Erfahrungsbericht über

Read My Lips - Sophie Ellis-bextor

Gesamtbewertung (6): Gesamtbewertung Read My Lips - Sophie Ellis-bextor

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(K) Take me home, but buy me first!

5  14.03.2002 (21.03.2002)

Pro:
schöne Musik

Kontra:
nix

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

mehr


MatthiasHuehr

Über sich: Ich bin gerade mit den Texten für meine neuen Seite www.MV-Trip.de beschäftigt. Da bleibt leider nic...

Mitglied seit:21.07.2000

Erfahrungsberichte:294

Vertrauende:176

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 103 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ende 2001 schwebte in einem Musikvideo auf MTV eine geheimnisvoll wirkende glamouröse Frau über den Bildschirm, welche ein Lied sang, in das ich mich total verliebt habe. Meine Reaktion darauf war, daß ich bei Amazon in der CD-Abteilung nach dem Album suchte und es auch dort fand. Der Preis war mit knapp 45 DM doch recht happig, da es sich um einen Import aus Großbritannien handelte. Ich habe mich trotz des Preises für die CD entschieden und nach 2 Wochen hatte ich die ersehnte Scheibe bei mir im Briefkasten. Mit der Entscheidung für die Bestellung habe ich die richtige Wahl getroffen, denn kurz nach meiner Bestellung wurde die Importversion aus dem Angebot genommen, weil das Album „bald“ in Deutschland erscheinen wird.

Wer ist diese Sophie Ellis-Bextor? Nun ganz unbeleckt vom Musikgeschäft ist Sophie überhaupt nicht. Schon Ende der 90ér Jahre sang sie als Frontfrau in einer Indie-Pop-Band namens „theaudience". Sophie war schon zu dieser Zeit sehr glamourös im Auftreten und war damit in der androgynen Welt des Britpops eine kleine Diva. Kein Wunder, daß sie eine Modelagentur nach der Auflösung der Band unter Vertrag nahm. Die 6 Monate, die sie modelte war sie mit ihrer Situation unzufrieden, bis sie eines Tages wieder ins Musikbusiness zurück fand und ihre Modelkarriere für immer an den Haken hing. Es war eine gute Entscheidung von ihr, daß sie das Angebot ihrer Plattenfirma angenommen hat und den Text zu einem ursprünglichen Instrumentalstück gesungen hat. An sich ist diese Tatsache nichts besonderes, was aber ist, wenn es sich um einen der größten Dauerbrenner der letzten Jahre handelt? Der Titel „Groovejet (If This Ain 't Love)“ Spiller müßte wohl jeden bekannt sein. Mit dieser Gesangseinlage hat sie wohl ausreichend bewiesen, daß sie kein Dummchen ist, was nur modeln kann, sondern auch singen und das nicht schlecht, denn schließlich stammte der Erfolg des Titels nur durch ihren leicht verrucht klingenden Gesang, der den ganzen Charme des Liedes ausmachte. Und das kann man auch behaupten, denn die Instrumentalversion wollte keiner hören.

Daß sie ihre Modelkarriere an den Nagel hängte und sich wieder der Musik zuwandte ist ein echter Glücksfall, jedenfalls für die Leute mit Musikgeschmack. Sie hat an jedem Titel mitgeschrieben, weshalb zu merken ist, daß die Musik ein Stück von ihr ist. "Manche machen Musik, um berühmt zu werden und um das Drumherum zu genießen. Und es gibt Leute, die aus Spaß an der Musik singen, auf mich trifft beides zu." erklärte sie in einem Interview und daß es ihr Spaß macht ist ersichtlich. Mit ihrer Art schafft sie es, wie schon bei Groovejet, die Leute zu begeistern. Die Musik ist recht einfach zu beschreiben. Es handelt sich um eine interessant Mischung aus Pop und Houseelementen, die von französischen Beats untermalt werden und recht einzigartig klingen. Auf die Interpretation der Texte verzichte ich diesmal, da der Hauptaugenmerk auf die Musik gelegt werden sollte und die Lieder textlich recht einfach strukturiert sind.


