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Wer "Garden State" gesehen hat, kennt auch die Shins und mindestens zwei Songs von ihnen. Diese zwei Songs - "Caring is creepy" und "New Slang" - passen nicht nur perfekt zum Film, sie heben sich sogar vom schnöden Soundtrack ab, indem sie explizit in die Story eingebaut werden - und zwar als Empfehlung, als Anspieltipp: "Dieser Song wird Dein Leben verändern" sagt Natalie Portman zu Zach Braff über "New Slang" und überzeugt damit nicht nur ihn. Ich bin jedenfalls sicher nicht die einzige, die aufgrund ein paar Sekunden "New Slang" sofort zu Amazon gesurft ist, um sich das Album zu besorgen.
"Oh, Inverted World" heißt das 2001 erschienene Erstlingswerk der - sagen wir mal - Indie-Pop-Band aus Albuquerque, New Mexico und Garden State war nicht der erste und einzige Film, der sich an der Musik der Shins bediente. Zach Braff bekannte sich öffentlich zu seiner Liebe für die Shins und baute "New Slang" ebenfalls in die Serie "Scrubs" mit ein, während Mc Donalds den Song für Werbespots hernahm.
Somit ist "New Slang" sicherlich der bekannteste Song der Shins, was aber nicht heißen soll, dass er der einzig wirklich gute ist. "Oh, Inverted World" birgt massenweise kleine Juwelen, beispielsweise der andere Song aus dem "Garden State"-Soundtrack, "Caring is creepy", ein leichter, frühlingshafter Song, bei dem sich im Kopf des Zuhörers automatisch ein Filmchen abspielt, wie Leute in Zeitlupe und mit vor Glückseligkeit triefendem Lächeln im Gesicht aufeinander zurennen, um sich in die Arme zu nehmen - zugegeben, das schreit auch förmlich nach Soundtrack und wird sicher nicht durch Zufall im Film gelandet sein.
Die Shins haben den Nachteil, einen Artikel vor dem Namen zu haben. Eine typische "The"-Band? TheHives, The Kooks, The Strokes... The Whatevers? Typisches Indie-Gedöhns, pseudo-intellektuell und vielleicht ein wenig emo? Nö. Eigentlich nicht. Wenn ich ehrlich bin - nicht mal ansatzweise. Die Shins sind sicherlich Indie, klingen aber deutlich nach Sixties, sind nicht unbedingt rockig, brüllen nicht rum - sie plätschern friedlich vor sich hin und heben sich stilistisch total von anderen "The"-Bands ab, indem sie sich auf Gitarre und Keyboard konzentrieren und nicht auf Schlagzeug und Bass. Die Songs sind größtenteils extrem ruhig und nicht unbedingt Ohrwürmer, eher Songs zum Mitsummen, angenehme Hintergrundmusik, die Songs gesungen von einer eher unauffälligen Stimme, die tatsächlich klingt, als würde sie bereits vor Jahrzehnten aufgenommen worden sein.
Verträumt im Gras liegen, die Wolken anstarren und chillen - das sind die Shins. Stoned sein, ohne was zu rauchen? Same here. Die Shins bieten Gefühle, eine Art Zufriedenheit und innere Ruhe. Die sanften, zerbrechlich wirkenden Melodien, das ruhige Geplätscher der Instrumente und die sanfte Stimme des Sängers umschließen den Zuhörer und er schwebt auf Wolke 7 1/2.
Die Lyrics wirken zweitrangig; an sich kann man sie eh nicht besonders klar und deutlich verstehen und überhaupt werden sie schlichtweg von der Musik selbst überschattet. Dennoch sind die Texte, wenn man sich denn wirklich auf sie konzentriert, sehr außergewöhnlich und etwas grotesk. Während der Text vom extrem ruhigen, fast schon schläfrigen "The weird Divine" malerisch klingt, wie ein wunderschönes Bild, so ist der Text von "Your Algebra", das fast ein wenig an Kirchengesänge erinnert, ziemlich kurz und gleichzeitig nicht wirklich direkt einleuchtend. So oder so - man wird hier keine Mainstream-Lyrics finden, sondern Texte zum Nachdenken. Oder auch nicht, man kann sich auch einfach auf die Musik konzentrieren.
