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Noise of Human Art - N. O. H. A.

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Noise Of Human Art

5  15.03.2006

Pro:
-

Kontra:
-

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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McCoize

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:54

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 315 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Lasst mich gleich mit der Tür ins Haus fallen und ohne Umschweife sofort ein paar Worte über die Band N.O.H.A. verlieren: NOISE OF HUMAN ART sind (zu Gründungszeiten) die vier Musiker…

Sam Leigh Brown - Gesang (Manchester/GB)
MC Chevy - MC & Rap Vocals (New York/USA)
[Jochen Eickenberg - Produzent, Song Programmierung & Synthesizer (Düsseldorf/D)]
und
Philip Noha - Song Programmierung & diverse Saxophone (Prag/CZ)

…, die sich zwischen 1994 und 1997 im nordrhein-westfälischen Düsseldorf zu einer Formation zusammenschließen, um gemeinsam ihren beiden Leidenschaften, nämlich dem TRIP HOP und DRUM'n'BASS zu frönen. Schon in dieser Zeit stellt die Gruppe die "Groovin' Docks"-Tour (mit sechs weiteren Gastmusikern, die die Band live unterstützten) durch Deutschland auf die Beine, erhält einen Plattenvertrag bei Metronome Records und veröffentlicht die erste Single "Start". Doch lange währt dieses Glück nicht, man ist unzufrieden bei Metronome und wird nach einigem Suchen schließlich beim Majorlable Motor Music fündig: Hier erscheint dann schließlich im Jahr 1997 das selbstbetitelte Debütalbum der Musiker. Bis dato hat die Gruppe noch zwei weitere Alben namens "No slack" und "Next plateau", sowie sechs Singles herausgebracht, Jochen Eickenberg wird nicht mehr als offizielles Bandmitglied geführt und zwischenzeitlich haben die Musiker auch nochmals die Plattenfirma gewechselt.

Mit NOISE OF HUMAN ART stelle ich Euch nun das DEBÜTALBUM der Band vor, welches wie bereits zuvor erwähnt 1997 veröffentlicht wurde. Ich besitze die CD erst seit kurzem und habe sie gebraucht für 5,45 EURO erstanden, bei Amazon ist sie (ebenfalls gebraucht) zurzeit für knappe 4,00 Euro zu haben. Ein Foto des COVERs wurde ein Stück weiter oben von Ciao bereits eingefügt, wie man sieht, handelt es sich um ein Paar Füße - über den künstlerischen Wert dessen lässt sich sicher streiten. Im BOOKLET finden sich neben einigen netten Bildern u.a. der Band, alle TEXTE der Songs auf diesem Album, bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass es sich hier um Vertreter des elektronischen Genres handelt und dies daher eigentlich nicht so üblich ist.

Tracklist:

01. Point Of No Return 5:46
02. Wake Up 5:38
03. She's Too Wicked 6:13
04. Start 5:06
05. Deep 4:35
06. Mad Dreams 5:52
07. Dos - X 6:15
08. She Wants 6:00
09. Who Knows 7:50
10. Time & Vision 13:50

Gesamtspielzeit: 67:05 min


Die Grundstimmung dieses Albums ist leicht in einigen wenigen Worten zu beschreiben: Groovig, jazzig, stimmungsvoll und tanzbar.

Es beginnt mysteriös und stimmungsvoll mit POINT OF NO RETURN. Dies war der erste Song den ich jemals von der Band hörte und der für mich Grund genug war, mir dieses Album zu kaufen. Gebrochene, langsame Beats schleppen sich zögernd voran, hin und wieder werden einzelne Synthesizer-Elemente eingestreut und Philipp Noha steuert tolle Saxophonfragmente bei. Besonders beeindruckend ist jedoch Sängerin Sam, deren Stimme unheimlich geheimnisvoll und elfenhaft daherkommt.

Das Mysteriöse dieses Tracks wird in WAKE UP weitergeführt. Die gebrochenen Beats werden zu normalem Schlagzeugspiel umfunktioniert, gewohnt langsam geht es mit einer ruhigeren Melodie voran. Dieses Mal ist MC Chevy, der es sehr gut versteht, den Song kühl und unnahbar klingen zu lassen. Unterstützt wird er dabei wieder von sehnsüchtigem Saxophonspiel und Sams zerbrechlicher Stimme, die dem Zuhörer unwillkürlich unter die Haut geht.

Mit SHE'S TOO WICKED wird es nun ein gutes Stück schneller und Drum'n'Bass-lastiger. Besonders hervorzuheben ist in diesem Fall Nohas Saxophon: Der Song erhält dadurch einen sehr tollen jazzigen Touch und hebt sich damit vom gewohnten Drum'n'Bass-Brei völlig ab. Sams teils leidenschaftlicher, teils kindlich-wirkender Gesang ist hier um einiges fröhlicher und bringt zusammen mit der Melodie den nötigen Groove in den Song, belässt ihn jedoch trotzdem immer sehr relaxt und leicht klingen.

START war bekanntermaßen die erste Singleauskopplung und könnte dem geneigten Clubgänger daher durchaus ein Begriff sein. Auch ich habe irgendwie das Gefühl, diese Melodie zu kennen, kann mir aber einfach keinen Reim darauf machen. Es ist sicher die groovige und eingängige Melodie mit ihren kurzen, jedoch sehr einprägsamen Synthi-Effekten, die diesen Effekt ausmachen. Auch Sams spielerischer Gesang tut sein Übriges und wenn sie beglückt ihr "…start…" trällert, Chevy dazu ein paar schnelle Raps hinzusteuert und Noha seine bass-erfüllten Saxophonfragmente über dem Ganzem ausschüttet, dann kann man sicher sein, dass dies ein toller Clubsong ist.

