Oh!
13.07.2008
Pro:
Komplettes Konzert, kein Zusammenschnitt . Gute Bildqualität
Kontra:
CD klingt etwas schwächer
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 Urgs2007
Über sich:
Die Schuhe hab ich schon echt lange nicht mehr. Die Jacke hatte ich auch schon ewig nicht mehr an! W...
Mitglied seit:26.08.2007
Erfahrungsberichte:53
Vertrauende:18
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 62 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Wohl dem, der Pete Doherty nicht nur vom schillernden Boulevard der Lügen her kennt, der vorabendlich über die Netzhäute der Industrienationen flackert. Ich, der zu dieser Zeit lieber im Internet surft, kann mich zu den Glücklichen zählen, die ihn, den abgefuckten "Drogenrocker" von Kate Moss, und seine Band, die Babyshambles, zuerst über die Musik kennenlernten. Das aktuelle Album "Shotter's Nation" gehört bereits zu meinen meistgehörten CDs des Jahres und nach kurzen Abstinenzen begeistert es mich immer wieder aufs Neue. Es klingt eingängig und melodisch, trocken und klassisch runtergerockt, ohne viel Theater, aber dafür mit viel Abwechslung. Jeder Song ist ein (wunderbares) Ding für sich, Ausfälle gibts keine. Seinen vollendeten Charakter verleiht diesem Sound allerdings erst Dohertys markant schiefer Gesang, oft so klingend, als würde er bereits 3 Promille intus haben und einen halben Meter neben sich stehen. Das ist einfach sein Stil, den er sich genauso erarbeitet hat wie andere Rockstars auch und ich finde, es klingt einfach großartig und passt natürlich auch zu seinem dekadenten Lebensstil. Oh! What a lovely Tour
Leider hatte ich den Berliner Auftritt der Babyshambles verpasst, sodaß ich mich nun mit dem Live-Album begnügen darf. Aufgenommen wurde es am 1. Dezember in Glasgow und für 20-25 Euro bekommt man das Konzert gleich in zweifacher Ausführung und zwar als CD und als DVD. Beide sind nahezu inhaltsgleich, abgesehen davon, daß man auf der DVD noch den Einzug und den Abgang der Band miterleben kann. Ich war natürlich sehr gespannt darauf, wie sich die Babyshambles auf der Bühne behaupten würden und hab mir zuerst die DVD angeschaut. Froh war ich schon mal darüber, dass man hier ein komplettes Konzert, mit allen Höhen und Tiefen, abgeliefert hat und nicht, wie es heutzutage sehr beliebt ist, eine Art Best-Of der gesamten Tour zusammengeschnitten wurde.
Die Babyshambles beginnen den Gig souverän mit den ersten beiden Titeln des Albums, hauen danach noch den eher unbekannteren Fan-Knaller "Beg, Steal or Borrow" nach, doch anschliessend, so scheint es mir zumindest, gibt es eine kurze Phase in der sich Band und Publikum erst wieder finden müssen. Der langsame Song "Unstookie Titled", beispielsweise, wirkt etwas schlaff runtergespielt und man ist regelrecht froh, als das punkige "Side of the Road" einsetzt, um für Stimmung zu sorgen. Und tatsächlich, spätestens ab hier gewinnt das Konzert immer mehr an Athmosphäre, wie zum Beispiel als Pete, als Einleitung für das wunderbare "Unbilotitled" den Evergreen "Build me up buttercup" (Foundations) schmettert und das Publikum sofort begeistert mitmacht. Witzig, wie er dabei eine Plastikflasche an den Kopf kriegt und das mit einem stumpfen "Ouhh" quttiert. Es folgen schnelle Songs wie geniale "You Talk" oder das mich immer wieder an die Doors erinnernde "Crumb begging Baghead". Danach schalten die Babyshambles ein paar Gänge runter, indem sie die Bühne einfach verlassen und nur Pete wieder zurückkehrt, um sich einen Whiskey/Cola einzugießen, den er allerdings, nach einem kleinen Schluck, ins Publikum verschenkt. Das Bild ist mittlerweile ins Schwarz/Weiß gewechselt und Pete singt nun, allein mit seiner Gitarre bewaffnet, den fast schon intimen Song "Lost Art of Murder". Eine Gänsehaut bekam ich allerdings erst, als er im Anschluß eine Akustikversion des Libertines-Hit "The good old Days" nachschiebt, die er wunderbar säuselnd zum Besten gibt. "If you lost you faith in love and music Oh the end won't be long Because if it's gone for you then I too may lose it an that would be wrong"
Während er das singt, kehren die Babyshambles langsam wieder zurück auf die Bühne und bringen einen dicken Kontrabass mit. Klar, das nun das jazzige "There she goes" folgt, das wohl Kate Moss gewidmet ist. Zumindest klingt es für mich so. Das letzte Drittel des Konzerts stellt für mich den Höhepunkt dar und ist überwiegend mit älteren Songs wie "Killamangiro" gefüllt. Das vom ganzen Publikum gefeierte "Albion" widmet Doherty seiner geistigen Skandalschwester Amy Winehouse. Der letzte Song ist natürlich "Fuck Forever", der größte Hit der Babyshambles, und auch hier krächzt sich nicht nur Pete die Seele aus dem Leib, sondern auch die wild herumspringenden Fans.