„Take me home (a girl like me)“

Etwas verrucht klingt „Take me home“, aber nicht nur gesanglich, sondern auch textlich. Sophie bestärkt jemanden, daß er sie abschleppt. Dies macht sie in einer überzeugend frechen und beschwingten Art, die mit der passenden Musik unterlegt wurde. Leicht beschwingt klingend und mit einem tanzbaren Beat ist es eine gute Eröffnung. Wer sich an das Jahr 1979 noch erinnern kann, ich jedenfalls nicht, der wird sich eventuell an ein Lied von Cher erinnern, welcher denselben Titel hatte. Dieses Lied ist übrigens ein Remake dieses Liedes, und somit ist nicht Sophie die Urheberin dieses unanständigen Angebotes.


„Lover“

Tiefe dumpfe Beats dominieren die Musik, die einen krassen Gegensatz zur hohen Gesangsstimme bildet. Instrumental wurden keine allzu großen Experimente getätigt, weshalb es nicht so abwechslungsreich wirkt, dafür ist der Beat aber so, daß er recht eingängig ist und sich als guter Titel zum Tanzen entpuppt. Der Text ist diesmal recht einfach gehalten, so daß man sich mehr auf den Beat konzentrieren kann.


„Move this mountain“

Eher ein Titel zum Zuhören ist „Move this Mountain“. Glockengeläut dominiert die Hintergrundgeräusche. Der Titel ist eine kraftvolle Ballade, weshalb die musikalische Gestaltung verständlich wird. Daß die Liebe Berge versetzen kann, ist die Botschaft, die Sophie mit diesem Lied verbreiten will.


„Murder on the dancefloor“

Wegen diesem Lied habe ich mir dieses Album überhaupt gekauft und es auch für der Höhepunkt. Genau wie „Take me home“ ist dieses Lied eine Erinnerung an die gute alte Discoära. Er ist aber etwas schneller und wirkt fröhlicher. Daß Sophie die Musik aus lauter Freude macht, merkt man bei diesem Stück ohne jeden Zweifel. Mit ihrer Stimmung schafft sie es jeden anzustecken und damit mutiert das Lied zu einem Partyhit.


„Sparkle“

Etwas gewöhnungsbedürftig klingt „Sparkle“, der ein Titel ausschließlich mit Klängen aus dem Synthesizer ist. Die Beats dominieren die Musik und lassen den Gesang in den Hintergrund treten, der sich gezwungenermaßen in das Arrangement einfügen muß. Als eine Liebeserklärung ist dieser Titel recht aggressiv in der musikalischen Umsetzung. Jeder kann mal danebengreifen und deshalb wird auch mal ein etwas schwächerer Titel den Platz auf einem Album finden.


„Final move“

Endlich kommt wieder eine Ballade. Zuckersüß haucht sie zu einer recht ruhigen, aber flotten Melodie ihren Schmerz in das Mikrophon. Die Synthesizerklänge sind recht ruhig und der Beat nicht so dominierend wie bei einigen anderen Titeln. Dadurch kommt ihre Stimme wieder zum tragen und man hört wozu sie fähig ist.


„I believe“

Wieder steht die Musik im Vordergrund. Starke Beats und Synthesizerklänge dominieren den Charme des Titels, welcher instrumental recht harmonisch rüberkommt. Mal ist die Musik kraftvoll , dann ist sie wieder etwas ruhiger und bildet eine interessante Mischung aus verschiedenen Stimmungslagen. Durch die musikalische Gestaltung mittels Dominanz von Beats, geht die Musik in die Beine. Da der Gesang wieder mehr in den Hintergrund tritt, gehe ich auf den Text, der wieder recht einfach gehalten ist, nicht weiter ein.


„Leave the others alone“

Der Einsatz von Streichern läßt den Titel sich stilistisch über die anderen erheben und verleiht ihm einen Gewissen Charme. Ich würde ihn als kraftvolle Ballade bezeichnen. Zum Tanzen sind die verwendeten Beats einfach nicht geeignet, sie bilden eher eine interessante Kombination, die zum Zuhören besser geeignet ist.


