Gemischt, nicht gerührt!
13.01.2012
Pro:
gute Klangeeigenschaften, solide Verarbeitung
Kontra:
ineffektive Effekt - Einheit
Empfehlenswert:
Ja
 Dr.Ed
Über sich:
Wenn ein ciao-Stammi mehr Stimmung macht, als ein Junggesellinnen-Abschied, dann kann es nur ein lus...
Mitglied seit:02.03.2001
Erfahrungsberichte:529
Vertrauende:92
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 67 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo Zielgruppe! Für meinen 500. Erfahrungsbericht habe ich mir mal wieder etwas besonderes ausgedacht und einen meiner seltenen Produktberichte geschrieben. Wie Ihr mittlerweile mitbekommen habt, bin ich ja in meiner Freizeit als halb-professioneller Plattenleger unterwegs. Aber egal, wo ich unterwegs bin, egal, ob in Clubs oder mit einer gemieteten Anlage vom Verleiher meines Vertrauens - es gibt ein Teil, was mir fast immer und überall treue Dienste leistet: Das Mischpult RMX-40 von Reloop. Was das besondere an dem Gerät ist, soll Euch dieser Bericht verraten. ### ERSCHEINUNGSBILD/AUSSEHEN ###
Das Mischpult sieht aus, wie man sich auch als technischer Laie ein Mischpult vorstellt, es hat 5 Schieberegler und jede Menge Drehknöpfe mit denen man etwas einstellen kann. Der Profi erkennt sofort, dass er ein 4-Kanal-Mischpult vor sich hat, also ein Gerät, an das man 4 verschiedene Abspielgeräte anschließen und miteinander koordinieren kann. In der Regel sind das 2 CD-Spieler und 2 Plattenspieler, man kann aber natürlich auch andere Geräte über ein Cinch-Kabel anschließen. Außerdem gibt es noch einen separaten Mikrofon-Kanal. Man könnte sagen, das Gerät ist in insgesamt 7 Spalten gegliedert: - Ganz links ist die Spalte für Mikrofon und Kopfhörer. Beide haben jeweils ein 6,5 mm Klinkenstecker-Eingang, wobei es für das Mikro ein kombinierter Eingang für Klinke oder XLR ist. Darunter befinden sich 4 Drehregler, mit deren Hilfe man Lautstärke, Höhen, Mitten und Tiefen im Mikrofon-Betrieb regulieren kann. Darunter befinden sich dann 3 Drehregler mit denen man die Balance und die Lautstärke auf dem Kopfhörer regulieren kann. Dazwischen ist noch ein Knopf für die Talkover-Funktion, d.h. die Musik wird automatisch leiser, wenn man ins Mikrofon spricht. - Rechts daneben ist die Spalte für den 1. Kanal. Oben befinden sich 4 Drehknöpfe, der oberste für den Gain (die Lautstärke), darunter jeweils ein Drehregler für Höhen, Mitten und Tiefen. Darunter befindet sich ein Druckknopf, der dafür sorgt, dass man das, was auf diesem Kanal läuft auch auf Kopfhörer hören kann. Darunter befindet sich ein Schieberegler, wo dann auch wieder die Lautstärke geregelt werden kann.
+++Exkurs+++ Die technischen Laien unter Euch werden fragen, wofür man mehrere Lautstärkeregler braucht. Das hat folgende Bewandnis: Wenn verschiedene Aufnahmen hat (z.B. aus den 70ern und aus den 90ern), die unterschiedlich ausgesteuert sind, dann klingen sie bei identischer Anordnung der Lautstärke-Einstellung dennoch unterschiedlich laut. Um das zu kompensieren, stellt man die Gain-Lautstärke der niedriger ausgesteuerten Aufnahme etwas höher. +++Exkurs Ende+++ Die 3 anderen Kanäle sind genauso aufgebaut. In der 6. Spalte von links befindet sich der Master-Regler. Mit ihm kann man die Grundlautstärke einstellen, die am Ende aus den Boxen kommen soll. Das hat den Sinn, dass der Lautstärkepegel an den Lärmpegel und die Größe des jeweiligen Raumes angepasst werden kann. Wenn z.B. bei einer Hochzeitsfeier während des Essens dezente Hintergrundmusik gespielt werden soll, dann soll das auf einem anderen Level geschehen, als z.B. später beim Hochzeitstanz. Die Aussteuerung des Masterlevels wird dann auch noch mittels bunter Leuchtdioden angezeigt.
- Ganz rechts befindet sich oben der Ein- und Ausschaltknopf. Darunter befinden sich 2 Displays, die einem z.B. die BPM-Zahl (beats per minute) entweder des einstellten Kanals oder des Master-Ausgangs anzeigen. Darunter befinden sich noch 4 Drehknöpfe, mit denen man die verschieden Effekte und deren Intensität einstellen, sowie weitere persönliche Einstellungen vornehmen kann. Im unteren Bereich des Pultes befindet sich noch der Crossfader, mit dessen Hilfe man zwischen den beiden gerade in Betrieb befindlichen Abspielkanälen hin und her blenden kann. Die Bedienelemente sind übersichtlich und logisch angeordnet, so dass sich selbst technische Laien nach einer kurzen Einweisung schnell zurechtfinden. Das Ganze ist in dezentem Schwarz gehalten. ### HANDHABUNG/BEDIENUNG ###
Dank der übersichtlichen und logischen Anordnung der Bedienelemente kommt man sehr schnell zurecht, d.h. selbst wenn man das Gerät das erste Mal vor sich hat, ist die Eingewöhnungsphase recht kurz. Bei dem Layout hat man sich im großen und ganzen an den Mitbewerbern Pioneer und Denon orientiert, die fast genauso aufgebaut sind. Der Widerstand der einzelnen Knöpfe ist hoch genug, um nicht durch eine unbedachte bzw ungeschickte Bewegung die Einstellungen durcheinander zu bringen. Andererseits sind sie gering genug, um für eine Änderung der Einstellung keinen großen Kraftaufwand zu benötigen. Auch Grobmotoriker können die gewünschten Einstellungen schnell, präzise und unproblematisch durchführen. Die Handhabung ist dank der übersichtlichen und logischen Anordnung der Bedienelemente denkbar einfach und unproblematisch. Was mir allerdings nicht so gut gefallen hat, ist die Effekt-Einheit. Im Vergleich zu den höherpreisigen Mitbewerbern fällt sie doch deutlich ab, sowohl hinsichtlich der Intensität der Effekte, wie auch hinsichtlich der Fein-Einstellungen. Manchmal muss man den Regler sehr weit aufdrehen, um den Effekt überhaupt richtig wahrnehmen zu können oder die Abstufung ist sehr grob. Speziell, wenn man viel im Bereich House oder Dance macht, ist das eher suboptimal. Man kann dies allenfalls dadurch kompensieren, wenn man in den CD-Playern eigene Effekte hat.
