Paolo Nutini Konzertbericht

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Kleiner Junge mit großer Stimme

5  02.06.2011

Pro:
Gesangsleistung, Konzert, musikalische Qualität, reibungsloser Ablauf, relativ günstig

Kontra:
Publikum, Stimmung

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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spongebirte

Über sich:

Mitglied seit:24.05.2011

Erfahrungsberichte:33

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 55 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ein Erfahrungsbericht zum Paolo Nutini Konzert am 29.05.2011 in Berlin


Ich habe selten so eine lange Wartschlange erlebt. Man bot mir draußen sogar verzweifelt fast das Doppelte für mein Ticket an. Erfreulicherweise war der Einlass diesmal im Postbahnhof nahezu auf die Minute genau und drinnen angekommen galt es erst einmal einen guten Platz zu finden. Was angesichts der Traube, die sich bereits vor der Bühne gebildet hatte, nicht so einfach war. Zu viele große Menschen, ich tauschte meinen Platz noch einmal gegen einen ein, der direkt an der Bühne war. Nach Bonaparte wollte ich eigentlich bei solcher Art von Konzerten einen Sicherheitsabstand zu tendenziell kreischenden Mädels halten. Die vielen großen Menschen sorgten aber nicht gerade dafür, diesen Plan auch in die Tat umzusetzten.

Ich hatte mir mehr versprochen vom Support Act, der Paolo Nutini begleiten darf. Leider war er zumindest für mich eine große Enttäuschung. Als erstes setzte sich ein glatzköpfiger Mensch in dunklem Overall an das Keyboard und spielte einfach drauf los. So richtig gezündet hat das beim Publikum erst nicht. Meine Begleitung war anfangs sogar der Meinung, es handelt sich noch um die Standart-Überprüfung. Enttäuschung machte sich in mir breit, als die restlichen Bandmitglieder auf die Bühne kamen. Allesamt in fast einheitlichen Overalls und glatzköpfig. Eigentlich hatte ich gehofft, es würde sich mir eine vollkommen unbekannte, schwedische Indierock Band vorstellen. Auch meine zweite Hoffnung, da sie mir vom Äußeren sehr den Eindruck vermittelten, es würde gleich eine Mischung aus Metal und Industrial folgen, verpuffte so schnell sie gekommen war. Immerhin waren das noch ganz unterhaltsame Aussichten. Stattdessen kamen Begleitung und mir eher Assoziationen wie Whitney Houston und Joe Cocker. Ich dachte an einsame Brücken im Sonnenuntergang und Fahrstühle. Überall, aber wirklich überall dort hätte diese Art von Musik besser hin gepasst, aber nicht in diesen Abend. Einigen Zuschauern schien es trotzdem sehr gefallen zu haben, meins war es definitiv nicht. Übrigens konnte ich auch nach langem suchen im Internet nicht herausfinden, wer denn nun die fünf verschmusten Overalls eigentlich sind. In Erinnerung bleibt mir nur noch das Herkunftsland Schweden. Trostpluspunkt: Sie haben pünktlich angefangen und ebenso pünktlich aufgehört.

Wie auch schon bei den Overalls ging es mit Paolo recht pünktlich weiter. Sehr gut, denn langes Warten liegt mir gar nicht. Meine Vermutung bestätigte sich mit Paolos Erscheinen. Allgemeine Freude und eine Lautstärke in der Halle, wie ich sie selten erlebt habe.

Bereits nach dem ersten Song, schnappten viele Mädels neben und hinter mir nach Luft. Ich auch. Allerdings dürften die Gründe da etwas auseinander gehen. Nicht zum ersten Mal, dass ich bemängelte, zu wenig Sauerstoff im Postbahnhof abzubekommen. Vielleicht auch ein kleiner Tipp am Rande für die Veranstalter, die Tür an der Seite etwas öfter für einen Schub frische Luft aufzumachen. Bei den Temperaturen und Fanmassen durchaus angebracht.

Ein kleiner Hingucker war für mich der Drumer, den ich sofort als den identifiziere, der vor knapp einem Jahr im Admiralspalast hinter Kate Nash fleißig die Drumsticks geschwungen hatte. Immer wieder schön, wenn man auf bekannte Gesichter stößt. Seinen Job hat er für den guten Paolo Nutini auch ordentlich gemacht und das nach seiner, wie Paolo zum Schluss verriet, erst zweiten Show für ihn. Unübertroffen auch die Mimik und Gestik Nutinis an diesem Abend. Geredet hat er aber sehr wenig und das Wenige war kaum verständlich.

