Projector - Dark Tranquillity

Projector - Dark Tranquillity

von Dark Tranquillity

Heavy Metal - 1 - CD - Label: Century Me - Vertrieb: SPV - Veröffentlicht am: 16. Juni 1999 - EAN: 7277017728521 mehr

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... Zu hören erstmals auf dem 99er Werk "Projector", das ich Euch heute etwas genauer vorstellen möchte. 1.) ~~~Freecard~~~ 4:31 Sanfte Pianoklänge leiten in den Opener ein. Für Fans der Schweden sicher ungewohnt, denn bisher setzte man stets auf rasante Nummern zum Einstieg, die von ... Bericht lesen





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Hurra, Hurra - der Elch ist tot!
Erfahrungsbericht von The-Wishmaster über Projector - Dark Tranquillity
27.02.2002


Produktbewertung des Autors:   

Cover-Design: annehmbar 
Klangqualität: gut 
Langzeithörspaß: wird nicht schnell langweilig 
Häufigkeit der Nutzung ab und zu 
Dieser Tonträger ist:  

Pro: .  .  . der Elch ist tot .  .  .
Kontra: .  .  . der Elch ist tot .  .  .

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Hallo liebe Leserinnen und Leser!

Es ist klar, dass man sich als Musiker im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Man wird reifer, erfahrener, erwachsener. Man verbessert seine musikalischen Fähigkeiten, lerntständig Neues dazu und wagt vielleicht auch mal das ein oder andere soundtechnische Experiment. Auch als Band entwickelt man den Sound stetig weiter. Und so kann es passieren, dass man den einen Fan mit dem leicht geänderten Stil vergrault, während man gerade aus diesem Grund zwei neue Anhänger hinzugewinnen kann.

Als Mitbegründer einer eigenen Musikrichtung hat man es dann natürlich noch ungleich schwerer. Denn es gibt eine ungeheure Erwartungshaltung der Fans und die kann mit der Weiterentwicklung der Musik nicht immer erfüllt werden. So geschehen bei der schwedischen Formation "Dark Tranquillity", die Anfang der 90er zusammen mit "At the Gates" und "In Flames" die sogenannte "New Wave of Swedish Death Metal" begründeten. Man perfektionierte diesen hochmelodischen und dennoch harten Sound (unter Fans auch "Elchtod" genannt), geprägt von unzähligen Gitarrenmelodien und rauhen Vocals, und schaffte mit dem 95er Album "The Gallery" ein Meisterwerk, dass für Fans dieser Spielart die audiale Erfüllung aller Wünsche darstellte. "The Mind's I" aus dem Jahre 1997 zeigte sich im Songwriting noch gereifter, jeodch schien man sich stilistisch nicht sonderlich weiterentwickelt zu haben.

Abhilfe schaffte die Hinzunahme von Martin Brändström an den Keyboards, der den Sound der Band auffrischte und ihm eine völlig andere Note gab. Zu hören erstmals auf dem 99er Werk "Projector", das ich Euch heute etwas genauer vorstellen möchte.


1.) ~~~Freecard~~~ 4:31

Sanfte Pianoklänge leiten in den Opener ein. Für Fans der Schweden sicher ungewohnt, denn bisher setzte man stets auf rasante Nummern zum Einstieg, die von den melodischen Gitarren dominiert wurden. Man stellt so also gleich mal den neuen Tastenmann vor, bricht aber nach knapp 40 Sekunden doch wieder mit einem melodischen Riffgewitter los, dem man ein treibendes Midtempo folgen lässt.
Mikael's rauhe Stimme ertönt und man fühlt sich sofort irgendwie heimisch - obwohl der Sound an sich eine ganze Ecke gemäßigter und nicht mehr so aggressiv klingt als noch zwei Jahre zuvor. Doch was ist denn auf einmal das? Mr. Stanne singt! Und das gar nicht mal so schlecht! Ich bin erstaunt. Ich bin begeistert, das kommt echt gut rüber: "Another no-night awaits its turn and so I call upon my freecard to postpone." - Hier darf sich auch erneut das Keyboard etwas in der Vordergrund stellen, während in der anschließenden Strophe wieder die Sechssaiter melodisch, aber kraftvoll, die Führungsrolle übernehmen...
9/10

