Raise the harm
28.08.2006
Pro:
Interessanter, abwechsungsreicher Brit - Rock mit Guter Laune
Kontra:
kaum Wiedererkennungswert
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 Senilm
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Vier junge Musiker, aus Leeds, Talentwettbewerb gewonnen - im ForwardRussia Umfeld gewachsen und jetzt auch noch die Producer des Bloc Party-Albums für die erste LP gewonnen. Das hört sich alles sehr vielversprechend an für "The Sunshine Underground". Und in der Tat ist das auch der Fall bei dem Quartett - das mit "Raise the Alarm" einen ungemein abwechslungsreich, frischklingenden Erstling vorlegt. Da wundert es schon fast, daß der NME noch nicht vor der Tür stand - doch das wollen Craig Wellington & Co auch gar nicht - ganz normal seine Brötchen mit Musikmachen will man verdienen. So sind die Jungs aus Leeds - keine Spur von Großkotzigkeit vorhanden.
Schon der Bass dubbende - sich extrem nach Hard-Fi anhörende "Wake up", geht dreckig röhrend ins Gebein und Gehör. Beim nächsten nicht minder Beinschwingenden Track, groovt der Funk durch die Blutbahn, Wellington sich in lallende Laune und "Put you in the place" wird von knarzigen Riffs und peitschenden Beats in "Dead scene"´s Electrofunkiness abgelöst. Nostalgietrips a la dem "The Clash"ésken "The way it is" poltern bassgroovend durchs Zimmer, dagegen lädt "Commercial breakup"´s eingängig freudiger Rock auf die nächste Gute-Laune-Party oder Fahrradfahren mit den Armen hoch im wehenden Wind ein. Da massieren die krachenden Riffs, Wellington´s röhrender Gesang echot im Ohr und die Beine treten die Beats im Takt. "Borders" reisst die restlichen vorhandenen EU-Grenzen ein, spielt sich krächzig, röhrend mit Fingerfertigkeit durch Wellingtons nölig, nervig wirkenden Gesang, eine "Panic Attack" verhindert man aber mit klotzenden Grooves und erfrischender Beatmanie - die ungeniert das Trommelfell in Wallung bringt. Akustisch sphärisch dichter beweist "Somebody´s always getting in the way" das Gespür für feinmelodiöse Gitarrenhymnen und textliche Emotionalität - die allerdings im etwas atemlosen Gesang zugrunde geht. Besser klappt das bei "I ain´t losing any sleeps" netter Kleinkriminalitätsgeschichte - das mit seinem ewig voranschreitenden Spannungsbogen, die Spannung der dubbend, cruisenden Gitarren aufs Unerdenkliche ausnützt. Das tickernde "My army" spaltet die Gemeinde mit eindringlichen Rockgebräu, großartigen Melodien und echten Highlightqualitäten. Die fehlen dem Titelrack leider, der abschliessende Mäandernde Rocker quält sich zwischen Dubs und Grooves mit ein paar feinen Licks - findet aber mit 11 Minuten Spiellänge und etlichen Soli nicht ins Ohr, was dem Album allgemein anhaftet.
Raise the Alarm überzeugt mit Abwechslungsreichtum, lässt aber den einen Hit missen - die Platte deshalb als "nett" zu bezeichnen wäre unfair, aber mehr als interessant ist Sie leider auch nicht. Zu oft erinnert man an Bands wie Hard-Fi, den Manic Street Preachers oder The Clash - spielt auf vielen Parties und macht Gute-Laune - steuert Stories aus dem Alltag bei, verfehlt dabei aber den eigenen Sound auszudefinieren. Wenn Wellingtons nicht immer durchtrainiertes Organ dann nölend langatmig lallend so manchen Track ins Off begleitet, zehrt das nur unnötig an der übermittelten Guten Laune. xxxx ----> auch erschienen auf www.kasino-royal.de
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03.09.2006 12:38
Wirklich gut geschrieben. Also verdientes SH. Habe gerade am Wochenende die CD "Cactus V" bekommen. Das ist die neue Scheibe der Band, die mit Tom Bogart, Carmine und Appice aus Vanila Fudge hervorgegangen sind. Die kann ich Dir, wenn Du auf wirklich gut gespielten Rhythm & Blues der alten Zeit stehst, nur empfehlen, wenn auch die alte Garde nicht mehr dabei ist. Wirklich guter Back to the roots Sound, der der Seele eines alten Rockers gut tut. - Gruß Tom
29.08.2006 10:22
NME? klär mich mal diesbezüglich auf ...
28.08.2006 18:40
Gut beschrieben.:::LG Antec