Quengelliesel back on earth.
18.08.2006
Pro:
Anrührende, emotionsgeladene Pop - Musik .
Kontra:
-
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 Puppentheater
Über sich:
Most of the people are other people. Their thoughts are someone else's opinion, their lifes a mimic...
Mitglied seit:16.08.2006
Erfahrungsberichte:20
Vertrauende:3
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 42 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
- Die Band - Muss man überhaupt noch etwas über No Doubt schreiben? Die 1986 gegründete kalifornische Band ist mittlerweile seit gut einem Jahrzehnt weltbekannt. Nach ihren Anfängen als Madness-Cover-Band und zwei Alben ("No Doubt", "The Beacon Street Collection"), kam 1995 für Gwen Stefani (Gesang), Tony Kanal (Bass), Tom Dumont (Gitarre) und Adrian Young (Drums) der überragende, wenn auch unerwartete Durchbruch (Zitat Stefani: "Ich kann nicht glauben, dass dies mit dieser Loserband passiert...") mit dem Album "Tragic Kingdom" und vor allem mit der daraus ausgekoppelten Single "Don't Speak", welche über 15 Mio. mal verkauft wurde. Weder das Nachfolgealbum "Return of Saturn", noch "Rock Steady" konnten an diesen Erfolg anknüpfen, was jedoch keinesfalls gegen die Qualität gegen dieser Alben spricht, ganz im Gegenteil. 2004 kehrte Gwen Stefani der Band zeitweilig den Rücken, um ihr erstes Soloalbum "Love, Angel, Baby, Music", kurz "L.A.M.B." ('Lambs', so nennt Gwen Stefani ihre Fans) zu veröffentlichen. Derzeit lebt sie Ehemann Gavin Rossdale und ihrem 2006 geborenen Sohn Kingston zurückgezogen, ein neues No Doubt Album soll angeblich im Laufe des Jahres 2006 produziert werden. Kaum eine Band hat eine solch erstaunliche musikalische Entwicklung durchlebt, wie No Doubt. Angefangen mit der Ska-Musik der ersten beiden Alben, wurde die Band mit dem Album "Tragic Kingdom" der Inbegriff des frechen Mädchenpops, um mit ihrem jüngsten Album "Rock Steady" plötzlich in eine Reggae-Funk-Pop-Mischung zu entgleiten. An Vielseitigkeit, Mut zum Neuen und Experimentierfreude hat es ihnen eben nie gefehlt. Textlich geht es vor allem um das Thema Nummer Eins: Liebe, Liebe und nochmals Liebe im Quadrat. Wunderbare Balladen à la "Don't Speak" oder wütende Anklagen wie "Ex-Girlfriend" haben wir dabei dem kuriosen Liebesleben Frau Stefanis und den zwei Männern in ihrem Leben, Tony Kanal und Gavin Rossdale, zu verdanken. Gwen Stefani ist keine Freundin bildschwangerer Metaphern, sie singt so, wie es eben ist und trotzdem ist es wunderschön. Aber auch Spaßlieder, Emanzipationsgelüste und mangelndes Selbsbewusstsein fehlen in der No Doubt Diskografie nicht, schließlich ist man ja nicht der Jammerlappen der Nation, sondern zeigt, was man sonst noch zu bieten hat. Und das haben sie - no doubt!
- Das Album - Das im Jahre 2000 veröffentlichte Album "Return of Saturn" war, gemessen an dem Erfolg des Vorgängers, ein Flop, ohne Zweifel eine vorhersehbare Entwicklung, da jedermann ein Album des Kalibers "Tragic Kingdom", am besten mit fünfzehn "Don't Speak"-tauglichen Tracks, erwartete. Nun, gerade das ist "Return of Saturn" nicht geworden, vielmehr ist es eine enorme musikalische Weiterentwicklung bzw. Veränderung der Band. 29 Jahre braucht der Saturn für eine Umrundung, 29 Jahre alt war Gwen Stefani zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Albums, 29 Jahre braucht der Mensch, um zu wissen, wie das Leben so spielt - soviel zum etwas eigenwilligen Titel des Albums. Und so ist auch das Konzept der Scheibe: reif, reflektierend, es ist kaum noch etwas übrig vom naiv-unschuldigen Mädchengehabe à la "Just a Girl". Vielmehr besingt Gwen Stefani Heiratspläne, den Sinn des Lebens oder das neidische Entgleiten der Gesichtszüge beim Anblick hübscher Mädchen, alles im Rahmen harmloser philosophischer Exkursionen, versteht sich. Musikalisch ist von rockig bis romantisch alles vertreten, was das Herz erfreuen kann und dazu sind die Songs so abwechslungsreich, wie ich es wirklich bei kaum einem Album irgendeiner Band je erlebt habe. Wem anrührender Pop mit Tiefe liegt und wer Gwen Stefanis vielseitige (Qu-)Engelstimme mag, der wird "Return Of Saturn" lieben und sicherlich nicht nach einmaligem Hören verstauben lassen.
- Die Verpackung - Gwen Stefani (zu dieser Zeit mit pinken Haaren) und ihre Jungs sind eine Augenweide, das kommt auch der Verpackung zugute. Das Booklet enthält neben den Lyrics aller auf der CD enthaltenen Songs auch noch einige ( phantasievolle) Fotographien der Band. Die CD-Hülle ist, wie üblich, aus Kunststoff.
- Die Tracks - 01. Ex-Girlfriend: Das Album beginnt mit einem Kracher. Ex-Girlfriend ist experimentell, aber doch so eingängig, dass es einem sofort liegt. Der Wechsel zwischen den energisch herausgepressten Zeilen "I kinda always knew i'd end up your ex-girlfriend" und den gehaucht gesprochenen, mit viel Pathos geflüsterten Strophen ist wunderbar gelungen. Ein tolles Lied über Vorwürfe, Sehnsucht und Verzweiflung einer frisch zerbrochenen Liebe.
