiten gewohnt war. Und es gibt eine weitere Parallele zu seinen Alben aus den frühen 90er Jahren, denn auch bei "Untitled" spielen die Beats eine eher untergeordnetere Rolle, sodass Nas und seine Texte im Vordergrund gerückt werden und sich die lyrische Intensität richtig entfalten kann.

Bereits mit dem, von einem lediglich sanften Pianospiel begleiteten, Einstieg "Queens Get The Money" setzt Nas eine lyrische Messlatte und greift noch einmal kurz die "Hip Hop Is Dead" Thematik auf, bevor das eigentliche Albumkonzept zu tragen kommt: "Hip hop was aborted, so Nas breathes life back into the embryo" - im Anbetracht dessen, was noch kommt, kann man ihm da eigentlich nur beipflichten. Mit dem von souligen Samples getragenen "You Can't Stop Us Now" beginnt dann das eigentliche Konzept von "Untiled", welches in dem mit Street-Poetry lastigen Versen eines "Breathe" endet und die Aussage in den Raum wirft "In America, you'll never be free/Middle fingers up, fuck the police/Damn, can a nigga just breathe?"

Gänsehaut bekommt man spätestens sobald Nas in "America" die Geschichte der Schwarzen bis ins siebzehnte Jahrhundert zurückverfolgt und zwar feststellt, das man sich Heute an der Afro-Amerikanischen Kultur in Sachen Mode und Trends orientiert "But when it comes to residuals, they look past us/Woven into the fabric, they can't stand us/Even in white tee's, blue jeans, and red bandanas". In dem mit souligen Vocal-Samples und einer sanft spielenden Pianomelodie ausgestatteten "Testify" stellt Nas fest das die Hörer zwar seine Songs kaufen, aber unterstützen sie auch seine Ansichten? Das ganze wirkt wie das Intro zu dem darauf folgenden "N.I.G.G.E.R. (The Slave And The Master)", welches von DJ Toomp mit einem kleinen Orchester unterlegt wurde. Denn hier macht Nas noch einmal deutlich, das sich für die farbigen Amerikaner nicht sehr viel verbessert hat seit der Sklavenzeit.

"They say we N - I - Double G - E - R
We - are - much more,
But still we choose to ignore,
The obvious.
We are the slave and the master,
What you looking for?
You the question and the answer. "

Nicht weniger Kontrovers ist "Sly Fox", in welchem Nas auf einem von aggressiven Gitarrenriffs dominierten Beat, die Propaganda-Maschinerie des US Senders Fox entlarvt. Auf den mit wuchtigen Bässen und Snares ausgestatteten "Untitled" hingegen vergleicht Nas sein Leben mit dem des Nation of Islam Führers Louis Farrakhan und prophezeit seinen eigenen Tod (hat etwas von Biggies "My Downfall"). Für die erste Single "Hero", mit Keri Hilson im Chorus, werden die Töne etwas entschärft, dafür überragt der Song mit seinem hektischen Instrumental von Polow Da Don. Ebenfalls Ideal für die Radios eignet sich "Make The World Go Round" mit The Game und Chris Brown, welches aber insgesamt der schwächste Beitrag auf dem Album ist. Viel Besser gefällt da schon das von Mark Ronson, mit jazzigen Trompeten, arrangierte "Fried Chicken", in welchem Nas zusammen mit Busta Rhymes über die schmackhaften Hünchen aus Kentucky rappt. Nach vierzehn Songs, die sich überwiegend mit dem 400 jährigen Kampf der farbigen Amerikaner auseinander setzen, endet das Album schließlich mit "Black President" und der Hoffnung auf baldigen Veränderungen, in Hinsicht auf die anstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA. Mit einem von Vocal-Samples von Tupac und Barack Obama, sowie militärischen Drums ausgestatteten Beat rappt Nas über den derzeitigen "Obama Hype" und äußert trotz seiner generellen Zuversicht auch Bedenken in Hinsicht auf den wahrscheinlichen Präsidentschaftskandidaten der Demokraten. In Hinblick auf das Konzept von "Untitled", schließt das Outro von "Black President" das Album schließlich Perfekt ab, in der ein Sprecher unter tobenden Applaus zitiert wird: "It is my distinct honor and privilege to introduce the next President of the United States, Barack Obama"

\\\\ Tracklist ////
01. Queens Get The Money
02. You Can't Stop Us Now (feat. Eban Thomas of The Stylistics & The Last Poets)
03. Breathe
04. Make The World Go Round (feat. Chris Brown & The Game)
05. Hero (feat. Keri Hilson)
06. America
07. Sly Fox
08. Testify
09. N.I.G.G.E.R. (The Slave And The Master)
10. Untitled
11. Fried Chicken (feat. Busta Rhymes)
12. Project Roach (feat. The Last Poets)
13. Ya'll My Niggas
14. We're Not Alone (feat. Mykel)
15. Black President (feat. Johnny Polygon)

\\\\ Anspieltipps ////
America
N.I.G.G.E.R. (The Slave And The Master)
Fried Chicken
Black President
Queens Get The Money

\\\\ Fazit /////
Nach dem ganzen Hin und Her um den Titel, den Verschiebungen und den Kontroversen um das Album und seinen Inhalt, ist "Untiled" schließlich das geworden, was man sich erwünscht hat. Ein ehrliches Album mit einem Protagonisten, der hier eine so gute Gesamtleistung abliefert, wie wohl nur auf seinem Debüt "Illmatic". Aufgrund der komplexen Lyrics und deren Inhalt ist zwar ein gewisses Hintergrundwissen über die Afro-Amerikanische Geschichte erforderlich, und auch die meist minimalistischen Produktionen werden nicht jeden Durchschnitts Rap-Hörer gefallen, doch ein Nas Fan bekommt hier genau das was er will: einen sicheren Klassiker, der das bisher beste Rap Album des Jahres stellt.

Bilder von Nas - Nas
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Curly96

Curly96

25.07.2008 14:51

Nicht meine Musik! LG curly

Arti25

Arti25

23.07.2008 23:20

Nicht so ganz meine Musikrichtung, aber ein toller Bericht :-) LG,

Empoyerment

Empoyerment

19.07.2008 17:49

Hin und wieder kann ich das ja auch hören. Ansonsten bin ich eher für die alten Meister

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