Zu hören gab es neben den Dauerbrennern „These streets“, „Jenny don’t be hasty“ und natürlich „New Shoes“ auch Songs aus dem Album „Sunny Side Up“, dem Nachfolger des so erfolgreichen „These Streets“-Debuts. Gesanglich von der ersten Minute an ein Konzert auf recht hohem Niveau an diesem Abend. Live sogar noch etwas besser als auf Platte. Während die Studioaufnahmen zwischen Soulpop und Indierock schwanken, ist die musikalische Vielfalt an Genres live sehr viel größer. Einflüsse aus Reggae, Ska und Country neben solidem Indierock waren deutlich zu spüren. Es gab Klagen seitens Zuschauerraums, dass das Konzert zu viel Country-Anteil gehabt hätte, was nicht zu bestätigen ist. Genau genommen, gab es eigentlich nur einen Titel, bei dem dieses Genre voll ausgekostet wurde. Es wurden sehr viel mehr fast akustische Nummern geboten, die Dank der wirklich einzigartigen Stimme Nutinis auch nicht mehr gebraucht haben. Insgesamt eine gute Mischung aus Bandeinsatz und (fast) akustischen Solonummern. Sehr gelungen. Auch die Abwechslung zwischen Balladen und den tanzbaren Titeln war sehr gut abgestimmt. Zur Freude der vielen Mädels war es dann irgendwann auch noch so warm auf der Bühne, dass Paolo sein Hemdchen auszog, gefolgt von – natürlich – großer Zustimmung aus dem Zuschauerraum.

Ein wirklich ganz ausgezeichnetes Konzert, dummerweise hat die Stimmung im Publikum gefehlt beziehungsweise etwas gelitten. Im Nachhinein mehr ein Konzert, bei dem der Künstler mehr im Vordergrund stand, als seine Musik, was wirklich schade ist. Insgesamt musste ich zu oft in anhimmelnde Gesichter blicken, die wahrscheinlich recht wenig von der Gesangsleistung an diesem Abend mitbekommen haben. Zu hoffen bleibt, dass Paolo noch ein wenig zunimmt, was angesichts des kleinen Bäuchleins gar nicht so abwegig erscheint. Dann ist er vielleicht auch wieder mit passendem Auditorium zu genießen. „Candy“ wurde, so auch „These streets“ nur stellenweise mitgesungen, ein Hinweis auf Art der Fanfreundschaften. Ich habe schon Konzerte erlebt, da wurde erfreut mehr mitgesungen und man hatte das Gefühl, das Publikum wusste auch genau, worum es ging. Hier definitiv nicht der Fall. Zum Ende hin gab es auch noch eine Cover-Version von MGMT „Time to pretend“, welche fast schon besser war, als das Original. Für alle Genießer ein kleiner Höhepunkt. So schnell, wie Paolo zur Zugabe auf der Bühne erschien, so schnell war er dann auch wieder weg. Der reibungslose und fast planmäßige Ablauf an diesem Abend wird mir sicherlich auch in Erinnerung bleiben. Im Rückblick auf andere Konzerte wirkt doch alles merkwürdig korrekt.

Schlusswort: Paolo Nutini live - absolut empfehlenswert!

Ticketpreis: 30,45€
Wo: Postbahnhof, Berlin
Wer: Paolo Nutini
Wann: 29.05.11
Bilder von Paolo Nutini Konzertbericht
  • Paolo Nutini Konzertbericht Paolo Nutini, Bildrechte besitzt Spongebirte!!
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
miss_chocolate

miss_chocolate

30.10.2011 12:40

super Erfahrungsbericht!

ausforming

ausforming

26.06.2011 16:50

Vom Bekanntheitsgrad geht mir hier ähnlich wie gerade eben, nur dass ich den Namen schon gehört hab. Und blau ist dann auch langsam drin;-)

calimero1111

calimero1111

24.06.2011 08:18

von dem hab ich noch nie gehört. :-)

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Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 310 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"besonders hilfreich" von (4%):
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  1. Cybersyssy
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