Insgesamt ist das Album sehr homogen, jeder Song passt zum nächsten und man hat das Gefühl, ein einziges, großes Kunstwerk anzuhören und keine einzelnen, voneinander unabhängigen Songs. Alles hat Bezug zueinander, die Übergänge sind fließend, nichts sticht heraus und nichts geht unter.
Müsste ich das Album mit einem Wort beschreiben, so wäre es wohl "Traumhaft". In diesem Sinne, eine dicke Emfehlung und 5 Sterne.
Tracklist:
1. Caring Is Creepy 2. One by One All Day 3. Weird Divide 4. Know Your Onion! 5. Girl Inform Me 6. New Slang 7. The Celibate Life 8. Girl on the Wing 9. Your Algebra 10. Pressed in a Book 11. The Past and Pending
Wuerde sagen, die Texte sind alle andere als nebensaechlich.. sie machen The Shins erst wirklich zu was besonderem! Gold teeth and a curse for this town.... :-)
Ich wusste gar nicht, dass die Shins vor "Chutes Too Narrow" schon ein Album draußen hatten. Mein Bruder hatte letzteres damals gleich nach Erscheinen an Land gezogen, weiß der Geier wie er drauf kam. Ich dachte, es handele sich dabei um ein Debüt. Muss ihn mal danach fragen... Sixtiesmäßig angehaucht war das Ding auch, allerdings nicht so pseudohaft-klischeemäßig und eklig retro-hip, sondern bodenständig und modern, als echter aber eben nicht einziger Einfluss spürbar; jaja, originell sind sie wohl, die Shins. So wirklich beschäftigt habe ich mich mit ihnen aber noch nicht. Sollte ich vielleicht, und mich nicht davon schrecken lassen, dass sie dank Garden State nun vermutlich gerade auch die falschen Leute gutfinden. Wobei der Film offenbar mit dir ja auch einem richtigen Leut den Sound der Band vermittelt hat. Super. Wie der Film überhaupt ja ziemlich gut ist. Wenn du ihn auch so gut fandest, empfehl ich dir jetzt einfach mal Elizabethtown.
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Legendary - Elvis Presley Rock - 3 - CD - Label: Ariola Express - Vertrieb: bmg Deutschland - Veröffentlicht am: 18. September 2000 - EAN: 743217828226 Zu diesem Produkt wurde noch kein Erfahrungsbericht geschrieben.
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04.05.2007 01:46
Wuerde sagen, die Texte sind alle andere als nebensaechlich.. sie machen The Shins erst wirklich zu was besonderem! Gold teeth and a curse for this town.... :-)
05.02.2007 22:43
Ich wusste gar nicht, dass die Shins vor "Chutes Too Narrow" schon ein Album draußen hatten. Mein Bruder hatte letzteres damals gleich nach Erscheinen an Land gezogen, weiß der Geier wie er drauf kam. Ich dachte, es handele sich dabei um ein Debüt. Muss ihn mal danach fragen... Sixtiesmäßig angehaucht war das Ding auch, allerdings nicht so pseudohaft-klischeemäßig und eklig retro-hip, sondern bodenständig und modern, als echter aber eben nicht einziger Einfluss spürbar; jaja, originell sind sie wohl, die Shins. So wirklich beschäftigt habe ich mich mit ihnen aber noch nicht. Sollte ich vielleicht, und mich nicht davon schrecken lassen, dass sie dank Garden State nun vermutlich gerade auch die falschen Leute gutfinden. Wobei der Film offenbar mit dir ja auch einem richtigen Leut den Sound der Band vermittelt hat. Super. Wie der Film überhaupt ja ziemlich gut ist. Wenn du ihn auch so gut fandest, empfehl ich dir jetzt einfach mal Elizabethtown.
05.01.2007 20:22
sehr informativer Bericht, sehr hilfreich. Gruß hhouse