Insgesamt gibt der Mixer klanglich ein sehr solides Bild ab. Die Höhen klingen sauber und präzise, ohne ins Schrille abzudriften, die Mitten haben ebenfalls einen satten und sauberen Klang und auch die Bässe klingen nicht dumpf und breiig. Auch die Einstellungen über die Equalizer der einzelnen Kanäle lassen sich problemlos vornehmen, so dass man das Klangbild der Musik ohne weiteres ihrer Aufnahmequalität anpassen kann. Wenn man also mit vernünftigen Boxen arbeitet, kann sich der Sound also durchaus hören lassen, in dieser Hinsicht leistet sich das Gerät keine ausgeprägten Stärken oder Schwächen. ### AUSSTATTUNG/FEATURES ###
Auf diesem Gebiet orientiert sich Reloop an seinen Mitbewerbern. Hier die Ausstattungsdetails im Einzelnen: - 4+1-Kanal PRO DSP-Clubmixer - frei zuweisbare DSP-Effekteinheit (Pan, Trans, Delay, Echo, Flanger, Filter, Phase, - Pitch Shifter) mit Time und Level Parameter - manuelle Taktzuweisung der Effekte - automatischer Beatcounter für alle Kanäle (doppeltes 3-stelliges Display) - überragender Klang durch Premium Sound Architecture (PSA) - frei zuweisbarer Long Life TCT-Crossfader (45 mm) mit einstellbarer Curve - Crossfader Start Play - Long Life Linefader (60 mm) mit einstellbarer Curve, umkehrbar - Kill Einheit für beide Crossfader Kanäle mit Flash Funktion (bis -40 dB) - Effekt Send/Return für alle Kanäle - extra LED für vorgehörtes Signal pro Kanal - 3-Band Equalizer für Kanal 1 bis 4 und Mikrofon 2 - 3-Band Equalizer und Talkover für Mikrofon 1 - 1-Band Equalizer und Mono/Stereo Schaltung für Kopfhörer - Master Ausgang monofähig, mit Balance - symmetrische (XLR) wie asymmetrische (Cinch) Ausgänge ### TECHNISCHE DATEN ###
- Eingänge: 4x Phono, 4(+4)x Line, 1x Return, 2x Mic. - Ausgänge: 2x Master, 1x Send , 1x Return. - EQ Range: +12/-26 dB - Maße: 320 x 357 x 87 mm - Gewicht: 5,6 kg ### PREIS-/LEISTUNGSVERHÄLTNIS ###
Angesichts der guten Ausstattung und der soliden Verarbeitung gibt es in diesem Punkt wenig zu kritisieren. Mit den rund 350,-€, die ich dafür im Angebot bezahlt habe, kostet das Gerät gerade mal halb soviel, wie der vergleichbare Pioneer DJM 700er. ### FAZIT ###
Insgesamt muss man sagen, dass dieses Gerät für den anspruchsvollen DJ nicht das absolute Nonplusultra darstellt. Zwar ist es robust verarbeitet, arbeitet zuverlässig, bietet eine Menge technischer Finessen und darüber hinaus ist es einfach zu bedienen. Allerdings ist die Effekt-Einheit nicht so effektiv, wie bei den höherpreisigen Mitbewerbern. An dieser Stelle muss man doch ein paar Abstriche machen. Wenn man jedoch bereit ist, ist dieser Hinsicht Kompromisse einzugehen, dann bietet der Mixer einen soliden und sauberen Klang und lässt sich auch sonst gut auf die Gegebenheiten und Bedürfnisse beim Einsatz einstellen. Ob einem das die knapp 400,-EUR Kaufpreis wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Zumindest ist es kein rausgeschmissenes Geld, denn man erhält dafür in jedem Fall einen reellen und soliden Gegenwert.
Preisvergleich
sortiert nach Preis
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten. Preise, Verfügbarkeit und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein, da eine Echtzeit-Aktualisierung technisch nicht möglich ist. Maßgeblich sind immer die Preise und Angaben auf der Händlerseite. Alle Angaben ohne Gewähr.
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Das könnte Sie interessieren
|
|
13.03.2012 23:16
Sehr informativ, mal im neuen Design, zur Abwechslung. Ich hätte gern gewusst, was hinter dem Ciao System steht. Selten neues Layout und meistens altes...
24.01.2012 00:19
Schon gemein, dass mir jetzt gerade ein Song Fury in den Sinn kommt, gell? Dreimal darfst du raten welcher. Ciao Thorsten
24.01.2012 00:18
Also ich mische noch von Hand, allerdings Karten und keine Töne. ;-) Ciao Thorsten