Erfahrungsbericht über

New Adventures in Hi - Fi - R. E. M.

Gesamtbewertung (15): Gesamtbewertung New Adventures in Hi - Fi - R. E. M.

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High Fidelity

5  02.08.2002

Pro:
Mischung aus neuen und alten Sounds; trotzdem ein überzeugendes Album der Band, die immer noch zu bestehen weiß .  .  .

Kontra:
leider die letzte Platet mit Drummer Bill Berry, der danach die Band verließ; Track  #  11 ;)

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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MauriceAC

Über sich: t.b.a.

Mitglied seit:28.03.2002

Erfahrungsberichte:222

Vertrauende:28

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 36 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Intro:

Auf zu neuen Abenteuern hieß es im Jahre 1996, als R.E.M., verwöhnt vom Erfolg und nach Ende der ersten, großen Welttour seit langem, ein neues Album heraus brachten.

Die Tour hatte die Jungs sichtlich mitgenommen; Bill Berry hatte eine Hirnblutung erlitten, überlebte nur mit Mühe, Mike Mills wurde der Blinddarm entfernt und auch Michael Stipe & Peter Buck kamen nicht um das Krankenhaus herum. Trotzdem schrieb man schon während der 1995er Tour mehere Songs, nahm die dann teilsweise auch schon auf.
Eben diese Lieder landeten nun auf „New Adventures“...


Doch zunächst, ihr kennt das schon, ich nerve, ich weiß, aber so viele Platten haben R.E.M. auch nicht mehr gemacht, keine Sorge, hier also, die Bandgeschichte in short:

R.E.M. sind 4 Leute aus Athens, Georgia, einer Kleinstadt im Süden der USA, die außer einer Uni und einer regen Künstlerszene wohl wirklich nicht viel zu bieten hatte.Die Band traf sich mehr zufällig, einer kannte den anderen, der kannte wieder rum den nächsten, etc..
R.E.M. sind:
(John) Michael Stipe, Sänger, Texteschreiber und charismatisches Aushängeschild der Band.
Peter Buck, wandelndes Musiklexikon und Gitarrist.
Mike Mills, Bass, mit einer zwischenzeitlichen Vorliebe für extrem hässliche Anzüge.
Bill Berry, bis eben „New Adventures in Hi-Fi“ aus dem Jahre 1996 Drumer der Band.

Angefangen hat wohl alles bei einem legendären Konzert der 4 zusammen in einer ehemaligen Kirche in der Oconee Street in Athens. Das zur WG umfunktionierte Gotteshaus bot prima Platz um Parties zu feiern, auf einer dieser dann R.E.M. zum ersten Mal zusammen spielten. Seitdem probte man immer weiter, nahm später die EP „Chronic Town“ auf. Die verkaufte sich verhältnismäßig gut, die Single „Radio Free Europe“ wurde ein College Radio Hit. 1983 erschien dann die erste Platte „Murmur“. Was folgte war in etwa das hier: alle 2 Jahre eine Platte, dann der Wechsel des Labels zu einem Giganten der Plattenindustrie, zu Warner Bros., wenig später der Hit mit „Losing My Religion“, dann der Bekanntheitsgrad einer Topband vergleichsweise mit Acts wie U2, dann weiter Platten, gute Verkaufszahlen, aber nie mehr ein Megahit, dafür aber weitere unzählige zeitlos schöne Songs bis heute, so eben auch auf „New Adventures In Hi-Fi“....

Cover & Booklet:

Das Cover und das Booklet der CD sind ganz in schwarz / weiß gehalten. Was dem Ganzen schon einen eleganten, künstlerischen Touch gibt.

Das Cover ziert ein Photo einer Wüstenlandschaft, karg, verschwommen, wie aus einem vorbei fahrenden Auto aufgenommen. Darüber einfach Titel und Band. Sieht so genial aus, dass ich das Poster davon gleich 2 x bei mir zu hause an der Wand hängen habe.

Das Booklet ist zum ausklappen; auch hier finden sich Photos, mal von der Band, dann ein See, eine Tankstelle, dann Bäume, ...
Daneben eben die üblichen Credits zu den einzelnen Songs, dann die Danksagungen, wiedermal aber keine Songtexte, so weit waren R.E.M. damals noch nicht...


Dann ein Blick auf die CD selber, welche ganz ohne Aufdruck ist und in deren Mitte sich nur ein schmales Schriftband windet, welches den Inahlt der CD Preis gibt; nun also die Tracks:

- How The West Was Won And Where It Got Us – Ein wahrlich langer Titel für den Opener der CD, den R.E.M. da gewählt haben. Ein Klavier spielt leise vor sich hin, bricht nur einmal etwas aus. Dazu Berry an den Drums. Der hält sich aber zurück. Laut wird das Stück ja so nie; muss es auch nicht. „The story is the sad one told many times“, die Stipe da erzählt, eben wie man den Westen erobert hat und wo man heute steht. Oder doch nicht? Ein smoother Track, wunderschön in seiner Schlichtheit...

