CARCASS legen los!
08.07.2001
Pro:
brutal, grindig,
Kontra:
dünne Produktion, verwaschener Sound
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
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 Angal
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:12
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 32 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Die „Reek Of Putrefaction“ (auf Deutsch: Der Gestank von Verwesung) ist die erste Platte der Grindlegende CARCASS und ein übler Kracher. 1988 aufgenommen, stammt das Album aus einer Zeit, in der viele andere Koryphäen des Grind, wie z.B. NAPALM DEATH, ebenfalls noch in den Kinderschuhen steckten. Und so kommt das Werk auch an: die gewaltige Sturm- und Drang-Phase, die jede extreme Musikrichtung in ihren Anfangstagen auszuleben weiß, kommt in „Reek...“ deutlich zum Ausdruck. Die Produktion ist roh, die Instrumente werden mit viel Brutalität gespielt und das Songmaterial ist kompromißlos, straight und geht voll ins Gesicht. Spielerisch klingt das Album noch nicht so ausgereift wie die Scheiben danach. Die Jungs weisen an vielen Stellen erhebliche Timingschwankungen auf. Diese stören aber nicht, da sie zur so einer Produktion irgendwie dazugehören und bei den Aufnahmen wahrscheinlich feelingbedingt eingespielt wurden. CARCASS haben hier auf Brutalität im Sound gesetzt. Ich habe mir die Platte schon sehr oft angehört, deswegen kann ich sagen, wie die Gitarristen auf diesem Album arbeiten. Und in diesem Punkt finde ich es schade, daß der Sound so verwaschen ist. Denn die Rhythmusarbeit an der Saitenfront ist bei Zeiten wirklich sehr Ideenreich. Man hört es aber schlicht und ergreifend nicht und so mancher dreht sich weg und sagt :“Wat is dat denn für ein Lärm??!!“
An vielen Stellen wurde der Gesang mit einem Harmonizer bearbeitet, um die Grunts (den Grunzgesang bei solchen Musikgruppen), noch grindiger zu gestalten. Man versteht also kaum ein Wort, aber das macht nichts, denn die Texte sind alle im CD-Cover abgedruckt. Textlich liegen Carcass hier im Splatter-Pathologen-Medizinerfachjargon. Ohne ein britisches Arztlexikon hat man keine Chance, die Texte zu verstehen. Hier einige Songnamen zur Veranschaulichung:
- Manifestation of Verrucose Urethra - Oxisised Razor Masticator - Mucopurulence Excretor - Regurgitation of Giblets - Vomited Anal Tract Mit dieser Art von Übertreibung zeigen CARCASS, wie ironisch sie eigentlich der Sache gegenüberstehen. Also: auch hier keine Massenmörder am Werk, sondern nur ein paar Jugendliche, die Spaß an morbider Musik haben.
Spielzeit 22 Lieder bei knappen 40 Minuten. Gesamturteil: Für Grindfans eine gute Empfehlung, die anderen können ja mal vorsichtig reinschnuppern...
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04.08.2006 13:58
Die Scheibe fand ich scheisse................
13.08.2001 22:12
Schoene Meinung. Carcass rocken wirklich ordentlich, zu jeder phase ihres Schaffens. Vielen Dank fuer dein Vertrauen nebenbei. Ich muss mich noch in deine Werke einlesen, was ich momentan aufgrund knapp bemessener online-zeit noch nicht tun kann. gruss, kerk
08.07.2001 23:29
Die Jungs klangen zu der Zeit schon recht progressiv für ihr Genre, zieh mir die alten Sachen heut auch noch ab und an rein.