... Einen Beweis dafür liefern Core 22 mit ihrem neusten Album „Nuance.“
DIE MUSIK
1. First time
Eine Stimme im Hintergrund die ankündigt, „this is not the first time“, dann die Gitarre und Sonia Heller beginnt leicht melancholisch die Lyrics, dann setzen Schlagzeug, Gitarre und Keyboard ... Bericht lesen
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Erfahrungsbericht von Jxxxxxxx über Nuance - Core 22 04.11.2003
Produktbewertung des Autors:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Pro:
Track 1 - 4 sind wirklich gut, Stimme der Sängerin
Kontra:
die restlichen Tracks . . . .
Empfehlenswert?
nein
Kompletter Erfahrungsbericht
Die Schweizer Musik-Szene lebt – und hat nicht nur Krokus, Gotthard und DJ BoBo zu bieten, auch alternative Musik wird geboten. Einen Beweis dafür liefern Core 22 mit ihrem neusten Album „Nuance.“
DIE MUSIK
1. First time Eine Stimme im Hintergrund die ankündigt, „this is not the first time“, dann die Gitarre und Sonia Heller beginnt leicht melancholisch die Lyrics, dann setzen Schlagzeug, Gitarre und Keyboard ein – im Refrain wird dem Song dann eine luftig leichte Atmosphäre verliehen, in dem Sonia mit ihrer Stimme spielt. Niedliches Liedchen.
2. Satellite Strings eröffnen den Song und die kindliche Stimme von Sonia erzählt die Lyrics. Im Hintergrund sanfte Gitarre, Schlagzeug und die Strings. Sonia’s Stimme wird fester, doch noch immer klingt sie, als ob sie beschützt werden müsste. Ich versuche einen Refrain im Song zu finden, doch der ist nie derselbe – höchstens die Bridge, welche zum Refrain führt: „Close your eyes, say it’s gone, memories never fade, let it all out, shining light…“ Eine tolle Ballade.
3. Coz I need you Sonia eröffnet den Song mit einem langgezogenen „Yeah-yeah-yeah“, dann die stechenden Beats, ein chaotisches Keyboard im Hintergrund, der Bass der ebenfalls zur Melodie beiträgt und dann immer wieder Sonia, die mit ihrer Stimme spielt – die Strophen eher verletztlich klingenden, in der Bridge fordernder und mit ziemlich viel Leidenschaft im Refrain „Coz I need you every night an day, boy you’re turning me on and around…“ Gelungener Mid-Tempo-Song. => Anspieltipp
4. Fly Sanftes Piano begleitet von einem Keyboard-Beat und dann setzt Sonia mit den Lyrics ein, die sanft, verletzlich und doch irgendwie fordernd klingt (sie erinnert mich teilweise an Dido…), das Piano wird von einem sanften Low-Tempo-Beat des Schlagzeuges begleitet und dann der hell erklingende Refrain: „Let me fly like an angel, I wanna be lifted there with you…“, danach geht’s zurück, wieder ist fast nur Piano zu hören und die Stimme kommt diesmal wieder fast kindlich, sehnsüchtig erklingend. DER Song der CD. => Anspieltipp
5. Keep it in mind Programming aus dem Keyboard und dann eine melancholisch-klingende Stimme, welche mich an Sinead O’Connor erinnert, dann kommt relativ aggressiv das Keyboard und das Schlagzeug und Sonia klagt an: „Keep it in mind, the sun is shining for everyone!“ Nach dem zweiten Refrain klagt Sonia auf französisch weiter. Nach Sanftheit der vorhergehenden vier Titel, ist das hier ein komplett neuer Stil – ich möchte fast sagen, Stilbruch, da es sich hier um einen Song handelt, mit dem aufbegehrt werden möchte!
6. So cool Eine heulende Gitarre startet mit Begleitung vom Schlagzeug und Bass, dann setzt Sonia mit der Stimme ein, klar und deutlich – sie singt die Lyrics und auch den Refrain, als ob ihr alles am A**** vorbeigeht – selbst beim Refrain kommt sie unverändert. Im Refrain wird sie von Strings unterstützt, doch das kann nicht über die Melancholie des Songes hinweg täuschen. Nachdem zweiten Refrain wird ihre Stimme etwas freundlicher, sie scheint sich besonnen zu haben, sich doch um den Song zu kümmern, doch das nur für einen kurzen Moment. Allerdings bleibt der Song kein Höhepunkt.
