Pur - Was ist passiert? - Tour 2003

Pur - Was ist passiert? - Tour 2003

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Es gab einmal eine Zeit, da war ich von Pur recht angetan, kaufte mir auch diverse CDs und hörte mir deren Musik gelegentlich an. Dies liegt jetzt allerdings bereits so um die vier bis fünf Jahre zurück, und ich muss zugeben, in der Zwischenzeit nicht mehr viel von Pur gehört zu haben. Ich ... Bericht lesen





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Das ist passiert!
Erfahrungsbericht von frank.nonnenmann über Pur - Was ist passiert? - Tour 2003
22. November 2003


Produktbewertung des Autors:   


Pro: akzeptabler Preis, gute Stimmung, hervorragende Spiellaune
Kontra: kurze Durchhänger, schlechte Vorgruppe

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Es gab einmal eine Zeit, da war ich von Pur recht angetan, kaufte mir auch diverse CDs und hörte mir deren Musik gelegentlich an. Dies liegt jetzt allerdings bereits so um die vier bis fünf Jahre zurück, und ich muss zugeben, in der Zwischenzeit nicht mehr viel von Pur gehört zu haben. Ich zweifelte sogar schon an deren Existenz, bis mich meine Freundin vor etwa einem Jahr darauf ansprach, ob ich denn vielleicht mit auf das Konzert gehen würde. Wie gesagt, ganz abgeneigt war ich der Musik gegenüber noch nie und so sagte ich leichtsinnigerweise recht schnell zu. Der Preis von 30€ erschien mir auch als gerechtfertigt, vor allem, wenn man bedenkt, was andere Bands mit dieser Popularität verlangen. Als ich dann aber zwangsläufig mal ihre neuste CD anhören musste, war nicht mehr ganz so überzeugt, denn diese konnte mich überhaupt nicht mehr begeistern.

Donnerstag abend war es dann so weit, in der Olympiahalle sollte es um 19:30 beginnen. Eine Stunde vor Konzertbeginn machten wir uns auf den Weg, um in der Arena noch einen Platz nahe der Bühne bekommen zu können. Das Konzert war zwar restlos ausverkauft, doch bereits auf dem Weg dorthin versuchten noch einige, ihre Karten zu verkaufen.

Die Vorgruppe Tom Albrecht betrat bereits um 19:15 die Bühne und legte los - oder vielleicht sollte ich besser schreiben: hätte gerne losgelegt. Denn was sie uns boten, war eher ein seichtes Dahinplätschern. Tom Albrecht, ein Jüngling, der seinen ersten Bartwuchs zur Schau stellte merkte man deutlich die Nervosität an. Er verstand es auch nicht, sich auf der Bühne richtig zu bewegen, was mich auf Grund der viel zu langen Hosen auch gar nicht weiter verwunderte. Sein Bassist, der an seinem 5-Saiter lieblos herumzupfte schien den gleichen Modeberater zu haben. Irgendwie hatte ich das Gefühl, hier würde eine Band vor mir stehen, die bei Popstars aufs Abstellgleis geschoben wurde. Warum musste sich Pur eine solch schlechte Vorgruppe antun? Hatten sie etwa Angst, von einer besseren Band an die Wand gespielt zu werden?

So war ich dann auch etwas missgelaunt, als Pur um 20:15 recht unspektakulär die Bühne betraten. Allerdings waren es nicht nur die fünf Bandmitglieder, sondern man hatte sich für die Tour verstärkt auf immerhin neun Musiker. Es ging dann gleich los mit „Was ist passiert“, also einem Stück vom neuen Album. Wie gesagt, mir ist das eine Nummer zu seicht und ganz und gar nicht mein Fall. Wesentlich mehr angetan war ich da schon von der Bühnenshow, die sich mir bot. Im Hintergrund gab es eine riesengroße Leinwand, auf der immer wieder Bilder und kurze Animes zu sehen waren. Wenn etwa zu einer leichten Ballade die Bilder vom 11. September eingeblendet werden, macht dies schon etwas nachdenklich. Aber gleichzeitig wurde auch signalisiert, dass es trotzdem ein Morgen geben wird. Unterstützt von wirklich sehr gut inszenierten Lichteffekten, die mehr als nur ein Mal beeindrucken konnten.