Alles in allem liefern die Babyshambles eine sehr gute Performance ab, in der allerdings tatsächlich die Musik im Vordergrund steht und kein skandalträchtiges Rumgepose. Zwar gibt es auch hier kleinere Schwächen, nicht jeder Ton wird immer richtig getroffen, aber im Grunde unterstreicht das meistens den Charme der Band und ihres charismatischen Leadsängers. Petes Ansagen sind eher spartanisch und wenn er mal etwas sagt, verstehe ich kaum ein Wort, dank seines starken Akzents. Es klingt aber jedesmal ziemlich lustig! Gelentlich hängt er sich mal eine Fahne über die Schultern, die ihm aus dem Publikum zugeworfen wurde, aber ansonsten beschränkt er sich auf sein Gitarrenspiel und darauf, die Songs mit fast geschlossenen Augen ins Mikrophon zu leiern. Erst am Ende des Gigs reißt er eher beiläufig ein paar Schlagzeugteile um und verschwindet dann mit einer lebensgroßen Bobby-Figur, die zur Bühnendeko gehört, um ihr hinter der Bühne ein paar Tritte zu verpassen. Die Bühnendekoration an sich ist auch recht minimalistisch gehalten. Im ersten Teil der Show geht auf einer Leinwand im Hintergrund eine Art Sonne auf, die mich farblich ein wenig an das bekannte FDJ-Symbol erinnerte. Später erscheinen dort Sprüche wie "The Gouvernment is ready for a long war". Festgehalten wurde das ganze Konzert aus recht ansprechenden, ständig wechselnden Kameraperspektiven, die adäquat die Stimmung übertragen und auch sonst kaum Wünsche offen lassen. Es macht einfach Spaß sich die DVD anzuschauen und die Optik an sich ist meist gestochen scharf. Auf der CD befindet sich das gleiche Konzert, sozusagen zum mitnehmen. Soundtechnisch scheint mir die CD ein wenig hinter der DVD zurückstehen zu müssen. Kein Wunder, schliesslich wurde die DVD mit 5.1 Surround Sound abgemischt.
Angesichts des wirklich ausgezeichneten Preis-/Leistungsverhältnisses, kann ich über die minimalen Schwächen hinwegsehen und vergebe 5 Sterne. Trackliste:
Carry on up the Morning Delivery Beg, Steal or Borrow Baddie's Boogie Unstookie Titled Side Of The Road Unbilotitled The Blinding You Talk Sedative Crumb Begging Baghead Lost Art of Murder / The Good Old Days There she goes Albion Pipedown Killamangiro Back from the Dead I Wish Fuck Forever
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07.10.2008 22:32
Herr doeter lässt ausirchten, vorliegendes Werk wie angekündigt als Geburtstagsgeschenk für seine Tochter besorgt zu haben. Dazu scheint er selbst auch zum Fan mutiert zu sein, die bereits (bei der Tochter) vorhandenen MP3 inhaliert er offenbar regelmäßig... ;-D
11.08.2008 16:23
Super Bericht, lg miniemi1
25.07.2008 15:02
Wenn ich nur wüsste, ob ich je schonmal ein Lied dieser Truppe gehört hab... Wenn, dann wars nicht so herausragend, dass es mir aufgefallen wäre. Ich glaub, die halbe Faszination ist ähnlich der von Amy Winehouse, dass man das Gefühl hat, man würde der Musik eines Toten zuhören, der merkwürdigerweise noch steht.