7. Blind Gitarre im Stil von Oasis eröffnet den Song, dann legt Sonia mit den Lyrics los – teilweise auf französisch, dann wieder englisch, sie singt teilweise wie durch ein Megaphon, dann wieder klar, im Hintergrund das Schlagzeug in unregelmässigem Beat, die Gitarre und das Keyboard spielen ebenfalls unharmonisierend – dann nach dem ersten Refrain verstärkt das Piano und dann geht’s wieder wie vorher weiter. Ein eher chaotischer Song, dem ich nicht allzu viel abgewinnen kann.
8. All night long Keyboard-Intro und ich fühle mich an die 80er Jahre zurückerinnert, ein bisschen an Anne Clark – also düsteren Synthie-Pop, was durch die eher dunkel klingende Stimme von Sonia verstärkt wird. Immer wieder wird eine aufdringlich-klingende Key-Melodie gespielt, die überhaupt nicht zum Song passt. Die Melodie bleibt düster, Sonia’s Stimme wird zum Refrain allerdings klar und freundlich, stellt einen schönen Kontrast zu der düsteren, chaotischen Melodie her, allerdings vermag mich auch dieser Song nicht wirklich zu überzeugen.
9. Falling Eine Key-Melodie im Hintergrund, welche mich ganz stark an einen anderen Song erinnert (bloss ich weiss nicht wie er heisst), dann ein paar sphärische Klänge und die Beats im Stile vom Mittelalter, Sonia’s Stimme kommt traurig, melancholisch und anklagend daher: „Did I ever cry, no tears, no pain…“, dem Song wird etwas Mystik verliehen – doch dann der komplette Stilbruch zum Refrain hin, fordernde Beats, tiefe Klavier-Töne, eine heulende Gitarre und die aggressiv anklagende Stimme der Sängerin. Danach wird’s wieder ruhig – die Key-Melodie, die Spährik und Mystik kommt zurück bevor’s wieder hart und laut zum Refrain hingeht. Eine sehr spezielle Mischung in diesem Song, welcher auch eher düster, melancholisch rüberkommt.
10. People r special Strings zum Intro, ein bisschen Unordnung im Song und dann die wiederum verletzlich klingende Stimme von Sonia, welche je länger der Song dauert, immer fordernder wird. Im Hintergrund Schlagzeug und ein bisschen Gitarre – ansonsten nur Sonia’s Stimme, welche den Song ausmacht. Dann geht’s auf den Refrain zu und ein paar dramatisch-tönende Akkorde aus dem Key – der Refrain kommt ganz süss daher mit lockerem Keyboard. Ein eher schmalziger Song!
11. Heaven knows Sanftes Keyboard-Intro begleitet von Strings, welche die Sehnsucht in dem Song unterstüzen – dann Sonia’s Stimme, welche in der ersten Strophe gleich das Volumen ihrer Stimme ausnützt – mal Sopran, dann wieder Alt… und im Hintergrund verstärkt die Strings und im Refrain dann die Verzweiflung: „Heaven knows where the light wind blos, heaven knows where you’ve gone, tell my soul, do we find what we’re living for“. Auch wenn es eine schöne Ballade ist – es gefällt mir nicht so gut, wenn Sonia bis in die obersten Tonlagen singt (auch wenn sie es kann).
12. Nuance (Outro) Keyboard gepaart mit Strings und einer rockigen Gitarre, dann Schlagzeug-Beat und das Keyboard und die Strings faden, es sind nur noch Gitarre und Schlagzeug zu hören – et voilà fertig ist die CD!
COVER / BOOKLET / PREIS
Es handelt sich hier nicht um ein Jewel-Case im herkömmlichen Sinne, sondern um eine Papp-Verpackung – auf dem Cover ist Frontfrau Sonia Heller zu sehen, sie steht in einer Unterführung an eine Mauer gelehnt. Öffnen wir die Pappverpackung sind die die drei Jungs der Band auf der Rolltreppe stehend zu sehen. Legt man dieses Bild ebenfalls um, sieht man eine Backsteinmauer, wo die Band-Infos stehen und auf der anderen Seite ist die komplette Band von hinten zu sehen, die auf einer Rolltreppe steht.