- The Wake-Up Bomb – Jetzt wird’s rockiger, denn nun folgt ein Track der die Leute aufwegen soll. Auch auf der 95er Tour entstanden, ich weiß das, habe R.E.M. damals ja in Düren live gesehen. Ja, beneidet mich. Danke. Zurück zur Musik: „I had to write a great american novel, I had a neutron bomb, I had to teach the world to sing, by the age of 21“. Stipe setzt sich mit seiner Rolle als Rockstar auseinander, nicht ohne Humor, aber auch nicht ohne scharfer Kritik. Dazu schleudern Buck & Mills die Gitarren und Bässe um sich...

- New Test Leper – Ein Gitarrenstück, fast dann setzt doch noch das Schlagzeug ein. „I can’t say that I love Jesus“, na die Kirche wird das Lied hassen, Mr. Stipe. Und Stipe singt man richtig schön, melodisch, einfach toll. Aber man läßt ihn ja nicht ausreden, „I’ m set silent by commercials, I had nothing left to say“...

- Undertow – Düster, spährisch. Ebenfalls eines der auf der Tour enstandenen Lieder. Es geht um „life, and you know, life is about death, so...“, so jedenfalls Stipe `95 auf eben erwähntem Konzert. Ok, was sagt das uns jetzt? Auf jeden Fall geht hier um Wasser, eines der stipeischen Lieblingsthemen ever. Ein episches Stück, angereichert mit Mills Stimme, dazu kräftige, rockige Gitarren.

- E-Bow The Letter – Ein Traum wird wahr, zumindest für Michael Stipe. Er zusammen mit Patti Smith, seinem Jugendidol im Duett. Er träumt von Opernsängerinen, schmeckt die Furcht, kapiert aber nichts, aber „aluminum, it tastes like fear“. Dazu schlagen R.E.M. ruhigere Töne an, nichts aufdringliches, aber schöne Melodien, schöner Fluss der Musik. Dann gegen Ende legt Patti noch mal richtig los, singt sie sonst nur den Refrain, merkt man dann ihre volle stimmliche Gabe. Wahnsinn. Ein Traum wird wahr, zumindest für mich. Das Highlight der CD...

- Leave – Leise spielt eine Gitarre ein paar Töne vor sich hin, dann das schnelle Ende, ein unruhiger Beat legt los, die Gitarren heulen auf. Das Lied kommt nicht mehr zur Ruhe. „That’s what keeps me, that’s what keeps me down, so leave it, leave it, leave it all behind“ singt Stipe mit intensiver Stimme. R.E.M. scheinen experimenteller zu werden, nehmen Tendenzen von „Up“ oder „Reveal“ voraus. Schöner Track, ein „new adventure“.

- Departure – Wiedermal ein Tourstück. Rockig, wie sie eben alle sind. Es geht um Abschiede, jemanden eine gute Reise wünschen, das sitzen in der Flughafenhalle, das warten auf den Flug, und das da „so much to tell you, so little time“. Dazu eben Mills und Buck in Höchstform, auch Berry legt los. Der mehrstimmige Refrain ist zwar unvernehmbar, aber dennoch schön...

- Bittersweet Me – Lässig wie Buck da die ersten Töne spielt. So bleibt das Lied auch. „I don’t know what you’re living for, I don’t know who you are anymore“ meint Stipe. Entfremdung, Leere im Leben, das leere Blatt Papier, der leere Kopf. Aber man ist „stronger than you think“, so dass man sich also keine Sorgen machen sollte...

- Be Mine – Für mich wohl das schönste Stück der Platte. Fast schüchtern geht’s los. „I wanna be your easter bunny, I wanna be your christmas tree“, naja, seltsam, aber so denkt Mr. Stipe eben mal. Man will eben dem anderen alles geben, alles für ihn sein. Und ihm letztlich den Ring reichen, den Bund eingehen. „You and me“, der Refrain, ich bekomme jetzt noch ne Gänsehaut. Ein Liebeslied, das man als solches erstmal erkennen muss, dem Text nach, den die Musik ist schon eindeutig. „I want the finger with the ring, you and me, ... we’ll see....“, so dachte ich auch mal. Klappte doch nicht, schade, Schatz....

- Binky The Doormat – Ein dummer Name, yes, that’s for sure. Der Track kommt nich tin Schwung, aber Schwung kommt auf; ja, ich weiß, das klingt blöd, aber anders kann ich’s nicht beschreiben; Musik beschreiben ist eh schwer, so try it, ok? Trotzdem, nicht der stärkste Track....

- Zither – Eben das. Ein Instrumentalstück mit einer Zither. Wer’s braucht. Ich mag das Gespiele nicht...

- So Fast, So Numb – Bill bekommt was zu tun, düster geht’s weiter mit den Gitarren, dazu ein Text über Hass, Neuerschaffung, Liebe und die Unfähigkeit dazu, „but you can’t even feel“. „Listen, this is now, this is here, this is me, this is what I wanted you to see“, aber man ist zu schnell , zu taub dazu...

