Knieschützer empfohlen
26.08.2000
Pro:
siehe Meinung
Kontra:
siehe Meinung
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
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 Videokind
Über sich:
Wie der Spitzname schon vermuten läßt ein verrückter Filmfreak mit Schwerpunkt in phantastischen Ber...
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Vertrauende:51
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 18 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Vor dem Betätigen des CD-Players sollten die Halford-Jünger rund um den Globus erst einmal Knieschützer anlegen, denn sie werden sinken erfurchtsvoll auf die Knie und lauschen mit demütig gesenkten Haupte der Rückkehr ihrer Ikone - oder ersatzweise auch in euphorisches Freudengeheul ausbrechen! Robert Halford, welcher die Herzen der Heavy-Metal-Fans mit seinem Ausstieg bei Judas Priest reihenweise gebrochen hatte und seither mit eher weniger Erfolg sich an diversen Solo-Projekten versuchte, von denen lediglich die erste "Fight"-Scheibe einigermaßen überzeugen konnte, besinnt sich auf "Resurrected" wieder auf seine alten Stärken: Abwechlungsreiche, dynamische Heavy-Metal-Stücke fernab jeder Trend-Anbiederung mit erheblichen Potential und einer schweinefetten Produktion. Es ist erstaunlich, welche Kraft der inzwischen über 50jährige noch in den Stimmbändern hat - er transportiert den Spaß, den er beim Einsingen der Scheibe gehabt hat, überzeugend auf den Hörer.
Spaßig finde ich allerdings auch seine in den Vorabinterviews aufgestellte Behauptung, bei "Halford" handle es sich um eine Gruppe und nicht um ein Solo-Projekt mit Begleitmusikern. Die Covergestaltung kann dies nicht belegen: Rob vorne, Rob hinten, Rob im Booklet unter den Songtexten - von den Mitstreitern sieht man keine Haarspitze! Dabei schlagen diese sich sehr wacker und liefern dem Meister den Soundteppich, auf dem er dann brillieren kann. Herauszuheben ist die Verpflichtung des Ex-Riot-Drummers Bobby Jarzombek, der hier mal wieder eindrucksvoll die Felle verdrischt. In den 48 Minuten hat Rob 12 x die Chance zur Rehabilitation, und er nutzt sie in der Mehrzahl überzeugend:- Resurrection ist ein typischer Opener: schnell und mitreißend! Bunkert gleich zu Anfang Bonuspunkte +++
- Made in Hell, im gleichen Tempo gehalten, toppt den klasse Vorgänger sogar noch - Ein Doppelschlag gleich zu Beginn +++
- Locked and loaded: ein Halford-typischer Stampfer - läßt bestimmt keinen ruhig stitzen. Live bestimmt ein Hammer +++
- Night Fall ein Midtempo-Stück mit fiesem Grundton und melodischem Refrain +++
- Silent screams dürfte sich langfristig als das beste Stück der Scheibe herauskristallisieren: Das überlange Lied beginnt sehr ruhig mit Gänsehautgarantie aufgrund DIESER Stimme, bevor es dann in der Mitte explodiert +++
- The one you love to hate sprenkelt einige Iron-Maiden-Referenzen ein, nicht nur durch die Beteiligung von Bruce Dickinson, der hier mit Uns-Rob ein Duett zum besten gibt. ++
- Cyberworld geht wieder nach vorne los - ein Rocker zum mitschunkeln, der an Priest zur Defenders-Zeit erinnert +++
- Slow down wieder im mittleren Tempo - ist nicht schlecht, aber nicht ganz so überzeugend +
- Twist ist der Song bei dem man ohne schlechtes Gewissen den Skip-Knopf auf der Fernbedienung betätigen kann. Ein mißlungenes Experiment, den Titel durch schräges Spiel akustisch umzusetzen ( )
- Temptation wieder ein Stampfer, den man besser nicht hinter dem schwachen Twist in der Rangliste plaziert hätte. Nicht unbedingt dazu geeignet, den Hörer wieder mitzureißen +
- Drive macht das dafür... ein fetziger Mitschunkler und Mitgröhler ++
- Saviour gibt der CD einen würdigen Abschluß, hier zieht man im Uptempo nochmal alle Register ++
Unterm Strich eine gute Scheibe, die sicherlich Langzeitwirkung hat, aber nicht an Highlights wie die besten Priest-Scheiben heranreicht. Das hat auch wohl niemand erwartet - ich persönlich habe nicht mal ein so gelungenes Ergebnis erhofft, wie es jetzt im Plattenladen Eures Vertrauens liegt... Worauf wartet Ihr eigentlich noch???
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