Alles bleibt besser
01.12.2008
Pro:
Punchline - Manifest ohnegleichen, immer passende, grandiose Beats und Flows, (wie) immer frisch - Prinz Pi halt
Kontra:
Äh . . . gar nichts? Naja, hätten ein paar mehr Features sein können .
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
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 zweistock
Über sich:
Mitglied seit:23.11.2003
Erfahrungsberichte:18
Vertrauende:3
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 23 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Oh Mann, Leute, wenn ich mir so meinen Erfahrungsbericht zum letzten Prinz Pi Album ansehe muss ich mich ja echt schämen. Ich hoffe mal, mein Verständnis von Musik hat sich in diesen zwei Jahren um einiges verbessert, genau so, wie das beim Prinzen geschehen ist. Der nämlich hat es doch tatsächlich geschafft, sein gesamtes Klangbild zwar nicht unbedingt zu revolutionieren, aber immerhin um einige Elemente zu erweitern, sodass bei mir der Funke noch deutlicher überspringt als vor eben jenen 2 Jahren. Dabei dienten Pi wohl die Chaoten von K.I.Z. als Vorbild: Man entfernt sich auf der 17 Track starken Platten vom reinen HipHop und nähert sich stattdessen feier-, spring- und mitgröhlfähigem HipHop-Punk an, was ja nun nicht unbedingt schlecht ist, sondern - ganz im Gegenteil - eher der Allgeimeinabspielfähigkeit der Platte dienlich sein dürfte. OK, die schon ziemlich elektronisch klingenden Beats auf solchen Teilen wie "Gib dem Affen Zucker", welches auch mit einem sehr, sehr, sehr seltsamen Video ausgestattet wurde, werden nicht jedermann gefallen, doch der Track steht zum Glück nicht repräsentativ für den Rest des Albums.
Schon das mit "Super Seiajin" betitelte Intro haut gerade mal nebenbei alles weg, was sich derzeit an Punchlines, Metaphern und Vergleichen in Deutschrap abseits von Marsimoto aka. Marteria u.ä. finden lässt ("Ich schmeiß mit einem Meilenstein/ Deine Scheibe ein/ Meine Spuren an der Decke wie vom Spiderschwein" oder etwa "Pi ist wie der Hot-Button, irgendwann schlägt er zu") und auch das darauffolgende "8 Bit Untergrund" steht dem in nichts nach ("Der einzige 3er, den du je hattest, war Baujhar 89"). Natürlich ist auch die schon bei "Donnerwetter!" so grandios zelebrierte Gesellschaftskritik wieder in nahezu jedem Track vorhanden ("Kann es sein", "Affen an die Macht", "Schläferstündchen" oder das viel zu grandiose "Spür die Wut") - und das sogar mal in richtig originellen Konzepten wie der "Nerdhymne" (bei der man sich übrigens irgendwie richtig mies fühlt, wenn man alles versteht...) oder der Beantwortung der Frage, wie wir wohl mal später auf unsere Vergangenheit zurückblicken werden ("2030"). Ruhig und reflektierend gibt sich "Neopunk" dann zwischendurch auch mal auf "Aschenbecher" oder "Bevor ich aufschlage" ohne dabei irgendwie peinlich oder unpassend zu wirken, bevor das Album dann kurz vor Schluss mit "Wir bleiben immer anti" und "Spring!" nochmal zum krassen Feiern samt Mitgröhlhook einlädt, wobei hier vor allem ersteres nochmal mit antikommerziellen Punchlines sonder gleichen ausgestattet ist ("Das Land hat keinen blassen Schimmer, so wie Mattlack/ Dieter mach's wie Rubbelloskäufer, los kratz ab").
Die Specialedition ist dann nochmal vier Tracks stärker, von denen kein einziger dem Hauptalbum in irgendetwas nachsteht. Im Gegenteil: So ist das Frauenarzt featurende "Wir werden nie erwachsen" eine herrlich amüsante Bastion der Jugendkulturen und der passenderweise mit MC Basstard daherkommende finale Track "Sieben Sünden" raptechnische Visualisierung eben jener. Ansonsten mangelt es aber an Features, was ja nun nicht unbedingt schlecht zu werten ist, doch in meinen Ohren für noch mehr Varianz, als ohnehin schon zu Hauf vorhanden, innerhalb des Albums gesorgt hätte. Dafür sorgen nicht nur Pis Stimme und Flow, die sich kaum besser an Beat und Stimmung der einzelnen Tracks anpassen könnten, sondern auch die Produktionen von Biztram, welcher auch schon auf "Donnerwetter!" zugegen war und sein Handwerk keinesfalls verlernt zu haben scheint, sondern solche Dinge wie Mario-Samples wie selbstverständlich in die Beats einfädelt.
Somit lässt sich nach der knappen Stunde Spielzeit (1 Stunde und 17 Minuten in der Specialedition) ganz klar eine Kaufempfehlung, eigentlich sogar ein Kaufzwang aussprechen. Prinz Pis bisher bestes Album ist für sogar das beste Album des Deutschrapjahres 2008. "Pi ist wie der Hot-Button, irgendwann schlägt er zu"? Schon geschehen.
Tracklist: 1. Super Seiajin (feat. DJ Craft) 2. 8 Bit Untergrund 3. Gib Dem Affen Zucker 4. Kann Es Sein 5. Nerdhymne 6. Schlag Die Faust (feat. Casper) 7. Affen An Die Macht 8. Schläfer Stündchen 9. 2030 10. Aschenbecher 11. Mein Blut (feat. Bina) 12. Bevor Ich Aufschlage 13. Schädelficken (feat. Biztram) 14. Spür Die Wut 15. Wir Bleiben Immer Anti (feat. Biztram) 16. Spring! 17. Ein Bizchen Mehr (feat. DJ Craft)
Bonustracks (nur auf Specialedition): 18. Wir werden nie erwachsen (feat. Frauenarzt) 19. 1 Leben lang 20. Der Angsthasentwist 21. Sieben Sünden (feat. MC Basstard)
Label: No Peanuts/Universal
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Neopunk - Prinz Pi
Ausgabedatum: 2008-10-24, Audio CD, Urban (Universal)
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