Der fünfte Song im Bunde ist DEEP. Nachdem es zwischenzeitig recht schnell und fetzig zur Sache ging, wird es nun um Einiges chilliger und relaxter. Kurze Saxonphoneinspieler, langsame Raps und eine zerbrechliche Stimme Sams zaubern einen wundervollen kleinen Song, der ein schönes Gänsehautgefühl erzeugt. Der Jazzanteil in diesem Track ist weitaus höher, als bei den Vorgängern, wie ich finde und wirkt damit noch ein Stückchen unterkühlter, jedoch deshalb natürlich keineswegs schlechter.

Auch MAD DREAMS war mir ein bekannter Song, da 1997 auf dem Sampler "Explosive Beats" erschien. Ganz so "explosiv" ist das Lied jedoch nicht, wenngleich es sich durchaus von den bisherigen Stücken abhebt. Weitaus schneller und verspielter kommt der Song daher, verliert sich immer wieder in kleinen Synthi-Einspielern und die gebrochenen Beats stocken hie und da. Die "verrückten Träume" werden ganz besonders toll von Sängerin Sam herübergebracht, deren Gesang teils sehnsüchtig, teils verträumt, aber auch verzweifelt klingt. Teilweise hat man das Gefühl, sie würde in diesem Song nach Hilfe schreien und so kommt eine etwas bedrückte Stimmung auf. Wenn Chevy dann noch hin und wieder unterkühlte Raps einwirft, scheint der Song dann noch ein kleines Stück melancholischer zu werden.

Ein wenig melancholisch wird es auch beim nächsten Track DOS-X. Wobei, halt, nein, melancholisch ist vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt, es scheint er ins Geheimnisvolle abzudriften. Eine kleine Piano-Melodie, die sich durch den Song zieht, ist es, die dieses Gefühl aufkommen lässt. Das Instrumentalstück könnte durchaus in einem Thriller eingesetzt werden, da es immer wieder auf- und abbaut, vom Geheimnisvollen ins Bedrückte und Bedrohliche wechselt und damit eine recht unberechenbare und schwere Grundstimmung erhält.

SHE WANTS, der achte Song des Albums, besticht durch seinen schleppenden Beats und den von Chevy beigesteuerten ähnlich schleppend-anmutenden Raps. Im Hintergrund hört man einige Synthi-Einspieler und kurze Saxophoneinwürfe, die dem Song die Eintönigkeit nehmen und ich ins Relaxte abdriften lassen. In der Mitte des Songs gesellt sich Sam hinzu und durch ihre zarten Gesänge wird dem Stück ein wenig die Härte genommen und stattdessen wird es nun kurzzeitig recht chillig und verträumt, bevor es wieder ins Bedächtige zurückkehrt.

Jetzt komme ich zu einer weiteren Singleauskopplung, dabei handelt es sich um den Song WHO KNOWS. Synthesizer-Elemente schwirren durch den Raum, langsam beginnen die Breakbeats sich in den Song zu schleichen und selbstverständlich darf auch hier das Saxophon-Spiel nicht fehlen. Besonders beeindruckend finde ich jedoch hierbei nicht unbedingt die Musik an sich, sondern Sams Gesang. Mal leidenschaftlich, mal zerbrechlich, mal verrucht, so ändert sich durch ihr Singen die Stimmung alle paar Sekunden. Wenn sie zu besonders kraftvollem Gesang ansetzt erinnert sie mich zu gewissen Teilen sogar an Björk, was wirklich erstaunlich ist, wie ich finde.

Als Letztes wäre dann noch schließlich TIME & VISION. Beachtliche 13 Minuten und 50 Sekunden ist dieses Stück lang, und ist wahrlich ein Flug durch Raum und Zeit. Sanftmütig und mit ruhigen jazzigen Elementen (Saxophon, typisches Schlagzeugspiel) beginnt der Song. Unheimlich wehmütig bringt Sam ihren Gesang herüber und auch Chevy zeigt seine ruhige Seite. Langsam und relaxt intoniert er seine Textpassagen, Noha setzt zu relaxten Saxophon-Soli an und damit schwebt der Song einfach ganz wundervoll durch den Raum, hat man das Gefühl. Man könnte meinen, dass knapp 14 Minuten auf diese weise recht einschläfernd wirken könnten, aber keine Sorge, etwa in der Mitte des Songs verändert sich die Grundstimmung des Songs und das Ganze wird zu einem tollen Drum'n'Bass-Feger mit vielen Synthesizer-Effekten, schnellen Breakbeats und kurzen Gesangspassagen von Sam. Hier lädt der Song nun also plötzlich zum Tanzen ein und wird zu einem wahren Clubsong.


Abschließend kann ich mit beruhigtem Gewissen sagen, dass dieses Album wirklich sehr beeindruckend ist. Der Stilmix von JAZZ mit TRIP HOP und DRUM'N'BASS ist den Musikern wirklich bestens gelungen. Die verschiedenen stimmungsvollen Songs dieses Albums laden zum Tanzen, Relaxen, Träumen, Nachdenken und Grooven ein. Sie gehen nicht nur unter die Haut, sondern auch in die Gehörgänge und bleiben dort einige Zeit haften.

Mein FAZIT: Äußerst empfehlenswert und daher mit 5 STERNEN ***** von mir bedacht.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
mama-von-paul

mama-von-paul

04.01.2008 13:25

Ebenso sehr gut!

lushlife83

lushlife83

05.10.2007 01:08

finde das cover aber hübsch, trotz der mauken ;-) wär aber nicht so meine musikrichtung, so deinem bericht nach zu urteilen! dennoch prima geschrieben! liebe grüße!

McCoize

McCoize

07.06.2007 11:35

Welch' gehaltvoller Kommentar.;-) *nachuntenblick*

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