Im Booklet, welches im Zeichen der Backsteinmauer und der Rolltreppe steht, sind die Lyrics zu finden. Auf der ersten Seite nochmals die Band-Info wie schon auf der Cover-Innenseite und auf der letzten Seite sind die Credits.
Für die CD habe ich CHF 23.90 (ca. € 16.--) ausgegeben.
DIE BAND
Die Gruppe Core 22 kommt aus der französischen Schweiz, genauer gesagt aus Lausanne – die Mitglieder sind:
1996 brachte die Band um Frontfrau Sonia Heller ihre erste Platte "Transformer" auf den Markt. Damals wurde die Band ins Alternative-Genre gesteckt und sie verkaufte sich auch so. Den grossen Durchbruch in der Schweiz schafften sie mit ihrer dritten Platte und der daraus ausgekoppelten Single "Dive into the ocean". Danach hörte man längere Zeit nichts mehr von der Band, ehe sie sich diesen Frühling mit dem Album "Nuance" erfolgreich zurückmeldeten. Kritiker sagen, dass sie sich vom Alternativen getrennt haben und sich zu ihrem Nachteil haben kommerzialisieren lassen.
Wer mehr über die Band erfahren möchte, kann das auf www.core22.ch tun.
MEINE MEINUNG
Core22 haben sich in Sachen Werbung und Kommerz immer bedeckt im Hintergrund gehalten, so muss es denn auch für sie ein bisschen Neuland gewesen sein, als DRS3 sich diesen Frühling entschieden hat, die Band zu promoten. Das Fazit dieser Aktion war, dass ihre Vorab-Single „Fly“ vom Album „Nuance“ täglich mehrmals über die Äther ging. Das hat dann auch mit zum Erfolg beigetragen.
Nachdem ich von „Fly“ begeistert war, habe ich mir die CD „Nuance“ gekauft – obwohl ich sonst nicht so direkt Musik höre, die dem Alternative-Genre zugeteilt werden kann. Beim ersten Hinhören ist mir vor allem die Stimme von Sonia Heller aufgefallen – ein Wahnsinn diese Stimme.
Ich habe in den Song-by-Song-Beschreibung versucht, hervorzuheben, was diese Frau mit ihrer Stimme alles bringen kann, dennoch ist es sehr schwer, dies korrekt zu beschreiben. Die Stimme von Sonia Heller ist eine Mischung von Madonna, Dido, Dolores O’Riordan (Sängerin von Cranberries) und Sinead O’Connor – einfach nur Gänsehaut pur.
Doch die Stimme der Frau alleine reicht für mich nicht aus, dass es ein gutes Album gibt! Die ersten vier Tracks der CD sind allesamt hörenswert und gut gelungen – vielleicht halt auch, weil sie vermehrt auf Mainstream machen, was ab Track fünf nicht mehr der Fall ist – hier kommt Chaos auf, es fehlt der rote Faden in den Songs, hm, ob es sich hier um Alternative-Musik handelt? Keine Ahnung – auf jeden Fall kann ich mich damit nicht anfreunden – einzig Song Nummer 9 „Falling“ kann ich noch eine gewisse Faszination abgewinnen, allerdings ist auch dieser nicht gerade umwerfend.
Ich kann die eingefleischten Fans der Band verstehen, die sagen, dass sich die Band Richtung Kommerz entwickelt – die ersten vier Tracks zeugen auch davon, doch der Rest ist sicherlich nicht für den Mainstream gemacht. Was diese Aussage bestätigt, ist wohl, dass die ersten vier Songs auch alle als Singles veröffentlicht wurden – und mehr gibt’s ab dem Album nicht. Da kann ich der Band schon vorwerfen, dass sie die Leute mit den Singles zum Kauf des Albums anreizen, welche anschliessend wohl wie ich, eher enttäuscht sind.
Ich habe einen Ausflug in ein anderes Musik-Genre gewagt und ich glaube sagen zu können, dass ich geheilt bin…
3 Sterne für das Album – für welches ich allerdings keine Kaufempfehlung ausspreche.
Dieser Bericht entstand im Rahmen der Schweizwochen (www.schweizwochen.de), die vom 1.11. – 31.12.2003 dauern. Wer weitere Infos wünscht, kann sich an ausforming, doktorpepper oder moira79 wenden. Ich würde mich über rege Teilnahme freuen!
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