Die Halle um mich herum tobte und Hartmut Engler konnte man richtig anmerken, dass er sich dort oben auf der Bühne pudelwohl fühlte. Er badete geradezu im Applaus und so puschten sich Publikum und Band gegenseitig zu Bestleistungen hinauf. Hätte Pur nur Lieder von der neuen Platte gespielt, wäre ich sicher mit einem langen Gesicht nach Hause gegangen, doch als auch mir vertraute Stücke wie „Abenteuerland“ erklangen, konnte selbst ich mich nicht mehr zurückhalten. Richtig begeistern konnte mich eine zum Ende hin leicht abgewandelte Version von „Ein graues Haar“. Der Gitarist konnte hier wenigsten einmal so richtig zeigen, wo der Hammer hängt. Wieder fragte ich mich, ob diese beidseitige Begeisterung denn nun durch das tobende Publikum oder die leicht verzerrte Leadgitarre verursacht wurde. Aber letztendlich war es wohl einfach die Resonanz aus beidem.

Nun störte mich auch nicht weiter, dass immer wieder mal ein seichteres Stück dazwischen geschoben wurde. Selbst bei den neueren Stücken konnte ich etwa an „Walzer für Dich“ oder „Bitte lieber Gott“ etwas Gefallen finden. Die anderen Lieder sah ich einfach als Überbrückung an und ließ viel mehr die Bilder von der Leinwand auf mich einwirken. Immer wieder perfekt kombiniert mit den Farben der Lightshow ergab sich so ein fantastisches Erlebnis. Glücklicherweise ließ Pur auch meine persönlichen Hits „Indianer“ und „Drachen sollen fliegen“ nicht aus, bei denen auch ich auf meine Kosten kam.

Nicht ganz so gelungen fand ich die kurze Einlage einer Sängerin, deren Namen ich mir nicht merken konnte. Glücklicherweise war es auch nur ein Lied und das nachfolgende Duett mit Hartmut Engler war wenigstens halbwegs erträglich. Nach diesem kurzen Durchhänger ging es dann aber wieder voll Pulle weiter

Es war beiweitem nicht so, dass Pur einfach ihre Show herunterspulten, sondern zusammen mit dem Publikum feierten. Als etwa die Halle im Einklang immer wieder „Oh wie ist das schön...“ gröhlte, stieg Hartmut Engler kurzerhand mit ein. Somit sorge er für einen zusätzlichen Lacher, indem er seine Stimmbänder in alle Richtung dehnte bis zum geht nicht mehr. Der pure Wahnsinn, welche Töne er da hervorbrachte, von der Operndiva bis zum Tenor. Und wieder und wieder spürte man die absolute Begeisterung von Band, Fans und solchen, die nicht im Traum daran gedacht hätten, wie groß die Unterschiedle zwischen einer runden Scheibe und einem Live-Act sondergleichen doch sein können. Vor allem war auch die Akustik recht gut und in einer akzeptablen Lautstärke, bei der einem danach nicht stundenlang die Ohren pfeifen.

Einen negativen Aspekt habe ich noch, für den Pur aber eigentlich nichts kann. Das Konzert fand ja in der Olympiahalle in München statt. Unten in der Arena herrscht leider kein Rauchverbot und spätestens nach einer Stunde war die Luft dort unten so schlecht, dass ich am Ende nur noch aus der Halle hinaus wollte.

Kaufen würde ich mir die neue CD trotz des guten Konzerts nicht, aber live ist Pur allemal ein Erlebnis, das auf jeden Fall empfehlenswert ist. Bei mir waren es mehr die alten Stücke, mit denen mich Pur begeisterte. Vor allem aber die sehr gut gemachte Bühnenshow und letztendlich Hartmut Englers pure Freude, die er gekonnt in der ganzen Halle ausbreitete. Nur von dieser unsäglich schlechten Vorgruppe sollten sie sich besser verabschieden, denn dies trübt das Gesamtbild leider etwas ein.

 

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21.11.2003
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03.01.2004
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27.01.2004
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05.11.2003
Das Abschlußkonzert in Kiel
Bewertung für Pur - Was ist passiert? - Tour 2003 von kowalski6

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03.02.2004

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