02. Simple Kind Of Life: "Simple Kind Of Life" ist eine wunderschöne, zarte Ballade. (Nebenbei bemerkt, zu ihr ist auch ein wunderschönes Video erschienen, sehr empfehlenswert!) Sehr gefühlvoll wird über Überforderung mit dem Leben, Liebe und scheinbar einfache Wünsche in toller textlicher Verpackung gesungen: "Now all the simple things are simply too complicated for my life" 03. Bathwater: Dieser Song ist ein musikalischer Höhepunkt, der heraussticht. Tolle Drums, verzerrte Gitarre und zauberhaft schnörkeliger Gesang. Die besungene "Gute Mädchen und die bösen Buben" Thematik spricht mich eher weniger an, aber Melodie und Konzeption - Wahnsinn!
04. Six Feet Under: Ein weiteres Highlight dieses Albums. Zu großartiger, temporeicher Melodie wird die Frage nach dem Dasein, der Zukunft und das Bewusstsein, dass irgendwann einmal Zeit zum Ableben ist, in den Raum geplärrt. Der Song ist sehr gut aufgebaut durch das symbolisierte Älterwerden in Form der Zeilen "Today's my birthday and I get one every year" - na, herzlichen Glückwunsch! 05. Magic's In The Make-Up: Musikalisch nett durch das verspielte glöckchenhafte gebimmel, textlich großartig. Make-Up als Persönlichkeitsträger, das einem bei Verlust dessen, im wahrsten Sinne des Wortes "das Gesicht nimmt": "Make up is all off Who am I?"
oder "But I want to be the real thing But the magic's in the makeup"
Ein ganz ganz toller Song! 06. Artificial Sweetener: "The Return Of Saturn" - hier wird der Albumtitel wieder aufgegriffen. Selbstfindung und mehr zu netter musikalischer Untermalung - allerdings das wohl schwächste Lied des Albums.
07, Marry Me: Wieder ein typischer Song aus Stefanis Feder: "Wer wird mich heiraten?", fragte die kleine Gwen. Teilweise hat sich Frau Stefani eben doch nicht von ihrem naiv angehauchten Mädchendasein gelöst. Macht aber nichts - Keine tiefschürfende Sache, aber schöne, gefühlvolle Musik mit nettem Text. 08. New: Neu, neu, alles neu, denn genau darum geht es hier, veränderte Menschen. Musikalisch sehr schön: Das oktavierte "Can't belief it" gegen Ende. Auch ein schöner Song.
09. Too Late: Eine wahnsinnig schöne Ballade, sehr stimmintensiv. Natürlich geht es wieder um Liebe, aber das Thema schöpft sich ja irgendwie auch nie aus. 10. Comforting Lie: Zerstreuung, harmlose Selbstentfremdung, das alles will Gwen Stefani kraftvoll gesungen in einem starken Refrain wegpusten. Großartig: Der Wechsel vom Tobenden hin zum veletzlichen "I'm feeling weak" am Ende des Songs.
11. Suspension without Suspense: Auch hier musikalisch wieder wunderbar konzepierte Wechsel im Lied, textlich erneut Unsicherheit, Schmerz und alte Lieder. Bodenständige Musik über Beziehungskrisen, wie sie jeder kennt. 12. Staring Problem: Gwen Stefani ist neidisch auf andere Mädchen? Unglaublich, aber scheinbar wahr: "Such a cute girl I'm so jealous I wish i looked exactly like her" Für No-Doubt-Verhältnisse werden hier musikalisch recht harte Töne angeschlagen, super Song, tolle Thematik.
13. Home Now: Wieder mal eine tolle Melodie, gelungene Wechsel zwischen ruhig und energisch, bei den Zeilen "And if you lived here you'd be home now" bekomme ich jedes Mal, auch noch nach hundertfachem Hören, eine Gänsehaut. 14. Dark Blue: Unglaublich trauriger Song, allein schon musikalisch wird mit den tiefen Basstönen eine tolle Stimmung aufgebaut.
"Unlike you I had it easy You're dark blue Stained from previous days" Ein "man möchte gerne helfen, aber weiß nicht wie" Song. Ideal zum weinen und selbst bemitleiden.
- Das Fazit - Die Qualität eines Albums lässt sich nicht zwingend am Erfolg in der breiten Masse messen. "Return Of Saturn" ist in jeder Hinsicht ein wunderbares Album: Schöner, abwechslungsreicher, emotionsgeladener Pop, der ausnahmsweise nicht schnulzig oder künstlich wirkt, sondern normale Gefühle einer erstaunlich normal gebliebenen Gwen Stefani portraitiert. Ein zusätzlicher Bonus: Aufgrund des ausgebliebenen Erfolges, gibt es das Album bereits für schlappe 10 Euro zu kaufen - wäre doch eine gesunde Alternative zu den nächsten zwei Schachteln Zigaretten...
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Return of Saturn - No Doubt
Ausgabedatum: 2000-12-08, Audio CD, Interscope (Universal Music Austria)
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Return of Saturn - No Doubt
Nachdem No Doubt mehr als 10 Millionen Alben von Tragic Kingdom verkauft hatten, ...
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20.09.2006 20:32
musikalisch kommen wir jedenfalls nicht auf einen nenner *g*
17.09.2006 11:44
also das Album kenne ich leider nicht,aber no doubt sagt mir was, ein paar Lieder finde ich da auch toll, aber ich höre lieber soften Metal,oder 80ger oder was in den Charts gerade ganz gut ist
15.09.2006 04:09
Ja, das Album ist echt genial! Gruß knopfi