- Low Desert – Ruhig, schwer, träge, sorry, wieder ein schwächeres Stück. Schön bestimmt für ne lange, beschwerliche Fahrt durch die Wüste. Darum geht’s vielleicht sogar, denn den Text verstehe ich diesmal nicht wirklich. Nochmals sorry.

- Electrolite – „I’m Martin Sheen, I’m Steve McQueen, I’m Jimmy Dean“, ja, das wäre wohl jeder mal gerne. Streicher, sanfte Gitarren, ein Klavier. Ein beschwingtes, schönes, eingängiges Stück, fast locker, fast erleichtert ist man hier. Denn auch das „20th century is going to sleep“, so „I’m outta here“ singt Stipe am Ende. Aus dem Lied, aus der Platte. Finish mit einem weiteren Highlight. Denn die leuchten bekanntlich nach...


Produziet von Scott Litt & R.E.M.. Alle Songs geschrieben von R.E.M. Spielzeit etwa 65 Minuten.


Fazit:

Brechen R.E.M. hier wirklich zu neuen Ufern auf oder bleibt doch alles beim alten? Wohl wiedermal beides.

Stücke wie „Leave“oder „Electrolite“ zeigen deutliche neue Richtungen auf, die man weiter gehen wird. Zwar nicht hier, aber bestimmt beim nächsten Album. Siehe eben „Up“.
Andere Tracks sind da schon wesentlich bodenständiger, traditionellere R.E.M.-Songs, etwa „New Test Leper“ oder „Bittersweet Me“. Gerade Gitarrenstücke, solider Melodien, keine Experimente. Traut man sich noch nicht, oder muss man sich gar nicht trauen?

Mir sagt diese Mischung aus alt und neu jedenfalls rceht gut zu, so ist der Übergang in der Musik der Band weiterhin fließend, denn R.E.M. erneuern sich ständig selbst. So eben auch hier. Nur eben das man hier diese Erneuerung gut nachvollziehen kann...

Ein Album, das viele nicht mögen, noch mehr nicht kennen und andere eben lieben. Zu den letzt genannten gehöre ich wohl auch. trotz der 2,3 schwächeren Tracks zwischendurch. Und ihr könnt das auch, also Geld gezählt, was? Zu wenig? Nun gut, Kredit aufgenommen und auf zum Plattenladen...


>>>>>>>>>>>>>>>>> by MauriceAC `02 <<<<<<<<<<<<<<<<<

Abermals ein Tipp für R.E.M. Fans:

„R.E.M. – Rolling Stone – Fakten – Artikel – Interviews“ erschienen 1995 im Hannibal Verlag, ISBN 3-85445-107-5-00114. Das Buch trägt alle Artikel, Berichte, Interviews über und mit der Band aus dem renomierten amerikanischen Musikmagazin „Rolling Stone“ zusammen. Von „Murmur“ bis zum Datum der Veröffentlichnug des Buches aktuellen „Monster“.


Und ebenso nochmals ein weiterer Tipp:

Tretet dem offiziellen Fanclub bei: 12 $ im Jahr zahlen & dafür den Newsletter frei Haus und zu Weihnachten das Weihnachtspaket der Band, mit exklusiven (soll heißen: bald richtig teuer und sonst nirgendwo zu bekommen) CD’s, Postern, etc.. Infos auf der Website der Band unter: www.remhq.com (btw. Auch eine tolle Site, wo man derzeit r.e.m.IX runter laden kann!!!)! Lohnt sich wirklich!!


Diskographie:

1982 – Chronic Town
1983 – Murmur
1984 – Reckoning
1985 – Fables Of The Reconstruction (Of The Fables)
1986 – Lifes Rich Pageant
1987 – Dead Letter Office
1987 – Document
1988 – Eponymous
1988 – Green
1991 – Out Of Time
1992 – Automatic For The People
1994 – Monster
1996 – New Adventures In Hi-Fi
1998 – Up
1999 – Man On The Moon OST
2001 – Reveal
2002 – r.e.m.IX


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
mg1970

mg1970

18.04.2003 22:51

Das war für mich das letzte gute Album der Band. Was danach kam, entsprach nicht mehr meinem Geschmack. Das nach meinem Geschmack beste Album war "Document", danach ging es langsam abwärts.

dirtybeautytom

dirtybeautytom

24.08.2002 21:49

Boah Maurice, ich kann's nicht mehr lesen!

Dash_HB

Dash_HB

20.08.2002 16:48

Hehe, da hab ich auch schon oft dran gedacht. Einfach so einen 5000,- Sofortkredit aufnehmen und im Plattenladen shoppen gehen... Joah, die CD ham wir bei uns in der Bibliothek auch. VIELLEICHT nehm ich sie mir jetzt mal mit, nachdem sie ja scheinbar ganz ordentlich ist. Vielleicht. Sagen wir, wenn's heute noch unter 25° wird. Ich schwitz mir hier nämlich ordentlich einen ab. Aber wahrscheinlich hast Du genausoviel Lust, Dir das anzuhören wie 'ne Sau zum Stabhochsprung. Also: Tschühüüß!

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