2.) ~~~ThereIn~~~ 5:55

Ein zündendes Riff lässt Erinnerungen an alte Zeiten aufkommen, bevor eine Leadgitarre einsetzt und Mikael die ersten Zeilen fast schon flüstert: "A gentle storm, thundering silence, inferior force, uncontrolled calm..." - starker Text, stark geht der Song weiter: Auf dem Anfangsriff aufbauend rockt sich die Band durch die Strophe, im Chorus wird dann abrupt das Tempo gedrosselt und man packt die Akkustikklampfen aus. Dazu begleiten die Keys Mikael's erneut überzeugende cleane Stimme: "It was solid, yet ever changing, it was different, yet the same. So I starve myself for energy, I starve myself for energy..."
Mensch, der Kerl kann ja richtig einfühlsam und mitreissend singen. Und in den Strophen beweist er, dass er trotz alledem noch zu den besten Death-Shoutern der Welt gehört. Genialer Song, der immer schön zwischen dramatischem Slowparts und aggressivem Midtempo wechselt.
10/10

3.) ~~~UnDo Control~~~ 5:11

Wieder gemäßigt, wieder zum Teil akkustisch. Aber diesmal übernimmt eine weibliche Stimme die cleanen Vocals in der ersten Strophe. Wobei Mikael auf der dazugehörigen Tour bewiesen hat, dass er mit den cleanen Vocals in diesem Song auch alleine ganz gut klar kommt. Aber egal, "Abwechslung rules!", und genau aus diesem Grund zieht man im Refrain das Tempo etwas an, schnappt sich noch ein paar Gitarren und Drums und lässt auch "Redhead" Mikael Stanne aus seinem Käfig, der seine Aggressionen gleich entsprechend ins Mikro röhrt.
Erneut lässt man die Dame dann ihre gesanglichen Fähigkeiten demonstrieren, Mikael darf wieder beim Chorus ran und nach einem kurzen Solo übernimmt er auch komplett den Rest des Songs, der nun härter und aggressiver gespielt wird.
8/10

4.) ~~~Auctioned~~~ 6:05

Dass man musikalisch nicht auf einer Stelle treten wollte, sollte mittlerweile klar sein. Aber Dark Tranquillity gehen weiter. Sie experimentieren. Und sie wagen es, Klänge und Sounds einzubauen, die man vor Jahren nie jemals in ihrer Musik vermutet hätte. Mikael singt, kein Gekreische und Gegrunze. Die Gitarren konzentrieren sich auf melancholische Melodien statt auf schnelle Riffs, die Drums untermalen das Geschehen dezent, der Bass verbreitet eine wohlig warme Atmosphäre. Dark Tranquillity sind erwachsen geworden. Das merkt man gerade an diesem Song ganz deutlich. Sie haben sich entwickelt, vom schnellen Melodic-Death-Act zur nachdenklich-düsteren Metal-Combo. Liegt es dann am Song selbst, dass mit der Titel nicht so zusagt? Muss wohl sein, und da Musik eben immer ganz individuell erfahren wird, gebe ich hier "nur" individuelle sechs Punkte...
6/10

5.) ~~~To a bitter halt~~~ 4:48

Akustische Gitaren und ein dezenter Schlagzeugrhythmus, begleitet von einem warmen Basslauf, eröffnen diesen Titel. Die verzerrten Stromgitarren bringen bald etwas Scwhung und Mikael darf wieder richtig schön grölen. Bald schon versüßen uns wieder doppelläufige Gitarren das Leben, die Strophe und weil's soviel Spßa macht auch gleich noch den Chorus. Im Soloteil wird's dann ein wenig sphärischer Dank Keyboardeinsatz und auch Mikael lässt wieder 'ne Portion Melancholie in Form seinen genialen cleanen Vocals vom Stapel.
8/10

6.) ~~~The sun fired blanks~~~ 4:17

Bombastisch geht's hier los mit wuchtigem Drumming und E-Klampfen-Einsätzen, die sich aber bald schon auf doppelläufiges Melodiefrickeln konzentrieren und vom flotten Schlagzeugrhythmus zusätzlich angeheizt werden. In den Strophen wird's nur wenig langsamer, lediglich beim Chorus darf man sich mal auf's Midtempo-Moschen verlegen. Aber die Verschnaufpause dauert nur kurz an, schon stehen wieder die Leadgitarren bereit und brettern und die Melodien um die Ohren. Nach einem kurzen Break dürfen übrigens wieder - na, ratet mal! - die Leadgitarren ran, werden später aber noch von der akustischen Verwandschaft heimgesucht...
9/10

