Das Tape aus der Karre vom Dude
07.06.2006
Pro:
Manchmal kriegst du den Bären . . .
Kontra:
. . . und manchmal kriegt der Bär dich .
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 logan
Über sich:
ROSE KEMP 'Flawless', TORI AMOS 'Raining Blood', LED ZEPPELIN 'Dazed And Confused', MOTÖRHEAD 'Back ...
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Also, die Geschichte, die ich jetzt erzählen will, hat sich in den späten 90ern abgespielt. Ich erwähn das bloß, weil's manchmal auch 'n Film gibt, ich würd nicht sagen, 'n Jahrhundertfilm, denn was is schon 'n Jahrhundertfilm? Aber manchmal, da gibt's einen Film, und ich rede hier von dem über den Dude, also manchmal, da gibt's einen Film, das ist der richtige Film am richtigen Ort zur richtigen Zeit… Der passt genau da hin. Und so einer war der Film vom Dude.
Und zwar war das ein ganz schön merkwürdiger Film. Das war er, ohne Frage… Vielleicht sogar der merkwürdigste Film von den Typen, die diesen Film gemacht haben. Womit er unter den merkwürdigsten Filmen weltweit einen der vordersten Plätze belegen würde. Aber manchmal, da gibt es einen Film… Manchmal, da gibt es einen Film… Ach, verdammt! Jetzt hab ich den Faden verloren. Ach, Scheiße… Was soll's? Ich hab ihn wohl gut genug beschrieben… Also, in diesem Film, da gab es diesen Typen, den Dude. Aber das ist eine andere Geschichte... Hier geht es schließlich um Musik. Und manchmal, da gibt es einen Song... Ich rede hier nicht von einem Jahrhudertsong, denn was is schon 'n Jahrhundertsong? Also manchmal, da gibt es einen Song, das ist der richtige Song im richtigen Film zur richtigen Zeit... Der passt genau da hin. Und so einer ist der Song 'Looking Out My Back Door'. Und zwar ist das ein ganz schön seltsamer Song. Das ist er, ohne Frage... Vielleicht sogar der seltsamste Song aus dem Film. Womit er unter den seltsamsten Songs weltweit einen der vordersten Plätze belegen würde. Aber manchmal, da gibt es einen Song... Manchmal, da gibt es einen Song... Ach, verdammt! Jetzt hab ich schon wieder den Faden verloren. Ach, Scheiße... Was soll's? Ich hab ihn wohl gut genug beschrieben...
Also, die Geschichte von diesem Song ist... Der Song fehlt auf dem Soundtrack! Manchmal, da fehlt da ein Song... Ach, verdammt! Da hatte ich 40 Mark für den Soundtrack verloren, aber nicht diesen Song. Ach, Scheiße... Was soll's? Ich hab ja das Creedence Tape. Das aus der Karre vom Dude, aus der Zeit ,wo er Stress mit Mr Lebowski und den Nihilisten hatte... Das war der Song, der lief, als ihm beim Fahren der brennende Joint in den Schoß fiel. Alles klar? Ich denke, ich habe das jetzt lange genug beschrieben...