„By chance“

Ruhige Synthesizerklänge und ein stellenweise sehr dominanter Beat bilden die Grundlage für diese Ballade. Da die Musik nicht allzu laut ist, kommt ihre Stimme wider voll zum tragen, die mit den elektronischen Tönen wunderbar harmoniert.


„Universe is you“

Wieder dominieren die Klänge und der Gesang mutiert fast wieder zum schönen Beiwerk, aber nur fast, denn Sophie weiß ihre Stimme zu behaupten, schafft es aber stellenweise nicht gegen die Musik anzukommen.


„Is ist any wonder“

Dieser Titel ist wieder eine Ballade. Da aber bei diesem Stück Moby als Co-Autor mitgearbeitet hat, klingt er recht modern, da gewisse Klangelemente mit verarbeitet worden sind, die erst in unseren Zeiten modern geworden sind.


„Everything falls into place“

Zum Schluß gibt sie wieder etwas Gas und legt sich richtig ins Zeug. Schnelle Beats dominieren die Musik und dazu kommen die Töne aus dem Synthesizer, die aber nicht so harmonisch zusammenwirken, wie bei anderen Liedern. Der Titel erinnert sehr stark an die Anfänge der elektronischen Popmusik, wo die Disharmonie der Klänge ein Markenzeichen waren.


Das Album ist wieder ein Fall, bei dem man die Musik total liebt oder sie nicht gut findet. Selbst die professionellen Kritiker teilen sich in zwei Lager eine Fraktion findet die Musik total toll und die andere Fraktion bezeichnet es als irregeleiteter Synthie-Pop aus den frühen 80érn. Aber in einem sind sie sich sicher, nämlich daß ein neuer Stern am Pophimmel geboren wurde. Daß ist auch meine Meinung und außerdem braucht Madonna eine geeignete Nachfolgerin. Und wenn ein Debutalbum es in England auf den 3. Platz geschafft hat, dann kann es nicht allzu schlecht ausgefallen sein. Was die Empfehlung betrifft, kann ich auch nur dazu sagen, daß dieses Album reine Geschmackssache. Die Leuten, denen ich das Album vorgestellt habe teilen sich auch in zwei Teile. Diejenigen, die eigentlich nur massentaugliche Chartmusik hören, mochten die CD überhaupt nicht, diejenigen, die ich Musikfreak bezeichnen würde, fanden sie genauso toll wie ich. Daher kann ich nur raten, daß ein Kauf nur in Frage kommen sollte, wenn man schon die ersten beiden Singleauskopplungen gut fand oder man in die CD reingehört hat. Ich für meinen Fall habe diesen Blindkauf nicht bereut. Den etwas höheren Anschaffungspreis kann ich mit den vielen Monaten negieren, die ich die CD schon vor Erscheinen des Albums in Deutschland besessen habe.

PS

Wer Interesse an diesem Album bekommen hat, der muß leider noch bis Mitte Mai warten oder einen Trip nach England unternehmen.

PPS

Nach Gerüchten aus gut informierten Kreisen hat Sophie übrigens die besten Chancen den Titelsong für den nächsten Bond-Film zu singen.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
seatcity

seatcity

17.08.2006 22:22

Ich war da, hab' den Bericht gesehen und auch gleich bewertet.... *g* ... LG, Marianne =O)

Ari_one

Ari_one

15.03.2002 09:10

*grübel* Kenn ich gar nicht...glaub ich jedenfalls. So was hab ich nämlich sehr oft und stelle später dann fest, dass ich einen Song oder Musiker/Band doch kenne ... *lach* Liebe Grüße, Ari

Marco.Mattheis

Marco.Mattheis

14.03.2002 16:33

Man spürt deinem Bericht die Begeisterung an, da honiert man den Bericht gerne mit einem s.h. Gruß Marco

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