7.) ~~~Nether Novas~~~ 6:14

Hier sind erst mal akustische Sechssaiter und der Bass am Werke, bevor sich die Drums mit einmischen. In den Strophen wird Mikael's melancholischer Gesang nur von der Rhythmusfraktion begleitet, die elektrischen Klampfen gesellen sich erst in der Bridge dazu und es dauert bis zum Chorus, bis Mikael's Wut endgültig durchbricht und er in seine einmalig genialen Growls verfällt. Dieses Wechselspiel wird erneut zelebriert, abschließend gibt's dann nochmal melancholische Vocals und feine Gitarrenakkorde, teils von einem Solo begleitet.
8/10

8.) ~~~Day to End~~~ 3:09

Elektronische Klänge? Bin ich im falschen Film? Anscheinend nicht, denn das Keyboard erzeugt hier sehr warme, melodische Töne. Doch Mikael's charismatische Gesangsstimme lässt alle Zweifel schwinden, hier sind natürlich Dark Tranquillity am Werk. Aber anders. Nicht-metallisch. War "Auctioned" ja schon ungewöhnlich, so könnte "Day to End" von einer komplett anderen Band stammen. Könnte. Wäre da nicht Mikael's geniale Stimme. Ansonsten könnte es fast Depeche Mode sein. Jedenfalls gefällt mir das was ich da höre ziemlich gut. Auch wenn's nicht direkt Metal ist. Und auch wenn ich jetzt damit vielleicht das Weltbild, das mancher Metaller hier von mir hat, durcheinander bringe. Sind halt Dark Tranquillity. Ist halt einfach klasse.
8/10

9.) ~~~Doberman~~~ 4:38

Ui, da sind sie schon wieder, die verzerrten Freudenspender. Hochmelodisch und im Doppelpack geht's hier zur Sache und auch Mikael lässt es sich nicht nehmen, hier ein paar feine Grols vom Stapel zu lassen. Passend dazu gibt's übrigens flotteres Drumming, nur falls es interessiert...

Vorm Refrain wird dann ein wenig Geschwindigkeit herausgenommen, wodurch die cleanen Vocals noch besser zur Geltung kommen, danach wird's erneut ein wenig schneller, bleibt aber genauso melodisch. Ein Akustikpart wird dann von leicht verzerrten, mit einem Echo-Effek behafteten Vocals begleitet, später verlegt sich Mikael auf's Sprechen.
8/10

10.) ~~~On your Time~~~ 5:36

Hier dominieren erst mal die donnernden Drums, bald schon folgen wieder einmal typische Gitarrenleads, die auch in den Strophen noch eine tragende Rolle spielen und Mikael's Growls nur widerwillig zu erdulden scheinen. Es entbrennt fast ein Kampf zwischen Vocals und Gitarren, aber als die akustischen Sechssaiter kurz hereinschneien, lässt sie Mikael auch gewähren. Dafür darf er dann im Chorus auch clean singen, nette Abmachung. Der restliche Song ist aber erneut wie ein Zwiegespräch zwischn cleanen Vocals und Grolws, zwischen den flotten Gitarrenleads und den fetten Riffs aufgebaut. Kommt ziemlich gut rüber und schließt das Album würdig ab. Achtet vor allem mal auf den progressiven Gitarrenlead-Drum-Teil gegen Ende, der Rhthmuswechsel ist fantastisch!
9/10


~~~Fazit~~~

Ob man als Fan der ersten Stunde mit der musikalischen Weiterentwicklung von Dark Tranquillity zurecht kommt, kann man wohl nur herausfinden, wenn man der Scheibe eine Chance gibt. Sicher klingen sie anders als auf dem Debüt, aber eine Band darf... muss sich sogar weiterentwickeln. Wer noch nie etwas von den Schweden gehört hat, für den empfiehlt sich "Projector" sowieso, da es wohl zweifelsohne ihre gezügeltste Scheibe mit den meisten cleanen Vocals ist. Ich find sie jedenfalls klasse!


In diesem Sinne...

Stay Dark!

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07.12.1999
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01.01.1970
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01.01.1970


Haven - Dark Tranquillity

Haupteigenschaften

Titel: Projector

Künstler: Dark Tranquillity

Genre: Heavy Metal

Schlagworte: Hard 'n' Heavy; Death Metal / Gothic; Heavy Metal; Black Metal; 1990-1999 (Aufnahmedatum)

Medium: CD

Set-Inhalt: 1

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