Nun, dieser Song stammt von der Band CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL, und von dieser Band gibt es ein Best Of Album namens "Really the Best", auf dem mit 22 Stücken genügend Mucke drauf ist, um es sich damit ziemlich lange in der eigenen Badewanne ziemlich gemütlich und erst so richtig wohnlich zu machen, oder wo auch immer man es sich mit CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL so richtig gemütlich und wohnlich machen möchte. CREEDENCE spielen einen recht simplen Rocksound, der dennoch ziemlich verspielt daherkommt. Mit CREEDENCE ist immer Stimmung
Bilder von Really the Best - Creedence Clearwater Revival
in der stets etwas hippieflairdurchwehten Bude: Die guten bekannten Soul und Blues geben sich die Klinke in die Hand, zwischendurch schauen auch mal die Kumpels Southern, Rock und Roll vorbei, hin und wieder wohl auch einige Southern Belles, Country-Girls, und eventuell auch mal der Erwachsenenunterhaltungsfilmproduzent Jackie Treehorn, die irre Maude oder die scharfe Bunny, die dir für einen Zehner... - oh, da bin ich ja schon wieder im falschen Film gelandet. ;-)
Jedenfalls klingen CREEDENCE meist ziemlich entspannt, ohne darüber den Groove aus den Augen zu verlieren... "Really the Best"
schaukelt sich mit dem Klassiker 'Proud Mary' erstmal so richtig smoove ein, einem lässig verträumten Rocksong über einen alten Raddampfer, hintergründig unterlegt mit einigen typischen Gospelharmonien. >>Rolling... Rolling... Rolling on the river...<< Es folgt 'Bad Moon Rising', ein echter Ohrwurm mit einem schuggerigen Backbeat, sattem Bassound und sonnigen Southern Rock Country-Blues Gitarrenläufen. Und doch schwingt (*schwing!*) da noch etwas bluesiges mit. >>Looks like we're in for nasty weather. One eye is taken for an eye. Don't go around tonight... Well, it's bound to take your life: There's a bad moon on the rise.<<
'Green River' dagegen ist bluesig durch und durch, allerdings auch wieder auf eine locker-flockige Art mit eher clean gespielter, wenn auch leicht schnarrender Leadguitar, einem sanft polternden Schlagzeugrhythmus und heller Schellenkranzpercussion. >>I can hear the bullfrog callin me. Wonder if my ropes still hangin to the tree.<< Will man ein Gefühl für den Southern Rock von CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL bekommen, so braucht man sich nur mal den Text von 'Born on the Bayou' durchzulesen; da steckt der Blues drin, aber auch die Lässigkeit und die Heimatverbundenheit der Jungs:
>>Now, when I was just a little boy, Standin' to my daddy's knee, My poppa said, son, don't let the man get you, Do what he done to me. 'Cause he'll get you, 'Cause he'll get you now, now. And I can remember the fourth of july, Runnin' through the backwood, bare. And I can still hear my old hound dog barkin', Chasin' down a hoodoo there. Chasin' down a hoodoo there.
Born on the bayou, Born on the bayou, Born on the bayou. Wish I was back on the bayou. Rollin' with some cajun queen. Wishin' I were a fast freight train, Just a chooglin' on down to New Orleans.
Born on the bayou. Do it, do it, do it. Do it, oh, Lord. Oh, get back boy.
Born on the bayou.<< Aber typisch sind nicht nur die Texte, sondern auch die Musik und ihre Arrangements: 'Suzie Q' etwa, langsam, groovig, schleppend, schwer, ein klassischer Blues im Rockgewand, mit verstärkter Gitarre, heulendem Solo, gelassenem Beat und lässig scheppernder Percussion. Dieser simple Song macht eigentlich nicht besonders viel her, zumal er sich immer wiederholt und auch das Solo ein typisches Bluessolo ist. Eigentlich ist es schon so der typische STATUS QUO Stampfer, aber CREEDENCE holen auch da noch was raus.
'I Put a Spell on You' mit seinem verschleppten Rhythmus irgendwo zwischen urigem Blues und marschartigem Soul hat ebenfalls viel zu bieten: Den besonderen Sound seiner hell und klar schreddernden E-Bluesgitarre etwa, oder auch seine lang hingezogenen Soli.
'Down on the Corner' ist ein echter Ohrwurm, mit tickerndem Schlagzeug und einem juckenden Bassbeat, obschon auch hier wieder diese unverkennbare CREEDENCE-Lässigkeit mitschwingt: Sehr chorusorientiert und mit extrem fluffigen Gitarrenriffs . >>Down on the corner, out in the street, Willy and the poorboys are playin'. Bring a nickel, tap your feet!<<
'Lodi' kommt wieder extrem smooth über einen ruhigen Basslauf daher; ein Hauch von Sixties-Soul, Anleihen von Country-Tradition im entspannten Gitarrensolo, ein nachdenklicher Ton im Gesang. >>Oh ! Lord, I'm stuck in Lodi again.<<
'Commotion' dagegen legt Tempo vor, fast schon dampflokartig, auch wieder mit bluesigem Groove, dezent mundharmonikabegleitet, mit satt röhrenden Gitarren und fast schon ein wenig HENDRIX-Feeling... >>Com, commotion: Git, git, git, gone.<<
'Fortunate Son' ertönt fast schon aufgewühlt, hungrig, sehnsüchtig; ein typischer 70er Rocksong, NAZARETH-Style, nicht nur vom Gesang her. Locker gespielt zwar, aber doch sehr gefühlvoll, bluesgetragen, aber ohne Schwere, luftig leicht zwar , aber dennoch erdig und griffig im Sound.
Richtig wild wird es dagegen erst im Song von der 'Travelin' Band', einem tight getwisteten Rock'N'Roll mit Bläsern und LITTLE RICHARD Flair: >>Take me to the hotel, baggage gone, oh well. Come on, come on, won't you get me to my room?<<
Verklärter, entspannter, dagegen die von rollenden Drums sanft vorangetragene Ballade 'Who'll Stop the Rain' mit ihrem wirklich schönen, harmonischen, sehr gefühlvollen Melodiegesang.
'Up Around the Bend' stellt die E-Gitarre im Lead ganz klar nach vorne, getragen von handclaps und einem satten Backbeat; sanfte Bassmassage auch hier, dazu einige Countrylicks aus der Halbakustischen, sowie auch hier: Die herbe aber keineswegs kantige Stimme, welche den Gesang zwar inbrünstig aber auch selbstverständlich klingen lässt - typisch CREEDENCE eben...
Einen schmooven Mundharmonikablues und viel Soul im Blut sowie sirupdicken, beschwörenden Gesang hat 'Run Through the Jungle' zu bieten und verbreitet zudem einen Hauch von Voodoo und Funk.
'Lookin' out My Back-Door', der Song auf dem Tape in der Karre vom Dude, ist einfach immer gut. Mal kriegst du den Bären, und mal der Bär dich. Aber solange du noch diesen Song auf den Lippen hast, kann dir eigentlich nichts passieren...
>> Just got home from Illinois, lock the front door, oh boy! Got to sit down, take a rest on the porch. Imagination sets in, pretty soon I'm singin... Doo, doo, doo, lookin out my back door.
Theres a giant doing cartwheels, a statue wearin high heels. Look at all the happy creatures dancing on the lawn. A dinosaur victrola listning to buck owens. Doo, doo, doo, lookin out my back door.
Tambourines and elephants are playing in the band. Wont you take a ride on the flyin spoon? Wondrous apparition provided by magician. Doo, doo, doo, lookin out my back door.
Tambourines and elephants are playing in the band. Wont you take a ride on the flyin spoon? Bother me tomorrow, today, Ill buy no sorrows. Doo, doo, doo, lookin out my back door.
Forward troubles illinois, lock the front door, oh boy! Look at all the happy creatures dancing on the lawn. Bother me tomorrow, today, Ill buy no sorrows. Doo, doo, doo, lookin out my back door.<<
Mit 'Long As I Can See the Light' folgt ein extrem smoother Klammerblues, schön langsam, mit gefühlvollem Gesang, und überhaupt äußerst gefühlvoll, fast schon ein bisschen schnulzig.
'Have You Ever Seen the Rain' ist eine Ballade, wie sie die ROLLING STONES wohl niemals werden schreiben können. Sie haben drauf angespielt, in ihrem Versuch namens 'Blinded by Rainbows' (auch kein schlechter Song, by the way...), aber an das Original kommen es nun mal nicht ran. >>I want to know -- have you ever seen the rain comin' down on a sunny day?<<
'Hey Tonight' legt gesanglich ordentlich vor; inbrünstig, kehlig, rauher als gewohnt. Unterlegt von einem dicken, schunkeligen Beat aus Schlagzeug und Bass, mit schnarrendem Gitarrensound und Honkytonkpiano wird hier simpelstes Songwriting mit einer effektiven Ohrwurmmelodie und dem steten Klopfen des Refrains verknüpft. Sicherlich nicht der beste Song von CREEDENCE, aber jedenfalls einer mit hohem Erkennungswert
'Sweet Hitch-Hiker' kommt rhythmisch und vom Gitarrero richtig schön aufgerauht daher, allerdings auch wieder mit diesem schwummrigen Basssound im Untergrund. Ein typischer 70er-Jahre Rock'N'Roll-Song, hier einmal etwas fetziger dargeboten, als man das sonst von CREEDENCE gewohnt ist.
Soulig, schummrig, traurig schleicht sich 'Someday Never Comes' ins Gehör, hat aber auch wieder diese hoffnungsfrohen Gitarrenlicks mit am Start, die bei aller Melancholie im brüchigen Gesang und dem nachdenklichen Basslauf dennoch für einen Lichtblick sorgen; ein Song wie die Erwartung der aufbrechenden Wolkendecke an einem tristen, regnerischen Tag. Sehr gelungen ist hier die Dynamik der Gitarren und der Gesangsharmonien, wie sie ineinandergreifen, und wie sie mit dem schleppenden Grundrhythmus des Schlagzeugs zusammenpassen. Kurzum: Ein wunderschöner Song.
Dass CREEDENCE nicht nur die fluffigsten Blues-Rocksongs, sondern auch ebenso locker-lustige Texte schreiben können, beweist 'Molina':
>>She's daughter to the mayor, Messin' with the sheriff, Drivin' in a blue car, She don't see no red light. Molina, where you goin' to ? Molina, where you goin' to?
She's comin' in the mornin' Lookin' a disaster, Drivin' in the prowl car, Spent the night in jail. Molina, where you goin' to ? Molina, where you goin' to?
Oh! Sheriff gonna go far Drivin' to the state house, If she makes a million, Papa can retire. Molina, where you goin' to ?<<
'I Heard It Through the Grapevine' ist Soul as Soul can be. Dieser Song von Norman Whitfield und Barrett Strong wurde von unzähligen Musikern gespielt, am bekanntesten ist wohl die von MARVIN GAYE. Meiner Meinung nach kann man die aber getrost vergessen. CREEDENCE haben den Ryhthmus raus, den Groove ebenso, vor allem aber sind sie smooth und extrem lässig. Mit der Kraft von 12 sonnengereiften Orangen, oder so...
Also, man kann schon sagen, dass CREEDENCE quasi die Schnittmenge von Blues, Rock'N'Roll, Southern Rock, Country, Soul, Rhythm And Blues, traditionellem Sound und so fort mit dem großen "L" bilden - wobei L wahlweise für Lockerheit oder Lässigkeit steht. Hm, und was soll ich sonst noch groß sagen? Ich schätze, das ist genau die Art, wie das mit der ganzen verdammten menschlichen Komödie so abläuft… Eine Generation nach der anderen! Die Wagen ziehen nach Westen… Sie fahren über den Sand der Zeit, bis wir… Ach, hört mich an! Ich schwafel schon wieder… Also, ich hoffe, es hat euch gefallen, Leute! Wir sehen uns später noch, auf dem Weg nach Westen…"
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20.06.2006 21:07
just cruisin to the west... ;-)) Geniale Schreibe!-)) cu dippche
12.06.2006 01:41
*lol* Alleine die Einleitung ist schon zu cool, dude;)
11.06.2006 20:08
*gg* Die Einleitung hat mich spontan in den Film versetzt. Zu CCR: Ich bin da von meinem Vater „geschädigt“. Der war CCR-Fan und hat die Songs natürlich immer zu Hause gespielt. Und ich kleiner Pimpf bin dadurch mit denen in Berührung gekommen, kenne also einige von denen ...